Mittwoch, 25. Januar 2012

Ein Dialog über den Weg der MRB

Auf dem Blog "zum-mannsein-geboren" unter dem Artikel "Gemeinsamkeiten fern der Orientierung" wurde zunächst über Homosexuelle in der MRB diskutiert. Anschliessend ergab sich zwischen mir und Christian ein Dialog über das Wesen und die Ausrichtung der MRB gegenüber Frauen, dem Feminismus und der Gesellschaft im Allgemeinen.

Da mein letzter Kommentar zu lang wurde, habe ich mich dazu entschlossen, diesen hier hinein zu stellen.

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Christian - Alles Evolution sagt:

Meiner Meinung nach muß insgesamt mehr Sachlichkeit in die Debatte zurückkehren, das Feindbilddenken gegen Frauen muß vermieden werden und nach einer Lösung,die für beide Geschlechter, heterosexuelle und Homosexuelle, passt gesucht werden. Männerrechtler müssen sachliche Gesprächspartner sein, die man in Talkshows einladen kann. Sonst kann man nicht in der Gesellschaft ankommen.

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Manifold sagt:

Waren die männerhassenden Feministinnen sachlich und kompromissbereit, als man sie in Talkshows eingeladen hat?

Man sehe sich dazu lediglich mal dieses und andere Video mit der Alice Schwarzer, dem „Sturmgeschütz des Feminismus“, an:



Merke: Man wird nicht in Talkshows eingeladen, weil man „sachlich“ und „kompromissbereit“ ist, sondern weil man a) interessant, b) einflussreich ist und/oder c) einflussreiche Freunde hat. Und a), b) und c) werden wir nicht erreichen, so lange der Feminismus als Ideologie im Staat, in den Hochschulen, in den Medien und in den NGOs und Lobbygruppen präsent ist.

So lange der Feminismus als Ideologie an der Macht ist, werden auch die gemässigsten, sachlichsten und kompromissbereitesten Männeraktivisten nicht ausreichend positive (!) Medienpräsenz erhalten. Daran werden auch einzelne Auftritte von Bruno Köhler und Co. kaum etwas ändern – aus den eben beschriebenen Gründen.

Und komme mir bitte nicht mit „gemässigten Feministinnen“, die gesprächsbereit sind und auf Männeranliegen eingehen – man hat im Fall von Goslar klar gesehen, was mit gemässigten Feministinnen passiert und warum sie keinen Einfluss haben und somit bedeutungslos im feministischen Machtapparat sind.

Kompromissbereitschaft gegenüber einer totalitären Ideologie bringt genau gar nichts – siehe dazu auch das Bundesforum für Männer, welches systematisch „sachliche“ und „gemässigte“ Männervereine wie Agens e.V. und Manndat e.V. ausschliesst und von der Macht abschirmt.

Der einzig gangbare Weg ist einerseits die Mobilisierung der Männer im Internet durch die Verbreitung von den Feminismus belastenden Fakten und das Organisieren der Männer im richtigen Leben in antifeministischen Vereinen, die auf die Politik Druck ausüben. Und andererseits die systematische Verdrängung der sich an der Macht befindenden feministischen Ideologie.

Alles andere ist – diplomatisch ausgedrückt – naiv und ignorant.

Maskulistische Grüsse,
Manifold

Die Söhne von Perseus

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Zu diesem letzten Post von mir möchte ich noch hinzufügen, dass ich nicht Sachlichkeit als solche in Frage stelle (die ist unabdingbar, wenn es darum geht, Männer zu überzeugen), sondern dass ich lediglich darauf hinweisen wollte, dass Sachlichkeit keine Bedingung für einen Talkshow-Auftritt ist. Ich habe gemerkt, dass mein Post diesbezüglich falsch verstanden wurde.

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Christian - Alles Evolution sagt:

@Manifold

Ich spreche auch gar nicht von Kompromissbereitschaft gegenüber dem theoretischen Feminismus.
Natürlich kann man hier hart in der Sache argumentieren – aber meiner Meinung nach wird man die Drohungen und Beleidigungen besser rausnehmen. Man kann auch hart in der Sache argumentieren, wenn man diese weglässt.

Meiner Meinung nach gelten hier verschiedene Geschlechterdynamiken, die Feminismus und Maskulismus in ihren Mitteln betreffen. Der Feminismus kann eher wild auftreten und sich daraus berufen, dass andere Männer Frauen gegen andere Männer „Das Patriarchat“ verteidigen sollen. Weil Schutz von Frauen ein biologisches Programm ist, mit dem Männer sich gerne profilieren.
Umgekehrt gilt das nicht. Wer sich zu wild aufspielt, zu sehr auf wilden Mann macht, der spielt dem Feminismus eher in die Hände, weil man dann eben genau diese Schutzreflexe noch besser mobilisieren kann.
Die Versuche der Abwertung sieht man ja wunderbar bei Rosenbrock, der genau einem solchen Feinbild – Männerrechtler sind gegen Frauen – zuarbeitet und das ganze noch mit Rechtsradikalismus und Homophobie würzt.
Männerrechtler zum Feind von Frauen zu machen bedeutet sie unattraktiv zu machen bedeutet, dass Männer dieser Gruppe nicht angehören wollen und allenfalls insgeheim das gleiche denken, sich aber dennoch abgrenzen müssen.

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Manifold sagt:

Kompromissbereitschaft gegenüber dem Feminismus als Ganzes (!) ergibt sich zwangsläufig, wenn man mit Feministinnen in den Dialog versucht zu treten, denn der praktische und der theoretische Feminismus ist in Wahrheit ein- und derselbe. Gender Mainstreaming und Frauenförderung in der Praxis beruft sich auf Butler, Fausto-Sterling und Beauvoir - dem "theoretischen Feminismus". Alle Frauenfördermassnahmen durch den Staat und in der Wirtschaft werden durch einen "gender-sensiblen" Blick gerechtfertigt.

Von dem her magst du Kompromissbereitschaft nicht angesprochen haben - doch diese schwingt bei gemässigten Männeraktivisten immer mit, siehe dazu auch männer.ch und Co., für welche der Kampf um Männerrechte „nicht wichtig“ ist. Was ist der Sinn eines Vereins von "Männerrechtlern", wenn diese den eigentlichen Grund ihrer Existenz als Interessensgruppe aufgrund einer zwanghaften Dialogbereitschaft mit dem Feminismus nicht ernst nehmen?

Doch wie bereits ausgeführt, kann es keine Kompromisse mit einer totalitären Ideologie geben, welche uns Männer nicht als gleichwertige Menschen wahrnimmt.

Und was die von dir angesprochenen Drohungen und Beleidigungen (oder auch: "Schaum vor dem Mund") betrifft - es ist mein Recht als Mann und meine Pflicht als Maskulist mich gegen drohende und beleidigende Feministinnen zu wehren. Wir Männer haben uns diesbezüglich viel zu lange, viel zu viel gefallen lassen. Ein Masochist mag dies natürlich anders sehen - ein aufrecht gehender Mann, dem seine Würde etwas bedeutet, jedoch nicht. Nur ein Tor, der sich von der Gesellschaft und von Frauen und ihren abstrusen Männlichkeitsbildern zu einem schweigenden Maulesel degradieren lässt, wehrt sich nicht gegen feministische und weibliche Angriffe auf seine Person.

Was deine biologischen Geschlechterdynamiken betrifft, so spricht ja schon die pure, weltweite und wachsende Präsenz der Männerrechtsbewegung gegen deine stark vereinfachten Ausführungen über die Geschlechter. Ist es nicht gerade ein wesentliches Merkmal von Menschlichkeit, über seine eigenen, animalischen Instinkte unter anderem auch in Bezug auf das andere Geschlecht hinauszuwachsen? Wenn dies nicht möglich wäre, wie du andeutest, dann dürfte und müsste es die Männerrechtsbewegung ja gar nicht geben - doch das Gegenteil ist der Fall.

Menschen wie Rosenbrock können die MRB als "klein", "unbedeutend" und "randständig" taxieren, weil sie sich einerseits nicht bewusst sind, dass es sich um ein globales Phänomen handelt und weil die meisten Medien aufgrund des linken, profeministischen Zeitgeistes alles, was ihren Götzen in Frage stellen könnte, in ein schlechtes, marginalisierendes Licht zu stellen versuchen - da wird man zwangsläufig als "Spinner" taxiert, genauso wie Agens e.V. als "Sekte" gebrandmarkt wurde - unabhängig davon wie sachlich oder gemässigt man auftritt.

Die Angst vor dem Label "Frauenfeind" ist bezeichnend. Der Antifeminismus attackiert primär die feministische Ideologie, nicht Frauen. Feminismus existiert unabhängig von Frauen und benutzt diese lediglich als menschliche Schutzschilde, so dass die Bekämpfung des Feminismus nicht automatisch einen zu einem Frauenfeind macht. Wer dies dennoch denkt, der immunisiert grosse Teile des Feminismus automatisch gegenüber Kritik und trägt zu dessen Weiterleben in heutiger Form bei.

Es ist nun mal Fakt, dass viele Frauen heutzutage massiv vom Feminismus profitieren und ihn deshalb mit allen Mitteln in Schutz nehmen, so dass Kritik auch an Frauen möglich sein muss. Umfassende Kritik an Frauen zwanghaft abwürgen zu wollen (mit einer paranoiden Angst vor dem Label „Frauenfeind“, am besten noch mit Antifeminismus gleichgesetzt), heisst, dass man Frauen nicht als gleichwertige, kritikfähige Menschen anerkennt, was ich persönlich wesentlich schwerwiegender finde, als die Kritik selber.

Frauen SOLLEN und MÜSSEN kritisiert werden dürfen, genauso wie Männer. Sie diesbezüglich in Schutz zu nehmen und ihnen somit einen Teil ihrer Menschlichkeit abzusprechen, ist frauenfeindlich.

Kritik an Frauen und dem Feminismus schreckt nur jene Frauen ab, die ums Verrecken an ihren überbordenden und unverdienten Privilegien (Frauenquote, Frauenförderung, etc. …) festhalten wollen und somit den männerfeindlichen Feminismus in seiner heutigen Gestalt bewahren möchten. Solche Leute wirst du niemals von wahrer Gleichberechtigung und Männerrechten überzeugen können, denn um diese beiden Ziele zu erreichen, musst du dich in gewissen Bereichen zwangsläufig gegen Interessen von vielen Frauen engagieren. Vaterschaftstests und Frauenquoten sind da nur die offensichtlichsten Beispiele. Es ist deshalb unsinnig, die MRB aus falscher Rücksicht auf Frauen auf deren Befindlichkeiten und Wünsche auszurichten – denn es käme dem Todesurteil der MRB und somit den Forderungen zahlloser Männer gleich.

Wer da Frauen zwanghaft in Schutz nimmt und Kritik an ihnen in irgendeiner Form abwürgt, weil er Angst hat, als "Frauenfeind" deklariert zu werden, der beeinträchtigt lediglich den Kampf für wahre Gleichberechtigung und somit für Männerrechte - weisse Ritter haben noch nie etwas für ihr eigenes Geschlecht erreicht oder getan, lediglich für die Gesellschaft, für Frauen und vor allem für sich selber.

Doch aus der Falle dieser entmenschlichenden Nützlichkeitsfixierung zu Gunsten von Gesellschaft und Frauen müssen wir Männer ausbrechen, wenn wir uns wirklich emanzipieren wollen.

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Manifold,

ich finde es gut, dass du die schon längst fällige Diskussion auf deinen Blog verlagerst, da du ja um Einiges mehr an Zugriffen hast.

Gruß,
termi

Anonym hat gesagt…

Mal zur Aufheiterung ein Literaturtipp:
Asterix und Maestria

Martha