Dienstag, 16. November 2010

Feministische Strömungen - eine Stuhlprobe

Den Feminismus in all seinen Spielarten kann man in zwei grosse Strömungen unterteilen. Zum einen den Gleichstellungsfeminismus und zum anderen den Differenzfeminismus. Vielfach wird Kritik am Feminismus gekontert, indem man anmerkt, dass es nicht "den Feminismus" gäbe, sondern im Gegenteil unzählige Spielarten, die sich sogar widersprechen würden. Häufig wird noch angeführt, dass der wahre Feminismus ganz anders sei und das Kritik an feministischen verursachten Zuständen somit nicht dem "echten" Feminismus angehängt werden könne.

Im Kommenden werden wir sehen, dass es sicherlich mehrere Strömungen gibt, dies aber schlussendlich irrelevant ist. Denn ob jetzt die Lesbenfraktion um Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer gegen heterosexuellen Geschlechtsverkehr und Pornos ist oder ob Charlotte Roche ihre Fäkalweiblichkeit zur Schau stellt - immer handelt sich es um einen männerfeindlichen und gynozentrischen Feminismus.

Gleichstellungsfeminismus

Das Ziel des Gleichstellungsfeminismus ist die Beseitigung der "Diskriminierung" der Frau durch die Vernichtung der Geschlechter und die Erschaffung des Einheitsmenschen. Denn wenn wir alle gleich sind, wird niemand mehr diskriminiert - nicht wahr? Gleichstellungsfeministinnen wenden somit klassisch linkes Gedankengut (totalitärer Egalitarismus) an, dass auf anderer Ebene schon zur dadurch zum Untergang verdammten Sowjetunion geführt hat. Denn der Kommunismus ist genauso durchtränkt mit dem debilen Ansinnen, den idealen Einheitsmenschen aus einer bestehenden Opfergruppe zu formen, auf dass das Paradies auf Erden ausbreche.

Und wir alle wissen, wie dieser Schwachsinn geendet hat.

Der Gleichstellungsfeminismus benutzt den Genderismus um seine Anliegen zu erreichen. Wir haben den Genderismus hier schon ausführlich besprochen und seine unwissenschaftliche Natur erkannt. Das Ziel des geschlechtslosen Einheitsmenschen wird wiederum klassisch links durch Umerziehungsprogramme in Form einer gleichstellungsfeministischen Geschlechterpolitik angestrebt. Wörter wie Gleichheit und Gleichstellung statt Individualismus und Gleichberechtigung sind im Wortschatz dieser feministischen Gattung zu finden.

Freie Männer und Frauen sind dabei gleichermassen Feinde dieser Art des Feminismus, wenn sie sich nicht freiwillig von ihrer Geschlechtlichkeit und ihren Vorlieben trennen und umerziehen lassen. Frauenfördermassnahmen werden deshalb nur vordergründig den Frauen zum Wohle eingesetzt, während deren zugrundeliegende Motivation die Angleichung und Gleichmacherei der Frauen an die Männer ist.

Da die Gleichstellungsfeministinnen jede Existenz einer geschlechtlich dominierten Geselllschaftsform aus ideologischen Gründen leugnen müssen, spielt der Begriff des Patriarchats bei ihnen kaum noch eine Rolle. Denn eine "Männerherrschaft" liesse sich ja nicht einfach nur durch "konstruierte" Muskelkraft aufrechterhalten. Es müsste also biologische Faktoren geben, die das Patriarchat stützen würden - was wiederum ein Sakrileg in den Augen des Gleichstellungsfeminismus wäre, der jegliches biologisches Geschlecht leugnet. Somit wird das Wort Patriarchat von den Gleichstellungsfeministinnen als politischer Begriff bezeichnet und in akademischen Kreisen nicht mehr verwendet.

Vertreter des Gleichstellungsfeminismus findet man vorallem in staatlichen Institutionen wie Gleichstellungsbüros und an Universitäten in den Gender Studies. Sie formen durch ihre Aktivität den verhassten Staatsfeminismus und bilden den wesentlichen Körper des heutigen Feminismus, gegen den wir kämpfen. Die meisten feministischen Aktionen greifen auf gleichstellungsfeministische Rechtfertigungen zurück.

Der Differenzfeminismus

Diese Gattung ist fest davon überzeugt, dass Frauen anders und besser als Männer sind. Frauen seien sanfter, gefühlvoller, besser mit Menschen und generell geeigneter für die Gesellschaft und den ganzen restlichen Blödsinn. Die ewig langen Listen der "Frauen-sind-die-besseren-..."-Artikel geht mehrheitlich auf eine differenzfeministische Motivation zurück. Diese wiederum entspringt wohl einem finsteren Bedürfnis nach Rache gebündelt mit einem florierenden Männerhass. Aber auch Gleichstellungsfeministinnen stimmen hin und wieder in das "Frauen-sind-die-besseren-..."-Lied ein um Frauen anzufeuern männlicher zu werden, indem sie ihnen so für eine Karriere "Mut" machen und potentielle männliche Konkurrenten in ein schlechtes Licht rücken. Dadurch können dann wiederum prima Frauenquoten gerechtfertigt werden - schliesslich sollen diese ja nur die weibliche Überlegenheit endlich zum Zuge kommen lassen.

Der Differenzfeminismus sieht sein ultimatives Ziel nicht im geschlechtslosen Einheitsmenschen, sondern in einer matriarchalen, frauendominierten Gesellschaftsform, die uns allen ein besseres Leben verspricht. Denn im Gegensatz zum "Patriarchat" sei das Matriarchat ein Paradies auf Erden - frei von Herrschaft, Klassen, Unterdrückung und hegemonialer Männlichkeit. Aufgrund dieser Fixierung sind es heutzutage vorallem Differenzfeministinnen, die das Wort Patriarchat noch (im ernsten Sinne) verwenden.

Der Differenzfeminismus konnte sich nicht akademisch gegen den Genderismus durchsetzen. Dies wird eindrucksvoll deutlich an dem Kampf zwischen Gleichstellungsfeministinnen und Differenzfeministinnen zum Thema des Matriarchats, welches von der ersten Partei aus ideologischen Gründen "dekonstruiert" wurde. Man lese dazu "The Myth of Matriarchal Prehistory" (hier eine Zusammenfassung) ¨von der Gleichstellungsfeministin Cynthia Eller und die bitterböse Antwort einer Differenzfeminstin darauf. Dieser Kampf kulminierte in der Tatsache, dass sogar die femigenderistisch durchseuchten Geisteswissenschaften, die nicht gerade für ihre Wissenschaftlichkeit bekannt sind, die Matriarchatsforschung als unwissenschaftlich ablehnen!

Seitdem der Gleichstellungsfeminismus das Ruder innerhalb des Zeitgeistes fest in der Hand hält, existiert der Differenzfeminismus nur noch in Form böser Männerhassartikel in den Medien und in den ergrauten Köpfen von Fossilen der zweiten Welle der Frauenbewegung, die alt und gebrochen irgendwo in staatlich finanzierten Wohnugen vor sich hin vegetieren.

Der Feminismus als Einheit

Wir haben gesehen, dass der Gleichstellungsfeminismus dominiert und für die meisten Missstände im Westen - vorallem für den Staatsfeminismus und die daraus entstehenden Probleme - verantwortlich ist. Der Differenzfeminismus und die anderen, kleineren Strömungen sind völlig unbedeutend im Vergleich, denn sie konnten sich in der Politik nicht durchsetzen. Schliesslich ist es einfacher den Politikern zu verkaufen, dass wir alle gleich sein und uns lieb haben sollen, als die Forderung nach einer matriarchalen Endlösung durchzuboxen. Offensichtlich konnten sich also die Gleichstellungsfeministinnen besser in der Politik und an den links-egalitaristischen Universitäten einnisten.

Doch auch wenn man die Hegemonie des Gleichstellungsfeminismus in Staat und Akademie ausser Acht lässt, so fallen einem schnell die Parallelen zwischen allen feministischen Spielarten auf. Sie alle drehen sich in einer narzisstischen Weise um sich selbst mit der Frau als Geisel und Opfer auf Kosten des Mannes und der ganzen Gesellschaft. Völlig ungeachtet den massiven Schäden und dem grausamen Leid, den ein grassierender Egoismus anrichtet, wird alles für das eigene Wohl verlangt, koste es was es wolle.

Es mag nicht "den Feminismus" geben, doch jeder feministischen Strömung ist dieser krankhafte gynozentrische Egoismus zu eigen, der Männer, Frauen, Kinder und ganze Gesellschaften für ihre Interessen ohne Rücksicht ausquetscht und vernichtet.


Krankhaft egoistischer Gynozentrismus - die universelle Konstante des Feminismus

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

... werden wir sehen, dass es sicherlich mehrere Strömungen gibt, dies aber schlussendlich irrelevant ist.

Ein Trugschluß. Hat eine feministische Strömung genug AnhängerInnen, auch in entsprechenden Positionen, übt diese kleine Strömung bereits Einfluß aus.
Sicher ist dies zunächst nur marginal, jedoch im Laufe der Zeit wird der Einfluß größer oder die Tragweite wird sichtbar.

Beispiele gibt es dazu bestimmt genug. Sicher kann man auch diverse kleine feministische Gruppen der einen oder anderen Hauptströmung zuordnen, dennoch ergibt sich ein uneinheitliches, verschwommenes Bild des Feminismus. Und das wiederum macht diesen so gefährlich.

Holger hat gesagt…

Klasse geschrieben!

Bei den Linken gab es in den 70ern ebenfalls eine Unzahl von Grüppchen, die sich heftig befehdeten. Sie wurden geeint unter dem Label 'Grüne'.
pathologischer Gynozentrismus- wahrlich eine universelle Konstante!

Anonym hat gesagt…

Soweit ich das verstanden habe, verstoßt der Gl.-Feminismus gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes.

Wenn der Gl.-Feminismus davon ausgeht, bestimmte Eigenschaften höher einzustufen und andere geringer, um durch Umerziehungsmaßnahmen, die Menschen hin zu den einen und weg von den anderen zu bekommen, verstößt das eklatant gegen Art. 2. 1.

Wenn ich positiv diskriminiert werde, wenn ich diskriminiert werde, weil ich nunmal ein Junge bin, dann kann ich mich nicht mehr frei entfalten, wie ich es gerne möchte.

Art. 3. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes ... benachteiligt werden. Wenn ich gegen dem Willen der Bevölkerung bewußt darauf hinarbeite, Geschlechtlichkeit aufzuheben, ist dies für mich ein Akt der Volkszersetzung bzw. Volksverhetzung gegen den man sich zur Wehr setzen muss.

Zeitraffer hat gesagt…

Sehr guter Beitrag Manifold. Ein interessanter Aspekt, allemal.

Mich interessiert im Moment ein besonders merkwürdiges Phänomen.
Es stimmt dass Männer generell viel einstecken müssen, sie werden extrem oft als Schweine und als beschissene Arschlöcher diffamiert, die bestialisch stinken. Sie werden hemmungslos dämonisiert, kriminialisiert und gejagt.
Und ausgerechnet die Männer in Uniform erfreuen sich in der Frauenwelt großer Beliebtheit. Sehr viele Frauen schwärmen von diesen Männern wie Hals über Kopf verliebte Teenys die leicht Feuer fangen.

Die schicke Uniform macht einen Mann "gemachter" , "feiner".
Männer in Uniform stehen wohl für Sicherheit und Geborgenheit, se haben ein geregeltes Einkommen.
Die Uniform ist also ein Garant dafür ist, dass sein Träger gewissen Macht
über andere Menschen verfügt könnte und somit in der "Hackordnung" höher steht. Unbewusst oder bewußt wird Macht damit assoziiert.
Macht macht bekanntlich sexy. ;)

Ein weiteres Mal zeigt sich das zügellose "Habenwollen", die Habsucht vieler Frauen, das Lechzen nach Macht.

Ich möchte nicht alle Männer in Uniform über einen Kamm schären, aber haben diese Personen nicht wesentlich mehr Dreck am Stecken, nicht viel mehr Leichen im Keller als der kleine Mann, der gewöhnliche Arbeiter der kaum etwas melden hat?

Anonym hat gesagt…

Hallo,
wo bekommt man maskulistische Literatur her, ich meine nicht solche von Hollstein oder Gesterkamp. Herr Zeitraffer, Sie scheinen sich gut auszukennen, können Sie mir helfen?

Manifold hat gesagt…

Folgende Bücher kann ich sehr empfehlen:

- "Medusa schenkt man keine Rosen" von Michail A. Savvakis

- "Sind Frauen bessere Menschen?" von Arne Hoffmann (allerdings vergriffen)

- "Der dressierte Mann" von Esther Vilar, als E-Book hier:

http://www.scribd.com/doc/14114083/Vilar-Esther-Der-Dressierte-Mann-eBook-German-Deutsch

- "Befreiungsbewegung für Männer" von Arne Hoffmann

- "Das bevorzugte Geschlecht" von Martin van Creveld

- "Männerbeben" von Arne Hoffmann

Zeitraffer hat gesagt…

Manifold hat dankenswerter Weise die wichtigsten Bücher zu diesem Thema genannt.

Es gibt natürlich noch einige weitere Kracher die lesenswert sind.

>>
Die Rechte der Frauen Narrenfreiheit für das weibliche Geschlecht
Georg Friedenberger

>>
Verantwortung: Nein danke! Weibliche Opferhaltung als Strategie und Taktik
Beate Kricheldorf

>>
Entsorgte Väter
Der Kampf um die Kinder: Warum Männer weniger Recht bekommen

Anonym hat gesagt…

Eine Bücherliste, zitiert aus:
http://www.dieter-fleischer.de/buecher/buecher.htm

Bitterman, Joan: Rettet die Männer. Frauen machen kaputt

Brandes, Holger + Bullinger, H. Handbuch Männerarbeit.

Cook, Philip Abused Men: the Hidden Side of Domestic Violence

Elliott, Michelle (Hg.) Frauen als Täterinnen: Sexueller Mißbrauch an Mädchen und Jungen

Farrell, Warren: The Myth of Male Power.

Farrell, Warren: Women Can´t Hear, What Men Don´t Say. Destroying Mythy...

Fischkurt, Eva Julia: Wenn Frauen nicht mehr lieben

Gruner, Paul-Hermann: Frauen und Kinder zuerst. Denkblockade Feminismus.

Herbort, Bernd: Bis zur letzten Instanz

Jäckel, Karin: Wer sind die Täter? Die andere Seite des Kindesmißbrauchs

Jäckel, Karin: Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt ...

Jäckel, Karin: Deutschland frisst seine Kinder.

Kahl, Martina + Schneider, P. Böse Mädchen kommen überall. Eine schonungslose Bestandaufnahme ...

Köpf, Peter und Provelegios, A.: Der Winterschlaf der Männer ist vorbei. Für eine neue Allianz von Adam und Eva

Mandau, Luise: Die Frauenfalle. Wenn gute Mädchen böse werden: Physische, psychische und verbale Gewalt ...

Matussek, Matthias: Die vaterlose Gesellschaft. Überfällige Anmerkungen zum Geschlechterkampf

Mika, Bascha: Alice Schwarzer. Eine kritische Biographie

Patai, Daphne: Heterophobia. Sexual Harrassment and the Future of Feminism

Pearson, Patricia: When She Was Bad: Violent Women and the Myth of Innocence

Rave, Marion: Befreiungsstrategien. Der Mann als Feindbild in der feministischen Literatur

Real, Terrence: Mir geht´s doch gut. Männliche Depressionen – warum sie so oft verborgen bleiben...

Rutschky, Katharina: Emma und ihre Schwestern. Ausflüge in den real existierenden Feminismus

Schulz, Berndt: Wenn Männer in der Falle sitzen

Sommers, Christina Hoff: Who Stole Feminism? How Women Have Betrayed Women

Stern, Felix: Penthesileas Töchter. Was will der Feminismus

Strossen, Nadine: Zur Verteidigung der Pornographie. Für die Freiheit des Wortes, Sex u. die Rechte der Frauen

Tiger, Lionel: Auslaufmodell Mann

Vilar, Esther: Der dressierte Mann. Das polygame Geschlecht. Das Ende der Dressur

Weingarten, Susanne und Wellershoff, Marianne: Die widerspenstigen Töchter. Für eine neue Frauenbewegung

Young, Cathy: Ceasefire! Why Women and Men Must Join Forces to

Martina Schäfer: Die Wolfsfrau im Schafspelz. Autoritäre Strukturen in der Frauenbewegung.

Barbara Jo Brothers: The Abuse of Men : Trauma Begets Trauma

Paul Nathanson, Katherine K. Young: Spreading Misandry : The Teaching of Contempt for Men in Popular Culture

Arne Hoffmann: Sind Frauen bessere Menschen? Plädoyer für einen selbstbewussten Mann.


Zitat Ende

So das wars. Ich würde Warren Farrell empfehlen; das ist wahrlich ein Held!

Buchautor hat gesagt…

Die Unterteilung zwischen Gleichheits- und Differenzfeminismus basiert auf einer Täuschung. Tatsächlich gibt es nur einen Feminismus und das ist der Staatsfeminismus. Denn abseits der staatlich alimentierten und geförderten Frauenhäuser, Frauenprojekte und Frauenstudien gibt es nämlich nichts. Diese Spielarten des Differenz- und Gleichheitsfeminismus dienen nur der Selbstimmunisierung einer Ideologie, die Bevorteilung und Rosinenpickerei für Frauen als Geschäft betreibt.