Freitag, 28. August 2009

Jean-Jacques Rousseau und der Feminismus - erschütternde Gemeinsamkeiten

Heute wollen wir uns mit dem philosophischen Fundament des Feminismus beschäftigen. Bevor jetzt alle wegrennen und mich einen Langweiler nennen, kann ich euch versichern, dass die kommenden Einsichten nicht nur für unser Verständnis des Phänomens Feminismus wertvoll sind, sondern auch für das generelle politische Verständnis linker Ideologien.

Als rotes Band durch diesen ganzen Blogeintrag wird sich mein Postulat ziehen, dass die Ideen Rousseaus den Nährboden für die ideologischen Grundlagen des modernen Feminismus bereiteten. Ein Indiz dafür ist die Tatsache, dass man ihn, den grossen intellektuellen Wegbereiter der französischen Revolution (und all ihrer blutigen Auswüchse), als einen der Begründer des europäischen Sozialismus bezeichnet.

Im Kommenden werde ich biographische Merkmale und zentrale Gedankengänge dieses Mannes besprechen und ihren Zusammenhang mit bestimmten Aspekten des Feminismus darstellen. Doch zunächst fasse ich sein Leben und seine Philosophie in einigen Sätzen zusammen.

Biographie und Philosophie von Jean-Jacques Rousseau


Als gebürtiger westschweizerischer Calvinist lebte er im 18. Jahrhundert und verstarb kurz vor der französischen Revolution, welche massgeblich von seinen Gedanken beeinflusst wurde (Robespierre, einer der Revolutionsführer, war einer seiner grossen Bewunderer). Berühmt sind von ihm die philosophischen Konzepte des edlen Wilden und des sogenannten Gemeinwillens ('volonté générale'). Im ersteren wird seine Kritik an der Zivilisation erkennbar, welche er für die Verfälschung des guten, menschlichen Naturzustandes (= edler Wilder) zum Bösen hin verantwortlich macht. Im letzeren wird ein absolut geltender Gesellschaftsvertrag beschrieben, dem sich alle Individuen unterwerfen müssen und der auf das Volkswohl ausgerichtet ist.

Stark von Frauen geprägt und beeinflusst (erster Abschnitt), zog er Zeit seines Lebens Gefühle und Instinkte dem Intellekt und der Vernunft vor. Moral und Dekadenz waren für ihn wichtige Themen, auch die Frage nach der richtigen Erziehung (siehe den Bildungsroman Émile) und inwiefern die Gesellschaft und das Privateigentum Menschen behindern und verderben.

Rousseaus Lebenslauf und der Feminismus


Rousseau zeugte mit seiner Frau Thérèse fünf Kinder, welche er alle in Findelhäuser abschob (Ende erstes Drittel) und die dort unter elendigsten Umständen starben. Zwar wird häufig zu seinem Schutze angeführt, dass seine materielle Situation Kinder nicht zuliess, doch diese Situation ist einerseits selbstverschuldet und andererseits spätestens nachdem Rousseaus Ideen in Europa berühmt wurden und sich sein Wohlstand massiv verbesserte, nicht mehr gegeben. Und das war um das dritte Kind herum.

Darauf angesprochen, gab Rousseau immer zum Besten, dass er sich seine intellektuelle Arbeit nicht durch Kinder verderben lassen wollte. Selbstverwirklichung über alles. Das kennen wir doch schon von irgendwo her.

Jahrhunderte später werden Feministinnen ähnlich argumentieren und verlangen, dass Kinder in Kinderkrippen abgeschoben werden sollen, damit sich Frauen ums Verrecken selber verwirklichen können.

Auffallend ist auch die Tatsache, dass er eine Liebesbeziehung mit einer dreizehn Jahre älteren Dame namens Francois-Louise de Warens, die er Mama nannte. Hier begründete er wohl die ödipale Psychologie des Lila Pudels, indem er zu seiner Mätresse und Förderin ein Mutter-Kind-Verhältnis mit sexuellen Untertönen aufbaute. Analog zum heutigen Pudel und der Feministin liess auch de Warens ihr Schosshündchen fallen, nachdem er ihr nicht mehr spannend genug wahr.

Zeit seines Lebens sah sich Rousseau als Opfer von allen und allem. Jan Fleischhauer, der Autor des Buches "Unter Linken" schreibt dazu, als er Rousseaus verächtlichen Umgang mit seinen eigenen Kindern aufzeigt: "[...] mit Bravour gab er das Opfer widriger Umstände, den unschuldig in Schwierigkeiten Geratenen, dessen Misere Verständnis, nicht Zurechtweisung verlangt."

Er würde durch dieses larmoyante Verhalten eines der mächtigsten Werkzeuge seiner künftigen Schwestern im Geiste begründen. Nämlich der perpetuierte Opferkult, welcher auch nicht aufhört, wenn die Opfer schon längstens den Ton in der Gesellschaft angeben und schon längstens andere durch ihre Dominanz zu leiden haben.

Dazu passt auch gut, dass Rousseau ein Leben lang von Moral und Sitte schwafelte und bei anderen die Dekadenz und den ethischen Verfall am Fliessband diagnostizierte. Gerade er, das grosse Sensibelchen, welches sich von anderen ständig übers Ohr gehauen fühlte und regelrechter Verfolgungswahn (Anfang zweites Drittel) entwickelte, und seine eigenen Kinder in den Tod schickte, spielte den grossen Moralapostel des 18. Jahrhunderts.

Dieses scheinheilige Doppelmass der eigenen Moral, welche für alle anderen knallhart zu gelten habe, jedoch nicht für die eigenen Interessen, ist eine Wesenart, welche auch der Feminismus aufweist. Die negativen Aspekte der Gleichberechtigung sollen nicht für Frauen gelten, sondern nur für Männer. Die positiven Aspekte sollen nur den Frauen zu gute kommen, jedoch niemals den Männern.

Fast schon eher lächerlich wirkt da noch einer von Rousseaus persönlichen Ticks. So verkleidete er sich regelmässig als Armenier und provozierte damit seine Zeitgenossen. Auch Feministinnen würden nach ihm alles daran setzen um die Gesellschaft mit ihrem Auftreten und ihrer Erscheinung zu provozieren.

Schon alleine in seinem Lebenslauf erkennen wir mehrere Parallelen im Verhalten von Rousseau und dem Benehmen der heutigen vom Feminismus Bewegten. Dazu gehören ein elendes Doppelmass bei der Moral, ein unterwürfiges Verhältnis zu Frauen, der ewige Opferstatus und eine krankhafte, egomanische Sucht nach Selbstverwirklichung auf Kosten der eigenen Kinder.

Rousseaus Philosophie und der Feminismus

Erst jetzt wenden wir uns seiner Philosophie zu und auch hier werden wir Gemeinsamkeiten mit dem Feminismus finden, welche uns verstören werden.

Rousseau war der Meinung, dass vorallem das soziale Umfeld und weniger die biologischen Eigenheiten eines Individuums den Menschen zurückhalten würden. Dies mag im Umfeld der absolutistischen, französischen Gesellschaft vor der Revolution durchaus zutreffen, dass vorallem eine repressive Sozialstruktur die Leute zurückhielt.

Doch die Feministinnen würden nicht mit der Zeit mitgehen und die Verhältnisse der Moderne berücksichtigen, wenn sie mit ihrer Genderlehre begannen und behaupteten, dass auch heute nur das soziale Umfeld und somit auch die Erziehung uns prägt und nichts anderes. Von dem her ist die Genderlehre eine extreme Steigerung Rousseau'scher Ideen.

Auch das Konzept des Gemeinwillens, bei dem einige wenige "Erleuchtete" zum Wohle der Gesellschaft die Führung übernehmen, erinnert doch stark an den messianischen Heilsgedanken, welche der Feminismus seinen Jüngerinnen und dem restlichen Volk immer so anmassend auftischt. Man lese dazu nur das SPD-Reglement mit dem entlarvenden Satz "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden".

Rousseau war auch einer der Ersten, welcher die (natürliche) Ungleichheit des Menschen als Problem wahrnahm, welche durch Erziehung und durch den Gemeinwillen zu beseitigen wäre. Sein utopischen Ideal war eine Gesellschaft in der alle Menschen gleich sind. Nicht gleichwertig, sondern gleich.

Von diesem Standpunkt aus ist der Sprung zur feministischen Gleichstellung auf andermanns Kosten nicht mehr weit.

Die Feministinnen bilden sich viel ein auf ihre Matriarchats- und Amazonenphantasien, welche von einer altvorderen, gynozentrischen Gesellschaft sprechen, die sich um die Mütter dreht und in der es keine böse männliche Vorherrschaft (Androzentrismus) gäbe. Die Sehnsucht nach einem naturgebundenen Urzustand, in dem man ohne moderne Medizin und Segnungen der Technik angeblich sein Leben in Glück und Unbeschwertheit leben könne, geht auf das Rousseau'sche Konzept des edlen Wilden zurück.

Auch er hielt Fortschrittsfeindlichkeit und Anarchie in Form einer atavistischen und unzivilisierten Daseinsform für etwas Erstrebenswertes. Auch die Feministinnen würden die moderne Gesellschaft und Zivilisation als androzentrisch und patriarchal verschreien und sie somit in all ihren Facetten ablehnen.

Von dem Standpunkt ist es auch nicht verwunderlich, dass Rousseau eine Aversion gegenüber dem Privateigentum - der Grundlage einer jeden prosperierenden Gesellschaft - hegte, welche mit den altkommunistischen Allüren vieler Feministinnen konform geht. Nicht wenige Feminismusjüngerinnen sehen sich politisch am linken Rand oder sympathisierten früher mit den Kommunisten.

Deshalb wird innerhalb der Männerbewegung manchmal vom Lesbostalinismus oder "marxist feminism" gesprochen, um diese Wurzeln zu betonen. Nun wissen wir, in welchem philosophischen Boden sich diese Wurzeln eingruben.

Fast schon infantil wirkt die Bevorzugung des Gefühls gegenüber der Vernunft. Wir erkennen diese Zeichen für mentale Unreife auch bei den Feministinnen und ihrer Kritik an der "männlichen Logik" und wie diese die "emotional intelligenten" Frauen behindere.

Rousseaus philosophische Ideen mündeten im zwanzigsten Jahrhundert in die feministische Ideologie. Sei dies durch eine extreme Steigerung und Übertreibung ursprünglicher Konzepte oder durch eine rücksichtslose Weiterspinnung erster Ansätze.

Schlussfolgerung

Wir haben nun gesehen, dass der Lebenslauf Rousseaus viele erschreckende Gemeinsamkeiten mit dem Auftreten der Feministinnen hat und das seine Ideen zum Einen eins zu eins von ihnen übernommen und zum anderen zu feministischen Sichtweisen weiterentwickelt wurden. Man kann Rousseau nicht für den Feminismus verantwortlich machen, genauso wie man Karl Marx nicht für die Exzesse die Schuld geben kann, zu denen seine Ideen im zwanzigsten Jahrhundert führten.

Aber es ist dennoch erstaunlich, wie alt und teilweise plump scheinbar moderne feministische Forderungen im historischen Kontext betrachtet daher kommen. All die Dinge, mit denen wir uns heutzutage abplagen - der perpetuierte Opferkult, die Überemotionalisierung der Gesellschaft und totalitäre Umerziehungsversuche - entwickelten sich aus Ideen, die im damaligen historischen Kontext durchaus Sinn ergaben, doch durch den modernen Menschen bis ins Unendliche pervertiert wurden.

Wahrscheinlich ist diese Erkenntnis auch auf die alte Rollenverteilung anzuwenden. Sie ergab und ergibt nur im richtigen Kontext Sinn. Wenn die äusserlichen Sachzwänge, die eine Gesellschaft zu so einer Striktheit zwingen, wegfallen oder sich entschärfen (z.B. durch Verhütung, Abtreibung, sinkende Kindersterblichkeit, bessere Landwirtschaft), dann werden auch die entsprechenden Anpassungsversuche der Menschen an diese Umstände obsolet.

Dies kann jedoch nicht als Beweis für die heutige Nutzlosigkeit der alten Rollenverteilung angeführt werden, denn gewisse Sachzwänge, die den Menschen prägen (z.B. nur Frauen können Kinder kriegen), können durch konventionellen ("normalen, ethisch nicht verwerflichen") Fortschritt nicht beseitigt werden.

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Wenn es um die Diskussion von Philosophen geht, darf natürlich nicht der berühmte Sketch von Monty Python fehlen, in dem deutsche Philosophen gegen griechische Philosophen Fussball spielen.


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Kommentare:

anonym hat gesagt…

Hallo,
du solltest unbedingt auf die Homosexuellenbewegung, Derrida, Foucault, verschiedene Agenden der Zerstörung der heterosexuellen Matrix, der Familie, der Schaffung des Einheitsmenschen, Bevölkerungsreduktion, Sexualisierung der Jugend etc. etc. eingehen.
Auch die Auswirkungen müssen erwähnt werden, der bevorstehende Kampf mit den Naturwissenschaften usw.

Anonym hat gesagt…

hallo, wo hast du die ganze information her? Hatte nie davon gehört.