Dienstag, 27. Dezember 2011

Gegen die feministische Vereinnahmung von schwulen Männern

Seit Jahrzehnten missbraucht der Feminismus die Schwulen für die eigene Sache. Gerade der Genderismus sieht Homosexualität als ein Vehikel, mit dem die eigenen ideologischen Interessen kaschiert und gerechtfertigt werden können. Denn Homosexualität wird als Trumpfbanner von den Genderhorden vorneweg getragen, um die sich gefälligst alle alternativen Lebensweisen sammeln und zu dem alle anderen Menschen hin umerzogen werden sollen.

Doch zwischen dem Feminismus mit seinen verbündeten Verbänden der Berufstunten und dem gewöhnlichen, aufrechten Schwulen liegen ganze Welten, wie wir vor einiger Zeit bereits gesehen haben. Der Feminismus deckt nicht nur aufmüpfige Schwule, die sich gegen ihre Instrumentalisierung durch diese männerhassende Ideologie wehren, mit Hass und Verachtung ein, sondern droht ihnen auch offen mit Solidaritätsaufkündigung, wenn sie nicht nach der feministischen Pfeife tanzen und sich nicht noch weiter von ihren heterosexuellen Geschlechtsgenossen distanzieren.

Dennoch ergreifen die Feministen und Genderisten vordergründig so dermassen übereifrig Partei für die Rechte von Schwulen, als meinten sie, man würde ihnen ihre Doppelzungigkeit nicht anmerken. Doch was ist das Engagement für die Rechte einer Gruppe wert, wenn sie sich anschliessend lediglich so verhalten darf, wie es die feministischen WohltäterInnen verlangen? Was bleibt von der Verbesserung der rechtlichen Situation, wenn man dafür seine Würde und seine Seele dem feministischen Teufel verschachern musste?

Denn eigentlich kommen die Schwulen im feministischen Weltbild nicht vor - weder sind sie böse, heterosexuelle Männer, die das sogenannte "Patriarchat" aufrechterhalten würden, noch gehören sie zur einzigen, wahren Klientelgruppe des Feminismus - den Frauen. Schwule sind für den Feminismus somit weder als Feindbild, noch als Günstlingsgruppe wirklich interessant, sondern lediglich als politisches Kanonenfutter, das man gegen die heterosexuellen Geschlechtsgenossen aufzuhetzen versucht.

Es ist also klar, dass zwischen politisch instrumentalisierten, schwulen Speichelleckern des Feminismus und aufrechter, männlicher Homosexualität, die mit dieser Ideologie nichts zu tun haben will, unterschieden werden muss. Denn ist es nicht offensichtlich für die Augen freier Männlichkeit, dass Männerrechtler, Maskulisten und Antifeministen schon jetzt wesentlich mehr mit den Schwulen gemeinsam haben, als es die Feministen und Genderisten in ihrem grössten Vereinnahmungseifer es jemals erreichen könnten?

Nicht nur teilen wir das gleiche Geschlecht und somit eine ähnliche, biologisch bedingte Herangehensweise an die Welt, sondern uns allen ist eine besondere Zuneigung zu Männern gemein. Diese mag bei Schwulen solidarisch-körperlich und bei uns solidarisch-politischer Natur sein, nichtsdestotrotz verfügen wir über besondere Formen der Sympathie für das männliche Geschlecht, welche im krassen Gegensatz zur alltäglichen Männerverachtung der feministisch verseuchten Gesellschaft stehen. Es ist dieser vielseitige, positive Bezug zum eigenen männlichen Selbst, den Schwule, Maskulisten, Männerrechtler und Antifeministen teilen, der uns aus der Mitte der gesellschaftlichen Misandrie entrückt und uns im gleichen Ausmass, aber auf verschiedene Weise, zu Ausgestossenen macht.

Aufgrund dieser tieferen Verbundenheit ist es somit nicht ein marktschreierisches, verräterisch-vorgeschobenes Engagement für Schwule, wie jenes der Feministen, sondern einen ähnlich positiven Bezug zum männlichen Geschlecht, das uns dazu drängt, ideologisch-weltanschauliche Gräben zwischen Männerrechtlern und Schwulen zuzuschütten und zum Wohl unseres gemeinsamen Geschlechts näher zusammen zu rücken. Denn im Maskulismus kann der Schwule nicht einfach ideologisches Kanonenfutter oder Feindbild sein, sondern einzig und allein ein weiterer Mann, dessen Würde und Rechte durch den Feminismus mit Füssen getreten werden.

Es ist darum verständlich, dass Feministinnen nichts mehr fürchten, als dass Schwule aufstehen und ihnen den Mittelfinger zu zeigen beginnen, denn ihr von Natur aus positiver Bezug zum eigenen, männlichen Selbst, gepaart mit ihrer Unempfänglichkeit für sexuelle Manipulation durch Frauen prädestiniert sie geradewegs dazu, antifeministische Leuchtfeuer männlicher Emanzipation zu werden!


Ein gemeinsamer, positiver Bezug zum Mannsein

Samstag, 24. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch allen da draussen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich habe leider momentan extrem viel um die Ohren, weil der Abschluss meines Studiums nun kurz bevor steht, aber ich werde dennoch versuchen, mich hin und wieder mit einem Blogeintrag zu melden.

Denn Stoff zum Schreiben hätte ich tonnenweise, doch es ist die zu knappe Zeit und die ständig steigende Komlexität, zunehmende Recherchearbeit und so weiter, die einen da häufig einen Strich durch die Rechnung macht. Nichtsdestotrotz werde ich versuchen, für euch weiterhin am Ball zu bleiben.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Feministische Propaganda zur häuslichen Gewalt und deren Widerlegung

Der Feminismus versucht seit Jahren die Öffentlichkeit zum Thema häuslicher Gewalt für sich zu vereinnahmen, obwohl Frauen genauso häufig und mindestens genauso brutal wie Männer Gewalt in Partnerschaften ausüben. Diese unangenehmen Fakten wundern nicht, denn rund die Hälfte der Frauen haben kein Problem damit, Männer zu schlagen. Und dies ist gerade deshalb schlimm, weil Frauen wesentlich häufiger als Männer ihren jeweiligen Partnern schwere Verletzungen zufügen.

Dennoch soll die Gesellschaft lediglich die Frau als das einzige, wichtige Opfer von häuslicher Gewalt sehen. Dabei sind diesen Mythos widerlegende Erkenntnisse über die Brutalität der Frauen in Partnerschaften teilweise schon über zehn Jahre alt. Dies hält jedoch die Feministen und ihre Helfershelfer nicht davon ab, weiterhin einseitige Kampagnen und Plakate zu fabrizieren, mit denen auf einseitige und typisch ideologisch faktenresistente Weise lediglich die Gewalt gegen Frauen angeprangert werden.


Der Mann wird  deutlich als einziger, relevanter Täter markiert ...

In diese Marschrichtung blasen die zahllosen "Gewalt gegen Frauen"-Kampagnen, die als regelrechte Indoktrinationswellen regelmässig über alle europäischen Ländern hinwegfegen - mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass mehr Männer Opfer von Gewalt werden, als Frauen. Dennoch sollen Frauen vermehrte Aufmerksamkeit in der Gewaltbekämpfung erhalten, als wäre ein weibliches Gewaltopfer irgendwie schlimmer oder schwerwiegender als ein männliches.


... und bewusst wird die Frau als das ewige Opfer dargestellt ...

Doch warum soll nur häusliche Gewalt gegen Frauen bekämpft werden, wenn damit die Hälfte aller Fälle von (schwerer) häuslicher Gewalt ausgeblendet werden? Weshalb soll nur Gewalt gegen Frauen speziell bekämpft werden, wenn diese wesentlich seltener als Männer Opfer von Gewalt werden?


... obwohl Frauen seltener von schwerer Gewalt betroffen sind ...

In beiden Fällen haben wir es mit einem deplatzierten, gynozentrischen Aktionismus zu tun, welche jeweils nicht auf die tatsächliche Bekämpfung eines Problems abzielt - denn sonst würde man alle Fälle häuslicher und sonstiger Gewalt unabhängig vom Geschlecht der Opfer bekämpfen. In der momentanen, frauenfixierten Form dieser Kampagnen liegt also der Verdacht nahe, dass es hier mehr um die Kultivierung eines Problems geht, nicht um deren tatsächlichen Lösung.


... und sie in Form häuslicher Gewalt genauso häufig zuschlagen ...

Vielmehr kann man wohl getrost davon ausgehen, dass hier feministische Institutionen wie Frauenhäuser und Gleichstellungsbüros sich ihre nicht vorhandene Legitimität und ihre Arbeit sichern wollen, indem systematisch mit Steuergeldern ein durch die Fakten nicht rechtfertigbares männliches Täterbild und ein weibliches Opferbild geschaffen werden sollen.


... pflegen feministische Kreise systematisch das Frauenopfertum.

Doch auch in einer feministsch verseuchten Gesellschaft stirbt nicht alle Hoffnung. So habe ich letzten Freitag dieses interessante Plakat im Bus entdeckt, welches deutlich macht, dass die jahrelange, antifeministische Aufklärungsarbeit bezüglich der geschlechtlichen Gleichverteilung bei der häuslichen Gewalt doch nicht so fruchtlos gewesen sein könnte:

Hier das gleiche Plakat noch etwas leserlicher fotografiert:


Explizit werden hier Männer als Opfer von häuslicher Gewalt angesprochen. Nicht nur, indem klar darauf hingewiesen wird, dass die Gesellschaft diese Seite der häuslichen Gewalt bisher nicht beachtet, lächerlich gemacht und heruntergespielt hat ("Das kann ich doch keinem erzählen."). Sondern auch, dass sich das Hilfsangebot konkret auch an Männer richtet ("Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder") - man beachte die Erstnennung der Männer in dieser Zielgruppenaufzählung - was in Zeiten des pathologischen Frauen-zuerst-Syndroms in der modernen Sprachgestaltung ein aussergewöhnliches Signal ist und somit den Bruch mit dem feministischen Zeitgeist nur noch mehr unterstreicht.

Deutlich wird hier mit der feministischen Idee gebrochen, dass nur das weibliche Opfer häuslicher Gewalt zu berücksichtigen sei. Ein regelrechtes Novum - schliesslich wird nun, nach Jahrzehnten der Leugnerei, der Ignoranz und der Verharmlosung (siehe dazu diesen wissenschaftlichen Bericht, welcher die Methoden der Feministen diesbezüglich ausführlichst beschreibt!) endlich zugegeben, dass auch Männer richtige und zu berücksichtigende Opfer häuslicher Gewalt werden können. Dies ist aussergewöhnlich für eine Gesellschaft, welche von 50 Jahren feministischen Einfluss gebeutelt wurde und welche das gynozentrische Täter-Opferinnen-Schema tief verinnerlicht hat. 

Inwiefern dies tatsächlich einem nachhaltigen Bewusstseinswandel entspricht und in welchem Grad dies auf die Aktivität der deutschsprachigen Männerrechtsbewegung zurück zu führen ist, kann wohl niemand genau sagen. Doch Fakt ist, dass diese Art von Hilfsangebot gerade bei einer so dermassen feministisch okkupierten Thematik wie jene der häuslichen Gewalt vor einigen Jahren noch wesentlich unwahrscheinlicher gewesen wäre, als heute. Auch deckt sich diese gesteigerte Wahrscheinlichkeit zeitlich mit einer wachsenden, öffentlichen Präsenz der Männerrechtsbewegung und der dadurch kontinuierlichen Durchdringung der Öffentlichkeit mit unbequemen Fakten zur hälftigen Täterschaft der Frauen.

Es ist also gut möglich, dass hier Männerrechtler, Antifeministen und Maskulisten und deren Kampf gegen die feministische Deutungshoheit den Nährboden für die Berücksichtigung männlicher Opfer häuslicher Gewalt geschaffen haben.

Freitag, 2. Dezember 2011

Sommarugas Botschaft zum gemeinsamen Sorgerecht - ein maskulistischer Kommentar

Dieser Text beschäftigt sich mit der von der Bundesrätin Sommaruga vorgeschlagenen Gesetzesrevision des gemeinsamen Sorgerechts und anhand der zahllosen Schlupflöcher und Verwässerungen wird aufgezeigt, weshalb hier Anerkennung oder gar Jubel von Seiten gewisser Männeraktivisten fehl am Platz sind.

Letzte Woche informierte Bundesrätin Sommaruga die Öffentlichkeit über eine Gesetzesrevision des Sorgerechts hier in der Schweiz, nachdem sie zuerst beabsichtigte, diese zu verschleppen und an Unterhaltsrechtsfragen zu Gunsten geschiedener Mütter zu knüpfen. Doch nun bringt sie in ihrer "Botschaft" Vorschläge, wie das gemeinsame Sorgerecht zur Regel werden und nicht mehr wie bisher eine Ausnahme sein soll.

Erst seit dem Jahr 2000 ist das gemeinsame Sorgerecht hier in der Schweiz nach der Scheidung überhaupt als Option möglich, wobei bis heute noch die Mütter alleine entscheiden, ob sie das Sorgerecht nur für sich möchten, während der Vater gefälligst zu schweigen hat. Dies liefert Väter nicht nur auf Gedeih und Verderb der mütterlichen Willkür aus, sondern stellt auch eine klare, gesetzliche Diskriminierung des männlichen Geschlechts dar. Die bisherige Situation ist also eine Schande für ein Land, welches das Prinzip der Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Bundesverfassung stehen hat.

Diesen völlig unhaltbaren Zustand endlich aufzuheben fordern Männerrechtler nun schon seit Jahren, was im Volk auf breite Zustimmung stösst und im Zuge der wahren Gleichberechtigung eigentlich schon längstens selbstverständlich sein sollte. Auch ist es mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass Kinder unbedingt den Vater für ein gesundes Aufwachsen brauchen.

Sogar im feministisch verseuchten Deutschland haben unverheiratete Väter in puncto Sorgerecht wesentlich mehr Rechte als ihre Geschlechtsgenossen hier in der Schweiz, nachdem Deutschland vom EGMR zur Reformierung des mütterlichen Entscheidungsmonopols gezwungen wurde - und nun scheint auch in der Schweiz langsam der Wind zu drehen.

Es ist also höchste Zeit, diesen ungewöhnlichen Sinneswandel genau zu analysieren und kritisch zu durchleuchten. Haben wir es hier tatsächlich mit der Verwirklichung wahrer Gleichberechtigung zu tun, wie sie der Maskulismus fordert, oder handelt es sich hier lediglich um einen weiteren feministischen Furz, der aus machterhalterischen Gründen abgelassen wurde?


Eine nicht zu trennende Verbindung

Durchfallprobleme der schweizerischen "Geschlechterpolitik"

Zuerst wollen wir uns der Vorgeschichte und dem grösseren Kontext der jetztigen Ereignisse widmen.

Bereits im Frühling 2004 hatte der CVP-Parlamentarier und Scheidungsanwalt Reto Wehrli ein breit abgestütztes Postulat zur gemeinsamen Sorge unabhängig vom Zivilstand eingereicht, nachdem er berufsmässig mitbekommen hatte, wie desolat die Lage von Scheidungsvätern in der Schweiz ist. Er ist deshalb schon seit Jahren der einzige Parlamentarier, welcher sich aktiv für Männerrechte einsetzt, weshalb Oliver Hunziker den bevorstehenden Rücktritt Wehrlis auch beklagt.

Doch während Wehrli bestätigt, dass die von ihm geforderte Gesetzesrevision von damaligen, bürgerlichen Justizministern Christoph Blocher und der auf ihn folgenden Eveline Widmer-Schlumpf "sehr gut und effizient" vorangetrieben wurde, beklagte er die Verschleppungstaktiken unter der jetztigen, feministischen SP-Justizministerin Sommaruga, welche die Sorgerechts-Revision Anfang Januar nach jahrelanger Vorarbeit gestoppt und zurückgezogen hat. Sie fürchtete wohl vor den Nationalratswahlen 2011 einen innerparteilichen Zusammenstoss mit den mächtigen und stramm feministischen SP-Frauen.

So forderte sie nun, dass die Revision des Unterhaltsrechts an jene des gemeinsamen Sorgerechts geknüpft werde, wie es explizit von Frauenorganisationen und Feministinnen gefordert wurde, was ihr Zorn und Mahnwachen von Väterrechtlern eintrug - wohlwissend, dass die Sache mit dem Unterhaltsrecht noch Jahre dauern wird, bis diese verabschiedet werden kann, so dass diese Verknüpfung somit einer weiteren Verzögerung des gemeinsamen Sorgerechts gleich kommt.

Dies passt zu einer Bundesrätin, die auch noch das Existenzminimum unterhaltspflichtiger Männer antasten will - was gerade deswegen gravierend ist, weil diese Unglücklichen nicht das höhere sozialrechtliche, sondern lediglich das um rund 25 % tiefere (S. 9) betreibungsrechtliche Existenzminimum behalten dürfen (S.14, 3.3.2.3). Dieses betreibungsrechtliche Existenzminimum stellt die unterste (!) Grenze der schweizerischen Sozialhilfe dar (S. 8), so dass ein weiterer Einschnitt hier die Väter endgültig in die bittere Armut treiben würde.

Diese systematische, staatliche Aushöhlung der Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter wird dabei noch eifrig flankiert von zahllosen Interessenverbänden, welche direkt oder indirekt von dieser elenden Frauenbegünstigung auf Männerkosten profitieren und ihre Felle durch eine Einführung des gemeinsamen Sorgerechts gefährdet sehen. Frauenorganisationen, Feministinnen, Frauenhäuser, Richter- und Anwaltsverbände  fürchten um die Abschaffung eines profitablen Frauenprivilegs und beharren deshalb auf die Verknüpfung von Unterhaltsfragen und dem gemeinsamen Sorgerecht um somit noch deutlicher die Gier zu betonen, welche mit dem vorgeschobenen Kindeswohl befriedigt werden soll.

Wie üblich unterstellen sie den um ihre elementaren Rechte kämpfenden Männern, dass sie "jammern" würden - doch das einzige Gejammere geht von jenen aus, welche das Recht auf die eigenen Kinder lediglich den Frauen zusprechen wollen und diesen Missstand mit billigsten Klagen und unlauterem Geschluchze zu verteidigen versuchen. Alle diese Männerfeinde jubelten natürlich der Bundesrätin Sommaruga zu, als sie die Vorlage zum gemeinsamen Sorgerecht verschleppte und verzögerte. 

Doch das ewige Damoklesschwert der Demokratie zwingt auch eine stramme Feministin mitsamt ihrer Speichellecker dazu, sich im Volk beliebt zu machen. Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats hatte Sommaruga im April unter Druck gesetzt, die Revision des Sorgerechts getrennt von Unterhaltsfragen und so schnell wie möglich zu behandeln, nachdem die beiden Nationalräte Wehrli und Graffenried die Kommission dazu aufgefordert hatten.

So kurz vor den im Dezember stattfindenden Bundesratswahlen will die Magistratin wohl als möglichst konziliant, parteiübergreifend tragbar und volksnah erscheinen - man möchte schliesslich wiedergewählt werden. Da können parlamentarische Verstimmungen, antifeministische Aktionen und väterrechtlerische Proteste wie im letzten Winter einen unangenehmen Schatten auf die fragile Reputation einer Bundesrätin werfen - lieber geht man im Vorfeld auf Nummer sicher und wirft den aufgebrachten Nationalräten und Männerrechtlern einen Knochen vor die Füsse.

In diesem grösseren Kontext bettet sich der aktuelle Vorstoss der Bundesrätin ein.                   


Männeranliegen werden zu einem politischen Einflussfaktor

Der falsche Freund

Nun hat Sommaruga ihren bisherigen Plan fallen gelassen und eine "Überraschung" für uns Männer hervorgezaubert - das gemeinsame Sorgerecht soll nun doch unabhängig vom Unterhalt geregelt werden und somit früher kommen.

Lapidar kommentierte Sommaruga ihren schizophrenen, von aussen aufgezwungenen Kurswechsel dahingehend, dass man nun plötzlich "im Sorgerecht die Gleichberechtigung einführen würde" - und gibt damit indirekt zu, dass die Schande der letzten feministischen Dekaden alles andere als der Gleichberechtigung entsprach. 

Doch haben wir es hier tatsächlich mit der Berücksichtigung wahrer Gleichberechtigung zu tun, bei der Jauchzen und Jubeln gerechtfertigt wären oder kriegen wir hier wieder nur das einseitige Verständnis von feministischer "Gleichberechtigung" vorgesetzt?

Schauen wir uns doch einfach einmal Sommarugas Botschaft etwas genauer an.

"-Künftig erhalten grundsätzlich alle Eltern das Sorgerecht. Bei einer Scheidung muss sich das Gericht vergewissern, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Gründe für einen Entzug des Sorgerechts sind Unerfahrenheit, Krankheit, Gewalttätigkeit oder Ortsabwesenheit."

Man beachte die verschachtelt formulierte Abhängigkeit des künftigen, gemeinsamen Sorgerechts für alle Eltern - dies wird nämlich nur dann zugesprochen, wenn das Elternteil erfahren ist im Umgang mit Kindern, nicht gewalttätig ist und am gleichen Ort lebt wie die Kinder. 

Doch aufgrund der Hypergamie der weiblichen Sexualität und somit der zwangsläufigen Unausweichlichkeit der Ernährerrolle für den Vater wird die Mutter zwangsläufig über mehr Erfahrung mit Kindern verfügen. Es würde also nicht verwundern, dass Richter dann trotz Gebot des gemeinsamen Sorgerechts dennoch das Sorgerecht wiederum primär den Müttern zusprechen. 

Auch der Punkt der Gewalttätigkeit lädt dazu ein, dass Mütter in Sorgerechtsverhandlungen dem Gericht fabrizierte Vorwürfe auftischen um somit den Vater zu diskreditieren - was sich bereits in der Vergangenheit in unzähligen Fällen für Frauen mehr als bewährt hat

Und die Ortsabwesenheit als weiterer Einwand ist auch geschickt gewählt, denn wenn eine Frau mit den gemeinsamen Kindern einfach untertaucht oder ins Frauenhaus flüchtet, dann kann ein findiger Richter dies sicher auch als Vorwand gebrauchen, dem Vater das Sorgerecht vorzuenthalten. Im Zusammenhang mit der weiter unten angesprochenen Straflosigkeit des Kindesentzugs kann also jedes gemeinsame Sorgerecht durch eine findige Mutter auf der Flucht gnadenlos sabotiert werden.

Schon diese drei Punkte genügen also vortrefflich um jeden Antrag auf gemeinsames Sorgerecht von Seiten der Mütter fast schon nach Belieben zu sabotieren - wie bisher. Man darf schliesslich nicht vergessen, dass die einseitige, feministisch durchdrungene Justiz mit der frauenbegünstigenden Attitüde und dem pathologischen Frauenbonus nachwievor die gleiche sein wird (siehe die lange schwarze Liste aller vorbelasteten Richter) - auch wenn diese Regelung des "gemeinsamen" Sorgerechts tatsächlich irgendwann einmal Gesetz werden würde, so wird deren konsequente Umsetzung wohl an der vorherrschenden, profeministischen Ideologie in den verantwortlichen Staatsorganen scheitern. 

Diesae verkappte Einseitigkeit passt hervorragend zu einem völlig realitätsfremden Gewaltschutzgesetz, welches der Frau hier in der Schweiz gestattet, den Mann mit einem erfundenden Gewaltvorwurf von der Polizei aus der gemeinsamen Wohnung zu schmeissen - die sie dann mit grosser Wahrscheinlichkeit im anschliessenden Gerichtsverfahren auch noch zugesprochen bekommt.

"-Eine grosse Neuerung ist die Einführung der gemeinsamen elterlichen Sorge für unverheiratete Eltern. Wenn sich diese nicht verständigen können, kann sich ein Elternteil an die Kindesschutzbehörde wenden. Diese wird über die gemeinsame elterliche Sorge entscheiden."

Wenn also die Mutter nicht will, dann kann sich der Vater an die Vormundschaftsbehörde (Kinderschutzbehörde) wenden - die von Laien (!) betrieben werden, häufig ungerechtfertigterweise für die Mutter Partei ergreifen und in denen es nur so von kurzhaarigen Feministinnen und ihren willigen, männlichen Speichelleckern wimmelt - welche dann ganz sachlich und unideologisch ungewöhnlich häufig zum Schluss kommen wird, dass die Mutter fortan das alleinige Sorgerecht erhalten soll. Das mag pessimistisch klingen, doch auch hier muss man bedenken, dass das Personal der Kinderschutzbehörden nicht plötzlich über Nacht mit dieser neuen Gesetzesregelung gegen unvoreingenommene Mitarbeiter ausgewechselt werden. 

Somit besitzt auch diese "Neuerung" genügend Potenzial, um das gemeinsame Sorgerecht zu sabotieren.

"-Die Revision regelt auch die Bestimmungen zum Aufenthaltsort. Wechselt ein Elternteil seinen Aufenthaltsort oder jenen des Kindes, erfordert dies die Zustimmung des andern Elternteils. Ausser, der Wechsel erfolge innerhalb der Schweiz und ohne erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung der elterlichen Sorge."

Dies ist der einzige positive Punkt der Botschaft. Fortan können Mütter nicht einfach die Kinder von ihrem Vater entfremden, indem sie mit ihnen ohne dessen Einfluss einfach wegziehen können. Man fragt sich allerdings, ob ein nicht sorgeberechtigter Vater hier genauso viel Mitspracherecht eingeräumt bekommt wie ein sorgeberechtigter. Wenn dies nicht der Fall ist und das gemeinsame Sorgerecht sowieso schon auf genügend Wegen behindert werden kann, dann wäre auch dieser Punkt lediglich eine hohle Phrase.

"-Der Bundesrat hat darauf verzichtet, die Vereitelung des Besuchsrechts durch den obhutsberechtigten Elternteil unter Strafe zu stellen. Gerichte und Kindesschutzbehörden haben aber nach heutigem Strafrecht die Möglichkeit, den Eltern eine Busse anzudrohen, wenn sie sich nicht an die Abmachungen halten."

Dieser Punkt ist eine einzige Frechheit. Nicht nur, weil im Jahr 2009 noch vom Bundesrat und vom Nationalrat akzeptiert wurde, Kindsentführungen und das Verhindern des Besuchsrecht unter mehrjähriger Gefängnisstrafe zu stellen und Sommaruga dies nun einfach still und heimlich rückgängig macht, sondern weil dies die Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts auf elementarste Weise blockiert. Wie soll denn ein Vater sein Sorgerecht ausüben können, wenn eine rachsüchtige Mutter nicht stafrechtlich davon abgehalten werden kann, ihn daran zu hindern (bisher wird wenn überhaupt nur eine bescheidene Busse verhängt)?

Hier sieht man wieder einmal deutlich die feministische Gesinnung Sommarugas zu Gunsten der weiblichen Klientelgruppe durchschimmern. Mit dieser Regelung wird das gemeinsame Sorgerecht endgültig zum zahnlosen Papiertiger, welcher an der hiesigen, beklagenswerten Realität so gut wie gar nichts ändern wird.

"-Das neue Sorgerecht wird nach Inkrafttreten rückwirkend für die vergangenen fünf Jahre angewandt. Allerdings müssen Eltern, die eine bereits erlassene Verfügung rückgängig machen wollen, selber aktiv werden."

Das hier ist dann noch der letzte Tritt in den Magen des sich am Boden windenden Mannes. Nicht nur, dass die vorherigen Punkte genügend Gelegenheiten lassen, um das gemeinsame Sorgerecht mit allen nur erdenklichen Mitteln zu sabotieren, nein, ein Vater muss erst noch selber brav vorsprechen, wenn er überhaupt das gemeinsame Sorgerecht für sich in Anspruch nehmen will. Es ist eine erniedrigende und entwürdigende Frechheit, dass ein Vater erst noch eine ausserfamiliäre Erlaubnis einholen muss, um so etwas Elementares wie das Sorgerecht an seinen eigenen (!) Kindern ausüben zu können. 

Wie bereits bei den obigen Punkten ausgeführt, soll auch dieser Punkt den vordergründig angepriesenen Automatismus des gemeinsamen Sorgerechts, welches nun offiziell "zur Regel" werden soll, zusätzlich entkräften und die betroffenen Väter schmerzlich daran erinnern, dass sie nachwievor als Eltern zweiter Klasse betrachtet werden (auch wenn man hier neutral von "Eltern" spricht, sind doch überwiegend Väter betroffen).

"-Noch ist die Teilrevision des Zivilgesetzbuches, welche das Sorgerecht betrifft, noch nicht unter Dach und Fach. Die parlamentarische Beratung beginnt erst, und vor 2014 wird die Revision kaum in Kraft treten."

Das heisst, dass das gemeinsame Sorgerecht in mühseligen Verhandlungen noch weiter verwässert und verzögert wird, bis es entweder im Parlament auf unbestimmbare Zeit hängen bleibt, da kein Konsens gefunden werden konnte. Oder bis es irgendwann 2020 mit noch mehr Fallstricken zu Gunsten der Mutter ausgestattet entdlich den Weg in die Gesetzestexte findet. Wie auch immer - wir können davon ausgehen, dass wir auch nur von den Fassaden des gemeinsamen Sorgerechts in den kommenden Jahren nichts mehr von offizieller Seite zu hören bekommen werden.

Hier darf auch nicht vergessen werden, dass diese "Neuerungen" lediglich das Sorgerecht behandeln, jedoch nicht das Obhutsrecht. Sorgerecht besagt lediglich, dass das Elternteil ein gewisses Mitspracherecht in Sachen Kindererziehung hat, Obhutsrecht bedeutet jedoch, wer dann effektiv die Kinder bei sich zu Hause hat! Explizit spricht die Feministin Sommaruga die Ängste ihrer weiblichen Klientelgruppe an und beschwichtigt alleinerziehende Mütter mit der Aussage, dass sie auch in Zukunft alleine über das Leben der Kinder entscheiden können:

"Jener Elternteil, der das Kind in Obhut hat und betreut, darf Entscheide über alltägliche oder dringliche Angelegenheiten jedoch allein treffen – etwa zu Ernährung, Bekleidung oder Freizeitgestaltung. Damit greife die Vorlage Ängste alleinerziehender Mütter gegenüber der gemeinsamen elterlichen Sorge auf, schreibt der Bundesrat in seiner Botschaft ans Parlament."

Damit auch jeder Mann weiss, in welche Richtung die Reise dieses gemeinsamen Sorgerechts geht, betont der Bundesrat explizit Folgendes:

"Aus der gemeinsamen elterlichen Sorge kann deshalb der Vater oder die Mutter nicht das Recht ableiten, das Kind auch tatsächlich zur Hälfte betreuen zu können."

Doch eine wahrhaftig gemeinsame Sorge bedeutet im Regelfall eine hälftige Aufteilung des Sorge- UND des Obhutsrechts zwischen beiden Elternteilen! Alles andere - insbesondere das, was uns Sommaruga hier auftischen will - ist lediglich eine unvollständige und oberflächliche Scheinlösung zur Beruhigung wütender Väterrechtler und ein machtpolitischer Schachzug um irritierte Nationalräte zum Schweigen zu bringen, auf dass eine Sommaruga noch für weitere vier Jahre im Bundesrat verbleiben kann.

Zwar ist zu begrüssen, dass formell mit dem männerfeindlichen mütterlichen Entscheidungsmonopol in Sorgerechtsfragen gebrochen wird. Doch aufgrund der vorbelasteten Behörden und Richter kann man ruhig davon ausgehen, dass diese die zahllosen Verwässerungen und Ausnahmeregeln dieser Gesetzesrevision flink nutzen werden, um dann zu Gunsten der Mütter die effektive Umsetzung eines gemeinsamen, gleichberechtigten Sorgerechts zu sabotieren.

Schliesslich hilft auch die grösste Gleichberechtigung auf Gesetzesebene nichts, wenn diese in der juristischen Praxis mit Füssen getreten wird. Hier also von der "Einführung der Gleichberechtigung im Sorgerecht" zu sprechen, ist nicht mehr als eine feministische Farce.

Diese gesamte Botschaft zum gemeinsamen Sorgerecht passt voll und ganz zum Machterhaltungstrieb des Staatsfeminismus - verpacke die eigenen Absichten und Praktiken vordergründig in Milch und Honig, schmiere es den klagenden Männern um den Mund und sorge im Hintergrund mit genügend Ausnahmeregelungen dafür, dass sich für die eigene Klientelgruppe der Frauen möglichst wenig ändert.


Perfidie und kaschierte Absichten

Nase offen oder zu

Obwohl wir es hier also mit einem klassischen Fall eines politischen Ablenkungsmanövers zu tun haben, bei dem sich schlussendlich im Ergebnis so gut wie gar nichts ändern wird, haben sich nicht wenige Männeraktivisten enthusiastisch gezeigt.

Es ist der gleiche Schlag von Menschen, welcher schon zu jubeln begann, als man in Deutschland eine neue Gleichstellungspolitik ankündigte, nur um festzustellen, dass sich der Staatsfeminismus noch tiefer in den Staat eingegraben und seinen Umerziehungswahn noch intensiver auf Männer ausgedehnt hat. Schmerzhaft musste man dann anschliessend feststellen, dass der deutsche Staatsfeminismus die Diskriminierung von Vätern beim Sorgerecht trotz anders lautender Aussagen niemals in Angriff nehmen wollte.

Das sind Leute, die es als einen erheblichen Verdienst ansehen, wenn sie den Männeranteil in der eidgenössischen Frauenkommission von einer Person auf drei erhöhen oder wenn sie zu einem persönlichen und schlussendlich ergebnislosen Gespräch mit der Bundesrätin Sommaruga eingeladen werden.

Man führe sich im Geiste nur noch einmal die im letzten Abschnitt besprochenen, leeren Phrasen von Sommarugas Botschaft voller Verwässerungen und Schlupflöcher zur Sabotierung des gemeinsamen Sorgerechts vor Augen und lese dann zum Beispiel den folgenden Ausschnitt aus der offiziellen Stellungnahme von männer.ch:

"männer.ch dankt auch EJPD-Vorsteherin Simonetta Sommaruga persönlich für das Engagement und die Ernsthaftigkeit, mit der sie eine gleichstellungspolitisch zukunftsfähige Vorlage vorangetrieben hat. Wir hoffen, dass das Bundesparlament der vorgeschlagenen Linie folgen wird."

Dieser schleimige Ton gilt der gleichen Sommaruga, welche bis vor Kurzem das gemeinsame Sorgerecht so gut wie endgültig entsorgen wollte! Zwar ist man bei männer.ch nicht ganz zufrieden und kritisiert zum Beispiel auch, dass die Verweigerung des Besuchsrecht nicht strafbar wird, doch im Grossen und Ganzen ist man hin und weg von Sommarugas Vorschlag. Obwohl wir bereits gesehen haben, dass sich in der Praxis voraussichtlich so gut wie gar nichts ändern wird, so dass es mehr als fraglich ist, ob die gemeinsame Sorge durch dieses Gesetz tatsächlich zum Normalfall wird, wie es Theunert von männer.ch behauptet.

Wer angesichts all dieser enttäuschenden Fakten die Urheberin solch einer Ernüchterung auch noch überschwänglich dankt, ist schlichtweg ein Masochist, dem die Gunst der Fürstin lieber ist, als Prinzipientreue. 

Oliver Hunziker ist bereits sehr zufrieden, dass Sommaruga dem gemeinsamen Sorgerecht nicht mehr grundsätzlich ablehnend gegenüber steht. Zwar vermisst auch er die strafrechtliche Verfolgung von Umgangsverweigerinnen, aber auch sonst ist auch er völlig hingerissen von dieser Feministin Sommaruga - welche das Existenzminimum von Vätern antasten will, das gemeinsame Sorgerecht versanden liess und es erst dann wieder zum Leben erweckte, als es ihr politisch opportun erschien - und lobt allen Ernstes ihren "tollen Stil"! "Nur in leisen Tönen" wagen es diese "konstruktiven" Männeraktivisten Kritik anzubringen, wie die Aargauer Zeitung trefflich schreibt.

Aber das ist verständlich bei Oliver Hunziker - schliesslich durfte er mit der Sommaruga den renovierten Spielplatz einweihen, welcher mit den mühsam von ihm gesammelten und an die Bundesrätin geschickte Pflastersteinen gepflastert wurde. So eine enorme Ehrung verpflichtet natürlich zu einer gewissen Zurückhaltung und Gunstbuhlerei - sogar wenn es um die dringend nötige, vollständige Durchsetzung elementarer Menschenrechte von rund der Hälfte der Bevölkerung geht.

Ein nüchterner Verstand, der sich nicht von effekthascherischen Gesten einlullen lässt, würde ob des widerlichen Gestanks dieses löchrigen Vorschlags gemeinsamer Sorge voller Verwässerungen und Sabotagemöglichkeiten zu Gunsten von Müttern gereizt die Nase rümpfen und unter Protest zuhalten - doch ein "konstruktiver", "dialogbereiter" und "gleichstellungsorientierter" Männeraktivist gibt sich schon mit dem kleinsten abgenagten Knochen zufrieden, dem man ihm als Überbleibsel vom Festschmaus des weiblichen Privilegienzirkus vor die Füsse schmeisst.

Doch die Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter ist nicht verhandelbar. Und genau deshalb ist das gemeinsame Sorge- und Obhutsrecht nicht beliebig dehnbar, auftrennbar und aufschiebbar wie es den Feministinnen gerade gefällt. Wer schon bei so einer oberflächlichen Scheinlösung, die vorallem durch politischen Druck zustande kam, zu jubeln beginnt, dem ist das Ausmass der heutigen Missstände wohl schlichtweg nicht bewusst.

Diese deplatzierte Freude dient wohl dem längerfristigen Ziel, irgendwann als bezahlter Diener in den labenden Schoss des Staatsfeminismus aufgenommen, eine "Männergleichstellung" aufzugleisen und somit zu einer schweizerischen Version des profeministischen Bundesforums für Männer zu werden.

Wie wohltuend wirkt da die deutlich kritischere Stellungnahme der IGAF zu dieser schön verpackten Verarschung des männlichen Geschlechts. Kein Wunder haben sich viele Väterrechtler hier in der Schweiz auf die Seite des Antifeminismus geschlagen und Ihresgleichen dazu aufgefordert, den Antifeminismus zu unterstützen.


Hunziker und Sommaruga weihen den neu gepflasterten Spielplatz ein

Maskulistische Abführmittel

Doch wie würde eine richtige Lösung dieser gesamten Problematik aussehen? Sicherlich müsste nicht nur das Sorgerecht, sondern auch das Obhutsrecht (und somit der Umgang) im Regelfall hälftig auf beide Eltern aufgeteilt werden. Wenn beiden Eltern die Erziehungsbefähigung nicht mit handfesten und belegbaren Beweisen abgesprochen werden kann, so ist dies ohne Ausnahme durchzusetzen - egal ob das einem Elternteil passt oder nicht.

Durch diese echte hälftige Verantwortungsteilung sind auch beide fähig, zumindest Teilzeitjobs zu übernehmen und können so beide aus eigener Kraft finanziell für sich und das Kind aufkommen. Alimente oder Unterhalt entfallen somit vollständig, da von modernen Männern und Frauen erwartet werden kann, dass sie für sich selber sorgen können. Schweden operiert zum Beispielen mit einem Modell, welches keinen nachehelichen Unterhalt kennt. Diese finanzielle Selbständigung nach der Ehe wird in den allermeisten Fällen möglich sein, da ja auch die Kosten für jeweils ein Elternteil an den Kindern und im Hauhalt im Schnitt um die Hälfte sinken (da sie durch den hälftigen Umgang hälftig auf beide aufgeteilt werden). Die Idee, dass der Staat oder gar der Mann der Frau weiterhin ihren gewohnten Lebensstandard gewährleisten müsse, ist weltfremde und antiemanzipatorische Träumerei, der keinen Fortbestand im 21. Jahrhundert gewährt werden darf. Denn wenn man sich scheiden lässt, so soll man auch bereit sein, auf die Vorteile des Partners zu verzichten, denn alles andere wäre inkonsequent und scheinheilig. 

Sollte diese hälftige Teilung des Sorge- und Obhutsrechts von einem der beiden Elternteile nicht erfüllt werden oder durch den anderen behindert werden, so ist dies sofort und hart zu bestrafen. Und sollte tatsächlich ein Ausnahmefall vorliegen, in dem einer der beiden Elternteile nicht erziehungsfähig ist, so muss dies von mehreren, unideologischen und unvoreingenommenen Instanzen auf Antrag hin überprüft und bestätigt werden. Doch die heutigen Vormundschaftsbehörden, Polizeileitungen und Gerichte sind diesbezüglich zu sehr feministisch vorbelastet, wie bereits oben besprochen, als dass sie diese Funktion in ihrem jetztigen Zustand angemessen ausführen könnten.

Deshalb muss erst die Vormachtstellung des Feminismus in Politik und Staat endgültig gebrochen, die Gerichte, Polizeileitungen und Vormundschaftsbehörden von ideologisch verbohrten Personal befreit und die Kontrollinstanzen professionalisiert und ausgeweitet werden. Es muss ein volksnahes, direktdemokratisches Element in die Überwachungs- und Kontrollorgane eingefügt werden - sei dies entweder ein Kantonal- oder der Nationalrat oder nichtstaatliche pressure groups bestehend aus Männer- und Frauenrechtlern oder in anderer Form - denn nichts fürchtet die ideologische Beamtenwillkür mehr als die wachsamen Augen des unabhängigen Stimmvolkes, welches antifeministisch aufgeklärt und sensibilisiert wurde.

Effektive Beschwerdemöglichkeiten müssen vorhanden und für den gewöhnlichen Bürger erreichbar sein, um willkürlich und ideologisch handelnde Beamte bestrafen und nach wiederholten Vorfällen entfernen zu lassen. Dies wird zusätzlich dazu beitragen, dass es sich Beamte zweimal überlegen, unabhängig von der jeweiligen Faktenlage einfach Partei für eine Seite zu ergreifen.  

Nur so kann weitestgehend gewährleistet werden, dass in jenen Fällen, in denen tatsächlich einem Elternteil das Sorge- und Obhutsrecht entzogen werden muss, dies aus handfesten und nicht einfach nur aus ideologisch-weltanschaulichen Gründen passiert. Denn dieser Verdacht wird in der Gegenwart noch viel zu oft durch zahllose, handfeste Fälle genährt, in denen Einseitigkeit und feministische Ideologie die Behörden dazu getrieben haben, unschuldige und erziehungsfähige Männer unangemessen von ihren Kindern zu trennen und Frauen übermässig zu bevorteilen. 

Wenn diese drei Grundsätze (strikte, hälftige Aufteilung von Sorge- und Obhutsrecht; Abschaffung des Unterhalts; entideologisierte und besser kontrollierte Behörden) rigoros durchgesetzt werden, sollten Streitigkeiten rund um Scheidungen massiv abnehmen und auch die zwischengeschlechtliche Dynamik in noch intakten Beziehungen wird so erheblich entspannter. Denn die Frau (und auch nicht der Mann) kann nicht mehr einfach damit rechnen, von einer Scheidung zu profitieren, wie es momentan der Fall ist und da sie nicht mehr auf eine feministisch korrumpierten Behörde zählen kann, welche sich bisher fast schon automatisch auf ihre Seite schlägt.


Gegen politische Frauenfürze hilft längerfristig nur Maskulismus

Und in Darmstadt wehen die Winde

Dass es auch anders geht, zeigt Frankreich, wo Sorgerecht UND Umgang für alle Väter ab der Geburt des Kindes im Regelfall anerkannt werden. Zwar ist auch das dortige System nicht perfekt, doch es zeigt klar, dass die hiesigen Zustände nicht aus einer Unmöglichkeit besserer Verhältnisse resultieren, sondern aufgrund einer feministischen Korrumpiertheit, welche Partei für Frauen ergreift, ihnen somit eher das alleinige Sorgerecht zuspricht und somit in vielen Fällern erziehungsfähigen und -bereiten Vätern unnötig und aus rein ideologischen Gründen aus dem Leben ihres eigenen Fleisch und Bluts herausbefördern.

Mit fatalen Konsequenzen für die involvierten Personen und für die gesamte Gesellschaft.

Das Mittel des Dialogs führt in unserer Situation nicht zum Erfolg, wie auch jetzt wieder an den Geschehnissen rund um das gemeinsame Sorgerecht klar ersichtlich ist - denn es war nicht der runde Tisch mit Sommaruga und den Männeraktivisten, sondern vorallem der politische und der weite, gesellschaftliche Druck und die bevorstehenden Bundesratswahlen, welche Sommaruga weich klopften und sie dazu bewogen, ein verwässertes und schlussendlich bedeutungsloses Bekenntnis zum gemeinsamen Sorgerecht rauszulassen. Wohlwissend, dass es den staatsfeministischen Schergen genügend Schlupflöcher und Fallstricke bietet, so dass der politisch erwünschte Status Quo sich auch in Zukunft nicht entscheidend ändern wird.

Man kann auch getrost davon ausgehen, dass Sommaruga wohl ohne diesen Druck von sich aus keinen einzigen Finger gekrümmt hätte, um dem gemeinsamen Sorgerecht näher zu kommen.

Während also die feministische Ideologie und die (vermeintlichen) Interessen der Frauen auf ein weitläufiges Netz aus Beamten, Politikern, Professoren, Journalisten, Richtern, Aktivisten und somit auf eine breit abgestützte und millionenschwere Lobby zurückgreifen können, steht das männliche Geschlecht vergleichsweise mit leeren Händen dar - denn Männer machen kaum Politik für ihr Geschlecht, während dies bei Frauen fast immer der Fall ist. Deshalb kann es für uns Männerrechtler, Antifeministen und Maskulisten nur eines geben: Wo immer die Würde des Mannes missachtet oder angetastet wird, so müssen wir Männer uns in den Städten und auf dem Land zusammen tun, uns vielfältig organisieren und auf allen Kanälen und Bühnen breitgefächerten und konfrontativen Widerstand leisten.

"Konstruktive", "dialogbereite", "differenziert argumentierende" und "gleichstellungsorientierte" Männeraktivisten mögen dabei noch so sehr ihr fein gepudertes Näschen über uns "kruden", "aggressiven" und "polemischen" Antifeministen, Männerrechtlern und Maskulisten rümpfen - denn sie sind auf das Wohlwollen des Staatsfeminismus angewiesen, wenn sie später einmal ihre Pöstchen erhalten wollen. Aber schlussendlich sind es doch wir, welche die entscheidende Bresche in die befestigten Positionen der feministischen Ideologie schlagen, den benötigten kritischen Druck über Jahre aufbauen, weltweite Aufmerksamkeit erregen und die Massen wachrütteln. Nur diese aufreibende Vorarbeit zwingt den Erzfeind und die Öffentlichkeit dazu, die Anliegen von uns Männern überhaupt Gehör zu schenken.

Doch genauso wie es Jahrhunderte später Nachfahren vom Helden Winkelried gibt, welche die Taten von Seinesgleichen als "patriarchal" verschreien (siehe Schluss) und ablehnen, obwohl sie gerade jenen verpönten Zeiten ihre politische Freiheit verdanken, möchten oder können manche Männeraktivisten nicht begreifen, welchem Mechanismus unsere wachsende Kraft in den letzten zehn Jahren ihre immer häufiger werdenden Erfolge verdankt.


Winkelried (untere Bildmitte) opfert sich um den heranstürmenden Eidgenossen den feindlichen Speerwall zu öffnen

Mittwoch, 16. November 2011

Die IGAF warnt Männer vor den Gefahren der Ehe

Nachdem sich die IGAF in den letzten Monaten von einigen personellen Umwälzungen und Rückschlägen erholen musste, hat das Schlachtschiff des organisierten Antifeminismus nun wieder Fahrt aufgenommen. Der Kurs wurde dabei auf das weite Land der noch unwissenden und deshalb nachwievor heiratswilligen Männer gesetzt, um sie vor den grausigen Gefahren des matrimonialen Mahlstroms zu retten. Dazu bedient sich die antifeministische Rettungsmannschaft des mächtigen Werkzeugs der präventiven Aufklärung, um emotional geblendete Männer auf ihrem Weg in den Untergang doch noch im letzten Moment der eisigen See der Ahnungslosigkeit zu entreissen. 


Dieser Flyer thematisiert alle Fakten und Gefahren (siehe dazu auch: Vorsicht Ehe und Scheidungsratgeber für Männer), denen sich ein Mann bewusst sein muss, wenn er sich auf die gefährliche Odyssee in Richtung des vom feministisch verseuchten Rechtsstaat verkrüppelten, auf die systematische Entrechtung des Männlichen ausgerichteten Ehehafens aufmachen will. Doch vielfach sind Männer, welche kurz vor einer Eheschliessung stehen, so dermassen blind und taub vor Liebe, dass der ihnen entgegen geworfene Rettungsring leichtsinnig und mutwillig ignoriert wird. Schliesslich ist doch dieses eine Mädchen so anders, so verschieden von all den anderen griesgrämigen und verbitterten Zicken da draussen, so rücksichtsvoll und tolerant gegenüber den Eigenheiten eines pulsierenden, jungen Männerlebens.

Doch Frauen haben ein Talent für die Schauspielkunst - vorallem wenn sie den Abschluss eines Vertrags anstreben, welcher ihnen nicht nur eine langjährige Einkommensquelle, rechtliche Bevorzugung und ein staatlich an sie gebundenes, männliches Nutztier einbringt. Da verbiegen und verausgaben sich Frauen so dermassen, um nach dem Ja-Wort sich umso mehr in Sicherheit zu wiegen und so richtig den von 50 Jahren Feminismus geprägten Charakter rauszulassen, dass der schockierende Kontrast es sogar gestandenen Männern eiskalt den Rücken herablaufen lässt. Gerade deshalb ist es wichtig, dass dieser Flyer und somit die Warnung vor der Ehe den Mann möglichst früh in seinem Leben erreicht - bevor die Gefühle zwischen seinen Beinen ihm vom nüchternen Abschätzen der Gefahren und Probleme eines Ehepaktes abhalten.

Deshalb wird die IGAF diesen Flyer nicht nur an Standesämter zur Weiterleitung schicken, sondern auch gemeinsam mit verbündeten Männerrechtlern und Antifeministen überall verbreiten. Wer uns dabei unterstützten möchte, kann hier Flyer bestellen und sie auf der Arbeit, in Bahnhöfen oder bei der örtlichen Gleichstellungsbeauftragte verteilen. Bereits wird an einer modifizierten Version für Deutschland gearbeitet. Die Medien haben schon von dieser Aktion Wind bekommen. Auch im Fernsehen wurde über diese antifeministische Offensive berichtet und René Kuhn und Urs Bleiker haben Interviews gegeben (siehe vorherige Links). 

Denn es ist schliesslich eine gewaltige Schande, dass sich offenbar bisher niemand in der Gesellschaft genötigt sah, Männern über die rechtlichen Fallstricke einer Ehe und vorallem einer Scheidung aufzuklären.

Doch damit ist nun dank der IGAF und ihren Helfern endgültig Schluss!


Do NOT let IT get you!

P.S.: Wo wir gerade von Misogamie (als Ablehnung der Ehe, nicht Misogynie) reden, kann ich natürlich auch wärmstens das Archiv des exzellenten Blogs "Eternal Bachelor" empfehlen, welcher aus der Sicht eines britischen Antifeministen in hunderten, herausragenden und schwarzhumorigen Beiträgen ausführlich beschreibt, weshalb der heutige Mann einen grossen Bogen um Frauen machen sollte. Auch Jahre nachdem dieser Blog eingestellt wurde, lese ich immer wieder mal dort vorbei, wenn mich die antifeministische Nostalgie packt.

Donnerstag, 3. November 2011

Interview mit Arne Hoffmann auf Kopp-Online zum Weltmännertag

Obwohl ich nicht alle Positionen von Arne Hoffmann teile, finde ich folgendes Interview mit ihm auf Kopp-Online zum heutigen Weltmännertag hevorragend, da es die wesentlichen Punkte unseres Kampfes und die ganze Problematik mit dem Feminismus anschneidet. Hier also das Interview:

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Welt-Männertag: Ist der Mann noch ein Mann?
Redaktion

Heute ist Welt-Männertag. Während im politischen und medialen Mainstream weiter um die Frauenquote gerungen wird, meist von Karrierefrauen wie Politikerinnen und Feministinnen, werden die Rechte der Männer zunehmend beschnitten und kleingeredet. Softie war einmal, jetzt wird die Gangart härter: Von Jammerlappen und Nichtskönnern ist nicht selten inzwischen die Rede, wenn es um das männliche Geschlecht geht. Wirklich männlich soll und darf nicht mehr sein: Männer sollen jetzt lieber kochen lernen, Haushalt führen und die Waschmaschine bedienen, damit Mutti Karriere machen kann.

Die Diskriminierung geht schon im Kleinkindalter der Jungen los: In Krippen, Kindergärten und Schulen wird der Kodex meist auf mädchentypische Verhaltensmuster zugeschnitten, typisch männliches soll durch Gender Mainstreaming-Maßnahmen unterdrückt und abgeschafft werden. Keine sonnigen Aussichten für das männliche Geschlecht. Anlässlich des Welt-Männertages führten wir ein Interview mit dem Autor, Männerrechtler und AGENS-Vorstand Arne Hoffmann.

Weltmännertag – welche Bedeutung hat er für Sie und Ihre Bewegung?

Unsere geschlechterpolitische Initiative AGENS hat bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass wir diese Männer- und Frauentage eigentlich ablehnen, weil sie derzeit eher zu einer Spaltung und Polarisierung der Gesellschaft beitragen statt zu einer Versöhnung der beiden Geschlechter. Dem unbenommen bin ich auch einer der Sprecher der deutschen Männerbewegung, und hier fällt es natürlich auf, dass oft schon Wochen vor dem Frauentag das feministische Wehklagen über die angeblich anhaltende Diskriminierung der Frauen beginnt, während sich in den Redaktionen am Weltmännertag offenbar die Praktikanten mit den unsinnigsten Texten z. B. über Bier, Bäuche und Bärte austoben dürfen. Zum Frauentag werden grundsätzlich Feministinnen befragt, beim Männertag hingegen bleibt ein Interview mit einem Männerrechtler die Ausnahme. Einer Analyse, wie sehr in unserer Gesellschaft auch Männer zu kurz kommen, gehen die allermeisten Medien derzeit noch aus dem Weg.

Sind die Männer in echter Gefahr?

»Die Männer« als Gesamtgruppe sehe ich weniger in Gefahr als vielmehr all die einzelnen Männer, die mit ihrem Leiden unsichtbar bleiben. Beispielsweise wird das Thema Frauenquote, bei dem es um eine automatische Versorgung des obersten Promilles aller Frauen mit Managementposten per Geschlechtszugehörigkeit geht, als Dauerkamapgne in den Medien forciert. Dass hingegen geschätzte neunzig Prozent aller Obdachlosen männlich sind, wird schweigend hingenommen, und die Gründe dafür werden nicht erforscht. Politik und Medien widmen den größten Gewinnern unter den Frauen insofern mehr als das Tausendfache an Zeit und Platz wie den größten Verlieren unter den Männern. Nicht anders sieht es etwa im Bereich der häuslichen Gewalt und auf vielen anderen Feldern aus.

Sind sich die Männer der Gefahren bewusst, in denen sie bereits stecken? Oder ist es ein unbewusstes wachsendes Unbehagen?

Ähnlich wie der Schweizer Psychologe Koni Rohner habe ich den Eindruck, dass das Elend der Männer vielfach inzwischen so groß geworden ist, dass es massiv verdrängt werden muss. Viele spüren ein wachsendes Unbehagen, ohne dass sie wirklich den Finger darauf legen könnten, woran es liegt – oft auch nach dem Motto »Ein Indianer, ein echter Mann kennt keinen Schmerz«. Diesen psychologischen Mechanismus bedienen Feministinnen wie die ehemalige taz-Herausgeberin Bascha Mika ja auch bewusst, als sie etwa die Mitglieder der Männergruppe MANNdat als »Jammerlappen« verhöhnte. Männer hören und lesen in den Medien kontinuierlich nur, wie schlecht es den Frauen angeblich geht – und wenn die deutschen Frauen wirklich keinen Grund mehr zum Klagen haben, wird auf die Frauen in der Dritten Welt zurückgegriffen oder eine Zeitschrift wie der STERN macht das Leiden der weiblichen »Supersingles« zum Thema, die so erfolgreich sind, dass sie über sich keinen Mann mehr finden und deshalb einsam bleiben. In dieser Kultur des Frauen-Bedauerns und Männer-Vernachlässigens kommt sich der einzelne Mann vielfach wie ein Freak vor, sobald er über seine eigenen Probleme und Bedürfnisse als Mann sprechen möchte. Er taucht in Politik und Medien ja nur als Depp auf, als Täter oder als Hindernis beim beruflichen Aufstieg der Frau, und sein einziger Gedanke soll sein, statt seinen eigenen Bedürfnissen den Bedürfnissen der Frauen noch mehr gerecht zu werden.

Dementsprechend berichtete die Psychotherapeutin Ulla Rhan, die viele Männer zu ihrem Befinden befragte, anfangs hätten sie sich alle darin überboten, wie sehr sie »pro Frau« seien. Erst als die Gespräche immer tiefer gingen, öffnete sich ein riesiges Ausmaß an Leiden und auch an Wut auf das mittlerweile bevorzugte Geschlecht. Ich höre hier von den Lesern meiner Bücher immer wieder, dass meine Gedanken ihnen sehr dabei helfen, klarer zu benennen, warum es ihnen so schlecht geht und aufgrund welcher Strukturen sie in unserer Gesellschaft zu kurz kommen. Vor dieser Klarheit existierte in ihnen tatsächlich oft nur ein diffuses Unbehagen.

Wer ist eigentlich schuld an der Männer-Misere?

Sie sehen das möglicherweise anders, aber schuld ist meines Erachtens ein überholtes Verständnis von Geschlechterrollen, das der Feminismus gerade nicht aufgehoben, sondern fortgeführt hat. Ich bin explizit nicht der Auffassung, dass der Feminismus ein Geschlechterverhältnis zerstört hat, das früher in Ordnung war. Beispielsweise kamen aufgrund von Maximen wie »Frauen und Kinder zuerst« bei Schiffsunglücken wie 1912 bei dem Untergang der Titanic etliche mehr Männer als Frauen ums Leben, weil ihre Geschlechterrolle es so von ihnen verlangte. Das setzt sich fort bis zum Geschlechterverhältnis der Feuerwehrleute, die am 11. September 2001 ins World Trade Center stürmten, und bis zu den Hilfskräften bei dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima. Geopfert werden immer die Männer. Der israelische Historiker Martin van Creveld hat zu diesem Thema ein dickes Buch geschrieben, das allerdings der herrschenden Ideologie widerspricht, weshalb er aktuell auf Druck des linken AStA von der Uni Trier als Wissenschaftler ausgegrenzt wird.

Der Feminismus indes hat die Maxime, dass die Bedürfnisse von Frauen weit vor denen von Männern zu stehen haben, zu einer wahren Religion erhoben, die kaum hinterfragt werden darf – und das weltweit. Hier ist eine Kurskorrektur hin zu einem fairen Ausgleich zugleich dringend geboten und unendlich schwer geworden. Selbst die meisten Männer sind ja inzwischen beherrscht von dieser Mischung aus alter Ritterlichkeit und neuem Feminismus, die da lautet: Frauen muss bei ihren Problemen geholfen werden; Männer sind an allem selbst schuld und sollen gefälligst mal sehen, wie sie zurechtkommen.

Was tun Sie, um aufzuklären?

Was immer mir sinnvoll möglich ist. Zentral sind sicher meine Bücher zu diesem Thema: von Männerbeben über Rettet unsere Söhne bis zu 50 einfache Dinge, die Männer über Sex wissen sollten. Meinen Klassiker Sind Frauen bessere Menschen? vertreibe ich inzwischen als E-Book. Aktuell war ich an dem von AGENS herausgegebenen akademischen Forschungsband Schlagseite beteiligt, in dem die Autoren erörtern, inwiefern der feministische Zeitgeist inzwischen hochproblematisch geworden ist. Dazu kommen zahllose einzelne Artikel und Beiträge: ob online, in Fachzeitschriften wie Psychoscope oder in politischen Magazinen wie eigentümlich frei, der Freien Welt, Jürgen Elsässers Compact und André Sepeurs Umweltjournal. Ich unterstütze außer AGENS die geschlechterpolitische Initiative MANNdat und war beteiligt am Aufbau der »AG Männer« in der Piratenpartei. Eine starke Vernetzung ist mir in all diesen Fällen wichtig. Bei all dem habe ich aber auch keine Scheu davor, einzelne Mitglieder der Männerbewegung offen zu warnen oder zu kritisieren, wenn sie sich meines Erachtens ethisch aufs Glatteis begeben. Ich will keine Neuauflage des Feminismus von Männerseite, wo der Einsatz für die Rechte eines Geschlechts sämtlichen anderen moralischen Erwägungen übergeordnet ist. Dumpfen Konformismus mit dem feministischen Zeitgeist, wie ihn etwa die Männer der Grünen betreiben, finde ich genauso wenig hilfreich wie Radikalismus um seiner selbst willen und ohne konstruktive Arbeit, die sich an der Wirklichkeit orientiert.

Welche »konstruktive Arbeit« leistet denn speziell Ihr Verein AGENS für eine weniger einseitige Geschlechterpolitik?

AGENS gibt es erst seit letztem Jahr. Seitdem veröffentlichten wir zunächst einmal unser Buch Schlagseite – MannFrau kontrovers als Abgesang auf den bisherigen Feminismus. Wir führen gemeinsam mit einem großen Verband unsere »Aktion 400« für Trennungskinder durch und ließen in einem Happening vor dem Brandenburger Tor symbolisch eine »Mauer« aus 400 einzelnen »Steinen« von Kindern zerstören. Wir haben eine Diskussionsveranstaltung im Wissenschaftszentrum Berlin durchgeführt und bereiten eine weitere Veranstaltung mit der Friedrich-Naumann-Stiftung vor, sowie mit dem Max-Planck-Institut am 20. Januar 2012 eine Podiumsdebatte über das Thema »Männer und Väter in der Forschung«. Dazu treten im Januar noch zwei Seminare, die wir demnächst ausführlicher ankündigen werden – unter anderem über das Thema »Mann und Frau in der Postmoderne«. Wir arbeiten an einer umfassenden Analyse der bisherigen Gleichstellungsarbeit und stellen ein Projekt auf die Beine, das im Bereich häuslicher Gewalt den Blick auch auf weibliche Täter öffnen und sich hier insbesondere der Präventionsforschung widmen soll. Dazu tritt ein Kongress zum Thema »Trennungskinder« am 21. und 22. September 2012. Vor wenigen Wochen haben fünf AGENSer die deutsche PAS-Gesellschaft mitbegründet, die sich mit der Entfremdung des nicht-sorgeberechtigten Elternteils zu seinem Kind nach einer Scheidung beschäftigt. In Sachen Jungenförderung planen wir langfristig ein besonders innovatives Programm, in dem es zunächst um die Identitätsfindung für Kinder geht. Außerdem haben wir noch einiges in petto, darunter wirklich große Sachen. Hierüber möchte ich aber noch nicht sprechen, weil man den politischen Gegner nicht über alles, was man plant, lange im Voraus informieren sollte.

Das alles ist sehr viel für den Anfang und für eine so überschaubare Gruppe einfacher Bürger wie uns, die mit keinerlei besonderen finanziellen Mitteln ausgestattet sind – erst recht, wenn man uns mit dem staatlichen Bundesforum Männer vergleicht, das meinen Informationen nach mit Unsummen öffentlicher Gelder gefördert wird, dafür aber praktisch nichts tut außer die feministische Politik schweigend abzunicken. Der Gegenwind, den wir hingegen bei unserer Arbeit erhalten, ist immens. Das feministische Establishment schreckt uns gegenüber auch vor Verleumdungen und Diffamierungen nicht zurück. Aber was das angeht, erzähle ich Ihnen ja nichts Neues.

Können Frauen den Männern helfen, und wie?

Diejenigen Frauen, die keine Angst haben, anzuecken und aus den Zwängen des politisch korrekten Mainstreams auszuscheren, tun das erfreulicherweise ja schon. Die Väter- und die Männerbewegung verfügen bereits über eine ganze Reihe von Unterstützerinnen, die es schaffen, über den Tellerrand der Probleme ihres eigenen Geschlechtes hinauszusehen. Insofern ist das Erste, was Frauen tun können, um Männern zu helfen, ihnen zuzuhören – ohne reflexartig in alberne Psychologisierungen zu verfallen wie »Die Männer sind nur in der Krise, weil ihr altes Rollenverständnis gestört ist und sie nicht mehr die Herren der Welt sind«. Wohl über 95 Prozent aller Männer waren nie »die Herren der Welt«, sondern haben sich krumm und buckelig geschuftet, um ihren Familien ein einigermaßen angenehmes Leben zu ermöglichen. Sobald die Frauen erst einmal verstehen, was Männer belastet, müsste in ihnen eigentlich selbst das Bedürfnis wachsen, sie zu unterstützen. Als AGENS-Vorstand möchte ich natürlich möglichst viele Frauen für uns selbst werben, aber es gibt auch andere männerpolitisch tätige Gruppen: den Väteraufbruch, die Initiative MANNdat, und auch die »AG Männer« der Piratenpartei freut sich über Unterstützer beiderlei Geschlechts. Eine sehr gute Übersicht über Männerprobleme, die man politisch angehen sollte, hat MANNdat unter der Überschrift »Was wir wollen« auf ihrer Website angelegt. Vielleicht können Sie an den Schluss dieses Interviews ja einen Link darauf setzen.

Was muss sich dringend an der Erziehung bzw. am Selbstverständnis der Jungen ändern?

Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, mit dem Glauben daran, dass sich an der Erziehung bzw. dem Selbstverständnis von Jungen dringend etwas ändern müsse, begannen so einige Probleme in diesem Bereich. Während Mädchen Bildungsförderung erhalten, werden Jungen zum Teil eines staatlichen Umerziehungsprogramms. Man hat den Eindruck, sie werden derzeit dahingehend indoktriniert, dass sie sich genau für die Berufe interessieren sollen, von denen man Frauen wegen der schlechten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten abrät. Zum staatlichen Programm »Neue Wege für Jungs« gehört so etwa auch, dass man Jungen für die Tätigkeiten des Haushalts begeistern will, während man Frauen feministischerseits erklärt, dass diese Tätigkeiten unter ihrer Würde seien.

Schauen Sie, ich finde es ja gut, wenn Jungen ihr Rollenspektrum erweitern lernen, solange das für sie größere Freiheit bedeutet. Es gibt auch Hausmänner in der Männerbewegung, und ich selbst habe mit Literaturwissenschaft ein eher »weibliches« Fach studiert. Aber dieses Bedürfnis muss doch aus den Jungen selbst erwachsen! Stattdessen scheint sie der Staat auf die neuen Wege zwingen zu wollen, damit sie Frauen bei deren Karriere nicht mehr im Weg stehen. Manche Auswüchse lassen einen hier nur den Kopf schütteln. Der SPIEGEL berichtete einmal darüber, wie Mitarbeiter des Vereins DISSENS einem besonders selbstbewussten Jungen vorwarfen, »dass er eine Scheide habe und nur so tue, als sei er ein Junge«. Dazu erklärten die Dissens-Leute, ihnen gehe es um die »Zerstörung von Identitäten«; das Ziel ihrer »nichtidentitären Jungenarbeit« sei »nicht der andere Junge, sondern gar kein Junge«. Dieser Vorgang grenzt an Kindesmissbrauch. Das AGENS-Gründungsmitglied Professor Gerhard Amendt hatte sich damals entsprechend klar dazu geäußert: »Wer Identitäten zerstört, der zerstört Menschen. Identität zerstörende Jungenarbeit ist weder ein wissenschaftlich begründetes noch anerkanntes Verfahren in der Sozialpädagogik, der Pädagogik, der Weiterbildung, Beratung oder Psychotherapie.« Heute ist der Skandalverein Dissens Mitglied im staatlichen Bundesforum Männer, das dem Frauenministerium untergeordnet ist. Da kann es einen doch nur gruseln.

Es gibt längst auch konstruktivere, weniger gewalttätige Möglichkeiten der Jungenarbeit, Ansätze, die Kindergärten und Schulen jungengerechter werden zu lassen und den Jungen beispielsweise besser und schneller das Lesen beizubringen. Dazu gehört auch, dass Verlage, Medien und Bibliotheken Jungen als Zielgruppe wiederentdecken. Eine wissenschaftliche Forschung tut Not, die sich nicht nur den Befindlichkeiten von Mädchen und Frauen, sondern auch den Sorgen von Jungen und Männern widmet. Auch Bürgerrechtler, die sich speziell für Jungen einsetzen, müssen stärker unterstützt werden. Ausführlich stelle ich verschiedene neue und vernünftige Ansätze in meinem Buch Rettet unsere Söhne vor. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie von den Bedürfnissen und Nöten der unterschiedlichen Jungen ausgehen statt von den Bedürfnissen einer Ideologie, die Jungen so formen will, wie sie sie gerne hätte.

Die Goslarer Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling hat ihren Arbeitsplatz verloren, weil sie auch Männer fördern wollte – eigentlich doch ganz normal. Warum reagieren die politisch-korrekten Gremien und Parteien so und wieso gibt es keinen Aufstand in den Medien?

Ich fand die Berichterstattung über Monika Ebeling – die ebenfalls Mitglied bei AGENS ist – im Großen und Ganzen gar nicht verkehrt. Monika schaffte es bis auf die Titelseite der BILD-Zeitung, und viele Journalisten auch linker Blätter wie Zeit, Süddeutsche und Stern haben eine dermaßen starke Sympathie für ihre aufrechte Haltung erkennen lassen, dass Alice Schwarzer daraufhin in ihrer Emma schäumte vor Wut. Insbesondere den Focus-Artikel, den Alexander Wendt zu der Peinlichkeit verfasste, die sich der Goslarer Stadtrat da geleistet hat, fand ich famos. Richtiggehend blamiert hat sich mit ihrer Hofberichtserstattung eigentlich nur die Goslarsche Zeitung selbst.

Natürlich hätte der mediale Aufschrei insgesamt noch stärker sein müssen, aber die allermeisten Journalisten sind auf dem feministischen Trip und versagen bei ihrer Aufgabe als vierte Gewalt, die den Staat überwachen sollte, wenn sie mit den verantwortlichen Politikern ideologisch auf einer Linie liegen. Ich habe mittlerweile den Eindruck, viele Journalisten könnten sich sogar mit einer Diktatur arrangieren, solange sie nur die Ansichten des Diktators teilen. Vor diesem medialen Hintergrund agieren meiner Beobachtung nach auch viele Politiker: Sie glauben, sich sehr viel Stress mit der Presse zu ersparen, solange sie nur brav dem Zeitgeist folgen, alles für Frauen tun, nichts für Männer, und einer Frau, die sich auch ein wenig für das andere Geschlecht einsetzen will, den Stuhl vor die Tür stellen. Besonders irritierend war allerdings, wie vehement die Goslarer FDP den von der Linken eingebrachten und von den Grünen vorbereiteten Abberufungsantrag unterstützte. Allerdings wurde sie daraufhin von den Goslarer Wählern auch empfindlich abgestraft.

Herr Hoffmann, vielen Dank für das Gespräch.

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Sonntag, 30. Oktober 2011

Stüssi und Buser erhielten ihren gerechten Lohn

Das Resultat der Nationalratswahlen des letzten Sonntags, an der das Spaltprodukt Subitas mitsamt Stüssi und Buser (alias "Gismatis") als Kandidaten teilnahmen, konnte deutlicher nicht sein. Lediglich 0.01 % (!) der Stimmen und somit weniger als die Anti-Powerpoint-Partei, die Narrenpartei oder die Piratenpartei konnte Subitas auf sich vereinigen. Offensichtlich ist so einigen ehemaligen Unterstützern und Sympathisanten von Subitas im Nachhinein klar geworden, was da alles im Vorfeld gelaufen war.

Auch auf die von Buser/"Gismatis" versprochene, offizielle Stellungsnahme oder die sogenannt "demnächst" erscheinende, detaillierte Meinung von Subitas zu dieser Wahlniederlage wartet man bisher seit einer Woche vergebens - deren offizielle Webpräsenz bietet lediglich die Klage, dass der Zürcher Stimmbürger offenbar Software-, Tier- und Narrenrechte wichtiger als Kinderrechte fände, als wäre der Wähler schuld am eigenen Versagen.

Man weicht wohl lieber jeglicher Gelegenheit aus, die einen zwingen würde, sich mit den eigenen Fehlern und den daraus für die Männerrechtsbewegung entstandenen Schaden öffentlich auseinandersetzen zu müssen. Es würde zu Stüssi und Buser passen, wenn sie versuchen würden, diese Niederlage nun einfach ohne eine selbstkritische Diskussion auszusitzen. Doch dies würde lediglich dazu führen, dass sich solche schmerzhaften Erlebnisse auf ewig wiederholen. Welche Lehren kann also die deutschsprachige Männerrechtsbewegung allgemein und der schweizerische Antifeminismus im Speziellen aus diesem vorhersehbarem Resultat ziehen?

Selbstverständlich könnte man hier lange und breit über die fehlende Professionalität von Subitas reden oder den nicht vorhandenen, strategischen Weitblick anprangern oder den Mangel an Realitätsnähe kritisieren. Schliesslich ist eine zur Wahl antretende, völlig unbekannte Organisation mit einer Homepage ohne Bilder und Informationen zu völlig unbekannten Kandidaten zwangsläufig zur Niederlage verdammt - unabhängig von der Popularität oder Notwendigkeit ihrer Anliegen, denn das Wählerpotenzial wäre bei den zahllosen entrechteten und diskriminierten Männern und dem gewaltigen, positiven Echo gegenüber der IGAF hier in der Schweiz definitiv vorhanden. Doch diese Aspekte hat René Kuhn bereits ausführlich behandelt.

Aber auch der IGAF könnte man vorwerfen, dass ein deplaziertes Vertrauen in manchen Figuren und die gravierenden Konsequenzen daraus Unprofessionalität darstellten - schliesslich war unter anderem Stüssi mit dem Leiten des Unterschriftensammelns für die IGAF betraut worden - doch ist es wirklich unprofessionell, Menschen zu vertrauen, die mit uns fast von Anfang an zusammen gearbeitet haben und von denen man deshalb dachte, dass sie unser Vertrauen zu Recht verdient hätten? Gerade auch deswegen sind diese Ereignisse für uns alle so schwer verdaulich.

Doch vielmehr interessieren mich nun die zwischenmenschlichen Komponenten, welche das Scheitern des ersten Vorstosses von Antifeministen und Männerrechtlern in die schweizerische Politik prägten und welche sich im Wesentlichen mit den Begriffen Integrität, Glaubwürdigkeit und Loyalität beschreiben lassen - alle drei waren bei Stüssi und Buser nicht vorhanden.

Es gibt wohl kaum ein zentraleres Attribut bei einem Politiker als seine Integrität. Wer nicht zu seinem Wort steht, seine Weggenossen absichtlich belügt, sie in die Irre führt, wer sie in einem entscheidenden Moment im Stich lässt, sie bei essenziellen Dingen an der Nase herumführt, hinter ihrem Rücken ein falsches Spiel spielt und wer dann anschliessend nicht einmal zu seinen eigenen Taten stehen kann, der ist nicht integer. Denn sein Handeln deckt sich nicht mit dem im Antifeminismus und in der Männerrechtsbewegung implizit geforderten Wert der männlichen Solidarität, ohne die wir bis in die Bedeutungslosigkeit zersplittern würden.

Auf Integrität folgt Glaubwürdigkeit, ohne die ein Politiker keinen Wähler von sich überzeugen kann. Wer vorgibt, sich für entrechtete und benachteiligte Männer einzusetzen, dann aber wenn es hart auf hart kommt nicht einmal zu seinen eigenen männlichen Gefährten steht, sie verlässt und so ein Loch in den Waffenbund reisst, der kann nicht erwarten, dass ihm andere Männer sein Engagement für das männliche Geschlecht abkaufen. Denn warum sollte man einem Politiker glauben, dass er sich für anonyme, erniedrigte Männer irgendwo da draussen einsetzen wird, wenn er es nicht einmal für nötig errachtet, Männer in seinem eigenen, direkten Umfeld fair zu behandeln und zu respektieren?

Nicht vergessen werden darf auch die unabdingbare Loyalität, welche eine Organisation zusammen und die Reihen geschlossen hält. Wer hinter dem Rücken des Präsidenten agitiert, andere Vorstandsmitglieder instrumentalisiert und sie mit Falschinformationen zu gewissen Handlungen nötigt, Vereinsmitglieder für die eigene Sache zum Schaden des Ganzen einzuspannen versucht, auf perfideste Weise sich nicht an sein Wort hält und damit den Erfolg unserer aller Sache in Gefahr bringt, der verhält sich nicht loyal. Dabei ist es nicht einmal das Schlimmste, dass die zwischenmenschliche Loyalität und organisatorische Hierarchie gebrochen wurde, sondern dass auch die Loyalität gegenüber Willen und Geist der gesamten, deutschsprachigen Männerrechtsbewegung mit diesem von Beginn weg offensichtlich hoffnungslosen Alleingang unwiderruflich verletzt wurde. Dieser doppelte Loyalitätsbruch gegenüber den eigenen Mitkämpfern und gegenüber der Sache als Ganzes wiegt am Schwersten.

In diesem Sinne liegt die Erkenntnis für uns klar darin, dass nur mit geschlossenen Reihen, mit integren, glaubwürdigen und loyalen Mitstreitern eine Männerechtsbewegung auf der politischen Bühne Erfolg haben kann. Denn Aktivisten, welche diese Attribute nicht aufweisen, werden vom Wähler offensichtlich abgelehnt, wie wir vor einer Woche klar und deutlich erfahren mussten.

Wir Antifeministen, Männerrechtler und Maskulisten sollten uns diesbezüglich von den altgriechischen Hoplit-Kriegern inspirieren lassen. Diese kämpften in engster Formation Schulter an Schulter, Schild an Schild, Speer an Speer in der Phalanx-Formation und der Einzelkampf Mann gegen Mann galt bei ihnen als wertlos, der Kampf in Reih' und Glied als glorreich und somit als unabdingbar für den Sieg - was die Schlachten bei Marathon und bei den Thermopylen eindrucksvoll gezeigt haben.

Wenn unsere kulturellen Vorfahren auf diese Weise die ganze damals bekannte Welt überrennen und dadurch das Zeitalter des Hellenismus einläuten konnten, dann wird der organisierte Antifeminismus auf ähnliche Weise den Feminismus wegfegen und eine neue Epoche ermöglichen.