Samstag, 1. November 2008

Männer und die Verhütung

Verhütung ist für uns alle ein sehr wichtiges Thema. Schliesslich schützt sie uns nicht nur vor ungewollten Bälgern, Kuckuckskindern, horrenden Unterhaltszahlungen und Degradation zum Zahlesel, sondern ermöglicht es uns Männern, selbst zu bestimmen, ob, wann und mit wem wir Kinder zeugen möchten.

Ein Recht, was den Frauen schon seit Jahrzehnten in Form der Pille zugesprochen wurde.

Umso erstaunlicher ist es, wenn man Zeuge des harschen, weiblichen Gegenwindes wird, mit denen selbstverhütende Männer konfrontiert werden. Dabei verlangen die Mädels doch immer, dass wir ihnen bei der Verhütung unterstützen!

Doch wir werden sehen, dass auch dies eine der vielen Forderungen von Frauen sind, die nur zu einem ihnen genehmen Zeitpunkt und nur wenn es ihnen gerade in den Kram passt, gültig und valid sein sollen. Wir haben ähnlich irrationales Verhalten schon in jenem Thread beobachtet, in der eine Frau darauf besteht und allen ernstes verlangt, dass an jedem Date immer und alleine der Mann zahlt! Gleichberechtigung kennt die wohl nur als Unterdrückungsinstrument gegen Männer, was?

Für sie besteht der Zusammenhang zwischen Rechten und Pflichten offensichtlich nicht.

Ich habe schon früher erwähnt, dass Frauenforen ein ideales Medium sind, um gewisse Meinungstendenzen von Frauen festzustellen, da die Anonymität eine unverblümte Darlegung der eigenen Sichtweise stimuliert. Deshalb tauchte ich für euch hinab in die Tiefen des Brigitte.de-Forums, um diesem "Phänomen" auf den Grund zu gehen.

Dabei stiess ich auf diesen Thread, in dem ein Mann (mit dem Nickname "innocence") seinen Standpunkt bezüglich Verhütung darlegt. Er ist der Meinung, dass der Mann in einer Beziehung immer und nur mit Kondom mit einer Frau schlafen sollte, aus den bereits oben genannten Gründen. Schliesslich wolle er selber bestimmen, wann er ein Kind haben möchte und wann nicht. Der zündende Konflikt für ihn war, dass seine damalige Partnerin das absolut nicht goutierte und darauf bestand, dass er auf die Kondome verzichtet (hier sollten bereits alle Alarmglocken läuten!). Er unterstellte ihr völlig zurecht, dass sie wohl das Ticken ihrer biologischen Uhr gehört haben muss.

Sie hat ihn dann wegen der Sache verlassen. Was von den antwortenden Frauen als völlig legitim angesehen wird. Doch wenn ein Mann eine Frau wegen ihrem Kinderwunsch verlässt, ist er ein elender, unreifer Idiot.

Nachdem sie sich ein paar mal über ihn lustig gemacht haben, legt innocence seine Einstellung für alle lesbar dar:

"1)Das die Männer die Verhütung im eigenem Intresse in die eigene Hand nehmen sollen , und sich nicht auf die Einahme der Pille verlassen sollen. [...]
2) Das man nicht jeden Unsinn mitmachen soll und als Richtig ansieht nur weil Frau es sagt....
3)Eigenverantwortung vor Krankenheiten wie z B. Aids was mann nur durch Benutzen eines Kondomes verhindern kann ." hier (in der Mitte)

Der Typ ist mein Held! Der könnte einer von uns sein. Wieder ein Mann mehr, der weiss was er will und keine Angst hat, den Frauen dies auch zu sagen. Doch jetzt werden die ersten schweren Geschütze aus dem Hangar geholt. Eine Frau meint zu seinem Standpunkt:

"Es ist ja super, dass Du Dich selbst um die Verhütung kümmerst, vor allem wenn in einer Beziehung ein Kinderwunsch da ist, der nicht von beiden geteilt wird.

ABER: Wenn man mal eine gesunde Frau voraus setzt: Da ist es doch nach einiger Zeit kein Problem, auf Gummis zu verzichten, vor allem, wenn man voher so verantwortungsvoll war, über die Konsequenzen zu sprechen - also eine Untersuchung auf alle gängigen sexuell übertragbaren Krankheiten. Oder?" hier (im unteren Drittel)

'So mein grosser, schöner Mann, gib' mir allen Einfluss ab, ja? Du kannst mir schon vertrauen, ich verhüte schon für uns beide! (kicher)'

Wenn eine Frau die Bedenken eines Mannes so einfach beiseite wischt, würde ich mich nicht wundern, wenn sie in ein oder zwei Jahren "plötzlich" schwanger ist. Hauptsache die Frau kann bestimmen, wann und wie sie schwanger wird. Der Mann soll dabei kein Mitspracherecht haben. Das passt prima in das gesellschaftliche Bild des Mannes von heute, der nur als wandelnde Samenbank und Arbeitsmaschine dienen, aber ansonsten den Mund halten soll.

Und dann noch der belustigende Vorwurf, dass er gefälligst seiner Partnerin vetrauen solle! Wie soll er, wenn alle Frauen ab dreissig gross auf ihrer Stirn geschrieben haben, dass sie unbedingt ein Kind wollen und die Bedürfnisse eines Mannes ihnen so gut wie egal sind? Und wir wissen, wie schlecht die rechtliche Situation eines Vaters in unserer heutigen Gesellschaft ist.

Dann versuchen sie ihn aus der Deckung zu locken, indem sie ihm mangelnde Erfahrung mit Frauen vorwerfen oder die Verhütungsfähigkeit von Kondomen relativieren. Oder sie unterstellen ihm Ängste, dass er ob all dem vermeintlichen Fremdgehen seine Partnerin mit Geschlechtskrankheiten anstecken könnte. Und natürlich, dass er noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sei. Oder das er ein "fuffi" und Verhütung bei ihm Masturbation sei. Und natürlich Ablenkungsversuche:

"Man darf aber nicht von der Kernfrage abweichen! Hatte der TE überhaupt schonmal Beziehungen die über 8 wochen hinaus ging?" hier (auf mittlerer Höhe)

Man merkt, dass es die Frauen verunsichert, wenn ein Mann sich selbst auch um die Verhütung kümmert.

Natürlich darf der Vorwurf, ein Frauenhasser zu sein, auch nicht fehlen. Und da ist er schon:

"Zitat von Innocence
ja leider wird hier immer auf mir herum gehackt aber die damen werden hier wohl ihren grund haben dies zu tun.frechgrins


Ja, der Grund ist ja offensichtlich. Du läßt hier deinen Frauenhaß ab, und das nervt." hier (oberstes Drittel)

Und dann kommt der Hammer! Jetzt kommt wieder die weibliche Arroganz zum Vorschein, die alle männlichen Bedürfnisse einfach wegwischt:

"Wieso soll sich eine Frau nach dir richten bis du dich mal ausbequemt hast ob du kinder willst oder nicht?" hier (unterstes Viertel)

Weiter geht diese Masslosigkeit mit der Forderung, dass Männer gefälligst einfach den Kinderwunsch der Frauen zu akzeptieren hätten:

"Zitat von rechthaber:
[...] Halten wir also fest, dass Frauen mit Kinderwunsch für Männer ohne Kinderwunsch immer doof sind bzw doof werden. Und umgekehrt.

man muss es einfach nur akzeptieren!" hier (unteres Drittel)

Da haben wir es, Männer! Akzeptiert gefälligst die Wünsche der Frauen und unterwerft euch ihnen, denn ihr seid nicht wichtig, doch ihre Bedürfnisse dafür umso mehr!

"Wenn ich es richtig verstehe, fragt er, ob es (möglicherweise häufig) auf Irritationen bei Frauen stößt, wenn der Mann den Zeitpunkt des Kinderkriegens so konsequent selbst in die Hand nimmt. Und ich würde mal sagen: Ja. Ich denke, dass das bei vielen Frauen Unsicherheit heraufbeschwört." hier (mittlere Höhe)

Kaum zu glauben! Sie würden den Mechanismus verstehen, doch wenn man die Geschlechter vertauscht, ist er plötzlich nicht mehr relevant. Dass vielleicht auch ein Mann verunsichert wäre, wenn eine Frau den Zeitpunkt des Kinderkriegens selbst in die Hand nimmt, wird hier einfach geflissentlich übersehen. Doch genau darum geht es ja in diesem Thread!

Aber die Hemmungslosigkeit nimmt erst jetzt richtig Form an:

"Nur weil hier jemand jahrelang Pech mit den Frauen hatte lasse ich mir noch nicht proklamieren, dass es nur gut ist die eine wahre und überaus unsichere Verhütungsmethode zu nutzen weil der Mann das so will!" hier (auf mittlerer Höhe)

Je länger man liest, desto mehr werden die Frauen aus ihrer anfänglich defensiven Haltung herausgelockt und entblössen ihre wahre Natur.

Und zuletzt noch eine humoristische Spitze um die ganze Sache abzurunden:

"Informiere dich in deiner freien Zeit über das breite Spektrum an Verhütungsmethoden wobei das Kondom mitnichten die einzigste Variante für den Mann ist." hier (erstes Drittel)

Der Mann verfügt heute gerade mal über zwei funktionierende Verhütungsmethoden, wenn er nicht enthaltsam leben will: Kondome und Vasektomie. Im Gegensatz zu den Frauen, die über dutzende verschiedene Möglichkeiten verfügen. Die Pille für den Mann wurde ja aus Kostengründen und scheinbar mangelndem Interesse verworfen.

Alles in allem eine ideale Ausgangslage um den Mann nach Belieben entweder zu kritisieren oder ihn zu missbrauchen.

(siehe Maskushop)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Moin, moin,

höchst aufschlussreich, diese Zitate. Zunächst mal ein ganz dickes Lob für dieses Blog und vielen Dank für die Arbeit, die du dir machst. Für sowas habe ich im Moment leider keine Zeit. Je mehr Männer - und normal gebliebene Frauen - unsere Absichten erfahren und über die wahren, feministisch indoktrinierten Verhältnisse informiert werden, desto besser! Und da ist das Internet eine phantastische Möglichkeit.

Auch die in Genderama zitierten Kommentare (Stichwort Jungenbuch) zeigen überdeutlich, was aufgeklärte junge Männer heute zum Geschlechterverhältnis denken. Und das finde sich sehr, sehr ermutigend! Unsere Zeit beginnt gerade erst, davon bin ich überzeugt!!

Abgesehen von der Selbstentblößung - und bisweilen gehörigen Portion Dämlichkeit - der Mädels, spricht aus zitierten den Foren-Posts vor allem eines: eine leise, natürlich uneingestandene, stille Verzweiflung. Ja, genau: Verzweiflung! Verzweiflung - und gewisse Fassungslosigkeit darüber, dass immer mehr Männer genau wissen, was sie wollen - und auch die entspr. Maßnahmen ergreifen, wenn es um's Thema Familie und Partnerschaft geht. Das bedeutet nämlich einen klaren Machtverlust für die Mädels. Und das ist gut so!

Es wäre höchst interessant zu sehen (gewesen), wenn es tatsächlich eine wirksame, gut verträgliche Pille für den Mann gäbe, die ihm eine nahezu 100%ige Autonomie bzgl. des Themas Fortpflanzung ermöglicht. Ein Kondom drüberstreifen (mit einem, naja, nicht megahohen Pearl-Index) stellt eine Aktion dar, die vor allem eins ist: sichtbar, bemerkbar. Wenn aber ein Mann - ohne dass es seine Partnerin wahrnimmt und auch unabhängig davon, ob es ihr passt oder nicht - die Pille nimmt und somit völlig unabhängig davon ist, ob sie ihrerseits verhütet (selbst wenn sie es versprochen hat), würde dies vollkommen neue Verhältnisse schaffen. Würde die Partnerin doch schwanger, wäre sofort klar, dass das Kind nicht von ihm ist. Na, das Geschrei möchte ich hören, wenn das doch einmal Realität wird. Zu wünschen wäre es allemal.


Beste Grüße!

Ein Mitstreiter

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ebenfalls grosses Lob für den Artikel (und auch das Blog).

Habe das auch schon erlebt, dass die Frau kein Kondom wollte. Torschlusspanik, behaupte ich.

Vasektomie ist wohl die beste Lösung. Oder vollständige Enthaltsamkeit. Darüber sollte mal offen berichtet werden - über Vasektomie (auch Contra-Argumente bitte, z.B. medizinische Komplikationen).

Auch für die Enthaltsamkeit könnte man Werbung machen. Immerhin lebt man statistisch gesehen länger, wenn man keine Frau versorgen muss.

Vasektomie und Enthaltsamkeit als mögliche Lösungen - dazu hätte ich gerne mehr Informationen. Die Meinung der Frauen geht mir mittlerweile am Allerwertesten vorbei. Aber was ist die Meinung der Männer? Ich bin unsicher, brauche Feedback durch Männer in einer ähnlichen Situation.

Manifold hat gesagt…

Danke für die Komplimente! Es ist nicht unbedingt Arbeit, sondern unangenehmes, brennendes Interesse an gewissen Schieflagen in unserer Gesellschaft, die mehr und mehr zum Vorschein kommen.

Wir haben es in der Hand, anderen zu zeigen, was man ihnen bisher verschwiegen hat.

Dies ist definitiv ein sehr interessantes Thema, denn es zeigt sich ein weites, für viele Männer sträflich unterschätztes Feld des subtilen Einflusses weiblicher Macht, die immer schön verdeckt und runtergespielt wird, bis sie zuschlägt.

Und dann ist es zu spät und alle machen sich über die Männer lustig und quasseln ihre Ohren voll von wegen, sie hätten es doch wissen sollen.

Gruss,
Manifold

Anonym hat gesagt…

sehr interessanter Beitrag, :)

Seltsam finde ich aber das hier tatsächlich Männer bereit sind sich unfruchtbar zu machen..

Seit ihr Wahnsinnig??

/ajk

Ekki hat gesagt…

Die Forderung nach Kontrolle über die Verhütung ist [b][u]die entscheidende Forderung[/b][/u], die die Männer haben sollten.

Denn [b]die überwältigende Mehrheit[/b] aller anderen Ungerechtigkeiten,
die Männer zu erdulden haben, nur weil sie Männer sind, [b][u]leitet sich
daraus ab, dass den Männern jegliche Kontrolle über ihre Fortpflanzung
entzogen ist[/b][/u].

[b][u]KEIN[/b][/u] Ausweg ist es in meinen Augen, in einer Partnerschaft auf künstliche Verhütung zu verzichten und jedes Kind anzunehmen.

[b][u]JA[/b][/u], die "Lebensschützer" haben Recht, wenn sie Leuten wie
mir unterstellen, wir wollten menschliches Leben "verfügbar machen".

[b][u]FÜR[/b][/u] eine [b]Planbarkeit[/b] der Fortpflanzung,
[b][u]GEGEN[/b][/u] eine "Schicksalhaftigkeit" derselben. Auch viele andere
Dinge, die man früher als schicksalshaft erachtete (Naturphänomene) oder
die heute heilbar sind (Krankheiten), waren für vorige Generationen
unerklärlich bzw. nicht in den Griff zu bekommen.

[b][u]ZIEL[/b][/u] ist eine Minimierung der Abtreibungen dadurch, [b]dass
unerwünschte Schwangerschaften [u]von vornherein nicht entstehen[/b][/u].

Und last but not least:

[b][u]GEGEN[/b][/u] eine Männerbewegung, die im Kern nur folgende Botschaft an die Frauen hat: [i]"Wenn ihr nur wieder recht lieb zu uns
seid, machen wir auch wieder brav Männchen und lassen uns als 'treusorgende
Ernährer' für Frauen und die Kinder verschleißen, mit denen die Frauen uns
mit oder ohne unser Einverständnis 'beschenkt' haben."[/i]



Die Kondome als einziges dem Mann angeblich zur Verfügung stehendes Verhütungsmittel unterscheidet sich von den den Frauen zur Verfügung stehenden Verhütungsmitteln dadurch, [b]dass es ausschließlich während des Geschlechtsaktes in Anwesenheit und unter Kontrolle der Sexualpartnerin zum Einsatz kommen kann[/b].

Darüber hinaus hat eine Frau die Möglichkeit, den Geschlechtsverkehr zu verweigern, wenn und solange ...

a) ... ihr Sexualpartner ein Kondom [b]benutzt[/b] - weil sie Kinder haben möchte.

b) ... ihr Sexualpartner [b]kein[/b] Kondom benutzt - weil sie keine Kinder haben möchte.

Dir als Mann (vermute ich mal) brauche ich nicht auseinanderzusetzen, warum es für einen Mann unendlich viel schwieriger ist, sich einer Frau zu verweigern.

Das alles mal abgesehen davon, daß ein Mann den Gebrauch eines Kondoms in
aller Regel als lusthemmend oder -tötend empfindet.

[b]Frau hat alle diese Probleme nicht![/b]

Sie kann den Mann wegen dessen Triebhaftigkeit nach Belieben am Schwanz
herumführen und nebenbei ihre Familienplanung in die Tat umsetzen - [b]der
Mann kann nur die Kinder bekommen, die die Frau will[/b].

Damit sind [b]nicht nur[/b] Männer, die kinderlos bleiben wollen, die
Gekniffenen, [b]sondern auch[/b] Männer, die einen Kinderwunsch haben: Auch
für sie liegt die (Nicht)erfüllung dieses Wunsches in den Händen der Frau.

Gruß

Ekki