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Mittwoch, 30. Mai 2012

Noch mehr Spass mit Geschlechterhierarchisten

Aus einer gerade laufenden Diskussion mit einem weiteren Geschlechterhierarchisten: 

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» Lieber Manifold, ich versuche deinen Standpunkt zu verstehen. Versuchst es
» umgekehrt auch?

Das Problem wird nicht bei mir liegen, glaub' mir.

» Ein entscheidendes Problem scheint mir darin zu liegen, daß du den
» Begriff "Gleichberechtigung" übermäßig strapazierst. Du lädst ihn mit
» Bedeutungen auf, die ihn geradezu zu einer magischen Formel, zum Teil einer
» Heilslehre machen. Gleichzeitig machst du ihn damit zu einem Reizwort.

Ist das bei deinem Geschlechterhierarchismus mit seiner vermeintlich "natürlichen Hierarchie" nicht genauso?

Du kommst hier regelmässig im Forum vorbei geschneit und verbreitest deine Heilslehren, bis du wieder hinausfliegst. In sämtlichen Foren der Männerrechtsbewegung wurdest du schon gesperrt - du weisst selber am besten warum.

» Wir alle sind in vielfältiger Weise ungleichberechtigt. Ich z.B. bin
» berechtigt, einen Lastwagen mit Anhänger zu fahren. Du bist vielleicht
» berechtigt, eine Straßenbahn zu fahren. Ich bin wahlberechtigt, mein
» minderjähriger Sohn ist es nicht. Ich darf auf die Herrentoilette, eine
» Frau darf es nicht. Und so weiter.
» Ebenso konstituieren die verschiedenen Berechtigungen jeweils eine
» Hierarchie. Das ersieht man schon angesichts der Führerschein-Klassen.
» Sie erzeugen eine hierarchisch gestufte Klassengesellschaft.

Du vertrittst den Standpunkt, dass Gruppen (die Frauen z.B.) a priori von der Erarbeitung von Rechten ausgeschlossen werden sollen. Sie sollen also nie die Chance haben, sich das Wahlrecht oder einen Führerschein zu verdienen. Das ist etwas völlig anderes, als wenn Männer und Frauen beiden erlaubt wird, sich ein Recht zu erarbeiten - und dieses Recht dann schlussendlich nicht alle haben.

Diese von dir angesprochene Hierarchie ist somit im Grunde genommen keine - denn nichts hält die Nichtbesitzenden eines Rechtes davon ab, sich das gleiche Recht durch die Ableistung gleicher Pflichten zu verdienen. Denn sie werden nicht alleine wegen Gruppenzugehörigkeit vom Erwerb eines Rechts ausgeschlossen.

Offensichtlich verstehst du den Begriff "Gleichberechtigung" genauso wie die Feministen - nur weil man im gleichen Masse zu etwas berechtigt ist, heisst das noch lange nicht, das man es im gleichen Masse auch besitzen muss. Menschen sind also nicht "ungleichberechtigt", wenn sie nicht überall genau die gleichen Rechte aufweisen, sondern wenn sie a priori vom Erwerb bestimmter Rechte allein aufgrund von Gruppenzugehörigkeit ausgeschlossen werden.

Eine hierarchisch gestufte Klassengesellschaft würde dann existieren, wenn Menschen aufgrund von Klassenzugehörigkeit von vornherein vom Erwerb bestimmter Rechte ausgeschlossen werden würden. Dies wäre unter der wahren Gleichberechtigung gerade nicht der Fall, wie bereits ausgeführt. Es ist also unsinnig, die sich frei ausbildende Verteilung von Rechten ohne Gruppeneinschränkung als Argument für einen starren Geschlechterhierarchismus nach Gruppenzugehörigkeit zu verwenden.

Man rechtfertigt das gleichmacherische Prokrustesbett ja schliesslich auch nicht damit, dass die Menschen von Natur aus verschieden gross sind.

» Nun greifst du zum Hilfsmittel der Begriffs-Umdeutung, indem du die
» Spezifizierung "wahre Gleichberechtigung" einführst. Damit
» qualifizierst du alle diejenigen, die deinen Standpunkt nicht teilen, also
» die Andersdenkenden, indirekt als solche, die an der Wahrheit nicht
» teilhaben, als Verfälscher, wenn nicht sogar als Unwahrhaftige.

Der Begriff "wahre Gleichberechtigung" oder "echte Gleichberechtigung" (IGAF Schweiz) oder auch "wirkliche Gleichberechtigung", wie ihn Savvakis schon seit Jahren benutzt, ist eine Abgrenzung zum falschen Verständnis von Gleichberechtigung im Feminismus - denn dieser versteht unter Gleichberechtigung, dass Gerechtigkeit nur dann existiere, wenn Männer und Frauen in allem gleich sind und deshalb faktisch gleichgestellt werden müssten.

Doch logischerweise ist Gleichstellung und Gleichheit nicht mit dem Wort Gleichberechtigung vereinbar, da Gleichstellungsmassnahmen und Umverteilung von Männern zu Frauen und umgekehrt die Menschen jeweils UNgleich berechtigt: Siehe dazu Frauenquoten, Frauenförderung, Frauenparkplätze, welche Männer von vornherein vom Erwerb eines Rechtes ausschliessen oder stark behindern, alleine aufgrund von Gruppenzugehörigkeit - Männer sind also nicht mehr gleichberechtigt darin, sich ein gleiches Recht zu gleichen Pflichten zu erwerben, wie Frauen. Genauso wie dein Geschlechterhierarchismus, versucht auch der Feminismus Rechte aufgrund von Gruppenzugehörigkeit und anhand einer künstlichen Bewertungshierarchie (Frau besser, Mann schlechter) umzuverteilen.

Deshalb bezeichne ich deine Position als einen umgekehrten Feminismus.

In diesem Sinne verwendet Savvakis das Wort "wirkliche Gleichberechtigung", um aufzuzeigen, dass er sich nicht diesem falschen, feministischen Verständnis von Gleichberechtigung bedient. In dem Sinne ist es tatsächlich eine Absage an die Verfälscher und Unwahrhaftigen, indem es aufzeigt, dass ein Maskulist die feministische Deutungsmacht vollständig abgeschüttelt hat und ein neues, ein besseres Verständnis von Gleichberechtigung vertritt.

» Ferner bedienst du dich eines argumentativen Kurzschlusses:
» Denn wer wahre Gleichberechtigung und den dieser zugrunde liegenden,
» christlich begründeten, ethisch-moralisch gleichen Wert der Geschlechter
» zu Gunsten einer allein meritokratisch basierten Menschenbewertung ablehnt,
» etabliert eine den faschistischen und nationalsozialistischen Ideologien
» innewohnende, künstliche Wertigkeitshierarchie unter den Menschen - mit
» den uns allen bekannten Konsequenzen der Unterjochung, Ausgrenzung,
» Verfolgung, Massenmorde und Vernichtungslager.

» Du packst damit etwas in mein Modell hinein, das nicht meinem Denken
» entspringt, und erwartest von mir, daß ich mich davon nun distanziere -
» so, als sei es von mir selbst.
» Diese "künstliche Wertigkeitshierarchie", die den Nazi- u.a. Ideologien
» angeblich innewohnt, kenne ich nicht. Es mag sie geben, aber ich operiere
» nicht damit, zumindest nicht bewußt. Falls ich es unbewußt tue, so weise
» das bitte anhand meiner Aussagen nach! Es genügt nicht, das pauschal und
» implizit zu unterstellen. Du schiebst dein eigenes Weltbild in meines
» hinein. Das hat fast etwas Paranoides.
» Eine moralische Gleichwertigkeit von Männer, Frauen und Kindern - im
» Sinne einer natürlichen Gegebenheit - erkenne ich nicht an.

Wer die natürliche, ethische Gleichwertigkeit aller Menschen ablehnt, propagiert konsequenterweise eine künstliche Wertigkeitshierarchie. Doch alle Menschen werden frei mit einer rationalen Seele geboren, wie es das Christentum lehrt, und besitzen somit einen intrinsischen, gleich grossen Wert, was sich historisch im Westen im Gedanken der Grundrechte und der Menschenrechte manifestiert hat.

Totalitäre Ideologien wie der Nationalsozialismus leugnen diese natürliche, intrinsische, ethische Gleichwertigkeit und postulieren, dass gewisse Menschen a priori mehr wert seien als andere. Sie konstruieren also eine künstliche Wertigkeitshierarchie, die so in der Natur nicht existiert. Die Folgen sind bekannt und beinhalten unausweichlich die Degradierung und Drangsalierung der entwerteten Bevölkerungsteile (gerade im Bezug auf Mann und Frau ist dies ganz besonders Unsinn, denn in diesem binären System der gegenseitigen Abhängigkeit und wechselseitigen Komplementarität kann es logischerweise keine natürliche Hierarchie oder Höherwertigkeit eines Elements geben - wie auch?).

Dein Geschlechterhierarchismus verfährt genauso, denn nicht nur stellt er den Mann von vornherein als das wertvollere Geschlecht dar, sondern er leugnet genauso wie der Nationalsozialismus den intrinsisch gleich grossen, ethischen Wert aller Menschen:

"Eine moralische Gleichwertigkeit von Männer, Frauen und Kindern - im Sinne einer natürlichen Gegebenheit - erkenne ich nicht an."

Dies manifestiert sich auch in der Tatsache, dass du Frauen als Tiere bezeichnest und dies auch noch explizit verteidigt hast:

"Frauen sind Tiere. Viele Frauen unterstreichen diesen Eindruck ja noch dadurch, daß sie, die nötigen Mittel vorausgesetzt, einen Nerzmantel tragen, oder, auf etwas tieferem Niveau, sich z.B. "Hasilein" nennen lassen."

Und ihnen sogar das Menschsein absprichst:

"Nehmt den Menschen ernst, und die Frau wird an die Stelle gerückt, die ihr zusteht."

Auch die Braunlinken haben Juden und andere "Untermenschen" als Tiere dargestellt, ihnen ihr Menschsein abgesprochen und sind dann anschliessend entsprechend mit ihnen verfahren. Zuerst haben sie ihnen Rechte weggenommen und sie so ihrer Meinung nach "an die ihnen zustehende Stelle gerückt" - anschliessend das Leben. Das sind die Konsequenzen, wenn man die Wertigkeit einer Person allein an ihrer Gruppenzugehörigkeit und Leistungsfähigkeit bindet und dabei den intrinsisch gleich grossen Wert aller Menschen leugnet.

Dies ist auch schlichtweg unvernünftig und kurzsichtig gedacht, denn jeder Mensch wird früher oder später entweder arbeitsunfähig, krank oder sonst wie in seinem meritokratischen Wert eingeschränkt sein. Nur schon aus purem Eigennutz ist es also sinnvoll, auf einen natürlichen, intrinsischen und von der Leistungsfähigkeit unabhängigen Wert aller Menschen zu bestehen - nur schon, damit man selber als alter, kranker Mann nicht auf die Strasse geworfen, sondern gepflegt und behandelt wird.

Die weltanschaulichen Parallelen zwischen dem nationalsozialistischen und deinem Weltbild sind deutlich sichtbar und nicht zu leugnen. Hier wird also deiner Position nicht etwa etwas unterstellt, sondern es wird lediglich wiedergegeben, was du selber schreibst und seit Jahren vertrittst.

» Ich kämpfe auch nicht gegen Männerdiskriminierung. Indem du das
» unterstellst, zeigst du, daß du dich nicht wirklich auf meinen Standpunkt
» bzw. auf das traditionalistische Modell eingelassen hast. Die
» Männerrechtsbewegung ist in meinen Augen Humbug und zurecht ein Gegenstand
» des weiblichen Spotts.

Das ist tatsächlich ein grosses Problem.

Denn schlussendlich macht dies deutlich, dass der Traditionalismus und mit ihm dein Geschlechterhierarchismus nichts in einer Bewegung verloren haben, welche sich gegen Männerdiskriminierung wehrt. In Tat und Wahrheit liegt euch gar nichts an freien Männern, die ihr feministisches Joch abgeworfen haben, denn sie sollen gefälligst wieder das traditionalistische Joch schultern. Vielmehr versuchen Leute wie du, das Unglück von Männern für ihre eigenen ideologischen Absichten auszunutzen und somit die Männerrechtsbewegung zu missbrauchen.

Man kann da nur dankbar sein, wie offen du dies vor den hier versammelten Männerrechtlern, Maskulisten und Antifeministen sagst. Nun wissen sie, was Deinesgleichen von ihnen und ihrer tagtäglichen Schweissarbeit denken. Die Geschlechterhierarchisten Bero und Flint haben sich ja in diesem Forum schon ähnlich geäussert.

Das erleichtert meine Arbeit enorm.

» deswegen interessiert sich auch kein einziger bekannter,
» erzkonservativer Fundamentalist für Männerdiskriminierung, im
» Gegenteil,

» Das ist doch klar: Diese "Fundamentalisten" leben noch im
» prä-feministischen Zeitalter. Sie sind konservativ in dem Sinne, daß sie
» unbeweglich sind; nicht in dem Sinne, daß sie das Bleibende in die Zukunft
» retten wollen.

Das ist aber eben gerade NICHT konservativ. Denn konservativ heisst, das Wesentliche zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln. Du beschreibst hier lediglich in der Vergangenheit gefangene Reaktionäre.

» Es ließe sich noch viel darüber diskutieren. Voraussetzung für eine
» sinnvolle Diskussion wäre aber, daß du aufhörst, deine Vorurteile in
» andere Standpunkte hineinzutragen und diese damit so umzuformen, daß ihr
» jeweiliger Inhaber sich darin nicht mehr wiedererkennt. Die kritische
» Reflexion deines Feindbildes ist eine Arbeit, die du zuerst selber leisten
» mußt!

Wie oben ausgeführt, gebe ich lediglich das wieder, was du und Deinesgleichen selber seit Jahren vertreten. Bist du denn fähig, dein eigenes Feindbild, die wahre Gleichberechtigung, kritisch zu reflektieren?

Oder verlangst du dies nur von anderen?

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Dienstag, 29. Mai 2012

Vernunft, Moral und kulturelle Loyalität sprechen zu Gunsten der wahren Gleichberechtigung

Zwar schon etwas älter, aber noch aktuell ist diese Antwort auf einen Geschlechterhierarchisten, im Rahmen einer Auseinandersetzung um den Begriff "Gleichberechtigung" im alten, gelben Forum, welcher lieber den heutigen Feminismus weiterleben lassen würde ("Eher nehme ich noch die heutige Weiberprivilegierung in Kauf"), als den Maskulismus mit seiner wahren Gleichberechtigung siegen sehen zu müssen. 

Um die Antwort gut nachvollziehen zu können, schlage ich vor, erst den Text des Geschlechterhierarchisten zu lesen. 

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Hier geht es nicht um die Interaktion zwischen Mann und Frau, sondern darum, wie Männer und Frauen durch das Gesetz behandelt werden. Noch geht es darum, die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau zu leugnen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie wann und wo zu handeln haben - maskulistische Gleichberechtigung ist kein Traditionalismus, welcher jeden Aspekt des Lebens zwangsreguliert.

Was wir wollen, kann allein kein Argument gegen wahre Gleichberechtigung sein - eigentlich wollen wir auch keine Fahrprüfung für unseren Führerschein ablegen, sondern müssen es, weil es die Vernunft gebietet. Genauso ist es mit maskulistischer Gleichberechtigung - die Vernunft gebietet es, dass man allen Menschen, da sie von Gott eine rationale Seele erhielten und frei geboren wurden, die Möglichkeit lässt, ungebunden zu entscheiden, welche Rechte sie durch Ableistung von daran gebundenden Pflichten erarbeiten. Unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Nationalität.

Manche mögen sich in ihrer traditionalistischen Selbstherrlichkeit damit abfinden können, Frauen auf ihre vermeintlich "natürliche Rolle" mit Herd und Kinderzeugung zu beschränken - doch du würdest gar schrecklich heulen, wenn man dich als Mann auf körperliche Schwerstarbeit und Spermaproduktion reduzieren würde - warum? - weil du darin zu Recht eine Verschwendung all deiner restlichen Talente und Fähigkeiten erblicken würdest, die du dem Gemeinwohl angedeihen lassen könntest.

Die von dir falsch verstandene Natürlichkeit des Geschlechts taugt also nicht als Vorgabe zum Entwurf von Gesetzen, so wie du es andeutest. Denn sie zwingt jeweils beide Geschlechter in ein einengendes, gleichmacherisches Prokrustesbett, welches Freiheit, Eigenverantwortung und Individualität erstickt - genau das, was du zurecht dem Feminismus und zu Unrecht der wahren Gleichberechtigung vorwirfst.

Denn die wahre Gleichberechtigung erlaubt uns die Problematik der prokrustinischen Umerziehung und entindividualisierenden Rolleneinzwängung, welche omnipräsent im feministischen Verständnis von "Gleichberechtigung" und in der traditionellen Rollenverteilung für Mann und Frau sind, elegant zu umgehen. Denn indem wir die feministisch angestrebte Ergebnisgleichheit fallen lassen und lediglich jedem Mann und jeder Frau die Möglichkeit lassen, selber zu entscheiden, welche meritokratischen Rechte sie sich erarbeiten, ist jeder selber für seinen Erfolg erforderlich - und nicht mehr das böse "Patriarchat" oder eine vermeintlich exklusive Überlegenheit, welche jeweils durch staatliche Umerziehung im Feminismus erdrosselt und niedergekämpft und im Traditionalismus aufrechterhalten und eifersüchtig bewacht werden müssen.

Im Feminismus genauso wie in deinem Traditionalismus muss also der Staat über die Einhaltung der jeweiligen Prokrustes-Ordnung wachen. Denn ist es nicht auch staatlich erzwungene Umerziehung, wenn man Frauen vor lauter Angst nahezu alle natürlichen Rechte und Möglichkeiten eines frei geborenen Individuums wegnehmen muss, nur um sie in einem traditionalistischen Menschenbild hineinzwängen zu können? Dein naturwidriges Weltbild bedeutet also genauso verachtenswerte Umerziehung wie der gegenwärtige Feminismus.

Der Maskulismus hingegen braucht jedoch keine neuen Menschen, im Gegensatz zum Feminismus und zu deinem Traditionalismus - denn die Menschen werden im Maskulismus nicht in vorgegebene Vorstellungen von Geschlechtlichkeiten und Rollen eingezwungen, sondern entscheiden selbständig.

Es ist auch passend, dass du den kulturellen Zerfall des heutigen Westens ansprichst und mit dem Untergang des alten Rom assoziierst. Doch die Quelle allen Zerfalls liegt heutzutage nicht daran, dass deine traditionalistische Prokrustesbetter und Umerziehungsvorgaben im Staat fehlen, sondern dass in unserer heutigen, quasirömischen Dekadenz Rechte nicht mehr an Pflichten gebunden, sondern fast schon herausgeschleudert werden. Und gerade da setzt der Maskulismus an - gleiche Rechte nur durch gleiche Pflichten! Welches vernünftigere Mittel gegen kulturzersetzenden Hedonismus gibt es also, als ein konsequenter Maskulismus?

Durch die Vernunft, durch die Moral und durch die Hingabe zur europäisch-westlichen Kultur betrachtet ist also der Maskulismus und mit ihm die wahre Gleichberechtigung in allen relevanten Punkten dem feministischen und dem traditionalistischen Weltbildern überlegen.

Aber an jemanden wie dich, welcher offen zugibt, dass er lieber die verabscheuungswürdige, feministische Frauenprivilegierung auf Kosten von Männern und der Gesellschaft als Ganzes in Kauf nimmt und Pol Pot allen Ernstes als "guten Menschen" betrachtet, ist eine Ermahnung zur Vernunft, Moral und kulturellen Loyalität wohl verschwendet.

Nicht, dass ich von einem Traditionalisten mehr erwartet hätte - euer weisses Rittertum in den letzten 200 Jahren war schliesslich die entscheidende konservative Komponente, welche zusammen mit anderen Elementen den Erfolg des Feminismus erst möglich machte.

Du verstehst nun sicherlich, weshalb ich dein Weltbild zutiefst verachte.

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Donnerstag, 19. April 2012

"Das Weib schweige in der Gemeinde" - ein haltloses Hierarchisten-Sprüchlein


“Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen unter der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern sollen untertan sein, wie auch das Gesetz saget. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es stehet den Weibern übel an, unter der Gemeinde reden.”

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass dieses geflügelte Hierarchisten-Sprüchlein tatsächlich von Apostel Paulus selber stammt. Viel wahrscheinlicher ist es, dass dieser Spruch erst später nachträglich eingefügt wurde.

Dies aus mehreren Gründen:

1) Es widerspricht dem Rest der Paulusbriefe, welche klar belegen, dass Paulus nicht nur mit predigenden Frauen und Frauen als Diakoninnen zusammengearbeitet hat, sondern deren Hilfe entscheidend für sein eigenes Überleben war und er deren Arbeit zustimmend lobte (siehe dazu Römer 16:1-15; 1 Tim. 3:11).

Der katholische Kirchenvater Origenes bestätigte im 4. Jahrhundert, dass Frauen in der christlichen Frühgemeinde Ämter mit Autorität inne hatten (Gryson 1976:134), was einem angeblichen Sprachverbot völlig widerspricht.

Folgerichtig schreibt der Theologe Wayne Meeks:

"Women ... are Paul's fellow workers as evangelists and teachers. Both in terms of their position in the larger society and in terms of their participation in the Christian communities ..." (Rodney Stark: "The Rise of Christianity", S. 109)

2) Und Paulus schrieb:

„Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“

Dies passt nicht zu eurem "Paulus", welcher den Frauen angeblich das elementare Recht zu sprechen verbieten möchte.

3) Jesus Christus hat Zeit seines Lebens niemals den Frauen das Gebot auferlegt, dass sie gefälligst schweigen sollen, vielmehr wählte er Frauen aus, seine Wiederauferstehung zu verkünden und den anfänglich ungläubigen Jüngern zu übermitteln. So eine entscheidende Aufgabe überlässt man nicht Leuten, die zum Schweigen verurteilt wurden.

In diesem Geiste des Evangeliums erlaubten deshalb die Quäker folgerichtig schon im 17. Jahrhundert den Frauen genau die gleichen Teilnahmerechte in der Glaubensgemeinde wie den Männern - was schliesslich sogar zum ersten modernen, vom Quäker Joseph Cooper vorangetriebene Frauenwahlrecht führte (S.74).

Eine zusammenfassende Darstellung des Disputs und somit die Schlussfolgerung, dass diese Phrase wahrscheinlich nicht von Apostel Paulus stammt und dass deren Gültigkeit somit umstritten ist, findet man mit fundierten, externen Quellen belegt hier auf Wikipedia.

Rodney Stark schreibt in seinem Buch "The Rise of Christianity" auf Seite 109 zu diesem Thema:

"Nevertheless, there is virtual consensus among historians of the early church as well as biblical scholoars that women held positions of honor and authority within early Christianity (Frend 1984; Gryson 1976; Cadoux 1925)."

Sein Weltbild auf Phrasen zu bauen, welche unter dem Verdacht stehen, von Unbekannten nachträglich eingefügt worden zu sein und welche den grundlegenden Geist des Evangeliums und auch zahllosen Aussagen des Paulus widersprechen, ist wenig überzeugend für andere und zeugt nur von einer zwanghaften Realitätsverweigerung.

Generell sind die hierarchistischen Bibelzitate im Vergleich zu jenen, welche die Gleichwertigkeit der Menschen propagieren, stark in der Minderheit. Ich zitiere dazu den amerikanischen Theologen John Ortberg:

"Und die Mehrheit der biblischen Aussagen stellt eindeutig klar, dass Männer und Frauen gemeinsam nach Gottes Ebenbild geschaffen sind und dass sich das auch in der Gleichheit ihres Dienstes ausdrückt."

Sich stattdessen auf eine Minderheit der biblischen Aussagen zu stützen, welche eine hierarchische Position bevorzugen, ist respektlos vor der Autorität der Bibel als Ganzes, denn man stellt ein willkürliches Teilstück über das Ganze und bricht eine der grundlegenden Regeln der biblischen Hermeneutik, welche besagt, dass wenn eine Position durch die Mehrheit der biblischen Aussagen klar belegt wird, soll diese Position auch vertreten werden.

Siehe dazu einer seiner Texte, welcher umfassend auf die Stellung der Frau in der Bibel eingeht. Man merkt beim Lesen jenes Dokuments schnell, dass die Bibel und das Christentum das geschlechterhierarchistische Weltbild nicht so sehr stützt, wie es Hierarchisten gerne hätten - im Gegenteil.

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Weitere "Argumente" der Hierarchisten habe ich ausführlich, sachlich und faktenbasiert im Kommentarbereich von "Die moralischen Grundlagen des Maskulismus" widerlegt - dort kam es zu einer riesigen Diskussion zwischen mir und drei Hierarchisten.

P.S.: Im alten, gelben Forum wurde gefragt, weshalb Frauen dann irgendwann keine Ämter mehr in  der katholischen Kirche mehr inne hatten. Dazu hat Alvin J. Schmidt in seinem Buch "How Christianity changed the World" auf Seite 109 Folgendes geschrieben:

"The ancient prejudices against women that Jesus and his early followers rejected began to enter the church in the latter part of the second century. By the third, fourth, and fifth centuries the antifeminine views of the ancient Greeks, Romans, and Judaizers were even more widely incorporated into the church's theology and practice by prominent church fathers. Many of them had studied and unwittingly absorbed some of the teachings the Greco-Roman poets and philosophers as well as the rabbinic oral law, which espoused numerous negative teachings regarding women. Some of them were influenced by the antiwomen prejudices of the Greco-Roman literature, and some by the Judaic oral law taught by the rabbis."

Sonntag, 19. Februar 2012

Sackratten, Skyrim und Motorräder

Nachdem ich letzte Woche wieder einen fetten Brocken von einem Blogeintrag rausgehauen hatte, brauchte ich eine kurze Pause. Ich habe mir währenddessen einige Ideen für weitere Blogeinträge durch den Kopf gehen lassen und werde mich in einem nächsten, grösseren Blogeintrag sehr wahrscheinlich dem feministischen Verständnis von Gleichberechtigung widmen und wie dieses mit unserem Verständnis von wahrer Gleichberechtigung im Kontrast steht.

Dass dies ein wichtiges Thema ist, sieht man an Sackratten, die im alten, gelben Forum solchen hierarchistischen Dünnschiss rauslassen:

"Was ist bloß mit den Schweizern los?

Haben die alle keine Eier?

Von IGAF über Manifold, Roslin, maesi, und Gismatis scheinen alle Gleichberechtigungs-Beauftragte und ach Gottchen so "vernünftig" zu sein.


Oder fehlt ihnen einfach der gesunde deutsche männliche Chauvinismus?


So, und jetzt kann es ruhig tote Katzen und Bügeleisen hageln, aber es mußte mal gesagt werden!"

Solche Bemerkungen resultieren aus der irrigen Annahme, dass wahre Gleichberechtigung und die feministische "Gleichberechtigung" ein und das selbe seien, was natürlich völliger Blödsinn ist, denn Frauenquoten, ja, die gesamte feministische Gleichstellungspolitik widerspricht diametral dem Geist einer ernst genommenen Gleichberechtigung. 

Geil war die Antwort von Roslin darauf:

"Doch, ich habe Eier.

Allerdings denke ich mit denen nicht."

Ich persönlich habe hingegen auf die Denkverwandtschaft des Threaderstellers mit dem Feminismus hingewiesen (und dass wir männlichen Chauvinismus nicht brauchen):

"Wie die Feministinnen

Auch Feministinnen sprechen uns unsere Männlichkeit ab, wenn wir nicht so handeln und denken, wie sie möchten.

Genauso frönen Feministinnen einem kranken Chauvinismus gegenüber dem anderen Geschlecht und sehen diesen als gerechtfertigt und gesund an.


Einmal mehr enttarnen sich Flint und seine Brüder im Geiste als wesensverwandt mit dem Feminismus - welcher auch wahre Gleichberechtigung zu Gunsten von mehr Privilegien für ein Geschlecht ablehnt.


Widerlich."

Wir haben dieses Thema rund um die Begriffe Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung schon hier einmal ausführlich besprochen (man lese dazu auch unbedingt die darunter stehenden, ausführlichen Wortwechsel zwischen mir und drei Hierarchisten) und werden dies in nächster Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln noch weiter vertiefen. 

Skyrim

In der Zwischenzeit ist nun endlich Elder Scrolls V: Skyrim bei mir eingetroffen! Es handelt sich dabei um die neuste Rollenspiel-Sensation aus dem Hause Bethesda, in der man im fiktiven, nordisch angehauchten Land Skyrim gegen die Wiederkehr von Drachen kämpft.

Die Elder Scrolls-Reihe steht seit jeher für unglaubliche Freiheit und unzählige Möglichkeiten, die dem Spieler offen stehen und setzt jedes Mal in Sachen Grafik neue Massstäbe. Selbstverständlich habe ich mir die englische Version geholt, da ich mit der deutschen Synchro von Morrowind und Oblivion eher schlechte Erfahrungen gemacht habe. Zwar nicht so schlimm wie damals beim ersten Baldur's Gate, aber irgendwie reduzierte die deutsche Version für mich das Gefühl der Immersion, das mir bei Rollenspielen extrem wichtig ist.

Dementsprechend habe ich sofort bei Ankunft die Verpackung aufgerissen, das Spiel installiert und gleich mal zehn Stunden am Stück (mit zwei Klopausen) gespielt - ohne Ruckeln oder Abstürze. Es war unglaublich! Es ist schon sehr lange her, dass mich ein Spiel so dermassen gefesselt hat, wie Skyrim ... 

Ich hatte bereits so halb mitbekommen, dass Skryim ein grosser Erfolg geworden war (sogar mein Onkel spielt es und beschreibt seinen aktuellen Spielfortschritt laufend auf Twitter ...), doch dass es so gut sein würde, hätte ich nicht erwartet. Man merkt richtig, dass man sich in einer düsteren, mittelalterlich-nordisch angehauchten Fantasy-Welt bewegt, welche im völligen Kontrast zum bunten, leicht schwuchteligen Stil des Vorgängers Oblivion steht. Dementsprechend ist das Spielgefühl für einen Fan des ersten Teils der Gothic-Serie (eines der besten Rollenspiele, die je gemacht wurden - nachdem alle Patches drauf waren) wesentlich besser, als bei Oblivion.

Nur schon der Anfang ist unglaublich packend (Achtung Spoiler!) - man wird als Gefangener zusammen mit anderen auf einem Wagen in eine Festung zum Exekutionsplatz gebracht (obwohl man nichts verbrochen hat, sondern nur zur falschen Zeit am falschen Ort war ...) und gerade, als man seinen Kopf auf das Schafott gelegt hat und kurz vor der Enthauptung steht, bricht die Katastrophe in Form eines Drachenangriffs über die Festung hinein. Ein Dutzend Stunden später befand ich mich dann auf einem verschneiten Pass irgendwo im Nirgendwo, als plötzlich aus heiterem Himmel ein feuerspeiender Drache über mich und meine Begleiterin auftauchte - der anschliesssende, zähe Kampf hat mein Adrenalinpegel regelrecht in die Höhe getrieben. 

Da ich mir erst kürzlich einen neuen Zocker-PC gekauft habe, kann ich Skyrim flüssig mit allen Einstellungen auf Ultra spielen - so dass die Grafik eine unglaubliche Sensation ist! Hier einige Impressionen aus dem Internet:







Ihr werdet nun sicher verstehen, weshalb ich in nächster Zeit vermutlich eher weniger bloggen werde - ausserdem kommt noch dazu, dass jetzt bald wieder die Motorrad-Saison anfängt. Das Thermometer kriecht hier in Zürich langsam wieder über Null und in ein oder zwei Wochen ist das Wetter dann wieder einigermassen erträglich, so dass ich mein Motorrad wieder hervorkrame und damit die Strassen unsicher machen werde.

Dann werden es knapp drei Monate sein, in denen ich auf Entzug leben musste, so dass mein Drang nach der Strasse immer unerträglicher wird. Es wird also höchste Zeit, wieder ein paar Touren zu planen.