Donnerstag, 15. März 2012

Buchempfehlung: "Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel"

Dieses beeindruckende Werk wurde mir von Templarii empfohlen und es ist jeden Rappen wert, den man dafür ausgibt!

Systematisch und faktenbasiert räumt es mit den antiwestlichen Behauptungen auf, dass die Muslime und der Islam für die wissenschaftliche Revolution verantwortlich gewesen wären oder dass sie Europa ihr antikes Erbe wieder zurückgegeben hätten. Vielmehr waren es Byzanz und eigene Übersetzungstätigkeit und Suche nach antiken Werken, welche Europas geistige Höhenflüge im Früh- und Hochmittelalter (diese Periode wird ja auch gerne fälschlicherweise als ein "Dunkles Zeitalter" dargestellt ...) ergänzten und vervollständigten. Vielfach wurde auch antikes Wissen durch das gesamte Frühmittelalter beibehalten - wie zum Beispiel medizinische Erkenntnisse, die vielfach im Islam unvollständig waren (so kannten die Muslime die Werke von Soranos über die Frauenkrankheiten oder die Schriften des Erasistratos und des Herophilos nicht).

In Tat und Wahrheit war es der westlich-hellenistische Kulturraum (europäischen Ursprungs!) des Vorderen Orients und die darin lebenden Griechen, Christen und Juden, welche den Muslimen nicht nur ihr wissenschaftliches Vokabular (und ihre Schrift ...), sondern auch alle Aspekte höherer Kultur von Medizin über Philosophie oder Ingenieurswesen beibrachten (sämtliches Vokabular im wissenschaftlichen und administrativen Bereich haben syrische Christen für die Muslime entwickelt und eingeführt) - noch im Jahr 1000 waren die Mehrheit der im Mittleren Osten lebenden Menschen Christen! - bis die Muslime durch die Erstarkung antirationalistischer und somit antihellenistischer Elemente in ihrer Theologie (repräsentiert durch die Interpretationsschulen des Korans der Hanbaliten und Aschariten, siehe dazu auch: "The Closing of the Muslim Mind") nahezu sämtliche Ansätze von Wissenschaft im araboislamischen Raum erstickten.

Dazu passt, dass nahezu sämtliche grossen muslimischen Philosophen wegen ihrem Werk verfolgt, verbannt oder umgebracht wurden. Al-Ghazali versetzte dann der griechisch-christlichen Wissenschaft im Mittleren Osten den endgültigen Todesstoss (wiederum hervorragend beschrieben in "The Closing of the Muslim Mind"), was die Rückständigkeit des Islams als Kultur bis in die heutige Zeit begründete. Der grosse Europäer im Geiste, Ibn Warraq, beschreibt die Gründe für den Niedergang des islamischen Intellekts auch vortrefflich in seinem Werk "Defending the West" und stellt ihn im Kontrast zum systematischen Ausbau der Wissenschaften und dem kontinuierlichen Wissensdurst des Christentums der letzten 2000 Jahre - und führt dies auf den stark hellenistisch geprägten, tief rationalistischen Charakter der christlichen Theologie zurück, welche von einem rational denkenden Schöpfer ausgeht, der die Welt nach raitonal verständlichen Prinzipien geschaffen hat, die ein rational denkender Mensch ("das Abbild Gottes") mit seinem Intellekt verstehen kann.

Ibn Warraq hat dieses christlich-westliche Weltbild in seinem Werk "Defending the West" gut beschrieben: 

"Only the West seems to have developed the notion that the natural world is a rational and ordered universe, that man is a rational creature who is able to understand, without the aid of revelation, or spiritual agencies, and able to describe that universe and grasp the laws that govern it. The sources of this European confidence in reason and rationality are to be found in religion, philosophy and law. The notion of laws of nature had Judeo-Christian groundings, but twelfth-century Christian theologians reaquainted themselves with this principle on reading Plato's Timaeus, which had an enormous influence on thinkers such as Peter Abelard, Adelard of Bath, William of Conches, and others. Plato's Timaeus presented an image of nature as an orderly, integrated whole; the natural world was a rational order of causes and effects, while man, as a part of the rational order of things, was elevated by virtue of his reason. Platonism seems to have affected every area of inquiry, not just the study of nature but also of the scriptures. The Pauline notion of conscience (synderesis) also had the consequence of liberating man's reason from external authorities, so that, it was held, man could arrive at moral truth without the aid of scriptures, and the individual conscience became the supreme arbiter of even scriptural truth."

Der Timaeus wurde vom Christen Aristippus, welcher Byzanz bereist hatte, im 12. Jahrhundert im normannischen beherrschten Sizilien übersetzt und gelangte so in den Westen Europas. Der Islam spielte also in der Vermittlung der hellenistischen Tradition nach Westeuropa keine Rolle. Hingegen hat das Christentum neben dem antiken Gedankengut eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der modernen Gesellschaft (von der moderne Wissenschaft ein Teil ist) gespielt, wie dieses Zitat eines chinesischen Gelehrten der Gegenwart bestätigt (das Zitat stammt ursprünglich aus Aikmans "Jesus in Beijing: How Christianity is Transforming China and Changing the Global Balance of Power" wobei ich es in Starks "The Victory of Reason" gefunden habe):

"One of the things we were asked to look into was what accounted for the success, in fact, the pre-eminence of the West all over the world. We studied everything we could from the historical, political, economic, and cultural perspective. At first, we thougth it was because you had more powerful guns than we had. Then we thought it was becasue you had the best political system. Next we focused on your economic system. But in the past twenty years, we have realized that hte heart of your culture is your religion: Christianity. That is why the West is so powerful. The Christian moral foundation of social and cultural life was what made possible the emergence of capitalism and then the successful transition to democratic politics. We don't have any doubt about this."

Während also der typische muslimische Rechtsgelehrte die Kausalität des Universums nicht anerkennt (in Tat und Wahrheit kennt der sunnitische Islam nicht einmal den freien Willen des Menschen an!) und alles darin durch Allahs Willen und somit unvorhersehbar und unbegreifbar geschieht, konnten christliche Theologen und Philosophen nahezu ungestört von ihrer Religion die Grundlagen für die modernen Wissenschaften legen, welche durch die von der Kirche gegründeten Universitäten getragen wurde (eindrucksvoll und tiefgehend beschrieben in "The Foundations of Modern Science in the Middle Ages").

In Tat und Wahrheit führten Wissenschaft und Philosophie in der islamischen Kultur im Gegensatz zum Westen also nie mehr als ein permanent bedrohtes Exotenleben, die ihr Leben aushauchten, sobald die Christen immer mehr zur Minderheit gerieten und ihre Wissen und ihre Fähigkeiten durch einen immer orthodoxer werdenden Islam, welche das kausale Wesen des Universums leugnet, blockiert wurden.

Hier ein vielsagendes Zitat von Seite 82 des Buches "Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel":

"Die aus politischer wie administrativer Notwendigkeit arabisierten christlichen Gelehrten vollbrachten mit der Übertragung wissenschaftlicher und philosophischer Titel griechisch-antiker Autoren tatsächlich ein inhaltlich weit gespanntes übersetzerisches Werk, das sie zum Teil auch noch beträchtlich erweiterten. Obwohl diese Gelehrten zunächst nur für ihre eigenen Zwecke kommentierten, verbreitete sich klassisch-griechisches Gedankengut in alt-syrischen Texten weiter, bevor es sich in einer riesigen Übersetzungslawine in die arabische Sprache auflöste und bei dieser Gelegenheit erst das notwendige wissenschaftliche Vokabular entstand. Mindestens drei Jahrhunderte lang, vom 7. bis zum 10. Jahrhundert war die "arabisch-muslimische Wissenschaft" nichts anderes als - von Inhalt und Inspiration her gesehen - griechische Wissenschaft, die über das Alt-Syrische schliesslich auf Arabisch vorlag. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Der muslimische Osten verdankt fast alles dem christlich besiedelten Vorderen Orient. Und gerade diese Tatsache wird heute in der muslimischen wie in der europäischen Welt häufig und gerne verschwiegen."

Unbedingte Leseempfehlung also für alle, welche die politisch korrekten Lobreden auf "islamische Wissenschaft", der wir Europäer angeblich so viel verdanken würden, einmal kritischer hinterfragen wollen!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hackst wohl gerne auf den "Musels" rum, wie? Manifold, bleib doch beim Antifeminismus, davon verstehst du wenigstens was.

Manifold hat gesagt…

Anonym, 15. März 2012 16:15:

Ich hacke nicht auf "Musels" rum, sondern auf antiwestliche Lügen, die widerlegt wurden.

Selbstverständlich darfst du mir darlegen, was ich daran "nicht verstehe".

Templarii hat gesagt…

Traumhaftes Buch, ich bin ersoffen und ersaufe immer noch darin.

Die psychologische Macht dieses Buches ist gewaltig, wir können völlig friedlich und mental alles veränden und belegen wie man weitergehen kann.

In der altgriechischen Logik und der weiterführung durch die Kirchenväter und unsere Kultur bis Heute, haben wir das mächtigste und älteste Werkzeug der Weltgeschichte um unsere Kultur wieder aufzustellen.

Jenseits von Kulturdominanz, Rassen- oder Sprachdämmen. Der einfache Naturalismus wird schnell überwunden und anstatt zur Konkurrenz eher zum männlichen Wettbewerb um die besten Ideen und Kräfte anspornen. Und DANN können wir den Weltraum besiedeln ;)

@anonym, den Islam versteht der Westen besser als der Islam. Der Islam ist eine "junge Religion"..

Templarii

Manifold hat gesagt…

Die heutigen Bruchlinien verlaufen nicht mehr zwischen "Rassen", sondern zwischen Kulturen - zwischen Menschen, welche sich aus freiem Willen der einen Kultur oder der anderen Kultur anschliessen und durch diese eigene Wahl bestimmen, wie sehr sie bereit sind, sich in einer bestehenden Kultur einzufügen.

Aufgrund des Universalismus der westlichen Kultur und des Christentums ist es somit besser, als Rechter die Kategorie "Rasse" ruhen zu lassen, und stattdessen darauf zu achten, welcher Kultur sich die betrachteten Menschen gegenüber loyal verhalten.

Denn wenn sie sich der westlichen Kultur, und somit Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten verpflichtet fühlen, werden sie automatisch eher bereit sein, sich an unsere Gesetze zu halten und sich zu integrieren/kulturell zu assimilieren unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Herkunft.

Aber wenn sie sich der westlichen Kultur kritisch entgegen stellen, so werden sie so lange gegen Europa und den Westen schlagen, beissen und stossen, dass eine Integration nicht möglich ist und die Menschen zu einer Hypothek werden - auch dies gilt unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft, denn ein antiwestlicher, weissfarbiger Linker, welcher bei jeder Gelegenheit den Islamismus gegen den Westen in Schutz nimmt, ist mindestens genauso schlimm wenn nicht noch schlimmer (da er ein Überzeugungstäter ist) als ein dunkelhäutiger Migrant, der sich wohl eher aus jugendlichem Trotz heraus vorläufig nicht integrieren will.

Hautfarbe, Herkunft und Nationalität taugen also in der Gegenwart nicht mehr, um beurteilen zu können, ob jemand eine Gefahr oder eine Bereicherung ist - vielmehr muss man auf die kulturelle Loyalität eines jeden Menschen schauen.

Der Universalismus des Christentums und der westlichen Kultur, welche ALLE Menschen unabhängig ihrer Erscheinung ansprechen, drängt uns diese Erkenntnis regelrecht auf - dass wir nicht auf Äusserlichkeiten, sondern auf die Entscheidung zur kulturellen Loyalität eines jeden einzelnen achten sollen.

Und diesen Weg müssen wir Rechte in Zukunft gehen.

http://sonsofperseus.blogspot.com/2011/03/delegitimierung-rassischer-weltbilder.html