Samstag, 30. April 2011

Antifeminismus in der "Welt": "Der Fehler der Jungs besteht darin, dass sie Jungs sind"

Nachdem schon in der "NZZ am Sonntag" letzte Woche deftig Klartext gegen den Feminismus und die Männerdiskriminierung geschrieben wurde, setzt nun die "Welt" einen obendrauf und bestätigt, was viele von uns schon längst wissen: Die systematische Benachteiligung der Jungen im deutschen Bildungssystem wurde weiter untermauert und sollte endlich in den Vordergrund rücken. Doch Feministen und insbesondere Genderisten (der Autor benutzt diesen Begriff sogar selbst!) versuchen dies zu verhindern.

Hier der gesamte Artikel:

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Der Fehler der Jungs besteht darin, dass sie Jungs sind

Neue Untersuchungen beweisen die Benachteiligung von Jungen in der Schule. Empörend ist die schlichte Antwort der Feministen, die Jungen seien eben selber schuld.

Mehr Jungen als Mädchen bleiben ohne Schulabschluss oder erreichen nur einen Hauptschulabschluss, deutlich weniger Jungen verlassen die Schule mit der mittleren Reife oder dem Abitur.

Schon vor sechs Jahren haben Dr. Heike Diefenbach und ich in der „Zeitschrift für Pädagogik“ auf die massiven Nachteile von Jungen in der Schule hingewiesen. Besonders bei Feministinnen schlug der Artikel wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein. Dabei sind die Daten allgemein zugänglich. Das Statistische Bundesamt erhebt sie im Jahresturnus. Inzwischen belegen weitere Studien: Jungen werden häufiger von der Einschulung zurückgestellt, stellen mehr als zwei Dritteln der Sonderschüler und schwänzen häufiger als Mädchen die Schule.

Auf diese Erschütterung des feministischen Weltbildes antwortete Waltraud Cornelißen vom Deutschen Jugendinstitut in München im Juli 2003 in der „Frankfurter Rundschau“ mit der Behauptung, der Bildungsvorteil für junge Frauen sei oft „bitternotwendig“, damit sie auch nur annähernd gleiche Chancen im Beruf haben. Dergleichen offene Rechtfertigungen für Diskriminierung finden sich nicht allzu häufig. Inzwischen sind Cornelißen und mit ihr die feministische oder „Gender“-Schule bereit anzuerkennen, dass sich „die Anzeichen“ dafür mehren, dass „die Leistungsbilanz“ der Jungen in der Schule schlechter ausfällt als die der Mädchen, und dass dies ein Problem darstelle. Die Prämissen der feministischen Ideologie werden nun gerettet, indem frau den Schuldigen für dieses Problem sucht und findet, nämlich die Jungen selbst.

In unserem Artikel hatten Heike Diefenbach und ich eine Korrelation festgestellt: In Bundesländern, in denen der Anteil der Grundschullehrerinnen hoch ist, schneiden Jungen besonders schlecht ab. Weil es aber der Häresie gleichkäme, anzudeuten, dass auch weibliche Menschen Negatives bewirken könnten, werden die Verhältnisse umgekehrt: Den Jungen – und vor allem Jungen aus der Unterschicht (politisch korrekt: aus sozial benachteiligten Schichten) wird ohne nur eine Spur empirischer Grundlage ein „traditionelles Männlichkeitsbild“ unterstellt.

So behauptet Jürgen Budde in der neuesten Expertise des Ministeriums für Bildung und Forschung (2008), dass Jungen pädagogische Unterstützung brauchen, um ihre Geschlechtsidentität auszugestalten. Was er damit meint, erläutert er in einem Interview mit der „Zeit“: Schule habe sich verändert, lege mehr Wert auf die Vermittlung sozialer Kompetenz, auf Teamgeist und Kommunikationsfähigkeit. Das ist nach Ansicht Buddes nicht vereinbar mit dem traditionellen Männlichkeitsbild, in dessen Rahmen es „cool“ sei, schlechte Leistungen zu erbringen.

Für Budde und Cornelißen steht fest, dass das viele Fernsehen die Jungen aus der Unterschicht verderbe. Weil der Vater fehle, orientierten sie sich am „Abenteurer, Raufbold, am Krieger und Helden“. Derlei Männlichkeitsbilder, so Cornelißen, führten zu Überlegenheitsfantasien und dazu, dass sich Jungen gegen „Mitschülerinnen und weibliche Lehrkräfte chauvinistisch“ abgrenzten. Kurz: Wären die Jungen anders, wären sie so, wie die Lehrerinnen sie gerne hätten, dann wären sie auch besser in der Schule. Selber schuld! Die Genderisten hegen anscheinend eine tiefe Abneigung gegen alles, was sie mit traditioneller Männlichkeit assoziieren. Ihr Heilrezept sieht vor, Jungen umzuerziehen, weil Lehrerinnen ansonsten mit ihnen nicht fertig werden.

Folgt man den Genderisten, dann besteht das Problem von Jungen schlicht in ihrem Geschlecht. Aber warum ist das Geschlecht der Jungen ein Problem? Forschung darüber, warum Jungen als Jungen Nachteile in der Schule haben, gibt es keine. Expertisen, Beiträge und Vorträge darüber, warum Jungen selbst daran schuld sind, dass sie Nachteile in der Schule haben, gibt es viele. Weil Schuldzuweisungen aber bei der Suche nach Ursachen nicht weiterhelfen, sind auch im letzten Schuljahr, für das das Statistische Bundesamt bislang Zahlen veröffentlicht hat – also im Schuljahr 2005/2006 – 47857 Jungen und 28040 Mädchen ohne Schulabschluss geblieben und 144457 Mädchen und 113813 Jungen mit der Hochschulreife aus der Schule entlassen worden. Doch wie uns die Genderisten lehren: Dass 19817 mehr Jungen als Mädchen ohne Schulabschluss von der Schule abgegangen sind, ist die Schuld der Jungen.

Die Ergebnisse unserer Studie wurden inzwischen von Steffen Kröhnert und Reiner Klingholz in einer eigenen Studie bestätigt, die Ursachen für die Benachteiligung von Jungen bleiben aber ungeklärt. Welche Rolle weibliche Lehrer dabei spielen und ob die Situation der Jungen dadurch verbessert werden könnte, dass mehr männliche Lehrer (so man sie denn finden würde) eingestellt würden – diese Fragen bleiben unbeantwortet. Empirische Forschung zu diesen Fragen findet nicht statt. Gesicherte Erkenntnisse über die Ursachen der schulischen Nachteile von Jungen gibt es somit keine.

Das wissen auch die Genderisten, die ihre vom Steuerzahler finanzierte Arbeitszeit mit der Suche nach dem ideologisch passenden Schuldigen und eben nicht der Suche nach Ursachen ausfüllen. Sie sind somit die besten Verbündeten der Kultusminister und der Verantwortlichen in den Ministerien, die – wie Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes feststellt – Angst vor der Wahrheit über die Situation an den Schulen haben und ihre Hauptaufgabe darin sehen, dieser Wahrheit nicht ins Auge sehen zu müssen. Genderisten sind dabei äußert effiziente Helfer. Denn um die Ursachen der schulischen Nachteile von Jungen zu erforschen, bedarf es empirischer Forschung und entsprechender Investitionen in Zeit, Geld und Humankapital. Wird das vorhandene Geld genutzt, um die ideologiegetriebene Arbeit von Genderisten zu finanzieren, dann ist dieses Geld, nicht nur für die empirische Forschung verloren, es dient auch der Stabilisierung unhaltbarer Verhältnisse. Denn Forschungsergebnisse jenseits der Anekdote haben die Anhänger der Gender-Schule bislang nicht produziert.

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Dass solche antifeministische Artikel nun schon auftauchen, zeigt auf, dass unser Kampf tatsächlich ein spürbares Resultat hervorruft - vor zehn Jahren wären solche Texte in den Medien nahezu undenkbar gewesen. Die Stimmung beginnt also endgültig zu unseren Gunsten zu kippen. 


Nieder mit dem Feminismus

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es ging ja niemals um Gleichberechtigung, und jetzt endlich, wo sie an der Macht sind, offenbart sich die Fratze des Feminismus', jetzt zeigt sich, dass das Männliche schon bei kleinen Jungen negativ konnotiert ist, was mir sagt, dass viel zu viele Genderlesben am Ruder sind.

kikri hat gesagt…

"Weil der Vater fehle, orientierten sie sich am „Abenteurer, Raufbold, am Krieger und Helden“"

Ja warum nur?
Warum fehlt der Vater?

knn hat gesagt…

Mir gefällt das Plakat gar nicht. Sieht aus wie ein Skinheadboot, der auf "Maskulismus" tritt.

Anonym hat gesagt…

Ich befand mich vor einiger Zeit in einem städtischen Bus der von einer Ausflugsstätte wegfuhr. An der nächsten Haltestelle stürmten Kinder (Kindergärteler ?) in den Bus. Dabei stürzte ein Mädchen weil es einen Bruchteil einer Sekunde zu spät den Sitzplatz erreichte. Das Mädchen fing an zu weinen (vermutlich aus Aerger) In der Folge wandte sich die Leherin, welche nichts sehen konnte, an den schnelleren Jungen: Du musst nicht Mädchen stossen!!
Blitzartig wechselte das Weinen vom Mädchen zum Jungen. Offensichtlich hat die Falschbeschuldigung den Jungen stark getroffen. Ich hatte den festen Eindruck, es stecke System dahinter (Gender). Die Jungen werden einfach schlecht gemacht!

Michael Klein hat gesagt…

Ich freue mich, dass dieses antike Werk immer noch kursiert. Immerhin ist der Text nunmehr drei Jahre alt. Ich teile daher auch die positive Einschätzung des Autors in diesem blog nicht, denn seit einiger Zeit ist ein massives Zurück zum Anfang, was z.B. die Nachteile von Jungen in der Schule angeht, zu beobachten. Nachdem es eine Zeitlang so aussah, als würden die Genderisten die Realität anerkennen, haben sie jetzt, nachdem die Öffentlichkeit jahrelang mit dem Jungen sind selbst schuld Lamento besungen wurde, plötzlich entdeckt, dass Jungen ja gar nicht benachteiligt sind (z.B. im neuen Machwerk der GEW). Daher war es nie so wichtig wie heute, sich gegen diesen ganzen Gender-Müll zur Wehr zu setzen.

Eine ganze Reihe von neuen Beiträgen zum Thema "Benachteiligung von Jungen" und Genderism gibt es auf meinem Blog:
http://sciencefiles.org