Donnerstag, 25. September 2008

Von Testosteron getriebene Broker

Der Tagesanzeiger und die Welt schieben indirekt die Schuld an der weltweite Wirtschaftskrise den Brokern im "Testosteronwahn" zu. Dieses böse, männliche Sexualhormon treibe den armen Brokermann durch eine wilde Euphorie in eine immer grössere Gewinnsucht, der ihn nach und nach jedes Risiko nehmen lasse, nur um seine urzeitlichen Siegesbedürfnisse zu befriedigen. Dabei würden sie eine Blase nach der anderen aufbauen und sich selber beim Platzen dieser Blasen zu den Verlierern machen. Dann würde das Hormon Cortisol überhand im Manne nehmen und ihn zu einem fliehenden Angsthasen machen, der potenziell gewinnbringende Kurssteigerungen nicht mehr erkennen und richtig ausnutzen würde.

Der Mann als das ewig von seinen Hormonen getriebene, entmenschlichte Monstrum!

Und das genau jetzt - auf dem Höhepunkt der Subprimekrise, in denen die Banken, die Träger der Weltwirtschaft, weltweit um ihre Existenz bangen. Gutes psychologisches Timing, nicht wahr? Eine ideale Gelegenheit, dem Mann die Schuld dieser Krise in die Schuhe zu schieben.

Natürlich haben Forscher, der Tagi und die Welt die perfekte Lösung für das ewige Problemfeld Mann gefunden. Es ist die gleiche, die bei allen von Männern "verursachten" Problemen herangezogen wird. Nämlich mehr Frauen an den Schalthebeln der Macht!

Auf den Börsenmaklern lastet das Gewicht der Weltwirtschaft. Sie stehen unter ständig Druck, die Gewinne zu erhöhen und Verluste zu minimieren. Die Konkurrenz ist hart und unerbittlich. Kein Wunder leiden diese Menschen unter hohem Stress. In diesen Zeiten haben viele auch noch Angst um ihren Job. Und jetzt kommt noch dieser kleine, biologistische Stoss von hinten ins Nierenbecken, um noch eins oben drauf zu geben! Denkt ihr, dass die ihr Leben im Moment geniessen?!

Denn Frauen, diese von Natur aus besseren Menschen, würden nicht nur mit ihrer grösseren Empathie, sondern auch mit ihren überlegenen Softskills die wirtschaftlichen Krisen einfach weggendern! Natürlich mit grosszügiger (finanzieller) Hilfe vom Staat und von tausenden von Gleichstellungsbeauftragten im Rücken.

Wenn Frauen in Wirtschaftsfragen den Männern von Natur aus überlegen sind, wie jede Woche irgendwo in der deutschsprachigen Medienlandschaft gepredigt wird, warum tummeln sich dann diese Superfrauen nicht haufenweise in den Firmen? Im harten Konkurrenzkampf der Privatwirtschaft wird jeder noch so kleine Vorteil gnadenlos ausgenutzt, um die Mitbewerber auszustechen. Warum würde man dann nicht auch überlegenes Personal (= Frauen) minderwertigen Arbeitsnehmern (= Männer) rücksichtslos vorziehen?

Vielleicht ist diese ganze Lobhudelei nicht mehr als eine schöne Fassade, welche peinliche Ekzesse von weiblicher Selbstbeweihräucherung kaschieren soll. Warum hören wir die ganze Zeit, dass Frauen überall besser seien? Warum haben scheinbar überlegene Menschen es nötig, ihre Überlegenheit ständig zu betonen? Warum muss homo superior immer die "Schwächen" von homo inferior betonen?

Liegt es an einer tiefen Unsicherheit? Einer brennenden Furcht vor dem Versagen? Der Angst der Blamage? An einer herbei gesehnte, eigene Höherstellung auf Kosten von anderen?

Liegt es daran, dass diese schönen Worte von vielen Frauen selber nicht geglaubt werden? Und dass jetzt Geschlechterforscher, Gleichstellungsbeauftragte und Genderbewegte alles daran setzen, der zweifelnden Herde die richtigen Worte einzubläuen?

Das Steroidhormon Testosteron und das männliche Y-Chromosom haben vielerlei gemeinsam: Beide werden von Feministinnen tief gehasst und verachtet. Nicht nur greifen sie den Mann auf gesellschaftlicher Ebene in seinen Rechten und in seiner Lebensweise an, sondern attackieren ihn auch auf molekularer und genetischer Basis.

Dabei sind ihnen die Abstraktheit dieser beiden Fachgebiete und die eingebildete, wissenschaftliche Omnipotenz gewisser geisteswissenschaftlicher Denkschulen sehr nützlich.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Leider erfahren wir nicht, warum John Coates nicht schon längst ein Wertpapier-Handelshaus gegründet hat, um mit Händlerinnen, denen er erst noch über 20 % weniger Gehalt für die gleiche Arbeit bezahlen muss, ein Milliardenvermögen zu scheffeln! Ein typischer "Frauen sind besser-Osterhaase"! Mich stört an sich nicht, dass solche Typen davon ausgehen, schleimiges Anbiedern sei das einzige, was sie einer Frau zu bieten hätten. Das ist ja augenscheinlich zutreffend! Mich stört, dass diese zweibeinigen Trostpreise ihre Minderwertigkeitskomplexe öffentlich und auf meine Kosten ausleben müssen!

Manifold hat gesagt…

Die Behauptung, dass Frauen für gleiche Arbeit 20 % weniger verdienen ist so nicht zutreffend.

Wenn ein Arbeitgeber einen Posten zu besetzen hat und er kann zwischen einem Mann und einer gleich gut qualifizierten Frau wählen, welche Person würde er wohl einstellen, wenn die Frau 20 % weniger Lohnkosten mit sich bringt?

Dann müssten nur noch Frauen in der Privatwirtschaft rumrennen, denn dort wird an allen Ecken und Enden nach Möglichkeit gespart! Und wenn beim Personal satte 20 % eingespart werden können, indem man nur Frauen einstellt, würden das die allermeisten Firmen auch tun.

Doch sie tun es nicht. Ergo kann das mit den 20 % weniger für gleiche Arbeit nicht stimmen.

Anonym hat gesagt…

Danke für den Hinweis, es müsste natürlich "angeblich" 20 % weniger Gehalt heissen!