Freitag, 3. Juni 2011

Der Fall Goslar, Geschlechterpolitk und die Männervereine - ein maskulistischer Kommentar

In den letzten Monaten und insbesondere in den letzten Wochen hat sich der Fall rund um die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling dramatisch zugespitzt und gipfelte in einer für die femigenderistische Ideologie entlarvende, öffentliche Debatte. Da diese abgewählte Gleichstellungsbeauftragte von Teilen der Männerrechtsbewegung aktiv und öffentlichkeitswirksam unterstützt wurde, erhalten diese Geschehnisse nicht nur eine historische, sondern auch eine interne Brisanz, welcher wir uns heute widmen möchten.

Denn die offene Unterstützung einer Trägerin der deutschen Geschlechterpolitik steht so ziemlich diametral zu allem, wofür der Maskulismus seit Jahren eintritt. Die Frau Ebeling mag ein reines Herz haben und die Einseitigkeit des Feminismus sehen - doch auch sie vertritt die Vorstellung, dass staatliche Geschlechterpolitik nötig und sinnvoll sei.

Es wird also deutlich, dass durch die aktive Unterstützung einer (unorthodoxen) Vertreterin der deutschen Gleichstellungspolitik durch gewisse Elemente innerhalb der Männerrechtsbewegung eine weltanschauliche Gespaltenheit in Sachen Geschlechterpolitik zwischen den verschiedenen Männervereinen zu Tage tritt. Wir werden uns also den Fall Goslar als Vorwand nehmen, diese Gegensätze auszuleuchten um somit einen vertieften Einblick in die Struktur der äusserst heterogenen, deutschsprachigen Männerrechtsbewegung zu gewinnen.

Der Fall Goslar

Zu den Ereignissen rund um Frau Ebeling gibt es auf Wikimannia eine umfangreiche Linksammlung und eine Zusammenstellung der Ereignisse, ausserdem führte Arne Hoffmann auf seinem Blog eine Art Tagebuch zu den verschiedenen Vorfällen. Zusätzlich kann man die Vorfälle aus der Sicht von Monika Ebeling auf ihrem Blog "Geschlechterdemokratie" nachlesen. Wir wollen uns nun den Fall und die verschiedenen Reaktionen darauf anschauen.

Monika Ebeling, geborene Dittmer, war Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar und wies im Gegensatz zur normalen Gleichstellungsbeauftragten nicht die typische, staatsfeministische Einseitigkeit auf (eine andere, vermutliche Ausnahme in diesem Bereich ist eine gewisse Gleichstellungsbeauftragte namens Susanne Wilder). Obwohl auch sie den "Neuen Mann" herbeibeschwört, wie man in diesem Video zu hören bekommt, kritisiert sie auch die Einseitigkeit des deutschen Staatsfeminismus, die alte Bitterfotze Alice Schwarzer, die platte Rhetorik der Lohndiskriminierungslüge, die Diffamierungsversuche des ungläubigen Thomas und lehnt Frauenquoten ab. Auch begrüsste sie das erste internationale Antifeminismustreffen und weist auf die Arbeit von Agens e.V. und anderen Männervereinen hin.

Sie weigerte sich eine Ausstellung zum Thema häuslicher Gewalt zu unterstützen, welche Männer einseitig als Gewalttäter und Frauen nur als Opfer von häuslicher Gewalt porträtierte, da sie um die Gleichverteilung der Geschlechter bei der häuslichen Gewalt weiss. Auch kritisierte sie eine weitere staatsfeministische Aktion, bei der Brötchenverpackungen für Kinder mit einseitigen Vorstellungen über die Urheberschaft von häuslicher Gewalt bedruckt wurden. Sie eröffnete ein Väter-Café und organisierte Papa-Picknicks. Sie führte zusammen mit Agens e.V. Veranstaltungen durch, an denen diskutiert wurde, ob der Feminismus "noch zu retten" ist. Heftig und gut begründet kritisierte sie die feministischen Missstände in deutschen Frauenhäusern (siehe am Ende des pdf-Dokuments!)

Im massiv ideologisierten Umfeld des deutschen Staatsfeminismus wurde sie deswegen sehr schnell die Zielscheibe von Mobbing und Hassattacken durch feministische Netzwerke, die Angst um Fördergelder und ihre Deutungshoheit hatten:, aus naheliegenden Gründen:

"Gleichstellung ist in Deutschland fest verankert. Es gibt ein dichtes Netz von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, von Beratungsstellen und Gruppen in Gewerkschaften und Institutionen. Die meisten leben davon, für die Gleichstellung der Frau zu kämpfen, schon aus ihrer Geschichte heraus."

Dies bestätigt auch Monika Ebeling in 'Die Freie Welt':

"Die Fördertöpfe der sogenannten „positiven Diskriminierung von Frauen“ werden herrisch bewacht und mehr als ungern geschlechtergerecht geteilt. Die in den weiblichen Netzwerken warm eingepackte Frauenlobby will von einem Wandel oder gar einer männlichen Diskriminierung so gut wie nichts wissen."

Grüne und Linke liessen den Konflikt eskalieren, nachdem Frauenverbänden der Kragen geplatzt war und beantragten die Abberufung dieser umstrittenen Gleichstellungsbeauftragten ("Diese Gleichstellungsbeauftragte muss gehen!"). Schwer angelastet wurde ihr auch die Verlinkung des Väternotrufs auf der Internetpräsenz von Goslar.

Sie warfen ihr vor, dass sie sich nur (!) für Männer einsetzen würde. Dies ist nachweislich falsch, wie man aus offiziellen Unterlagen herauslesen kann, welche klar belegen, dass sich Monika Ebeling für beide Geschlechter eingesetzt hat und was auch anderen Politikern aufgefallen ist. Es ist erstaunlich den Vorwurf der Einseitigkeit aus den Mündern von Vertretern einer gynozentrischen Geschlechterpolitik zu hören, welche richtige Förderung nur Frauen gewähren und Männern lediglich bei ihrer staatlichen Umerziehung fördern. Von Menschen, welche im Geiste des folgenden Satzes der ehemaligen deutschen Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin denken und handeln:

»Männer sollen durch die Wehrpflicht gehindert werden, damit Frauen im Leben aufholen können.«

Klar wird die ideologische Einseitigkeit des heutigen, institutionalisierten Feminismus in einem Statement der Grünen, welche für ihr abartig männerfeindliches "Frauenstatut" bekannt ist:

"[...] das Wirken der Gleichstellungsbeauftragten [Ebeling] ist mittlerweile von unseren Vorstellungen weit entfernt. Ihren bisherigen Tätigkeiten nach will sie Benachteiligung von Männern aufzeigen und „beseitigen“ – dies ist nicht unser politischer Wille [...]."

Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie massiv Männer in Deutschland wegen ihrer Geschlechtszugehörigkeit durch das Gesetz und durch offizielle Stellen diskriminiert werden. Man hat also nicht nur die Augen für die handfesten Benachteiligungen der Männer fest verschlossen, sondern hat auch noch Mühe diese überhaupt als solche anzuerkennen (man beachte die Anführungszeichen um 'beseitigen'), geschweige denn dass man diese abschaffen will. Wie ideologisch verbohrt und einseitig muss man sein, um deutlich nachweisbare Diskriminierungen qua Geschlecht durch Staat und Gesetz (!) nicht angehen zu wollen?

So deutlich tritt die Einseitigkeit der feministischen Ideologie selten zu Tage!

Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass Frau Ebeling in solch einem ideologischen Umfeld abgewählt und entlassen wurde. Diese demonstrative Einseitigkeit führte jedoch auch dazu, dass die Vorfälle in Goslar von den Medien negativ aufgenommen wurden und resultierte in heftige Kritik am herrschenden Feminismus. Der Gesamtton war überwältigend negativ und viele Blätter störten sich an dieser ideologisch getriebenen Hexenjagd.

Agens e.V. solidarisierte sich in einer Pressemitteilung mit Frau Ebeling. Auch Manndat solidarisierte sich umgehend mit ihr und kritisierte die feministische Einseitigkeit der aktuellen Geschlechterpolitik. Der Väteraufbruch für Kinder schrieb einen offenen Brief an den Stadtrat von Goslar mit der Bitte um eine "ausgewogene Gleichstellungspolitik". Die Sympathisanten und Aktivisten dieser Vereine wurden derweil in ganz Deutschland und im Internet mit Unterstützungsaufrufen, mehreren Interviews mit Frau Ebeling und dem Schreiben von Protestbriefen aktiv. Diese gaben den Vorfällen Namen wie "Schlacht um Goslar" oder "Krieg der Bitterfotzen" (angelehnt an ein feminismuskritisches Werk aus Schweden).

Die IGAF hingegen prangerte zwar die Entlassung von Frau Ebeling an und René Kuhn führte ein Interview mit ihr, beliess es aber ansonsten dabei. Auch Maskulisten wie Michail A. Savvakis äusserten sich nicht gross zu diesen Vorfällen, während Männervereine wie Agens e.V., Manndat und VafK sich öffentlich mit Frau Ebeling solidarisierten und sie besonders aktiv unterstützten.

Position des Maskulismus zur Geschlechterpolitik

Der Maskulismus, wie ihn Savvakis nieder geschrieben hat, lehnt den Staatsfeminismus und jegliche staatliche Umerziehung klar ab. Denn sobald eine Minderheit anfängt, mit staatlichen Mitteln der Mehrheit ihre Vorstellungen von Geschlechtlichkeit aufzuzwingen, wird es auf ewig Einseitigkeit durch Parteilichkeit und Ungerechtigkeit durch selektive Problemwahrnehmung geben. Dafür gibt es zahllose Gründe.

- Geschlechterpolitik verschärft zwangsläufig den Antagonismus geschlechtlicher Interessen:

Die Interessen von Männern und Frauen sind in den meisten Fällen einander entgegen gerichtet, so dass ein Vorteil für die eine Partei immer ein Nachteil für das andere Geschlecht bedeutet. Jeder künstliche Eingriff durch den Staat verschlimmert diesen Antagonismus nur noch weiter, da eine Geschlechterpolitik sich zwangsläufig auf eine Seite der Geschlechter schlagen und das andere Geschlecht benachteiligen muss. Das aktuellste Beispiel dafür ist die Gleichstellungspolitik in Deutschland.

Will man wirklich Gerechtigkeit und nicht einfach ideologische Klientelpolitik, so muss man diesen Antagonismus nicht noch durch zusätzliche Eingriffe weiter anfachen, sondern durch rein gesetzliche Rahmenbedingungen in Form einer wahren Gleichberechtigung dafür sorgen, dass dieser Antagonismus nicht ausartet. Jedoch vollständig abschaffen wird man ihn auch dadurch nie können - allerdings wird eine rein gesetzlich fixierte wahre Gleichberechtigung ihn nicht auch noch schlimmer machen, im Gegensatz zu den Instrumenten der Geschlechterpolitik.

- Geschlechterpolitik endet zwangsläufig in Einseitigkeit und führt unweigerlich zu mehr Diskriminierung: 

Die Einseitigkeit jeglicher Geschlechterpolitik ist unausweichlich wegen diesem Antagonismus. Denn die Betreiber sind aufgrund begrenzter Ressourcen dazu gezwungen, Prioritäten festzulegen und diese weltanschaulich zu rechtfertigen. Fahren sich diese Prioriäten fest und werden sie ideologisch unterwandert, werden die Protagonisten unweigerlich ihre Objektivität verlieren und drängende Fälle von Diskriminierung von nicht im Fokus stehenden Gruppen ausklammern (müssen).

Im konkreten Fall der deutschen Geschlechterpolitik resultiert dies in einer Diskriminierung der Männer nach Geschlecht, denn ihre Anliegen werden nur wegen der Geschlechtszugehörigkeit ausgeklammert. Man sieht, dass Geschlechterpolititk somit zwangsläufig zu Einseitigkeit und zu noch mehr Diskriminierung führt, obwohl sie sich anfänglich vornahm, gerade diese zu "überwinden". Denn all die angepriesenen Massnahmen zur Überwindung von Diskriminierung sind in ihrem Endresultat schlussendlich so gut wie wirkungslos, weil sie bewusst die Eigenverantwortung des Individuums zu Gunsten der Gruppenzugehörigkeit ausklammert.

Oder glaubt jemand ernsthaft, dass es tatsächlich gläserne Decken da draussen gibt, welche Frauen daran hindern, Karriere zu machen? Oder ist es vielmehr die Tatsache, dass Frauen nunmal schlichtweg viel seltener Karriere machen wollen? Da nützt auch die tollste Frauenquote nichts, wenn es zu wenig willige und kompetente Frauen zur Besetzung der verantwortungsbehafteten Positionen gibt. Dies führt dann zu bizarren Fällen von einem kleinen Klüngel von Frauen, welche zahllose Aufsichtsratsposten anhäufen ("Goldröcke") oder deren Aufgaben nach dem Verschwinden der Quotenfrau noch schnell von einem Mann neben seinem eigenen Job erledigt werden. Dies geschah zum Beispiel bei der verstorbenen Frau Schneider-Lenne, deren Aufgaben als "Kreditrisiko-Expertin" nach ihrem Tod einfach von Josef Ackermann neben seiner eigenen Tätigkeit übernommen wurden.

Das muss ja eine wichtige Expertin mit gewichtigen Aufgaben gewesen sein!

- Geschlechtliche Gleichverteilung bedeutet nicht automatisch gleicher Einfluss:

Vielfach wird damit argumentiert, dass man lediglich zwischen den Geschlechtern in einem Bereich "ausgleichen" möchte, zum Beispiel mit Frauenquoten oder mit männerbenachteiligender Frauenförderung. Doch einerseits werden "problematische" Bereiche nach ideologischer Willkür ausgewählt (so zum Beispiel nur die Dax-Vorstände, jedoch nicht die Müllabfuhr) und zusätzlich wird noch ein sehr selektives Verständnis von "Ausgleich" und von Gerechtigkeit angewendet. Vielfach wird auch kein valider Beweis erbracht, dass eine geschlechtliche Ungleichverteilung tatsächlich auf Diskriminierung zurückgeht und nicht einfach an der fehlenden Leistungsbereischaft oder mangelndem Interesse liegt. So ist es zum Beispiel allgemein bekannt, dass Frauen nicht im gleichen Ausmass Karriere machen wollen wie Männer. Dass daraus eine Ungleichverteilung in Kaderpositionen entsteht, ergibt sich quasi von selbst.

Eine Gleichverteilung der Geschlechter an sich ist kein Zeichen für erreichte Gerechtigkeit, wenn diese Gleichverteilung durch ausschliessende, rein nach dem Geschlecht benachteiligende Zwangsmassnahmen durchgesetzt werden müsste. Schliesslich garantiert auch eine Gleichverteilung der Geschlechter in einem Gebiet nicht automatisch auch die Gleichverteilung von Macht zwischen den Geschlechtern. Denn durch die soziale Dynamik und durch Absprachen wird es immer eine Machtkonzentrierung geben, die sich über geschlechtliche Grenzen und Verteilungen hinwegsetzt.

- Geschlechterpolitik mündet zwangsläufig in eine geschlechtsidentitäre Bevormundung:

Jede Geschlechterpolitik hüllt sich zu Anfang in wohlwollenden, gut klingenden Absichtserklärungen und Massnahmen, die jedoch im Verlaufe der Jahre in immer dogmatischeren und intoleranteren Vorstellungen von Geschlechtlichkeit münden werden. So fing auch die feministische Geschlechterpolitik mit der "harmlos" klingenden Absichtserklärung an, dass man Frauen lediglich kurzfristig dabei helfen möchte, sich in der Gesellschaft behaupten zu können (Umsetzung der "tatsächlichen Gleichstellung") - heute betreiben die gleichen Institutionen handfeste geschlechtliche Umerziehung von Männern und Frauen.

Denn die klassische Frauenförderung, wie sie früher betrieben wurde, war an der Realität gescheitert, denn man kann nicht Menschen fördern, die kaum bereit sind, im gleichen Ausmass wie Männer Karriere zu machen. Daraus zog der Staatsfeminismus die wahnhafte und fatale Schlussfolgerung, dass diese Fördermassnahmen deshalb gescheitert waren, weil "diffuse, aufgezwungene Vorstellungen von Geschlechtlichkeit" die Frauen künstlich zurückhalten würden und schickte sich deshalb an, Männer und Frauen nach ideologischen Vorstellungen umzuerziehen. Das Resultat hört auf den Namen 'Gender Mainstreaming'.

Es gehört zur Natur des Menschen oder einer Institution, dass sobald sie Macht bekommen, sich immer mehr wie eine Autorität aufführen werden, die keinen Widerspruch duldet, in ihren Absichten immer ambitiöser werden und immer weniger bereit sind, diese Macht wieder abzugeben.

Dies ist besonders dann fatal, wenn man etwas umerziehen oder verändern will, dass sich nunmal nicht wirklich beeinflussen lässt - aus Frustration ob der nicht erreichten Ziele und aus Realitätsverweigerung werden betroffene Institutionen in ihren Forderungen und Massnahmen immer radikaler und weltfremder. Genauso entstand und funktioniert der menschenverachtende Staatsfeminismus der Gegenwart und so wird es jeder künftigen Geschlechterpolitik ergehen, welche sich anmasst mit Dingen zu spielen, die nicht ohne verheerende Konsequenzen mit sich spielen lassen.

- Geschlechterpolitik besitzt keine moralische Legitimität:

Woher soll gerade ich oder jemand anderes wissen, dass meine Vorstellung von Männlichkeit oder Weiblichkeit für die Menschen besser ist, als konkurrierende Ansichten anderer? Woher soll ich wissen, welche Probleme, die nicht auf gesetzlich fixierten und somit klar nachvollziehbaren Diskriminierungen zurück gehen, drängender sind als andere? Mit welcher Moral kann eine Gleichstellungsbehörde denn ernsthaft behaupten, sie wüsste besser, wie sich freie, gesetzestreue Menschen zu verhalten hätten?

Solange sich Männer und Frauen an Gesetze und Sitten halten, kann doch kein Mensch rational begründet bestimmen, welche Vorstellung von Geschlechtlichkeit gegenüber anderen Vorrang geniessen soll. Darum ist jede Aspiration in dieser Richtung egoistisch, ideologisch und totalitär.

- Geschlechterpolitik ist zwangsläufig ineffektiv und somit überflüssig:

Nur schon der Vorschlag eine Geschlechterpolitik überhaupt einzuführen oder modifiziert weiter zu betreiben ist verdächtig, denn für jede offizielle Aufgabe, der sich eine institutionalisierte Geschlechtlichkeit widmet, gibt es bereits eine fachkundigere Abteilung! Ist die Verbesserung der Gesundheit von Männern und Frauen denn nicht die Aufgabe einer Gesundheitsbehörde in jedem europäischen Land? Ist die Steigerung der Lesefähigkeit von Buben und Mädchen nicht ein seit langem etabliertes Ziel in Bildungsbehörden? Wenn diese Behörden ungenügend oder einseitig arbeiten, dann müssen die Missstände in diesen Behörden direkt von der Regierung oder dem Volk angegangen werden - es braucht somit keine separate Umerziehungsinstanz in Form einer Geschlechterpolitik!

Es ist sowieso illusorisch anzunehmen, man könne mit einem zweiten, geschlechterpolitischen Staatsorgan gegen die negativen Folgen einer schlecht und mit den falschen Prioritäten arbeitenden Behörde ankommen. Man verursacht nur zusätzliche Kosten und erreicht im Endeffekt gar nichts, da die Quelle des Problems bei der falsch arbeitenden Behörde, nicht bei dem fehlenden, geschlechterpolitischen Staatsorgan liegt. Somit ist jede Instanz, die sich separat um Geschlechterpolitik kümmert und in die Zuständigkeitsbereiche von anderen Behörden hineinzufunken versucht, zwangsläufig ineffektiv und somit überflüssig.

- Geschlechterpolitik wird aus unaufrichtigen Motiven betrieben:

Es kann somit in Tat und Wahrheit nur zwei ernsthafte Motivationen für die Teilnahme an und für die Bejahung einer Geschlechterpolitik geben: Finanzieller Zugang zu den staatlichen Futtertrögen und ideologische Umerziehungswünsche. Beide werden strikt vom Maskulismus abgelehnt und deshalb auch bei den Feministen und Vertretern gleichstellungsbefürwortender Männeraktivisten kritisiert. Wenn Gruppierungen ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit und dringenden Anliegen in die Politik einbringen wollen, so sollen sie dies als unabhängige Lobbygruppen oder als gewählte Parlamentarier tun - jedoch NICHT als Bestandteil des Staatsapparates selbst! Denn es ist ein gewichtiger Unterschied, ob jemand dafür bezahlt wird, das Volk zu vertreten und dessen Interessen in die Regierung einzubringen oder ob jemand für rein ideologisch motivierte und vom Souverän nicht direkt legitimierte Massnahmen von Steuergeldern ausgehalten wird.

Die Position des organisierten Antifeminismus und des Maskulismus decken sich in Sachen Geschlechterpolitik klar, was ich im persönlichen Gespräch mit den Exponenten der IGAF immer wieder erfahren habe.

Somit ist auch klar, weshalb die Ambitionen von Gleichstellungspolitik ablehnenden Antifeministen, welche sich in die Parlamente wählen lassen wollen zu begrüssen sind, während die Anmassung von gewissen Männergruppen, Teil der Umerziehungsbürokratie zu werden, jedoch abzulehnen ist. Es macht auch einen erheblichen Unterschied, ob man sich lediglich um die handfesten, gesetzlichen Diskriminierungen der Männer kümmert und all jene Ideologien zurückdrängen will, welche darüber hinaus weltanschauliche Ansichten durchsetzen möchten oder ob man aktiv den Menschen eine nicht legitimierbare Autorität in Sachen geschlechtlicher Identität sein möchte.

- Konsequenz:

Spätestens jetzt sollte allen klar werden, dass die Geschlechterpolitik eine willkürliche, unweigerlich ungerechte und zwangsläufig zum Scheitern verurteilte Ansammlung von teuren und nutzlosen Massnahmen ist. Die Männerrechtsbewegung muss deshalb jede Art von Geschlechterpolitik ablehnen. Nur so kann konsistent und frei von Heuchelei gefordert werden, dass die feministische Geschlechterpolitik beendigt werden soll. Nur so kann vermieden werden, dass nach der Überwindung des feministischen Zeitalters Männeraktivisten auf den Plan treten und den gleichen unmenschlichen Zirkus mit umgekehrtem Vorzeichen erneut einführen. Deshalb müssen Maskulisten und Antifeministen immer wachsam sein und jene Aspirationen innerhalb der Männerrechtsbewegung verdrängen, welche es den Feministen und Genderisten in Sachen totalitärer Umerziehung gleich tun wollen.

Geschlechterpolitik begrüssende Männeraktivisten

Obwohl der Begriff 'Maskulisten' häufig auf die gesamte Männerrechtsbewegung angewendet wird, sind tatsächlich nur ein Teil aller antifeministischen und männerrechtlerisch aktiven Personen auch wirklich Maskulisten. Während Antifeministen in erster Linie Ideologiekritiker und Männerrechtler primär Interessensvertreter sind, lehnen Maskulisten darüber hinaus noch jegliche Art von staatlicher Umerziehung und Einseitigkeit ab. Deshalb fordern sie auch ein Ende der Geschlechterpolitik und die wahre Gleichberechtigung für beide Geschlechter.

Doch es gibt nicht wenige Männeraktivisten, welche sich zwar mit Hingabe für Männer einsetzen, jedoch im Vergleich zu Maskulisten und den konsequenten Antifeministen der IGAF die Geschlechterpolitik nicht ablehnen, sondern diese begrüssen und mitprägen wollen. So möchte der schweizerische Verein Männer.ch rund um Markus Theunert Teil der helvetischen Gleichstellungspolitik werden und sucht deshalb den (bereits fehlgeschlagenen) Dialog mit Vertretern des hiesigen Staatsfeminismus. Der Männerrechtler-Verein Manndat e.V. bezeichnet sich selber sogar als "geschlechterpolitische Initiative" und forderte im Fall rund um Goslar eine Erweiterung der bisherigen Gleichstellungspolitik auf Jungen und Männer. Der schweizerische Männerverein GeCoBi, sieht sich laut dessen Präsidenten Oliver Hunziker als "gleichstellungsfreundlich" und bekennt sich zu einem Dialog mit dem Staatsfeminismus, ausserdem wird der geringe Zufluss von staatlichen Geldern an "konstruktive" Männerorganisationen beklagt.

Auch der Männerverein Agens e.V., bei dem die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling Mitglied ist, befürwortet Geschlechterpolitik, auch wenn sie der jetztigen Gleichstellungspolitik in vielen Punkten widersprechen. So lehnen sie den dort vorherrschenden Genderismus ab, jedoch auch den Kampf für Männerrechte, genauso wie Männer.ch diese nicht in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit rücken will:

 "Agens Grundüberzeugung ist: [...] Mann und Frau ergänzen sich bei Bewahrung ihrer anthropologischen Besonderheiten und ihrer individuellen Lebensentwürfe ohne einen Kampf um Rechte von Mann oder Frau." (hier; das fett markierte Wort 'ohne' stammt von Agens e.V. selbst)

"Wir verweigern uns dabei dem einfacheren Weg, uns als «Emanzipationsverlierer» zu gebärden und die (durchaus bestehenden) Diskriminierungen von Männern ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen." (hier; von Männer.ch)

Auch steht auf der Homepage von Agens e.V., dass man die "verstaatlichte" Geschlechterpolitik zurück in die Privatsphäre führen möchte, während man den folgenden Textabschnitt zur Zukunft der Männerrechtsbewegung vom Blog des nach wie vor in der Agens e.V. aktiven Gründungsmitglieds Arne Hoffmann liest:

"Sobald die Männerrechtsbewegung Teil der Geschlechterpolitik in Deutschland geworden ist, dürfte Gesterkamp feststellen, dass er seinen "cordon sanitaire" lediglich um sich selbst gezogen hat und jetzt darin festsitzt wie in einem verschütteten Bunker."

Arne Hoffmann steht selbst dem Konzept der genderistischen Umerziehung nicht wirklich kritisch gegenüber, was man in diesem Blogeintrag sehen kann, in dem angedeutet wird, dass eine auch Männer umfassende "Genderpolitik" durchaus wünschenswert sein könnte - was allerdings mit der offiziellen Position von Agens e.V. in Sachen Genderismus (siehe hier: "Gegenposition zur "Dekonstruktion der Geschlechter"", ein zentraler Bestandteil von "undoing gender") im Widerspruch steht:

"Eine neue Studie weist jedoch darauf hin, dass auch die kernigsten Machomänner von "Undoing Gender" profitieren könnten: [...] Nun ist das lediglich eine einzelne Studie, und wie Männer anstelle von Frauen von Genderpolitik profitieren können, wird in unserer feministisch geprägten Gesellschaft kaum untersucht. [...] Über solche Fragen wäre eine konstruktive Sachdiskussion zwischen Soziologen, Feministinnen, Männerrechtlern und weiterer Fraktionen wünschenswert."

Es erstaunt somit, dass Arne Hoffmann von Einzelnen als der "Godfather of Masculism" bezeichnet wird. Er  ist sicherlich ein bedeutender Männerrechtler in der deutschsprachigen Männerrechtsbewegung, jedoch kein Maskulist im engeren Sinne, da seine Position in Sachen Genderismus, Geschlechterpolitik und Staatsfeminismus inkompatibel mit dem Maskulismus nach Savvakis ist. Für einen Aussenstehenden ist die Unterscheidung zwischen Maskulist und Männerrechtler wohl auf den ersten Blick zweitrangig - gerade deshalb ist es wichtig, die maskulistische Position nicht auch noch intern zu verwässern.

Als mahnendens Negativbeispiel dient uns allen das deutsche Bundesforum für Männer, welches lediglich als Legitimitätsfassade des deutschen Staatsfeminismus dient, so dass diese weiterhin ungestört ihre feministische Agenda vorantreiben können. Sollte ihnen jemand dumm kommen und es wagen, sie auf ihre Einseitigkeit und Männerfeindlichkeit hinzuweisen, weisen sie lapidar mit dem Finger auf diese Speichellecker und meinen desinteressiert, man mache doch auch etwas für Männer. Doch dieses "etwas" besteht lediglich aus Umerziehung und Unterjochung:

"Ziel des Bundesforums ist es, einengende und dominante Männlichkeitsstrukturen und Rollenbilder zu überwinden."

"Das Bundesforum trägt zur Vernetzung einer Arbeit mit Jungen bei, die Jungen Handlungsoptionen und Zukunftsperspektiven jenseits patriarchaler und einengender Rollenvorstellungen ermöglichen. Jungen werden bei der Entwicklung von Lebensentwürfen gefördert, die ihnen Perspektiven auf eine mündige, verantwortliche und geschlechtergerechte Teilhabe an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen eröffnen."

Femigenderistische Umerziehungsideologie in Reinkultur, mitten in einem Positionspapier einer grosszügig vom Staatsfeminismus finanzierten, deutschen Männerorganisation. Dies ist die Endstation von zu viel Kompromissbereitschaft und Rücksichtsnahme auf den Erzfeind, dem man schlussendlich jedes ernsthafte Anliegen in Sachen Männerrechte unterordnet, nur um seine Pöstchen beim Staat nicht zu verlieren.

Wollen wir, die deutschsprachige Männerrechtsbewegung, so enden?

In einem anderen Blogeintrag von Arne Hoffmann findet man folgenden Satz, welcher unmissverständlich den Unterschied zwischen den geschlechterpolitisch motivierten Vereinen Agens e.V. und Manndat auf der einen Seite und der Geschlechterpolitik ablehnenden und sich einem Dialog mit dessen gefügigen Vertretern verweigernden IGAF kommuniziert:

"Für die meisten Männer würde sich früher oder später eine Schattierung finden, die ihrem eigenen Naturell am besten entspricht: die Leisetreter und Softis landen im Bundesforum, die Hardliner und Fundis in der IGAF, die Pragmatiker bei AGENS und MANNdat usw.."

Deutschsprachige Männeorganisationen lassen sich also zunächst auf einer Linie zwischen dem Geschlechterpolitik vollständig befürwortenden Extrem auf der einen Seite und dem Geschlechterpolitik  komplett ablehnenden Extrem einordnen. Ob man dieser Einteilung dann die Prädikate pragmatisch, leisetreterisch oder fundamentalistisch gibt, hängt von der Positionierung gegenüber dem Konzept einer umerzieherischen Geschlechterpolitik und von allfällig vorhandenen politischen Scheuklappen und Hemmungen ab.

Besonders pragmatisch, ungehemmt und konstruktiv ist Agens e.V., welcher sogar ein Vertreter des männerumerzieherischen und staatsfeministischen Bundesforums für Männer an eine selbst organisierte Diskussionsveranstaltung für einen sachlichen Austausch einlud, wie Arne Hoffmann auf seinem Blog verkündet. Es ist durchaus legitim zu fragen, was Männerrechler mit dem Abgesandten eines umerzieherischen Blockflötenvereins des institutionalisierten Feminismus zu besprechen haben.

Während das Bundesforum für Männer in Deutschland ein Paradebeispiel für einen Verein ist, der umerzieherische Geschechterpolitik im feministischen Sinne widerspruchslos gut findet und sich ihr unterordnet, taucht als nächstes Männer.ch und GeCoBi auf, während Agens e.V. und Manndat schon weiter von diesen beiden entfernt stehen. Nahe dem anderen Extrem folgen die schweizerische Männerrechtspartei und die IGAF, sowie wir Maskulisten.

Kritik

Männerrechte und somit auch der Kampf gegen Männerdiskriminierung stehen bei einigen Männervereinen nicht im Fokus ihrer Arbeit, was angesichts der bereits Dekaden andauernden, handfesten gesetzlichen und juristischen Diskriminierungen der Männer in Deutschland und in der Schweiz doch etwas verwunderlich ist, denn diese Missstände sind nicht selten das direkte Resultat des wirkenden Staatsfeminismus.

So will der schweizerische Staatsfeminismus nun sogar schon das Existenzminimum geschiedener Männer antasten, wenn es um Unterhaltszahlungen geht. Deutschland wurde bereits mehrmals vom europäischen Gerichtshof gemahnt, weil der deutsche Staatsfeminismus die Menschenrechte von Vätern missachtet. Und in Österreich werden dem österreichischen Staatsfeminismus unliebsame Väterrechtler sogar in den Knast geworfen, wenn sie sich gegen Ungerechtigkeit wehren. Wer mit solchen Leuten sachlich diskutieren will, der hat noch nicht so ganz begriffen, mit welchen Männerhasserinnen er es hier zu tun hat.

Doch diese Haltung wurde vermutlich bewusst gewählt, um nicht sofort die Gunst des Staatsfeminismus zu verlieren, den man ja zu einem "Geschlechterdialog" bewegen möchte. Aber ist eine Verwässerung der Absichten bereits am Anfang des Kampfes wirklich sinnvoll? Wenn man als Männerrechtler schon von Beginn weg in seinen zentralen Anliegen zu grosse Kompromissbereitschaft an den Tag legt, werden einen dann andere Interessensgruppen überhaupt ernst nehmen? Oder wird der institutionalisierte Erzfeind nicht viel mehr versuchen, diese gnädigste Kompromissbereitschaft bis aufs Äusserste auszunutzen, um die Forderungen der geschlechterpolitischen Männeraktivisten in ihrem Gehalt auf ein Nichts zu reduzieren, immer mit der Drohung verbunden, den zaghaften Dialog beim leisesten Hauch von Gehorsamsverweigerung sofort abzubrechen?

Dies würde dem Wesen der totalitären, feministischen Ideologie am ehesten entsprechen und drängt sich dem Staatsfeminismus auch aus rein machterhalterischen Überlegungen geradezu auf. Auch führt jede Aspiration in Richtung eines Dialogs mit diesem Moloch dazu, dass man diesem in der Öffentlichkeit zusätzliche Legitimität gewährt, die er eigentlich von Beginn weg gar nicht hat. Ein Dialog kann deshalb nur erfolgen, wenn beide Parteien eine ähnliche Machtbasis aufweisen, an einem runden Tisch sitzen, jedoch nicht, wenn die eine Gruppe einen Guerillakrieg führen muss, während der Gegner in schwer befestigten Bunkern sitzt und Luftunterstützung zur Verfügung hat. Es ist somit naiv zu glauben, dass der Gegner einen ernsthaften Dialog mit handfesten Erfolgen für die Männerrechtsbewegung führen wird, wenn dieser noch die volle Macht des Staates hinter sich hat und dessen Ideologie jeglicher Kompromiss, welcher nicht dem Machterhalt dient, zuwider läuft.

Klar dargelegt habe ich die Intention mancher Männervereine, dass man Geschlechterpolitik nicht abschaffen und endgültig beenden, sondern diese vielmehr umgestalten und weiterbetreiben möchte. Nicht nur das, Agens e.V. rund um Arne Hoffmann strebt sogar eine so zentrale Position innerhalb des Staatsapparates an, dass man den gut im aktuellen Staatsfeminismus vernetzten und breit vom institutionalisierten Erzfeind unterstützten Musterpudel Thomas Gesterkrampf (auch der "ungläubige Thomas" genannt, da er die Auswüchse der feministischen Ideologie und der Männerdiskriminierung nicht sehen will) sinngemäss zu isolieren vermag ("verschütteter Bunker"). Diese Einstellung kollidiert jedoch mit der offiziellen Absichtserklärung von Agens e.V., dass man die Geschlechterpolitik zurück in die Privatsphäre führen wolle. Dies verwundert, denn Arne Hoffmann kennt den grossen Maskulisten Michail A. Savvakis persönlich und ist vermutlich auch mit dessen Standpunkt bestens vertraut, hat diesen sogar einmal interviewt und bezeichnete sich selber früher regelmässig als Maskulist, was bei seinem glasklaren Bekenntnis zur Geschlechterpolitik doch etwas erstaunen vermag.

Obwohl also Agens e.V. eine der Kernforderungen des Maskulismus - die Abschaffung der umerzieherischen Geschlechterpolitik - ablehnt, nehmen dessen Vertreter munter Interviewanfragen zum Thema Maskulismus an (siehe hier das Resultat, wobei die schlechte Qualität die Schuld der Journalistinnen ist), statt diese an den prominentesten Maskulisten Michail A. Savvakis weiter zu leiten:

"[...] eine Redakteurin des ORF, die mich um ein Interview zum Thema "Maskulismus" bat (den Job hat jetzt allerdings Professor Amendt übernommen, der ohnehin zeitweise in Wien sitzt)."

Dies wird dahingehend kritisch, da Agens e.V. den Maskulismus als eine "radikale Ideologie" sieht und offensichtlich keine Ahnung hat für was er genau steht, denn sonst wüssten sie, dass der Maskulismus nicht ein Äquivalent des Feminismus mit umgekehrtem Vorzeichen ist:

 "Der notwendig gewordene Begleitschutz für Prof. Dr. Gerhard Amendt auf dem Düsseldorfer Männerkongress (aufgrund feministischer Drohungen) hat uns sensibel gegen jedwede radikale Ideologie gemacht, sei es Feminismus oder Maskulismus."

Auch die Kritik an der IGAF ist bezeichnend. Fundamentalistisch ist gerade nicht der direktere Ansatz, welche die Probleme endlich beim (feministischen) Namen nennt, während Vereine wie Männer.ch und GeCoBi munter mit Männerfeinden in den Dialog treten, sondern die Anmassung, die intellektuelle und totalitäre Fehlkonstruktion namens Geschlechterpolitik weiterführen zu wollen. Und eine maskulistische Haltung in Sachen Feminismus und Geschlechterpolitik ist auch nicht das gefürchtete "Hardlinertum", sondern lediglich konsequent und widerspruchsfrei - mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass man sich in seinem Engagement für Männerrechte und wahre Gleichberechtigung nicht unglaubwürdig macht.

Arnes Eindruck, die IGAF sei etwas für "Hardliner und Fundis" hat wohl auch damit zu tun, dass die IGAF forsch die Schliessung aller Frauenhäuser forderte (was, wie wir mittlerweile wissen, auch Monika Ebeling in Erwägung gezogen hat). Allerdings hat auch Prof. Amendt, welcher jetzt aktives Mitglied bei Agens e.V. ist, schon vor zwei Jahren gefordert, dass Frauenhäuser geschlossen werden sollten, was den Vorwurf des "Hardlinertums" relativieren sollte - es sei denn, man habe aus eigenen Motiven heraus ein Problem mit der konsequenten Ablehnung der Geschlechterpolitik durch die IGAF.

Doch der Wunsch nach Geschlechterpolitik und dem Streben nach wahrer Gleichberechtigung widersprechen sich, da die wahre Gleichberechtigung im Maskulismus die unweigerliche Einseitigkeit und Ungleichbehandlung einer jeglichen Geschlechterpolitik ablehnt. Wenn der Maskulismus und seine Anliegen für eine Person mehr als nur Lippenbekenntnisse sind, dann kann sie schon alleine aus Gewissensgründen keine Geschlechterpolitik betreiben.

Ein behelfsmässig überbrückter Graben

Wenn man nun einerseits die maskulistische Position und jene gewisser Männeraktivisten bezüglich einer Geschlechterpolitik anschaut, so wird deutlich, weshalb bestimmte Elemente der Männerrechtsbewegung schnell und eifrig die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling unterstützt haben, während mir kein Maskulist bekannt ist, der genauso enthusiastisch und aktionistisch dieser äusserlich geläuterten Feministin zu Hilfe geeilt wäre.

Diese Tatsache widerspiegelt ein schon länger gärender, weltanschaulicher Gegensatz zwischen Strömungen innerhalb der Männerrechtsbewegung, die sich uneins sind, wie man mit dem Staatsfeminismus und dem Feminismus an sich verfahren soll. Während die Einen den Staatsfeminismus nur gründlich durchschütteln und dann neu besetzt weiter betreiben möchten, wollen die Anderen diesen zum Wohle aller Menschen abschaffen.

Vertreter beider Lager sind sich diesem weltanschaulichen Graben durchaus bewusst, was jedoch bisher kaum jemanden davon abgehalten hat, bei nötiger Gelegenheit gemeinsam aufzutreten und sich zu solidarisieren. So werden Markus Theunert und Gerhard Amendt (Mitglied von Agens e.V.) am zweiten internationalen Antifeminismustreffen auftreten, während René Kuhn vor einiger Zeit ein interessantes Gespräch mit Monika Ebeling führte. Eckhard Kuhla, ein Vorstandsmitglied von Agens e.V. trat am ersten internationalen Antifeminismustreffen auf. Und Arne Hoffmann stand in intensivem Kontakt mit dem Präsidenten des Vereins Antifeminismus Urs Bleiker nach dem dieser nachts auf offener Strasse angeschossen wurde.

Männer.ch distanzierte sich zunächst offen von der IGAF und von der Männerpartei, was jedoch die Spitzen von Männer.ch und dem Verein Antifeminismus nicht davon abhält, sich fortan zweimal pro Jahr zu einem Orientierungsgespräch zu treffen. Dieser Sinneswandel von Männer.ch in Bezug auf die IGAF wurde auch von der NZZ bemerkt. Dieser Kurswechsel liegt wohl auch darin begründet, dass es innerhalb der Mitgliedschaft von Männer.ch grosse Sympathien für den organisierten Antifeminismus gibt (genauso wie viele Mitglieder von GeCoBi laut Oliver Hunziker mit der IGAF sympathisieren). Deren Präsident Markus Theunert muss also einen schwierigen Spagat zwischen staatsfeministischen Kreisen (mit denen er mittelfristig gerne zusammenarbeiten möchte) und den Wünschen und Anliegen vieler Mitglieder schaffen, welche dem Ansatz der IGAF nicht abgeneigt gegenüber stehen.

Wir haben es also mit weltanschaulichen Differenzen zu tun, die uns jedoch im Alltag nicht unbedingt von der gemeinsamen Arbeit abhalten. Was in vielen Fällen auch begrüssenswet ist. Dennoch müssen wir in Zukunft vorsichtig bleiben und genau prüfen, welche Positionen zum Staatsfeminismus potenzielle Verbündete vertreten.  

Konklusion

Der Fall Goslar ist somit nicht nur deswegen interessant, weil er den Feminismus wieder einmal als eine totalitäre Ideologie entlarvt hat, sondern auch, weil er teilweise interessante Einblicke in die aktuellen Mechanismen der deutschsprachigen Männerrechtsbewegung gewährt. Vorallem die unterschiedliche Haltung der verschiedenen Vereine innerhalb der Männerrechtsbewegung zum Konzept der Geschlechterpolitik liess sich relativ deutlich am Ausmass ihres Engagements für die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling erkennen.

Dabei ist die oft mühselige Arbeit der zahllosen (antifeministischen) Männervereine im deutschsprachigen Raum von unschätzbarem Wert und diese soll nicht unter den Tisch gekehrt werden. Denn jeder Verein stellt ein Sammelbecken von Expertenwissen und Ansätzen dar, welche die Männerrechtsbewegung bereichern und durch ihre mehrspurige Aufgleisung eine aussergewöhnliche Flexibilität verleihen. Man soll weiterhin die Zusammenarbeit vorantreiben, sofern dies aufgrund weltanschaulicher Gemeinamkeiten möglich ist. Dennoch muss man ein wachsames Auge auf gewisse Tendenzen innerhalb der Männerrechtsbewegung haben, damit sich die Fehler des Feminismus nicht wiederholen.

Man könnte zwar zu Gunsten von Geschlechterpolitik befürwortenden Vereinen wie Agens e.V. und Manndat argumentieren, dass die indirekte Demokratie Deutschlands weniger und mühsamere Einflussmöglichkeiten bietet, als das direktdemokratische Modell der Schweiz und dass deshalb ein Dialog mit dem Staatsfeminismus so gut wie unvermeidbar sei um etwas erreichen zu können. Doch haben nicht Stuttgart 21 und die Anti-Atombewegung gezeigt, dass auch nur vom Volk getragene politische Anliegen in Deutschland durchaus einflussreich sein können? Auch in einer direkten Demokratie wird einem nichts geschenkt, so dass ein Bekenntnis zur Geschlechterpolitik kaum durch das jeweils vorherrschende politische System gerechtfertigt werden kann.

Wir Maskulisten haben uns geschworen, den grausamen Geschlechterkampf, welcher der Feminismus über uns gebracht hat, ein für allemal zu beenden. Denn wir Männer wissen aus eigener Erfahrung, mit welcher Verachtung und Brutalität eine von Medien und Universitäten gestützte, institutionalisierte, geschlechterpolitische Ideologie gegen Menschen zweiter Klasse vorgeht. Innerhalb einer rasch an Mitgliedern und Einfluss gewinnenden Männerrechtsbewegung dürfen wir deshalb trotz des berauschenden, aktuellen Erfolges nicht über einige zentrale Grundsätze hinwegsehen! Nur wenn wir verhindern, dass sich ideologische Einseitigkeit und der wahren Gleichberechtigung zuwiderlaufende Partikularinteressen innerhalb der Männerrechtsbewegung einnisten, können wir den Geschlechterkampf ein für allemal beenden.

Denn sollten wir scheitern, wird es in dreissig oder vierzig Jahren tatsächlich einen institutionalisierten Feminismus mit umgekehrtem Vorzeichen geben! Genauso wie Konstantin der Grosse sich gegen seinen Rivalen durchsetzen konnte, weil er im Zeichen des Kreuzes kämpfte und somit den endgültigen Aufstieg des Christentums und somit des Westens begründete, müssen somit auch wir uns an jene Grundsätze halten, die uns den vollständigen Sieg bringen werden.


Konstantin der Grosse erblickt das Chi-Rho am Himmel

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Ich hab den Text nicht geschafft. Ungeheuere Fleißarbeit Manifold. Respekt.

Aber ganz ehrlich: Das alles ist (zumindest mir) bis zum Erbrechen bekannt.

Ich muss nicht wissen, wie ich argumentieren kann sondern was man genau dagegen tut.

Reggi hat gesagt…

Ich finde die Argumentation gegen JEDE Geschlechterpolitik gut begründet, glaubwürdig und überzeugend.

Danke Manifold.

Ich schätze sowohl Arne Hoffmann als auch Michail A. Savvakis - gut, dass es sie beide gibt.

Bei aller Wichtigkeit die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen verschiedenen männerrechtlichen Ansätzen zu analysieren, sollte m.E. allerdings unbedingt darauf geachtet werden zu vermeiden, dass sinnlose interne Kämpfe darüber entstehen, welche Seite nun den wahren Maskulismus vertritt. Die endlosen Streitereien unzähliger linker Sekten über die richtige Auslegung des Marxismus sollte uns diesbezüglich warnendes Beispiel sein.

Die Volksfront des Maskulismus gegen die maskulistische Volksfront – das ist unsere Sache nicht.

Freue mich auf weitere Texte von dir.

Gruß

Reggi

Alexander hat gesagt…

Ich will keine 'internen Kämpfe'. Ich bin auch kein 'Maskulinist', sowenig wie ich ein 'Antifeminist' bin. Ich bin überhaupt kein 'nist'. Ich bin schlicht und ergreifend ein Mann.

Männer diskutieren nicht, sie handeln.

Reggi hat gesagt…

Und maskulistische Männer können sogar denken, diskutieren und handeln. :)

Unbeeindruckt sowohl von traditionalistisch-hierarchischen Männlichkeitskonstrukten genauso wie von genderistischer Umerziehung vermögen Maskulisten ihr gesamtes männliches Potential zu entwickeln und im Geiste der Gleichwertigkeit beider Geschlechter und mit dem Ziel wahrer Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung durch Worte und Handlungen, die für die Mehrheitsbevölkerung vermittelbar sind, zum Ausdruck zu bringen.

Anonym hat gesagt…

5.367 Wörter !
Ich habe alles gelesen.
Der feministische Mob hat sich mit der willkürlichen Aktion gegen Monika Ebeling nur ins eigene Fleisch geschnitten.
So geben sie uns ungewollt Auftrieb.
Ob ich als Hardliner, Fundamentalist oder Fanatiker angesehen werde, ist mir nicht so wichtig.
Wichtig ist dass ich unbeirrt und entschlossen meinen Kampf gegen die ganzen ungeheuerlichen Ungerechtigkeiten führe, mit Herz und Verstand.
Wir Maskulisten sind sehr kreativ, alleine schon deswegen darf man uns nicht für tot erklären.
Ein kreativer, wissbegieriger, willensstarker Mann wie Leonardo da Vinci hat der Welt mehr Fortschritt gebracht als alle Feministen zusammen.
Die feministische Schar soll also bitte keine Milchmädchenrechnung machen.


Zeitraffer

kikri hat gesagt…

Die Geschehnisse der letzten Monaten sollte viel zum Umdenken animiert haben.
Sie erkennen, dass Frau=gut=Opfen und Mann=schlecht=Täter nicht stimmt.

Die Geschehnisse:
- Kachelmann-Prozess
- Schlacht von Goslar
- tolerante Linke bzw. 1. Antifeministen-Treff
- Nichtakzeptanz von A. Thanei, dass sie von der SP-Zürich keinen NR-Listenplatz bekommt. Ja wenn Feministinnen keinen Vorteil bekommen zeigen sie ihr Gesicht: undemokratisch und zickig

kikri hat gesagt…

@Zeitraffer
vor einigen Jahren hast das Gleichstellungbüro des Bundes verlauten lassen, dass "sexuelle Belästigung" mit dem Blondinenwitz beginnt.
Wenn ich jemand frage, was "sexuelle Belästigung" sei und wo es anfängt, sind die meisten (über meine Unwissenheit) irritiert und meinen: "das weiss doch jeder".
Mein einwang "Blodinenwitz" habe ich leider nicht mehr in I-net gefunden.
Weiss jemand mehr?
Ich würde gerne einen Ausdruck als Beweis mit mir herumschleppen.

Anonym hat gesagt…

@ Manifold
Kannst du bitte meinen letzten Kommentar löschen ?
Mir sind einige Rechtschreibfehler unterlaufen, Zeitraffer habe ich 2 x hingeklatscht.
Ich schäme mich -.-

@ kikri
Einige Blondinenwitze sind ganz schön deftig. Oft reagieren die Frauen aber auch über und beschuldigen Unschuldige.
Es gibt auch Frauen die sexuell aggressiv sind und masochistische Frauen Arschlöcher, Widerlinge und Fieslinge anziehend finden.
Ich bin gar nicht so sexfixiert wie es Männern grundsätzlich unterstellt wird.
Ich mag Frauen wie Eva Herman, Astrid von Friesen, Sophie Scholl und Anna Politkowskaja sehr.
Keine davon ist ein Sexobjekt.

Manifold hat gesagt…

@ Zeitraffer:

Ich werd's mal löschen, solltest du deine Meinung ändern, werde ich den Kommentar wieder reinstellen.

knn hat gesagt…

@Zeitraffer ((("sexuelle Belästigung" mit dem Blondinenwitz beginnt.")))

Frauen aus unseren Witzen herauszuhalten ist Diskriminierung.

Noch mehr dieser Wahrheiten gibt es unter http://bloganddiscussion.com/antifeminism/200/never-help-a-woman-dont-be-an-enemy-of-emancipation/

Manifold hat gesagt…

@ knn:

Der Text ist ja mal der Hammer! Wir sollten mehr solche satirischen Texte über den Feminismus schreiben.

Anonym hat gesagt…

Ich nenne mich nicht mehr Zeitraffer.

fertigg hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Rat der Weisen hat gesagt…

Meine neue Identität.

Manifold hat gesagt…

@ Zeitraffer:

Halt uns mit deinem Blogprojekt unbedingt auf dem Laufenden.

Viel Glück!

Rat der Weisen hat gesagt…

Ich habe das Buch von der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig gelesen. "Das Ende der Geduld - Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter".
Mit keinem Wort erwähnt sie jugendliche Gewalttäterinnen.
Dabei habe ich doch bei einer Umfrage von über 300 jungen Frauen fest gestellt dass allein über 72% von denen mindestens 1 Mal körperliche Gewalt gegen Jungen und Männer angewendet haben.
Diese ganze Kriminalitäts-diskussion ist unfair und unaufrichtig.
Würde es wirklich um reine Kriminalitäts-Bekämpfung gehen müsste man wahrscheinlich weit über 90% der jungen Frauen zunächst einmal in Untersuchungshaft nehmen.

Alleine schon die Zahl der jungen Frauen die Rechtsmittel missbräuchlich einsetzen ist immens groß.