Donnerstag, 20. November 2008

Wenn Frauen wieder mal besser führen ...

Mittlerweile sollte ja jeder Hinterwäldler mitbekommen haben, dass Frauen in allem aus Prinzip besser sind. Da macht man natürlich auch nicht vor der Privatwirtschaft halt und spricht dem weiblichen Geschlecht auch grosszügig überlegene Führungsqualitäten zu.

Da heisst es, dass Chefinnen Firmen stärken und für die Zukunft rüsten würden. Sie würden mehr Gewinn erzielen und würden das Unternehmen mit zahlreichen positiven Eigenschaften beglücken. Dazu gehören Stimulation der Mitarbeiter, Inspiration, gemeinschaftliche Entscheidungsfindung und ein Augenmass für angemessene Erwartungen und Belohnungen, sagt die McKinsey-Studie "Women Matter".

Ich persönlich erkenne an diesen aufgezählten Eigenschaften kein einziges als ein geschlechtsspezifisches Merkmal. Oder wollt ihr mir etwa sagen, dass Männer andere nicht inspririeren und stimulieren können?

Ich habe hier schon einmal von Papst Urban II. erzählt, der im Mittelalter zum ersten Kreuzzug aufrief. Seine flammende Rede zu Clermont soll so dermassen bewegend gewesen sein, dass sogar die abgebrühtesten Adeligen von damals das Kreuz nahmen und sich dem Kreuzzug anschlossen. Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen, wo Männer andere Menschen mit ihrem Charisma und ihren brillanten rhetorischen Fähigkeiten für ihre Sache gewinnen konnten. Nicht selten prägten diese männlichen Charakterzüge die Geschichte der Menschheit.

Und gemeinschaftliche Entscheidungsfindung und ein Augenmass für Erwartungen sind unter Männern mindestens genauso stark ausgeprägt wie es nun den Frauen zwanghaft zugeschrieben wird. Schliesslich konnte eine nicht gemeinschaftlich getragene Entscheidung früher nicht selten mit einem Dolch im Rücken enden. Männer, die wichtige Entscheidungen treffen, sichern sich deshalb im Vorfeld so gut es geht in alle Richtungen ab und handeln Kompromisse aus. Deshalb waren und sind die besten Diplomaten Europas Männer.

Denn ein kühler Kopf, der nicht von Emotionen und affektiven Handlungsmustern geprägt ist, bringt eine Verhandlung wesentlich schneller und effizienter über die Bühne.

Wenn Frauen als Führungskräfte wirklich so dermassen überlegen wären, wie mittlerweile in jedem Blatt behauptet wird, warum hat die Privatwirtschaft sie dann nicht schon längst als Wettbewerbsvorteil gegen die unerbittliche Konkurrenz entdeckt? Warum müssen dann Firmen gezwungen werden, Frauen als Führungskräfte einzustellen, wenn sie so ernorm gut sind? Wie zum Beispiel in Norwegen, wo dutzende von Firmen geschlossen werden, weil sie die feministischen Staatsvorgaben nicht erfüllen konnten?

Sind Chefinnen wirklich so gut wie alle meinen? Haben sie wirklich diesen überlegenen, femininen Führungsstil, der die Gewinne in atemberaubende Höhen klettern lässt? Ich glaube nicht. Die Top-Managerin Fiorina von HP hat die Firma bis kurz vor den Ruin getrieben und zeigt dabei alle "klassischen Merkmale" männlichen Führens, welche die Feministinnen immer so scharf kritisieren. Aber auch in Deutschland zeigt es sich, dass Frauen es beim Führen nicht immer schaffen, dem feministischen Märchenideal zu entsprechen. Man denke da an Ypsilanti in Hessen.

Wie Mustrum im gelben Forum bereits erwähnt hat, ist es doch erstaunlich, dass McKinsey selbst kaum Frauen in der Führungsetage hat und auch sonst weder Quoten (siehe in der Mitte) noch besondere Präferenzen für ihre "Mehr Frauen - mehr Rendite"-Medizin. All die Lobeshymnen auf die Frauen, welche in ihrer Studie auftauchen, werden wohl bei McKinsey intern nicht gesungen.

Das wird auch schon klar, wenn man Seite 3 von ihrer Studie liest. Da ist man sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob Frauen wirklich die besseren Chefinnen sind und schreibt (Hervorgehobenes von mir):

"Companies with a higher proportionen of women in top management may perform better ..."

Das klingt plötzlich nicht mehr so überzeugt, wie es im Medienartikel so selbstherrlich dargestellt wurde. Denn das englische Wort "may" bedeutet so viel wie können, mögen und impliziert eine Möglichkeit, jedoch keine Gewissheit.

Wer das Inhaltsverzeichnis der Studie ab Seite 4 durchliest, stellt schnell fest, dass er es hier nicht mit einer sachlich nüchternen Zusammenstellung von Zahlen, Fakten und Schlussfolgerungen zu tun hat, sondern mit einem heftigen Propagandakatalog voller Gender-Ideologie und feministischer Märchen.

Da wird zunächst beklagt wie wenig Frauen sich im Moment in den Führungsetagen befinden um anschliessend von einem viel zu langsamen Fortschritt in dieser Sache zu heulen. Dann wird das vorwiegend männlich orientierte Führungssystem angeprangert und das Ausbleiben weiblichen Erfolges in diesen Sphären aufgrund von Barrieren erklärt. Weiter geht es, dass Familienplanung für Frauen hinter der Karrierenplanung zu kommen habe und dass Frauen mehr Opfer bringen müssten, um Karriere zu machen. Dann kommt natürlich der obligatorische Schrei nach Staatshilfe und mehrere Vorschläge, wie man "Gender equality" erreichen könne.

Natürlich dürfen die Lobeshymnen auf die überragenden Fähigkeiten der Frauen nicht fehlen.

Alles in allem gleicht diese Studie mehr einem Lobbyistenpapier als einer sachlichen Analyse weiblicher Fähigkeiten und Talente in der Privatwirtschaft. Das sieht man unter anderem auch daran, dass gerade mal drei Seiten von 28 sich um die positiven Eigenschaften von Frauen in Führungspositionen drehen und der Rest sich aus einem Wirrwarr aus Forderungen, Anschuldigungen und Schreien nach Staatshilfe zusammensetzt.

Ich persönlich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn meine Karriere mit so einem peinlichen ideologischen Opferkult in Verbindung gebracht werden könnte. Wie erniedrigend und entwürdigend muss es sein, seine Karriere nicht wegen seinen Talenten und Fähigkeiten, sondern nur durch Quoten, Ermächtigung und staatlichen Zwang erhalten zu haben?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich persönlich erkenne an diesen aufgezählten Eigenschaften kein einziges als ein geschlechtsspezifisches Merkmal. Oder wollt ihr mir etwa sagen, dass Männer andere nicht inspririeren und stimulieren können?

Erstens kann ich auch keine geschlechtsspezifischen Merkmale entdecken. Zweitens woher soll man das eigentlich wissen wenn genau die Frauen mit diesen Merkmalen nicht in Führungspositionen hocken? Das ist eine unbestätigte These und einfach nur völliger Schwachsinn. Schließlich ist mir im Arbeitsumfeld einfach noch keine Frau begegnet die diesen Merkmalen entspricht, nein eher solche Frauen die meinen sie hätten diese unglaublich tollen Merkmale, die man ihnen ständig einredet, nur weil sie eine Frau sind. Bisher kann ich bei denen nur feststellen, dass sie über ihre eigenen Füße stolpern und mich behindern. Andererseits das nächste Problem sind dann wieder die Frauen die männlicher wie ein Mann sind. Leider stelle ich dabei nur fest, dass sie alles falsch machen, vorallem weil sie dabei dann komplett die Merkmale weg lassen, die in den Medien und seltsamerweise in den Gender-Wissenschaften als "weibliche" Merkmale angepriesen werden. Da Entscheide ich lieber mit Männern zusammen, schließlich sind die nicht voll von solchen extremen Stereotypen von wegen "ich Frau = behersche weibliche Merkmale bis zur Perfektion!" oder "In der Arbeitswelt muss man ein harter Knoche sein um zu überleben!". Um mal bei "über die eigene Füße stolpern" zu bleiben, ich wundere mich nicht, dass es Frauen so schwer in Führungspositionen schaffen wenn sie sich ständig solche dumpfen Stereotype selbst implantieren.

Anonym hat gesagt…

Inzwischen muss ich zugeben, das ich gemerkt habe das Frauen weniger Sozial kompetent in Chefpositionen sind.

Sie sind nicht sozialer oder bereiter zu kompromissen oder ruhiger, sondern viel viel krasser und härter.

Die Chefinnen die ich kennengelernt habe waren entweder mit dem Chef verheiratet oder die Tochter vom Chef.

Irgendwas stimmt nicht.. Und wo bleibt die Firma von Frauen gegründet und nur von Frauen bearbeitet wird?

Anonym hat gesagt…

An 13:46: Frauen sind besser und kompetenter als Chefinnen und die Firma macht mehr Kohle mit Frauen an der Spitze, so die offizielle Mähr! Das Dumme ist nur: Wenn dem so wäre, dann bräuchte es erst recht keine Quote und Förderung, da Frauen bzw. Frauenunternehmen auf dem Markt Männer bzw. Männerunternehmen verdrängen würden. Hier gilt wie überall der Unfug: Frauen sind besser und brauchen daher viel staatliche Förderung und staatlich verordnete Quoten! Dies läuft analog der Plämplämlogik, dass Männer und Frauen gleich sind und daher Männer böse und Täter und Frauen gut und Opfer sind - ist doch logisch! :-)

Anonym hat gesagt…

Ich als Frau kann aus Erfahrung sagen, dass ich Frauen viel hinterhältiger und gemeiner finde als Männer.
Frauen untereinander sind auch keineswegs zimperlich, sondern knall hart. Die am schlimmsten traumatisierende Gewalt habe ich von Frauen erlebt und nicht von Männern. Die haben wenigstens noch einen Ehrenkodex, der den Frauen völlig fehlt.

Ich finde oft, dass man in kniffeligen Fragen eher einen Mann als eine Frau fragen kann.
Bei Frauen scheint es mehr um Macht als um die Lösung eines Problems zu gehen.