Mittwoch, 30. Mai 2012

Noch mehr Spass mit Geschlechterhierarchisten

Aus einer gerade laufenden Diskussion mit einem weiteren Geschlechterhierarchisten: 

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» Lieber Manifold, ich versuche deinen Standpunkt zu verstehen. Versuchst es
» umgekehrt auch?

Das Problem wird nicht bei mir liegen, glaub' mir.

» Ein entscheidendes Problem scheint mir darin zu liegen, daß du den
» Begriff "Gleichberechtigung" übermäßig strapazierst. Du lädst ihn mit
» Bedeutungen auf, die ihn geradezu zu einer magischen Formel, zum Teil einer
» Heilslehre machen. Gleichzeitig machst du ihn damit zu einem Reizwort.

Ist das bei deinem Geschlechterhierarchismus mit seiner vermeintlich "natürlichen Hierarchie" nicht genauso?

Du kommst hier regelmässig im Forum vorbei geschneit und verbreitest deine Heilslehren, bis du wieder hinausfliegst. In sämtlichen Foren der Männerrechtsbewegung wurdest du schon gesperrt - du weisst selber am besten warum.

» Wir alle sind in vielfältiger Weise ungleichberechtigt. Ich z.B. bin
» berechtigt, einen Lastwagen mit Anhänger zu fahren. Du bist vielleicht
» berechtigt, eine Straßenbahn zu fahren. Ich bin wahlberechtigt, mein
» minderjähriger Sohn ist es nicht. Ich darf auf die Herrentoilette, eine
» Frau darf es nicht. Und so weiter.
» Ebenso konstituieren die verschiedenen Berechtigungen jeweils eine
» Hierarchie. Das ersieht man schon angesichts der Führerschein-Klassen.
» Sie erzeugen eine hierarchisch gestufte Klassengesellschaft.

Du vertrittst den Standpunkt, dass Gruppen (die Frauen z.B.) a priori von der Erarbeitung von Rechten ausgeschlossen werden sollen. Sie sollen also nie die Chance haben, sich das Wahlrecht oder einen Führerschein zu verdienen. Das ist etwas völlig anderes, als wenn Männer und Frauen beiden erlaubt wird, sich ein Recht zu erarbeiten - und dieses Recht dann schlussendlich nicht alle haben.

Diese von dir angesprochene Hierarchie ist somit im Grunde genommen keine - denn nichts hält die Nichtbesitzenden eines Rechtes davon ab, sich das gleiche Recht durch die Ableistung gleicher Pflichten zu verdienen. Denn sie werden nicht alleine wegen Gruppenzugehörigkeit vom Erwerb eines Rechts ausgeschlossen.

Offensichtlich verstehst du den Begriff "Gleichberechtigung" genauso wie die Feministen - nur weil man im gleichen Masse zu etwas berechtigt ist, heisst das noch lange nicht, das man es im gleichen Masse auch besitzen muss. Menschen sind also nicht "ungleichberechtigt", wenn sie nicht überall genau die gleichen Rechte aufweisen, sondern wenn sie a priori vom Erwerb bestimmter Rechte allein aufgrund von Gruppenzugehörigkeit ausgeschlossen werden.

Eine hierarchisch gestufte Klassengesellschaft würde dann existieren, wenn Menschen aufgrund von Klassenzugehörigkeit von vornherein vom Erwerb bestimmter Rechte ausgeschlossen werden würden. Dies wäre unter der wahren Gleichberechtigung gerade nicht der Fall, wie bereits ausgeführt. Es ist also unsinnig, die sich frei ausbildende Verteilung von Rechten ohne Gruppeneinschränkung als Argument für einen starren Geschlechterhierarchismus nach Gruppenzugehörigkeit zu verwenden.

Man rechtfertigt das gleichmacherische Prokrustesbett ja schliesslich auch nicht damit, dass die Menschen von Natur aus verschieden gross sind.

» Nun greifst du zum Hilfsmittel der Begriffs-Umdeutung, indem du die
» Spezifizierung "wahre Gleichberechtigung" einführst. Damit
» qualifizierst du alle diejenigen, die deinen Standpunkt nicht teilen, also
» die Andersdenkenden, indirekt als solche, die an der Wahrheit nicht
» teilhaben, als Verfälscher, wenn nicht sogar als Unwahrhaftige.

Der Begriff "wahre Gleichberechtigung" oder "echte Gleichberechtigung" (IGAF Schweiz) oder auch "wirkliche Gleichberechtigung", wie ihn Savvakis schon seit Jahren benutzt, ist eine Abgrenzung zum falschen Verständnis von Gleichberechtigung im Feminismus - denn dieser versteht unter Gleichberechtigung, dass Gerechtigkeit nur dann existiere, wenn Männer und Frauen in allem gleich sind und deshalb faktisch gleichgestellt werden müssten.

Doch logischerweise ist Gleichstellung und Gleichheit nicht mit dem Wort Gleichberechtigung vereinbar, da Gleichstellungsmassnahmen und Umverteilung von Männern zu Frauen und umgekehrt die Menschen jeweils UNgleich berechtigt: Siehe dazu Frauenquoten, Frauenförderung, Frauenparkplätze, welche Männer von vornherein vom Erwerb eines Rechtes ausschliessen oder stark behindern, alleine aufgrund von Gruppenzugehörigkeit - Männer sind also nicht mehr gleichberechtigt darin, sich ein gleiches Recht zu gleichen Pflichten zu erwerben, wie Frauen. Genauso wie dein Geschlechterhierarchismus, versucht auch der Feminismus Rechte aufgrund von Gruppenzugehörigkeit und anhand einer künstlichen Bewertungshierarchie (Frau besser, Mann schlechter) umzuverteilen.

Deshalb bezeichne ich deine Position als einen umgekehrten Feminismus.

In diesem Sinne verwendet Savvakis das Wort "wirkliche Gleichberechtigung", um aufzuzeigen, dass er sich nicht diesem falschen, feministischen Verständnis von Gleichberechtigung bedient. In dem Sinne ist es tatsächlich eine Absage an die Verfälscher und Unwahrhaftigen, indem es aufzeigt, dass ein Maskulist die feministische Deutungsmacht vollständig abgeschüttelt hat und ein neues, ein besseres Verständnis von Gleichberechtigung vertritt.

» Ferner bedienst du dich eines argumentativen Kurzschlusses:
» Denn wer wahre Gleichberechtigung und den dieser zugrunde liegenden,
» christlich begründeten, ethisch-moralisch gleichen Wert der Geschlechter
» zu Gunsten einer allein meritokratisch basierten Menschenbewertung ablehnt,
» etabliert eine den faschistischen und nationalsozialistischen Ideologien
» innewohnende, künstliche Wertigkeitshierarchie unter den Menschen - mit
» den uns allen bekannten Konsequenzen der Unterjochung, Ausgrenzung,
» Verfolgung, Massenmorde und Vernichtungslager.

» Du packst damit etwas in mein Modell hinein, das nicht meinem Denken
» entspringt, und erwartest von mir, daß ich mich davon nun distanziere -
» so, als sei es von mir selbst.
» Diese "künstliche Wertigkeitshierarchie", die den Nazi- u.a. Ideologien
» angeblich innewohnt, kenne ich nicht. Es mag sie geben, aber ich operiere
» nicht damit, zumindest nicht bewußt. Falls ich es unbewußt tue, so weise
» das bitte anhand meiner Aussagen nach! Es genügt nicht, das pauschal und
» implizit zu unterstellen. Du schiebst dein eigenes Weltbild in meines
» hinein. Das hat fast etwas Paranoides.
» Eine moralische Gleichwertigkeit von Männer, Frauen und Kindern - im
» Sinne einer natürlichen Gegebenheit - erkenne ich nicht an.

Wer die natürliche, ethische Gleichwertigkeit aller Menschen ablehnt, propagiert konsequenterweise eine künstliche Wertigkeitshierarchie. Doch alle Menschen werden frei mit einer rationalen Seele geboren, wie es das Christentum lehrt, und besitzen somit einen intrinsischen, gleich grossen Wert, was sich historisch im Westen im Gedanken der Grundrechte und der Menschenrechte manifestiert hat.

Totalitäre Ideologien wie der Nationalsozialismus leugnen diese natürliche, intrinsische, ethische Gleichwertigkeit und postulieren, dass gewisse Menschen a priori mehr wert seien als andere. Sie konstruieren also eine künstliche Wertigkeitshierarchie, die so in der Natur nicht existiert. Die Folgen sind bekannt und beinhalten unausweichlich die Degradierung und Drangsalierung der entwerteten Bevölkerungsteile (gerade im Bezug auf Mann und Frau ist dies ganz besonders Unsinn, denn in diesem binären System der gegenseitigen Abhängigkeit und wechselseitigen Komplementarität kann es logischerweise keine natürliche Hierarchie oder Höherwertigkeit eines Elements geben - wie auch?).

Dein Geschlechterhierarchismus verfährt genauso, denn nicht nur stellt er den Mann von vornherein als das wertvollere Geschlecht dar, sondern er leugnet genauso wie der Nationalsozialismus den intrinsisch gleich grossen, ethischen Wert aller Menschen:

"Eine moralische Gleichwertigkeit von Männer, Frauen und Kindern - im Sinne einer natürlichen Gegebenheit - erkenne ich nicht an."

Dies manifestiert sich auch in der Tatsache, dass du Frauen als Tiere bezeichnest und dies auch noch explizit verteidigt hast:

"Frauen sind Tiere. Viele Frauen unterstreichen diesen Eindruck ja noch dadurch, daß sie, die nötigen Mittel vorausgesetzt, einen Nerzmantel tragen, oder, auf etwas tieferem Niveau, sich z.B. "Hasilein" nennen lassen."

Und ihnen sogar das Menschsein absprichst:

"Nehmt den Menschen ernst, und die Frau wird an die Stelle gerückt, die ihr zusteht."

Auch die Braunlinken haben Juden und andere "Untermenschen" als Tiere dargestellt, ihnen ihr Menschsein abgesprochen und sind dann anschliessend entsprechend mit ihnen verfahren. Zuerst haben sie ihnen Rechte weggenommen und sie so ihrer Meinung nach "an die ihnen zustehende Stelle gerückt" - anschliessend das Leben. Das sind die Konsequenzen, wenn man die Wertigkeit einer Person allein an ihrer Gruppenzugehörigkeit und Leistungsfähigkeit bindet und dabei den intrinsisch gleich grossen Wert aller Menschen leugnet.

Dies ist auch schlichtweg unvernünftig und kurzsichtig gedacht, denn jeder Mensch wird früher oder später entweder arbeitsunfähig, krank oder sonst wie in seinem meritokratischen Wert eingeschränkt sein. Nur schon aus purem Eigennutz ist es also sinnvoll, auf einen natürlichen, intrinsischen und von der Leistungsfähigkeit unabhängigen Wert aller Menschen zu bestehen - nur schon, damit man selber als alter, kranker Mann nicht auf die Strasse geworfen, sondern gepflegt und behandelt wird.

Die weltanschaulichen Parallelen zwischen dem nationalsozialistischen und deinem Weltbild sind deutlich sichtbar und nicht zu leugnen. Hier wird also deiner Position nicht etwa etwas unterstellt, sondern es wird lediglich wiedergegeben, was du selber schreibst und seit Jahren vertrittst.

» Ich kämpfe auch nicht gegen Männerdiskriminierung. Indem du das
» unterstellst, zeigst du, daß du dich nicht wirklich auf meinen Standpunkt
» bzw. auf das traditionalistische Modell eingelassen hast. Die
» Männerrechtsbewegung ist in meinen Augen Humbug und zurecht ein Gegenstand
» des weiblichen Spotts.

Das ist tatsächlich ein grosses Problem.

Denn schlussendlich macht dies deutlich, dass der Traditionalismus und mit ihm dein Geschlechterhierarchismus nichts in einer Bewegung verloren haben, welche sich gegen Männerdiskriminierung wehrt. In Tat und Wahrheit liegt euch gar nichts an freien Männern, die ihr feministisches Joch abgeworfen haben, denn sie sollen gefälligst wieder das traditionalistische Joch schultern. Vielmehr versuchen Leute wie du, das Unglück von Männern für ihre eigenen ideologischen Absichten auszunutzen und somit die Männerrechtsbewegung zu missbrauchen.

Man kann da nur dankbar sein, wie offen du dies vor den hier versammelten Männerrechtlern, Maskulisten und Antifeministen sagst. Nun wissen sie, was Deinesgleichen von ihnen und ihrer tagtäglichen Schweissarbeit denken. Die Geschlechterhierarchisten Bero und Flint haben sich ja in diesem Forum schon ähnlich geäussert.

Das erleichtert meine Arbeit enorm.

» deswegen interessiert sich auch kein einziger bekannter,
» erzkonservativer Fundamentalist für Männerdiskriminierung, im
» Gegenteil,

» Das ist doch klar: Diese "Fundamentalisten" leben noch im
» prä-feministischen Zeitalter. Sie sind konservativ in dem Sinne, daß sie
» unbeweglich sind; nicht in dem Sinne, daß sie das Bleibende in die Zukunft
» retten wollen.

Das ist aber eben gerade NICHT konservativ. Denn konservativ heisst, das Wesentliche zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln. Du beschreibst hier lediglich in der Vergangenheit gefangene Reaktionäre.

» Es ließe sich noch viel darüber diskutieren. Voraussetzung für eine
» sinnvolle Diskussion wäre aber, daß du aufhörst, deine Vorurteile in
» andere Standpunkte hineinzutragen und diese damit so umzuformen, daß ihr
» jeweiliger Inhaber sich darin nicht mehr wiedererkennt. Die kritische
» Reflexion deines Feindbildes ist eine Arbeit, die du zuerst selber leisten
» mußt!

Wie oben ausgeführt, gebe ich lediglich das wieder, was du und Deinesgleichen selber seit Jahren vertreten. Bist du denn fähig, dein eigenes Feindbild, die wahre Gleichberechtigung, kritisch zu reflektieren?

Oder verlangst du dies nur von anderen?

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Kommentare:

Templarii hat gesagt…

Sorry, aber Du irrst Dich hier einfach.

Die Hierarchie ist vorhanden, sie ist sogar Biologisch festgelegt.

Frauen sind schwächer als Männer, ergo sind die Männer in der Pflicht die Frauen zu verteidigen. Ergo haben sie auch mehr das Recht zu sagen wo es lang geht - schlicht und ergreifend darum, weil Männer durch ihre Pflicht weitaus mehr damit beschäftigt sind abzuklären wo Sicherheit und wo Gefahr droht.

Es ist auch so, das Frauen das erwarten. Vor allem wenn sie schwanger oder jung Mutter geworden sind. Die Shittests kommen nicht von ungefähr, es ist ein Evolutionäres Mittel um die Festigkeit des Mannes zu testen.

Unsere Verantwortung - und Mann sowie Frau sind NICHT gleich. Sie sind es nicht, sie werden es nie sein. Nicht mal vor dem Gesetz sind sie es, das merkt man auch Heutzutage weiterhin an.

Templarii

Manifold hat gesagt…

Es gibt keine biologisch festgeschriebene Hierarchie zwischen zwei Parteien, welche gegenseitig voneinander abhängig sind und sich komplementär ergänzen. Denn Hierarchie würde bedeuten, dass der Obere mehr Macht im Sinne von Freiheit und Unabhängigkeit hat als der Untere, doch ganzheitlich betrachtet ist weder der Mann noch die Frau vom jeweils anderen wirklich frei und unabhängig.

Man mag da grössere Muskelkraft als vermeintliche Zeichen von Macht und Rechtfertigung auf einen Führungsposten anführen – doch was nutzt Muskelkraft, wenn sie durch ein weibliches Lächeln so lange entschärft wird, bis der Dolch im Rücken des Muskelprotzes steckt? Logischerweise kann ein einzelner biologischer Aspekt wie Muskelkraft alleine noch gar nichts über den tatsächlichen Machtbesitz oder die Hierarchiestufe eines Individuums oder einer Gruppe sagen – denn allen voran sind es der Intellekt und zahllose weitere Eigenschaften wie soziale Eingebundenheit und Koordination, zu denen beide Geschlechter gleichermassen Zugang haben, welche so etwas Krudes wie Muskelkraft überhaupt zu einem potenten Instrument werden lassen. Dies erkennt man spätestens dann an, wenn ein Muskelprotz von einem schlaffen Büroarbeiter mit einer Knarre gefällt wird. Offensichtlich sticht der beiden Geschlechtern zugängliche Intellekt, welche zur Entwicklung, zum Erwerb und zum Training im Umgang mit Schusswaffen führt, jedes Ausmass Macht basierend auf Muskelkraft.

Dazu kommt noch, dass man als einzelner Mann noch so stark sein kann – gegen mehrere Gegner gleichzeitig wie es häufig im Rahmen von gewalttätigen Auseinandersetzungen auftritt, hat man keine Chance, so dass die Intelligenz, rechtzeitig Gefahren zu erkennen, diesen auszuweichen und notfalls die Polizei zu rufen, hundertmal wertvoller sind als Muskelkraft … da kann man noch lange stumpfsinnig auf die „Pflicht des Mannes die Frau zu verteidigen“ pochen – im Ernstfall hilft eine gute Kondition mehr als Muskelberge.

Das sieht man auch gut daran, dass muskelbepackte Männer häufig auf den untersten Hierarchiestufen anzutreffen sind – auf dem Bauplatz zum Beispiel. Denn die Berechtigung zu führen und zu leiten basiert auf zahllosen, primär mentalen Eigenschaften – Muskelkraft gehört da jedoch eher selten dazu.

Dies hat auch seine Richtigkeit, denn wer logisch konsequent denkt, möchte nicht von jenen Leuten regiert werden, welche am meisten Muskelkraft besitzen, sondern von jenen, welche in einem Bereich am kompetentesten sind. Wer sich hier unnötig auf Geschlechterzugehörigkeit und Biologie beschränkt, verhindert nur, dass die Gesellschaft die Besten auf aktuelle Probleme ansetzen oder in Führungspositionen befördern kann – und in so einer Gesellschaft möchte ich persönlich nicht leben.

Offensichtlich taugt also das individuelle Ausmass einzelner biologischer Aspekte nicht, um eine Hierarchie zu belegen. Folglich kann man daraus auch keine Pflichten oder Privilegien ableiten.

Manifold hat gesagt…

Es ist auch unsinnig aus der Biologie oder dem Paarungsverhalten von Männern und Frauen gesamtgesellschaftliche Ordnungen ableiten zu wollen. Denn wenn eine individuelle Frau von einem Mann erwartet, dass er sie beschützt und dieser Mann dem nachkommt, dann ist das eine auf Freiwilligkeit basierende, private Vereinbarung zwischen diesen beiden Personen – davon ist die Gesellschaft weder speziell davon betroffen, noch besonders daran beteiligt. Daraus jedoch erstickende Gesellschaftsentwürfe ableiten zu wollen, schränkt nur die Freiheit all jener ein, die sich anders entscheiden wollen und hindert Männer und Frauen daran, ihre Potenziale voll auszuschöpfen. Nur weil ich ein Mann bin, will ich schliesslich nicht durch die Gesellschaft rechtlich darauf beschränkt werden, Frauen zu verteidigen – genauso wie eine Frau nicht rechtlich darauf beschränkt werden möchte, nur Mutter werden zu dürfen.

Hier wird wieder deutlich, dass Traditionalismus nicht mit einer freiheitlichen Gesellschaft vereinbar ist. Man wäre schlichtweg kurzsichtig, sich aufgrund einer verträumten und weltfremden Idealvorstellung ein künstliches Joch überspannen und sich somit in seiner eigenen Freiheit einschränken zu lassen.

Und dass heute Männer und Frauen durch das Gesetz unterschiedlich behandelt werden, hat wenig mit Biologie zu tun, sondern vielmehr mit dem feministischen Privilegienwahn, welcher unter anderem auch mit Hilfe deines deplatzierten, traditionalistischen Schutzreflexes gegenüber Frauen dafür sorgt, dass Frauen unnötigerweise auf Kosten von Männern gepampert werden.

Unwissentlich hilft also genau das von dir hier angerissene Weltbild der weissen Ritter mit, den Feminismus länger am Leben zu halten. Die Feministen lachen sich deshalb hinter dem Rücken der Traditionalisten über diese einen ab, während Deinesgleichen allen Ernstes noch meinen, sie hätten das männliche Geschlecht gestärkt … dabei habt ihr es nur noch weiter in die femitraditionalistische Zwangsnützlichkeit getrieben und das Joch auf dessen Rücken nur noch schwerer gemacht.

Denn aus der lächerlichen Männerpflicht „die armen, schwachen Opferfrauen zu beschützen“ leiten Feministen alle erdenklichen Begünstigungen für Frauen und Benachteiligungen für Männer ab und verlangen anschliessend noch allen Ernstes, dass sich der ach so starke Mann sich gefälligst nicht zu beschweren hätte. Genau dorthin führt dein Traditionalismus in der heutigen Zeit – zur Infantilisierung der Frauen und zur Entmenschlichung des Mannes.

Ohne mich.

Anonym hat gesagt…

Der Mann hat nicht die Pflicht Frauen zu verteidigen. Er kann es tun oder lassen. Ganz nach Belieben des Stärkeren. Auch der Koitus in der Tierwelt basiert in der Regel auf der Basis des Stärkeren (Vergewaltigung inklusive). Es gibt keine festgeschriebene Hirarchie. Doch im Alltag (siehe oben) ergeben sich quasi automatisch mehr oder weniger hierarchische Strukturen.
Alles von den Instinkten herrührend. Die männliche Dominanz geht sogar so weit, als Männer Mühe haben weibliche Vorgesetzte innerlich zu akzeptieren. Die Gleichschaltung der Geschlechter ist also letztlich ein Fehlkonstrukt.

Anonym hat gesagt…

Das ist interessant. Wenn man Männer per se über Frauen stellen will, weil die physisch robuster seien (was durchaus stimmt), dann muss man eines feststellen. Nehmen wir mal an, Männer wären eine Gruppe A und Frauen eine Gruppe B, zwei verschiedene Spezies (und soweit ich es verstehe kommt der Geschlechter Hirarchismus genau aus der Biologie/Darwin). Und A könnte sich reproduzieren sowie B. In einer Vorindustriellen, Steinzeitähnlichen Gesellschaft, wo es keine Mechanischen Waffen gab, könnte es durchaus sein, dass Männer sich gegen Frauen endgültig durchgesetzt hätten. Und somit das Recht hätten über Frauen zu regieren. Interessanterweise ist Homo Sapiens Sapiens aber nicht gerade der stärkste Vertreter seiner Linie. Viele andere die Ausgestorben sind, waren viel robuster. Die Frage ist also schon hier ob Frauen, weil physisch schwächer, weniger Rechte haben sollten. Wenn man dann in jegwelches andere Zeitalter geht, wird die Physische Stärke immer unwichtiger.

Das ganze wird dann vollends zum Trugschluss, weil Männer ohne Frauen und Frauen ohne Männer gar nicht bestehen können. Man kann genau gleich mit Fug und Recht behaupten, dass Männer nur dann stark sein können, wenn Frauen sie Gebären. Sollten Frauen sich dem Geschlechtsverkehr, beispielsweise durch kollektiven Selbstmord, entziehen, dann gibt es sehr schnell keine Männer mehr. Umgekehrt gilt dies auch. Sollten Männer das selbe tun, sterben Frauen aus. Somit ist mit nichten ableitbar, dass physische Stärke eine Pflicht beinhaltet. Beispielsweise das beschützen von weniger Starken. Männer haben tatsächlich keine Pflicht die in ihrer Natur liegt das zu tun. Erst durch das Recht eine Frau entweder alleine oder mit anderen Männern zu besetzen oder sonstige Vorteile von der Frau zu geniessen wird sie früher oder später an die Pflicht binden, dieses Recht zu schützen, wenn sie es denn wollen.
Den Umstand das Männer in brenzligen Situationen vorgehen ist Gesellschaftlich bestimmt. Dies kann sich aber schnell ändern. Vorallem gerade in einer individualistisch geprägten Gesellschaft wird es immer wie weniger der Fall sein, dass individuen von einer Gruppe andere Individuen vermehrt beschützen.

Fakt ist, dass man nicht sagen kann, dass Frauen per se weniger stark sind als Männer. Auf die Gruppe bezogen mag das stimmen, aber für das Individuum lässt sich wohl ziemlich sicher in ca 30% der Gegenüberstellung von einem Mann und einer Frau das Gegenteil beweisen. Wenn man einer Frau nun in diesem Falle das Recht absprechen würde, über den Mann Macht auszuüben, dann wäre dann dies richtig?

Am Schluss kommt alles darauf hinaus, dass es Personen gibt die Rechte und Pflichten über Gruppen definieren und somit eine Gruppe über das Individuum stellen (Kommunisten, Feministen, und so wie ich es sehe auch Geschlechter hirarchisten). Das führt unweigerlich entweder zu ungleichberechtigung (gleich Hohe Leistung ungleich hoch entlohnt) Oder zu Gleichmacherrei/gleichstellung (ungleich hohe Leistung aber gleich hoch entlohnt). Antifeministen haben einen anderen Ansatz, wie Kapitalisten vertreten sie, dass das Individuum wichtig ist, und nicht die gruppe. Egal welchen ursprungs, geschlechts, nationalität usw jeder ist gleichberechtigt. Bei gleicher Leistung gibts den gleichen Lohn. Dabei wird aber notwendiger weise entstehen, dass Gruppen wie Frauen weniger oder mehr verdienen wie Gruppen von Männern. Dies ist nur dann Falsch wenn die beiden Gruppen exakt die gleiche Leistung erbringen würden.

Und genau dort setzt der Feminismus an! Er setzt nämlich voraus, dass Frauen die exakt gleiche Vereilung von Leistung aufweisen wie Männer. Das ist unbewiesen. Sollte dies so sein, müssten Frauen gleich viel verdienen wie männer.

Manifold hat gesagt…

@ Anonym,21. Juni 2012 08:51:

Es ist eine der amüsanteren Widersprüche der traditionalistischen Geschlechterhierarchisten, dass sie sich einerseits wegen dem Kollektivismus linker Ideologien ereifern, aber andererseits in ihrem eigenen Denken analog vorgehen.

Es gibt deshalb im Wesen auch keinen Unterschied zwischen dem Feminismus und dem traditionalistischen Geschlechterhierarchismus - denn beide wollen Rechte und Pflichten basierend auf Gruppenzugehörigkeit verteilen und bemühen deswegen pseudowissenschaftliche Argumente um diese einseitige Verteilung zu rechtfertigen.

So meinen feministische Geschlechterhierarchisten, dass Männer und Frauen alle die genau gleichen Neigungen und Talente hätten und wenn dann in der Realität nicht eine genau gleiche Verteilung aller Güter hälftig über Männer und Frauen vorliegt, dass dies die Schuld eines ominösen, bösen "Patriarchats" sei. Deshalb müsse man mit Gleichstellung, sprich, einer einseitigen, kollektivistischen Privilegien-Verteilung zu Gunsten der Frau und auf Kosten des Mannes die Realität verbiegen.

Tradtionalistische Geschlechterhierachisten postulieren irrigerweise, dass es eine "natürliche Hierarchie" gäbe, dass Frauen a priori nicht rational denken könnten (kleineres Gehirn ...) und rechtfertigen wiederum damit eine einseitige, kollektivistische Privilegienverteilung zu Gunsten von Männern und auf Kosten der Frauen.

Wir haben es also bei beiden Formen von Geschlechterhierarchismus mit ähnlichen Denkfehlern und gleichartigen Forderungen in nur oberflächlich verschiedenem Gewand zu tun.

Es versteht sich deshalb von selbst, dass ein konsequenter Antifeminismus beide Weltanschauungen - die feministische und die traditionalistische Geschlechterhierarchismen - ablehnen muss, da beide im gleichen Mass mit Kollektivismen und einseitiger, gruppenbasierter Privilegierung arbeiten.

Denn wie könnte man diese zwei entscheidenden Attribute bei der einen Weltanschauung aufs Schärfste als ungerecht entlarven und bekämpfen, während man sie bei der anderen Weltsicht einfach duldet, ohne sich in offensichtlichen Widersprüchen zu verlieren und sich deshalb lächerlich zu machen?

Folglich kann ein konsequenter Antifeminismus nur mit Hilfe der wahren Gleichberechtigung funktionieren, denn nur diese überwindet das Kollektivismusdenken und überlässt es dem Individuum selber und losgelöst von seiner Gruppenzugehörigkeit, welche Rechte er sich zu gruppenunabhängigen, gleich grossen Pflichten erarbeitet.

Folglich kann die wahre Gleichberechtigung nur jenen Menschen ein Dorn im Auge sein, welche in kollektivistischem Denken gefangen sind und ihre eigene Klientelgruppe auf Kosten anderer Gruppen privilegieren möchten.

Anonym hat gesagt…

Naja, ich denke sie tun dies nicht unbedingt absichtlich. Ich vermute eher, dass sie eine Annahme als absolut gegeben ansehen. Nämlich dass eine gewisse Gruppe durchschnittlich eine gewisse Leistung erbringt. Feministen gehen davon aus, dass die Gruppe Frauen generell überall die gleiche Leistung erbringt (weil sie es könnte). Daher argumentieren sie dass die Gruppen im schnitt gleich entlöhnt oder eben gleich gestellt werden müssen. Geschlechterhierarchisten argumentieren dass Gruppen von Menschen per se unterschiedliche Leistungen erbringen (Männer höhere als Frauen). Daher seien Männer besser zu stellen als Frauen.

Den Irrtum den sie meiner Meinung nach begehen ist, dass beide annehmen man könne Gerechtigkeit für eine Gruppe erlangen und damit Gleichzeitig Gerechtigkeit für alle Individuuen zu erlangen. Beim Feminismus ist dies nur der Fall, wenn die Leistungs Verteilung der Frauen genau gleich ist wie die der Männer. Dann sollten sich, abgesehen von einzelnen ausreissern, keine Unterschiede zeigen. Bei Geschlechter hierarchisten ist dies nur der Fall, wenn der Unterschied der Leistungs Verteilung genau dem Unterschied der Berechtigungsverteilung entspricht (Was zusätzlich viel schwieriger zu messen ist. Denn was ist ein Stimmrecht wert?). Ergo müssen solche Ansätze de facto immer scheitern. Wie Kommunismus in Reinform immer scheitern muss.
Das einzige was funktioniert ist Individuuen bezogen agieren, messen und vergleichen...

Ich kann sehr wohl abschätzen ob ich mehr oder wichtigere Arbeit mache als mein Kollege/meine Kollegin. Und ich kann sehen wieviel er oder sie verdient. Aber ich weiss nichts über die Leistung aller Arbeitnehmenden auf meinem Level und wieviel sie verdienen...