Das Resultat der Nationalratswahlen des letzten Sonntags, an der das Spaltprodukt Subitas mitsamt Stüssi und Buser (alias "Gismatis") als Kandidaten teilnahmen, konnte deutlicher nicht sein. Lediglich 0.01 % (!) der Stimmen und somit weniger als die Anti-Powerpoint-Partei, die Narrenpartei oder die Piratenpartei konnte Subitas auf sich vereinigen. Offensichtlich ist so einigen ehemaligen Unterstützern und Sympathisanten von Subitas im Nachhinein klar geworden, was da alles im Vorfeld gelaufen war.
Auch auf die von Buser/"Gismatis" versprochene, offizielle Stellungsnahme oder die sogenannt "demnächst" erscheinende, detaillierte Meinung von Subitas zu dieser Wahlniederlage wartet man bisher seit einer Woche vergebens - deren offizielle Webpräsenz bietet lediglich die Klage, dass der Zürcher Stimmbürger offenbar Software-, Tier- und Narrenrechte wichtiger als Kinderrechte fände, als wäre der Wähler schuld am eigenen Versagen.
Man weicht wohl lieber jeglicher Gelegenheit aus, die einen zwingen würde, sich mit den eigenen Fehlern und den daraus für die Männerrechtsbewegung entstandenen Schaden öffentlich auseinandersetzen zu müssen. Es würde zu Stüssi und Buser passen, wenn sie versuchen würden, diese Niederlage nun einfach ohne eine selbstkritische Diskussion auszusitzen. Doch dies würde lediglich dazu führen, dass sich solche schmerzhaften Erlebnisse auf ewig wiederholen. Welche Lehren kann also die deutschsprachige Männerrechtsbewegung allgemein und der schweizerische Antifeminismus im Speziellen aus diesem vorhersehbarem Resultat ziehen?
Selbstverständlich könnte man hier lange und breit über die fehlende Professionalität von Subitas reden oder den nicht vorhandenen, strategischen Weitblick anprangern oder den Mangel an Realitätsnähe kritisieren. Schliesslich ist eine zur Wahl antretende, völlig unbekannte Organisation mit einer Homepage ohne Bilder und Informationen zu völlig unbekannten Kandidaten zwangsläufig zur Niederlage verdammt - unabhängig von der Popularität oder Notwendigkeit ihrer Anliegen, denn das Wählerpotenzial wäre bei den zahllosen entrechteten und diskriminierten Männern und dem gewaltigen, positiven Echo gegenüber der IGAF hier in der Schweiz definitiv vorhanden. Doch diese Aspekte hat René Kuhn bereits ausführlich behandelt.
Aber auch der IGAF könnte man vorwerfen, dass ein deplaziertes Vertrauen in manchen Figuren und die gravierenden Konsequenzen daraus Unprofessionalität darstellten - schliesslich war unter anderem Stüssi mit dem Leiten des Unterschriftensammelns für die IGAF betraut worden - doch ist es wirklich unprofessionell, Menschen zu vertrauen, die mit uns fast von Anfang an zusammen gearbeitet haben und von denen man deshalb dachte, dass sie unser Vertrauen zu Recht verdient hätten? Gerade auch deswegen sind diese Ereignisse für uns alle so schwer verdaulich.
Doch vielmehr interessieren mich nun die zwischenmenschlichen Komponenten, welche das Scheitern des ersten Vorstosses von Antifeministen und Männerrechtlern in die schweizerische Politik prägten und welche sich im Wesentlichen mit den Begriffen Integrität, Glaubwürdigkeit und Loyalität beschreiben lassen - alle drei waren bei Stüssi und Buser nicht vorhanden.
Es gibt wohl kaum ein zentraleres Attribut bei einem Politiker als seine Integrität. Wer nicht zu seinem Wort steht, seine Weggenossen absichtlich belügt, sie in die Irre führt, wer sie in einem entscheidenden Moment im Stich lässt, sie bei essenziellen Dingen an der Nase herumführt, hinter ihrem Rücken ein falsches Spiel spielt und wer dann anschliessend nicht einmal zu seinen eigenen Taten stehen kann, der ist nicht integer. Denn sein Handeln deckt sich nicht mit dem im Antifeminismus und in der Männerrechtsbewegung implizit geforderten Wert der männlichen Solidarität, ohne die wir bis in die Bedeutungslosigkeit zersplittern würden.
Auf Integrität folgt Glaubwürdigkeit, ohne die ein Politiker keinen Wähler von sich überzeugen kann. Wer vorgibt, sich für entrechtete und benachteiligte Männer einzusetzen, dann aber wenn es hart auf hart kommt nicht einmal zu seinen eigenen männlichen Gefährten steht, sie verlässt und so ein Loch in den Waffenbund reisst, der kann nicht erwarten, dass ihm andere Männer sein Engagement für das männliche Geschlecht abkaufen. Denn warum sollte man einem Politiker glauben, dass er sich für anonyme, erniedrigte Männer irgendwo da draussen einsetzen wird, wenn er es nicht einmal für nötig errachtet, Männer in seinem eigenen, direkten Umfeld fair zu behandeln und zu respektieren?
Nicht vergessen werden darf auch die unabdingbare Loyalität, welche eine Organisation zusammen und die Reihen geschlossen hält. Wer hinter dem Rücken des Präsidenten agitiert, andere Vorstandsmitglieder instrumentalisiert und sie mit Falschinformationen zu gewissen Handlungen nötigt, Vereinsmitglieder für die eigene Sache zum Schaden des Ganzen einzuspannen versucht, auf perfideste Weise sich nicht an sein Wort hält und damit den Erfolg unserer aller Sache in Gefahr bringt, der verhält sich nicht loyal. Dabei ist es nicht einmal das Schlimmste, dass die zwischenmenschliche Loyalität und organisatorische Hierarchie gebrochen wurde, sondern dass auch die Loyalität gegenüber Willen und Geist der gesamten, deutschsprachigen Männerrechtsbewegung mit diesem von Beginn weg offensichtlich hoffnungslosen Alleingang unwiderruflich verletzt wurde. Dieser doppelte Loyalitätsbruch gegenüber den eigenen Mitkämpfern und gegenüber der Sache als Ganzes wiegt am Schwersten.
In diesem Sinne liegt die Erkenntnis für uns klar darin, dass nur mit geschlossenen Reihen, mit integren, glaubwürdigen und loyalen Mitstreitern eine Männerechtsbewegung auf der politischen Bühne Erfolg haben kann. Denn Aktivisten, welche diese Attribute nicht aufweisen, werden vom Wähler offensichtlich abgelehnt, wie wir vor einer Woche klar und deutlich erfahren mussten.
Wir Antifeministen, Männerrechtler und Maskulisten sollten uns diesbezüglich von den altgriechischen Hoplit-Kriegern inspirieren lassen. Diese kämpften in engster Formation Schulter an Schulter, Schild an Schild, Speer an Speer in der Phalanx-Formation und der Einzelkampf Mann gegen Mann galt bei ihnen als wertlos, der Kampf in Reih' und Glied als glorreich und somit als unabdingbar für den Sieg - was die Schlachten bei Marathon und bei den Thermopylen eindrucksvoll gezeigt haben.
Wenn unsere kulturellen Vorfahren auf diese Weise die ganze damals bekannte Welt überrennen und dadurch das Zeitalter des Hellenismus einläuten konnten, dann wird der organisierte Antifeminismus auf ähnliche Weise den Feminismus wegfegen und eine neue Epoche ermöglichen.




