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Donnerstag, 2. September 2010

Maskulistische Internetpatrouille IV

Und es ist wieder viel passiert in letzter Zeit. Die peinliche Hetze gegen Thilo Sarrazin hält unvermindert an, Maskunaut hat auf seinem Blog einen brillianten Text über die sexistischen Zwangsdienste geschrieben und ich wäre gestern auf dem Gotthardpass mit meinem Motorrad beinahe in das abrupt bremsende Auto eines alten Opas gefahren - und Manhood hat mir eine tolle Karte aus Holland geschickt! Er geniesse das wohl temperierte Bier und findet, dass die Frauen schöner als die Kühe seien.

Wir werden vergöttert und gehasst wie noch nie. Deshalb gibt es den Maskulismus jetzt auch als Podcast! Allerdings dürft ihr euch nicht zu viel davon versprechen, denn Billigkopien von Beavis and Butthead haben mit ihrem Gutmenschendenkschema über den Maskulismus "nachgedacht" ...


Ab 5:00 kommt es dick - zuerst erzählt Beavis davon, dass er ein neues Wort kennen gelernt hat. Maskulismus. Butthead gleich: "Alda, wat'n'dat'n?" Beavis zitiert den Wikipedia-Artikel zu Maskulismus und macht sich anschliessend besonders geistreich über Männerdiskriminierung lustig - die es seiner Meinung nach nicht gäbe.

Er begründet sein Unverständnis mit einer Gutmenschen-Parabel, die ganz aus dem Leben eines linken Spasten gegriffen zu sein scheint. Er vergleicht dabei diskriminierte Männer mit weissen Rassisten, die ihren Fremdenhass mit deutschfeindlichen Bemerkungen von Migranten rechtfertigen würden (!).

Ich habe ja gesagt, dass ihr nicht zu viel erwarten dürft.

Offensichtlich ist die Gefallsucht und der weisse Ritterkomplex auch bei Computernerds durchaus tief verankert. Ich frage mich, ob die jemals über ihre Stellung als Mann nachgedacht haben, als sie den Marschbefehl bekamen und ihre Schwestern ihnen scherzhaft viel Spass beim Robben im Dreck wünschten.

Vermutlich nicht. Warum auch? Laut Beavis gibt es ja gar keine Männerdiskriminierung! Junge, der glaubt sicher auch noch an das "frauenunterdrückende Patriarchat". Das machen übrigens nicht einmal mehr die Feministen.

Aber der Oberhammer an Dummheit verbreitet wieder mal der grüne Pudelblog Streit-wert. Da schreibt doch tatsächlich einer dieser Vollzeitneurotiker, nachdem er davon spricht, dass das Gender Mainstreaming sich immer tiefer in den Staat hineinbeisst:

"Damit wurde die Einforderung oder zumindest Berücksichtigung einer männlichen Perspektive und männlicher Interessen legitim."

Als würde Legitimität der Interessen der anderen Hälfte der Bevölkerung davon abhängen, wie sehr die Geschlechterumerziehung voranschreitet.

The Spearhead hat einen sehr guten Artikel über die Frage geschrieben, ob Falschbeschuldigungen gegen den Wikileaks-Gründer benutzt wurden, um ihn zum Schweigen zu bringen. Schliesslich wollte dieser tausende von strenggeheimen Dokumenten, die dem Pentagon unbequem sind, veröffentlichen.

Thilo Sarrazins Buch lässt leider auf sich warten, da die erste Auflage sofort vergriffen war. Doch in der Zwischenzeit habe ich etwas anderes gefunden, das mich ablenkt. Da wird vom wütenden Arne und der linken Qualitätspresse berichtet, dass die FPÖ ein Spiel online geschaltet hat, in dem man Muezzine von Minaretten schiessen kann! Und wie das entsetzlich wäre und rassistisch.

Ich da gleich mal hin gegangen und habe mir das Spiel angeschaut und was muss ich erleben? Die Muezzine kann man gar nicht runterschiessen! Nur die Minarette kann man daran hindern, dass sie erbaut werden, aber sobald sie einmal stehen und der Muezzin darauf rumläuft, kommt ein Stopsignal statt ein Fadenkreuz.

Ich war enttäuscht.

Einerseits von der bewussten Faktenverdrehung linker Qualitätsmedien und dass Arne das einfach geglaubt hat und andererseits, dass man die Muezzine nicht runterschiessen konnte Muezzine nicht in originalgetreuen Gewändern sieht. Das ist kulturunsensibel! In einer schweizerischen Version hätte man die Muezzine runterknallen können sicherlich die passende Gewandung eingefügt.

Ja, so sind wir hier in der Schweiz.

Nicht ohne Grund ist hier jedes zweite Bauernhaus ein camouflierter Bunker und zwischen Hecken und Büschen sieht man auch heute noch die Panzersperren. Auch die Soldatinnen der "besten Armee der Welt" (O-Ton Bundesrat Ueli Maurer) sind immer HerrIn der Lage.


Dies ist weltweit der Fall.


Auch eine geschlechtersensible Armee hat ihre guten Seiten

Montag, 10. August 2009

Die geopolitische Lage der Schweiz – Alpenfestung, Steuerstreit und fremde Vögte?

Heute will ich mir ein Thema vornehmen, dass nicht direkt mit dem Schwerpunkt dieses Blogs zu tun hat. Zumindest nicht direkt. Mir ist bewusst, dass dieser Blogeintrag einige sehr sensible Punkte tangieren wird.

Jedes Mal, wenn ein neuer Bundesrat für das VBS gewählt wird (Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport), wie vor einiger Zeit nun Ueli Maurer (SVP), hofft man auf eine Berücksichtigung der männerdiskriminierenden Dimension der einseitigen Wehrpflicht. Man hofft auf eine Armee, welche nicht nur modern und professionell ist, sondern auch nicht mehr jedes Jahr tausende Männer gegen ihren Willen zum Dienst an der Waffe verpflichtet.

Man hofft auf eine Armee, welche die besondere Lage Europas ins Blickfeld rückt und nicht nur die eigenen Kantone. Man wünscht sich eine Armeeführung, welche mit anderen europäischen Armeen zusammenarbeitet und gemeinsam eine europäische Verteidigung aufbaut. Denn es sind schlussendlich nicht unsere Piranhas und Füsiliere, welche unseren Staat vor Schlimmem verteidigen, sondern die europäischen Länder Frankreich, Deutschland und alle anderen, welche die Schweiz schützend umfassen und vor äusserem Übel im Ernstfall abschirmen. Es ist eine gesamteuropäische Verteidigungspolitik, welche unseren Schutz am ehesten garantieren könnte.

Doch Ueli Maurer besinnt sich trotz der veränderten Lage in Europa und den neuen sicherheitstechnischen Problemen (Terrorismus, Internetkriegsführung, …) auf ein überholtes Réduit-Gedankengut welches nicht nur das überholte Milizsystem, sondern auch die militärische Autonomie mitsamt einer unhinterfragten, einseitigen Männerwehrpflicht favorisiert.

Der Réduit-Mythos sagt im Wesentlichen, dass einerseits die Verschanzung der schweizerischen Milizarmee in den Alpen und andererseits die sogenannte Anbauschlacht (maximierte Selbstversorgung der schweizerischen Bevölkerung mit im Land angebauten Nahrungsmitteln) die Schweiz im europäischen Bürgerkrieg vor den Nazis gerettet hätten.

Wir werden im Folgenden sehen, dass dieses auch heute noch relevante Réduit-Gedankengut nicht nur den schweizerischen Männern, sondern auch der Schweiz als Ganzes schadet.

Alpenfestung

Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass im Moment intensiv von offiziellen Stellen eine neue Doku-Soap namens “Alpenfestung – Leben im Réduit” über das Leben im Réduit beworben wird, welche die Gegebenheiten in den Stützpunkten innerhalb der Alpen und der Zivilbevölkerung der Schweiz im Laufe des zweiten Weltkrieges darstellen soll.

Dass die Schweiz zu gewissen Zeiten im zweiten Weltkrieg bis zu 40 % ihrer Nahrungsmitteln über oder von den Achsenmächten und anderen Nationen importierte, wird dabei häufig unterschlagen. Dass die Schweiz mit den Nazis in manchen Bereichen zusammengearbeitet hat, Flüchtlinge an der Grenze abwies und militärische Transporte der Achsenmächte durch den Gotthard (die schnellste Verbindung von Nordeuropa nach Südeuropa) zuliess, wird häufig auch vergessen.

Einige dieser Themen kann man im sogenannten Bergier-Bericht über die Schweiz im zweiten Weltkrieg in allen Details nachlesen. Wir können somit nicht von anderen europäischen Staaten verlangen, dass sie ihre Rolle im zweiten Welkrieg aufarbeiten, wenn wir das Gleiche nicht auch mit unseren eigenen Unzulänglichkeiten in jenem europäischen Bürgerkrieg tun.

Wir können nicht etwas glorifzieren, dass einerseits so nicht den Tatsachen entspricht, nebenbei auch noch die Hälfte der Gesellschaft auf ewig an den Dienst der Waffe fesselt und die Schweiz in eine geopolitische Isolierung gefangen hält.

Warum braucht die Schweiz eine komplette Armee basierend auf dem Milizprinzip mit allem drum und dran, wenn eine professionelle Spezialisierung (Sanitätsdienste, Minenräumung, Gebirgskampf oder Katastrophenbewältigung zum Beispiel) im europäischen Verband nicht nur effizienter, sondern auch effektiver wäre? Denn alle Europäer hocken gemeinsam im gleichen Boot – ob sie nun in der EU sind oder nicht.

Viele werden nun aufstehen und mit dem Wort Neutralitätspolitik antworten. Und genau darauf werde ich nun im Folgenden eingehen.

Die politische Isolierung der Schweiz

Historisch wuchs die Neutralität der Schweiz aus der Reisläuferei (Söldnertum) und der Realisierung, dass nur ein Nichteinmischen in fremde Händel und eine strikte Unparteilichkeit die Schweiz vor einer Auflösung retten konnte. Das hat im Verlauf der Jahrhunderte sehr gut funktioniert, wenn auch immer wieder mächtige Fürsprecher und ein moralischer Spagat in der exakten Auslegung der Neutralität nötig waren.

Die Neutralität der Schweiz ermöglichte ihr die Etablierung einer föderalen, direkten Demokratie, wie es sie sonst wohl kaum noch irgendwo gibt und welche weltweit als beispelhaft gilt. Sie ermöglicht der Schweiz ein politisches System, welches zwar in gewissen Bereichen langsamer voranschreitet (da das Volk bei fast allem das letzte Wort hat), dadurch jedoch auch weniger anfällig vor zu einseitigen Entscheidungen ist (denn nur breit abgestützte Kompromisse haben überhaupt eine Chance).

Die Neutralität hält für uns Schweizer jedoch auch die Gefahr der politischen Isolierung bereit, wenn sie zu strikt ausgelegt wird. Und in Situationen, in denen vitale Bereiche der Schweiz international unter Beschuss geraten, sind Freunde eine Voraussetzung für die Durchsetzung eigener Interessen.

Der kontinentale Steuerstreit

Der niedrige Steuersatz und wenige Regulierungsvorschriften für die Wirtschaft machen die Schweiz zu einem attraktiven Ziel für Firmen, welche ihren Sitz in der Schweiz verlegen, so dass sie nur hier relativ wenige Steuern zahlen müssen (Holding-Gesellschaften) oder für reiche Europäer und Nichteuropäer, welche den hohen Steuersätzen in ihren jeweiligen Ländern entgehen möchten und deshalb ihr Geld in der Schweiz anlegen.

Das Bankgeheimnis, welches die schweizerischen Banken im Prinzip dazu verpflichtet, keine Kundendaten an Dritte weiterzugeben, begünstigt natürlich diese Tendenz.

Es ist somit nicht verwunderlich, wenn andere europäische Staaten etwas dagegen haben und Druck aufzubauen versuchen.

Dass die Schweiz rasch, ohne Gegenforderungen und ohne internationale Androhung harter Sanktionen klein beigab und nach der Pfeife anderer tanzte, machte viele Schweizer stutzig. Denn "fremdes" Recht habe in der Schweiz nicht zu gelten und anders herum.

Wäre dieser Streit anders ausgegangen, wenn die Schweiz ihre Anliegen gemeinsam mit gleich gesinnten europäischen Staaten, die ebenfalls einen starken, wichtigen Finanzplatz haben und unter Druck stehen (Belgien, Österreich, Luxemburg, …) in Brüssel vorgebracht hätten? Hätte die Schweiz ihre Interessen gegenüber Deutschland besser durchsetzen können, wenn sie in Brüssel ein Wörtchen hätte mitsprechen können?

Der interkontinentale Steuerstreit

Man mag das Gerangel um die lebenswichtigen Steuern und um möglichst tiefe Steuersätze im kontinentalen Steuerwettkampf noch verstehen und bis zu einem gewissen Grad nachzuvollziehen, doch was haben Rechtsansprüche von nichteuropäischen Ländern in Europa verloren?

Die USA trat vor einiger Zeit mit einigen Forderungen an die Schweiz heran, deren Erfüllung man auch dieses Mal von der schweizerischer Seite aus schnell und ohne grosses Ausharren nachging – und über den Inhalt jener Abmachung man Stillschweigen bewahrt!

Dass das Bankgeheimnis der Schweiz nun mittlerweile so dermassen ausgehöhlt, löchrig und somit viel an internationaler Bedeutung verloren hat, stösst den meisten Schweizern sauer auf. Denn ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem internationalen Finanzplatz geht nun mehr und mehr den Bach runter.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der schweizerischen Banken


Der kleine Staat Schweiz ist besonders auf ein reibungsloses Funktionieren seiner Banken angewiesen, dann mangels natürlicher Ressourcen und ohne einer prominenten Verarbeitungsindustrie, sind es vor allem die Banken, welche nicht nur einen nicht unerheblichen Teil der Steuereinnahmen bereitstellen, sondern auch eine wichtige gesamtwirtschaftliche Rollen spielen und somit wesentlich für den Erhalt des politisch lebenswichtigen Sozialstaates verantwortlich sind.

Darum zögern Politiker auch bei der Beschneidung der Boni von hohen Bankern. Deshalb geben sie bei Streitigkeiten zwischen dem Ausland und den schweizerischen Banken schnell klein bei. Deswegen gehen sie hastig und häufig unüberlegt Kompromisse ein, welche zwar den gröbsten Teil des schweizerischen Finanzplatzes übrig lassen, aber zu unabschätzbaren künftigen Konsequenzen.

Denn kein Politiker möchte seine Karriere riskieren, indem er den wesentlichen Stützpfeiler des schweizerischen Sozialstaates durch Trotzgebaren gegenüber dem Ausland zerstört. Genau dieser Gedankengang erklärt das schnelle Nachgeben und die Bereitschaft, das Bankgeheimnis auf den internationalen Altären zu opfern – zum Wohle der lebenswichtigen Steuereinnahmen der Banken.

Mag das Bankgeheimnis bisher ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gewesen sein, so sind doch mögliche direkte Sanktionen gegenüber den Aktivitäten der Banken im Ausland viel schwerwiegender als der Verlust einer traditionellen Diskretion.

Fremde Vögte?

Doch statt sich schon früh gleichgesinnte Staaten mit an Bord zu holen und eine gemeinsame Interessensvertretung aufzubauen zum Schutze der wichtigen Banken, hält die Schweiz auch nach wie vor ein überholtes Réduit-Gedankengut am Leben, welches uns in Form einer überholten Neutralitätspolitik nicht nur politisch isoliert, sondern uns auch nicht vor kontinentalen und interkontinentalen „Angriffen“ auf wichtige Stützpfeiler unserer Volkswirtschaft schützt.

Auch wenn es um Vorschriften und Normen der EU geht, zeigt sich dieses Muster. Wir stehen aussen vor und überlassen den anderen europäischen Staaten die Festlegung von entscheidenden Massnahmen, welche die komplette kontinentale Wirtschaft beeinflussen, und müssen diese dann ohne Berücksichtigung unserer Anliegen aufgrund der bilateralen Verträge in unsere Bundesverfassung übernehmen.

Man sieht, dass unsere Neutralitätspolitik uns daran hindert, unsere Interessen in eine europäische Politik einzubringen, die uns schon längstens entscheidend beeinflusst! Wir werden davon Zeuge, dass die Alpenfestungen uns nicht vor der Macht eines nichteuropäischen Leviathans verteidigt, dass das Réduit uns nicht vor den Anliegen anderer europäischer Staaten schützt.

Nur eine Teilnahme an der Gestaltung des künftigen Europas ermöglicht das Einbringen eigener Interessen. Nur so können wir dafür sorgen, dass auch noch in hundert Jahren sich ein bedeutender Finanzplatz in den Alpen befindet, der unseren Sozialstaat am Leben hält.

Nur wenn wir akzeptieren, dass wir dazugehören und mitreden müssen, egal ob wir wollen oder nicht, können wir den ersten Schritt in Richtung einer Welt gehen, in der nichteuropäische Anmassungen an den Atlantikküsten abprallen wie Sturmfluten an den holländischen Deichen. In der wir mit den Deutschen und mit allen anderen Europäern auf gleicher Höhe disputieren können, ohne dass wir in einer überholten Isolierung zu allem genötigt werden.

Nur die Überwindung des Réduit-Gedankengutes lässt uns nicht nur den uns rechtmässig zustehenden Platz innerhalb Europas einnehmen, sondern ermöglicht auch die Abschaffung der einseitigen Wehrpflicht.

Wir Schweizer können uns nicht mehr länger im Réduit vor der Welt verstecken

Sonntag, 16. November 2008

"Imaging being a man"

Als ich dieses Wochenende durch das Internet stöberte, stiess ich auf einen sehr interessanten und äusserst lesenswerten Text, der dem Leser das stille Leiden von Männern in unserer Gesellschaft näher bringen soll. Das Original ist in Englisch geschrieben, aber ich habe versucht, eine möglichst gute Übersetzung zu schreiben. Ich kann allen nur wärmstens empfehlen, sich diesen Text zu Gemüte zu führen.

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"Stell dir vor wie es sein muss ein Mann in der heutigen Gesellschaft zu sein.

Ich will, dass jeder sich die Zeit nimmt darüber nachzudenken.

Wie ist es wohl ein kleiner Junge zu sein? Ein unschuldiges, liebes Kind ... so voller Liebe und Freude. Natürlich wird sich diese Liebe und Freude in Unsicherheit und Selbsthass auflösen, wenn du zur Schule gehst und unterschiedlich behandelt wirst, nur weil du ein Junge bist. Wenn von dir erwartet wird, dass du dich anders benimmst und die Mädchen besser behandelst, während diese die Erlaubnis haben, dich auf jede Art und Weise zu behandeln, wie sie es sich wünschen. Und du musst dies schlicht und einfach ertragen weil du ein Junge bist und sie Mädchen sind.

Stell dir vor ein Junge zu sein, dessen Vater - sein Held - zum Gehen gezwungen wird, weil die Mutter die Scheidung beantragt hat. Du weisst, dass dein Vater jene Person ist, der du am ähnlichsten bist, jene Person, die du nachzuahmen versuchst und später zu werden beabsichtigst ... jene Person, welche deine Mutter als ein Arschloch bezeichnet, durch das Telefon anschreit und hinter ihrem Rücken schreckliche Dinge erzählt.

Stell dir vor wie es sein muss diesen lieben, unschuldigen Jungen zu sein. Wie es sein muss, einem ständigen Strom von negativen Bildern und Beschreibungen von Männern ausgesetzt zu sein, wohlwissend, dass du später irgendwann auch ein Mann sein wirst.

Stell dir vor wie es sein muss, ein männlicher Teenager zu sein. Du gehst in die Mittelschule und an die Universität und alles was du hörst sind Vergewaltigungsstatistiken und dass Jungen und Männer gefährliche Raubtiere seien. Der Vater, den du bitter vermisst, wurde dir entfremdet über all die Jahre. Er versuchte unzählige Male mit dir in Kontakt zu treten, doch deine Mutter machte es so schwierig wie nur möglich und jetzt ist eure Beziehung im besten Fall angespannt und unangenehm.

Stell dir vor wie es sein muss ein junger Mann zu sein. Du hast Militärdienst geleistet. Du hast deine Pflicht getan und dientest mit Ehre. Du hast auf jene aufgepasst, die mit dir dienten, welche mit der Zeit zu deinen Brüdern wurden und welche in Särgen heimkehrten. Manchmal kannst du nachts nicht schlafen, weil jene schrecklichen Dinge, die du erleben musstest und die nun tief in der schlummern, ausbrechen und dich quälen. Wegen all deinen Anstrengungen hast du nun gesundheitliche Probleme, für die sich niemand interessiert. Du hörst, dass alles was dir und deinen Brüdern widerfahren ist, allein eure Schuld sei ... weil ihr Männer seid und es Männer sind, welche die Kriege beginnen.

Stell dir vor wie es sein muss ein Mann zu sein. Nun da du älter bist, hast du die Idee zu heiraten aufgegeben. Obwohl du jemanden gefunden hast, mit dem du dein Leben verbringen möchtest, traust du dich nicht. Denn du hast bemerkt, dass die Familiengerichte allesamt gegen dich sind und wenn die Ehe nicht funktionieren würde, würdest du alles verlieren. Du hast deinen Traum, eine eigene Familie mit Kindern zu gründen, aufgegeben, weil du nicht möchtest, dass dein Sohn das Gleiche durchmachen muss wie du selbst. Du bist kein Feigling, aber du hast dich entschlossen, die Freuden der Vaterschaft zu meiden, weil es einfacher ist, diese Freuden niemals zu kennen, als erleben zu müssen, wie einem diese gewaltsam entrissen werden. Für diese Gedanken und dem Trieb zur Selbsterhaltung wirst du von anderen als Verlierer und als ewiges Kind bezeichnet. Man vermutet, dass etwas mit dir falsch und nicht normal sei.

Oder du hast jene ganz spezielle Person gefunden und hast dich entschieden, dass es das Risiko wert ist. Ihr heiratet und ihr kriegt Kinder. Du hast hart gearbeitet um deinen Kindern nur das Beste zu ermöglichen. Du wolltest so viel Zeit wie möglich mit deiner Familie verbringen, doch die Arbeit hielt dich von deinen Liebsten fern. Du sagtest dir, dass es in Ordnung sei - ein Opfer, dass du zu bringen bereit warst um deine Familie zu versorgen. Du wolltest ihnen all jene Dinge geben, die sie wollten und brauchten ... und dann plötzlich eines Tages erzählt dir deine Frau, dass sie nicht glücklich ist, dass du zu viel arbeitest, immer weg seist und ihre emotionalen Bedürfnisse nicht befriedigst. Viel zu schnell sind die Scheidungspapiere unterschrieben und da du dich nicht wirklich um die Kindererziehung kümmern konntest, kriegst du vom Richter das Sorgerecht nicht, sondern darfst nur noch zahlen. Du kommst nun abends in eine leere Wohnung ohne Papi-Rufe oder dass du jemanden ins Bett bringen müsstest. Du siehst von nun an deine Kinder nur, wenn es dir deine Ex-Frau erlaubt und solange du sie nicht verärgerst.

Stell dir vor wie es sein muss ein Mann zu sein. Du läufst die Strasse runter und die Kinder meiden dich und die Frauen schauen dich argwöhnisch an. Obwohl die Wörter nicht ausgesprochen werden, kannst du die Anschuldigungen in ihren Gesichtern und Augen sehen ... Vergewaltiger! Pädophiler! Kindsmissbraucher! Du weisst, dass es nur eine einzige Anschuldigung braucht, ein paar Wörter und dein Leben ist ruiniert, schlicht und einfach, weil du ein Mann bist.

Stell dir vor wie es sein muss ein Mann zu sein."
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Ich fand das englische Original auf diesem Blog. Doch es ist nicht vom Autor jenes Blogs geschrieben worden, sondern von einer Frau mit dem Nick Kim, deren Blog "Equal but Different" sich auch um die Männerbelange und das doppelte Mass der Geschlechter in unserer Gesellschaft kümmert. Dort ist auch das Original ursprünglich zu finden.

Ich bin Frauen in der Männerbewegung gegenüber immer etwas skeptisch eingestellt. Dies war auch der Grund, warum ich bisher Blogs von solchen Frauen nicht in meiner Blogroll aufgenommen habe. Doch nach dieser Lektüre wurde ich eines besseren belehrt. Seitdem befindet sich Kims Blog "Equal but Different" in meiner Blogroll.

Der auf Ewigkeit an den Kaukasus gefesselte und leidende Prometheus, bestraft durch tägliches Herausreissen der ständig nachwachsenden Leber, weil er den Menschen das Feuer brachte.

... sinnbildlich für das Leiden der Männer ...

Sonntag, 28. September 2008

Recht vor Recht - verfassungsgemäss?

Bei der männerfeindlichen, einseitigen "allgemeinen" Wehrpflicht benutzen Juristen eine äusserst gefährliche und undemokratische Recht-vor-Recht-Konstruktion, um den Wehrzwang nur für Männer und die gesetzliche Heuchelei von Gleichberechtigung für alle in ein und derselben Verfassung aufnehmen zu können. Dies habe ich in meinem Blogeintrag "Sexistische Zwangsdienste" ausgiebig erläutert.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in der Schweiz und in Österreich bedient sich die Justiz dieser unheimlichen (und in ihren Möglichkeiten unbegrenzt totalitären) Mittel.

Nun wird diese Problematik auch in den Medien ausgiebig diskutiert!

Es geht wahrhaft vorwärts mit dem Anliegen der Männerbewegung, den sexistischen Dienstzwang abzuschaffen! So langsam wendet sich das Blatt. Die Medienpräsenz der Männerbewegung und des Maskulismus nehmen immer weiter zu. Wer weiss, wie weit wir erst in ein paar Jahren sein werden?

Donnerstag, 25. September 2008

Gewissensprüfung wird abgeschafft!

Nach langen Beratungen hat man sich im Nationalrat dazu entschieden, die Gewissensprüfung für den Zivildienst hier in der Schweiz abzuschaffen. Diese Prüfung wurde bisher jedem jungen Mann auferlegt, der sich weigerte, seinen Körper der Armee zu prostituieren und lieber Zivildienst leisten wollte.

Nun wird also wenigstens dies abgeschafft. Ein wichtiger Schritt in eine weniger männerfeindliche Richtung. Warum man nicht gleich die Wehrpflicht abgeschafft hat, frage ich mich da nur? Wenn man schon erkannt hat, dass die Gewissensprüfung nicht mehr zeitgemäss ist, wie kann man dann noch so blind sein, nicht zu erkennen, dass die "allgemeine" (dass ich nicht lache ...) Wehrpflicht genauso obsolet ist?

Belustigend auch die Bemerkung von unserer Bundesrätin für Wirtschaft Doris Leuthard auf den Vorschlag von Seiten der Armee, die Dauer des Zivildienstes vom ursprünglichen Faktor 1.5 auf 1.8 der regulären Armeedienstzeit zu erhöhen: Das sei diskriminierend, weil es verstosse gegen das Völkerrecht!

Die ganze Waffenpflicht und die Ausbeutung des Mannes als billiges Arbeitsmittel auf Kosten seiner Gesundheit und seiner Lebenszeit ist diskriminierend! Warum sieht das keiner dieser Bürokraten? Doch solange sich Männer bei uns immer noch für so etwas zur Verfügung zu stellen - sprich, sich willig als verbrauchbare Wegwerfressource der Gesellschaft benutzen zu lassen - solange wird sich an dieser Mentalität und Wahrnehmungsstörung nichts ändern.

Denn nicht nur die abstruse Idee der Verlängerung des Zivildienstes ist an sich diskriminierend. Sondern dass nur Männer für ihn verpflichtet werden, während Frauen nur eine zuckersüsse Einladung (!) zur Armee oder zum Zivildienst bekommen ...

Noch nie habe ich eine Frau gesehen, die aus Solidarität für all das gezwungene männliche Fleisch auch einmal den Dienst an der Waffe antreten würde. Doch von uns Männern wird die ganze Zeit Solidarität, Altruismus und Rücksicht verlangt, wenn es sich auch nur um die kleinsten Anliegen der Frauen handelt.

Wo ist da die Gleichberechtigung, wenn Männer zu Nummern werden???


Freitag, 19. September 2008

20 Minuten: Mehrheit will allgemeine Wehrpflicht abschaffen

Laut einer aktuellen Umfrage der 20 Minuten bin ich nicht der Einzige mit der Meinung, dass die allgemeine Wehrpflicht nicht mehr zeitgemäss ist. Obwohl erwähnt wird, dass Männer nach heutigem Recht zum Dienst an der Waffe gezwungen werden und Frauen freiwillig dienen dürfen, wird diese verachtenswerte Form von Männerdiskriminierung nicht explizit angeprangert. Stattdessen wird nun von einer Dienstpflicht geredet, welche die Wehrpflicht ersetzen soll.

Der junge Mann soll also fortan wählen können, ob er ein Jahr seines Lebens lang zum Reservebankmörder und Kanonenfutter ausgebildet wird oder ob er eineinhalb Jahre lang alten Omas den Arsch putzen darf, damit unser Gesundheitswesen Kosten sparen kann ...

Für mich klingt das nach der Wahl zwischen Pest und Cholera!

Belustigend ist auch die sogenannte Gewissensprüfung, welche dem Totalverweigerer von einer Kommission abverlangt wird, um sicher zu stellen, dass das potentielle Militäropfer auch wirklich Angst vor Gewalt oder überzeugter Pazifist oder was auch immer ihn vom Militärdienst abhält, ist.

Da weigert ihr euch völlig zu recht, euren Körper und euer Leben für eine sinnlose Sache herzugeben und müsst dann auch noch einen Psychotest über euch ergehen lassen ...

Wir brauchen eine kleine, professionelle Berufsarmee mit High-Tech-Ausrüstung und einer guten Ausbildung mit dem besten Personal, das man auf dem Markt kriegen kann. Denn eine Armee aus gezwungenem Fleisch, dass man nicht einmal richtig fundiert ausbilden und trainieren kann, weil die Zeit, das Geld und die Ausrüstung fehlt, wird im Ernstfall entweder gnadenlos aufgerieben oder nimmt die Beine unter die Arme und rennt.

Ausserdem würde eine professionelle Berufsarmee nicht ihre Soldaten in der Kander versaufen lassen oder den Rat von geübten Bergführern ignorieren und einen Bergaufstieg bei schlechten Bedingungen wagen ...

Wenn unsere beschauliche Alpenrepublik an den Iran oder an einem anderen Krisenherd DIREKT angrenzen würde, dann sähe die Situation anders aus, doch wir leben hier im Herzen Europas wie die Made im Speck! Deshalb sollte unsere Strategie nicht eine Milizarmee beinhalten, sondern die professionelle Zusammenarbeit mit der NATO und der Spezialisierung auf bestimmte Aspekte der Kriegsführung, wie zum Beispiel Minenräumen, Sanitätsdienste oder Kampf im Gebirge.

Das wäre produktiv, sinnvoll, billiger und vorallem: nicht männerfeindlich! Doch dafür müsste man jenseits von Rütliromantik und Reduitgelüsten denken können ...