Donnerstag, 2. September 2010

Maskulistische Internetpatrouille IV

Und es ist wieder viel passiert in letzter Zeit. Die peinliche Hetze gegen Thilo Sarrazin hält unvermindert an, Maskunaut hat auf seinem Blog einen brillianten Text über die sexistischen Zwangsdienste geschrieben und ich wäre gestern auf dem Gotthardpass mit meinem Motorrad beinahe in das abrupt bremsende Auto eines alten Opas gefahren - und Manhood hat mir eine tolle Karte aus Holland geschickt! Er geniesse das wohl temperierte Bier und findet, dass die Frauen schöner als die Kühe seien.

Wir werden vergöttert und gehasst wie noch nie. Deshalb gibt es den Maskulismus jetzt auch als Podcast! Allerdings dürft ihr euch nicht zu viel davon versprechen, denn Billigkopien von Beavis and Butthead haben mit ihrem Gutmenschendenkschema über den Maskulismus "nachgedacht" ...


Ab 5:00 kommt es dick - zuerst erzählt Beavis davon, dass er ein neues Wort kennen gelernt hat. Maskulismus. Butthead gleich: "Alda, wat'n'dat'n?" Beavis zitiert den Wikipedia-Artikel zu Maskulismus und macht sich anschliessend besonders geistreich über Männerdiskriminierung lustig - die es seiner Meinung nach nicht gäbe.

Er begründet sein Unverständnis mit einer Gutmenschen-Parabel, die ganz aus dem Leben eines linken Spasten gegriffen zu sein scheint. Er vergleicht dabei diskriminierte Männer mit weissen Rassisten, die ihren Fremdenhass mit deutschfeindlichen Bemerkungen von Migranten rechtfertigen würden (!).

Ich habe ja gesagt, dass ihr nicht zu viel erwarten dürft.

Offensichtlich ist die Gefallsucht und der weisse Ritterkomplex auch bei Computernerds durchaus tief verankert. Ich frage mich, ob die jemals über ihre Stellung als Mann nachgedacht haben, als sie den Marschbefehl bekamen und ihre Schwestern ihnen scherzhaft viel Spass beim Robben im Dreck wünschten.

Vermutlich nicht. Warum auch? Laut Beavis gibt es ja gar keine Männerdiskriminierung! Junge, der glaubt sicher auch noch an das "frauenunterdrückende Patriarchat". Das machen übrigens nicht einmal mehr die Feministen.

Aber der Oberhammer an Dummheit verbreitet wieder mal der grüne Pudelblog Streit-wert. Da schreibt doch tatsächlich einer dieser Vollzeitneurotiker, nachdem er davon spricht, dass das Gender Mainstreaming sich immer tiefer in den Staat hineinbeisst:

"Damit wurde die Einforderung oder zumindest Berücksichtigung einer männlichen Perspektive und männlicher Interessen legitim."

Als würde Legitimität der Interessen der anderen Hälfte der Bevölkerung davon abhängen, wie sehr die Geschlechterumerziehung voranschreitet.

The Spearhead hat einen sehr guten Artikel über die Frage geschrieben, ob Falschbeschuldigungen gegen den Wikileaks-Gründer benutzt wurden, um ihn zum Schweigen zu bringen. Schliesslich wollte dieser tausende von strenggeheimen Dokumenten, die dem Pentagon unbequem sind, veröffentlichen.

Thilo Sarrazins Buch lässt leider auf sich warten, da die erste Auflage sofort vergriffen war. Doch in der Zwischenzeit habe ich etwas anderes gefunden, das mich ablenkt. Da wird vom wütenden Arne und der linken Qualitätspresse berichtet, dass die FPÖ ein Spiel online geschaltet hat, in dem man Muezzine von Minaretten schiessen kann! Und wie das entsetzlich wäre und rassistisch.

Ich da gleich mal hin gegangen und habe mir das Spiel angeschaut und was muss ich erleben? Die Muezzine kann man gar nicht runterschiessen! Nur die Minarette kann man daran hindern, dass sie erbaut werden, aber sobald sie einmal stehen und der Muezzin darauf rumläuft, kommt ein Stopsignal statt ein Fadenkreuz.

Ich war enttäuscht.

Einerseits von der bewussten Faktenverdrehung linker Qualitätsmedien und dass Arne das einfach geglaubt hat und andererseits, dass man die Muezzine nicht runterschiessen konnte Muezzine nicht in originalgetreuen Gewändern sieht. Das ist kulturunsensibel! In einer schweizerischen Version hätte man die Muezzine runterknallen können sicherlich die passende Gewandung eingefügt.

Ja, so sind wir hier in der Schweiz.

Nicht ohne Grund ist hier jedes zweite Bauernhaus ein camouflierter Bunker und zwischen Hecken und Büschen sieht man auch heute noch die Panzersperren. Auch die Soldatinnen der "besten Armee der Welt" (O-Ton Bundesrat Ueli Maurer) sind immer HerrIn der Lage.


Dies ist weltweit der Fall.


Auch eine geschlechtersensible Armee hat ihre guten Seiten

Kommentare:

Christian hat gesagt…

Der Maskunaut klingt nach einem vielversprechenden Blog. Schade, dass er keine Kommentarfunktion hat, dass würde ihn meiner Meinung nach noch besser machen. Aber was nicht ist kann ja noch kommen.

Adrian hat gesagt…

Heute habe ich ganz herzhaft gelacht, mehrmals!

Adrian hat gesagt…

Hier, ein weiterer Link für euren Pressespiegel http://www.dailytalk.ch/mutter-und-vater-oder-elter

Ist Sonsofperseus auf Twitter !? wäre jetzt toll gewesen das auch als Tweet anstatt als Kommentar zukommen zu lassen …

Anonym hat gesagt…

Wir leben in der kränksten aller Welten! Mutter und Vater sind diskriminierend, sowas kann nur von einer lesbischen Mitdreißigerin kommen, die sich im Ausland von einer Studentin ihre Tochter austragen ließ - Samenspende aus dem Internet. Also irgendwann wird es sowas von krachen oder wir gehen alle zugrunde durch diese Gestörten!

Christian hat gesagt…

maskunaut hat ja gut angefangen, mit viel Text, aber nach dem Artikel zur Wehrpflicht kommt nicht mehr viel.

Das ist aber nicht nur ein Werbeblog für den dort verlinkten Rechtsanwalt für Wehrrecht, der das Thema nutzt um ein paar billige Links/Mandanten zu bekommen oder?

James T. Kirk hat gesagt…

Es ist ja völlig absurd, Beavis und Butthead für feministisch-braven Müll zu instrumentalisieren.

Darauf muß man erst mal kommen. Von ihrer Persönlichkeitsstruktur würden Beavis und Butthead bei Leuten wie uns vermutlich sagen:

Yeah. Cool. Hehe. We are discriminated. Men must fight against matriarchy. Cool.

So bekloppt muß man erst mal sein, denen etwas Profeministisches in den Mund zu legen.

Die verstehen absolut nicht den Humor von Beavis und Butthead. Na ja. Wie sollte es auch anders sein.

Es wäre übrigens ganz gut, wenn unsereins davon ausgeht, daß es sowohl reflektierte Linke als auch reflektierte Rechte gibt.

Es gibt auf beiden Seiten Idioten. Das sollten wir doch hinkriegen. Man kann gerne beherzt streiten. Aber letztlich ist es doch wurscht.

Dieses Links-Rechts-Getue nervt einfach, wenn man dies zu einem Trennungskriterium macht.

Also immer locker bleiben.

Wir Linken können uns auch den erstbesten rechten Idioten rausgreifen, um der Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen und um andere Rechte im ganzen lächerlich zu machen. So sollte es aber nicht sein, auf beiden Seiten.

Diese Kultur gibt es leider auf beiden Seiten.