Montag, 16. März 2009

Die Beratungsstelle für männliche Gewaltopfer

Als ich heute morgen im Tram sass, fiel mir ein weisses Werbeschild vor meiner Nase auf. Darauf war ein an allen Seiten angebissenes Männchen zu sehen, mit folgender Überschrift: "Beratung für gewaltbetroffene Jungen und Männer".

Es ist offensichtlich ein Plakatt dieser Organisation, welche sich als Opferberatungsstelle für männliche Gewaltopfer versteht.

Ich starrte dieses Plakatt mindestens fünf Minuten lang an.

Nach all den Jahren voller Plakatte und Werbeflächen, welche spezielle Beratungsangebote nur für Frauen anboten und der Negierung des männlichen Anteils der Gewaltopfer, fiel es mir schwer, nicht an eine Halluzination oder an einer Einbildung zu leiden.

Nun haben also endlich auch Männer eine eigene Beratungsstelle gegen häusliche und andere Formen der Gewalt. Doch was noch viel wichtiger ist: Männer werden nun auch öffentlich als Gewaltopfer wahrgenommen. Ein Privileg, das bisher nur den Frauen vergönnt war.

Es geht vorwärts hier in der Schweiz. Wir können gespannt sein, was die Zukunft noch so alles bringt. Zweifellos ist dies ein erstes Zeichen einer Zeit, in der man öffentlich über maskulistische Ideen sprechen wird.

Eine Zeit, in der man Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung in einem Satz verwenden wird und nicht davor zögert, den Frauen ihre überbordenden Privilegien (Quoten, Girl's Day, Bevorzugung, Gleichstellungsbüros, ...) und ihre Schonung (keine Wehrpflicht, tieferes Renteneinstiegsalter, bessere Gesundheitsvorsorge ...) zu beenden. Mit einem Zeitgeist, welche Männerbenachteiligungen und -diskriminierungen genauso aktiv bekämpft wie jene von Frauen.

Und man wird über jene Narren nur noch lachen, welche Frauen einseitig auf Kosten der Männer bevorzugen wollten, weil die Frauen angeblich unterdrückte (Opferkult), aber auch überlegene Menschen (Frauenpower, Alphamädchen) seien ...

In Zukunft werden gleiche Rechte und gleiche Pflichten Hand in Hand gehen.


Wurde auch Zeit

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wird wohl wenn ich das richtig verstehe vom Verein Zürcher Sozialprojekte mit getragen. Die Jahresberichte sind, mal mehr mal weniger, recht Lesenswert:

http://www.vzsp.org/index.php?option=com_docman&task=cat_view&gid=15&Itemid=27&lang=de

Anonym hat gesagt…

Ok, vielleicht so besser:

Jahresberichte

Anonym hat gesagt…

Hmm, naja, immerhin scheint es in der Schweiz voranzugehen. In Deutschland dagegen haben wir immer noch das alte Bild des unbarmherzigen Mannes und des Daueropfers Frau.

Anonym hat gesagt…

ich frage mich nur warum so viele Menschen so dumpf wahrnehmen.. Das wird einfach so gesagt und dann wird das geglaubt. Wo bleibt der Kritische Wache Geist?

Schön das es das gibt :)



/ajk

Anonym hat gesagt…

"In Zukunft werden gleiche Rechte und gleiche Pflichten Hand in Hand gehen."

Hey, Manifold, woher nimmst du denn diese Gewissheit her? Was die Mehrheit unter gleichen Rechten und Pflichten versteht, wissen wir heute! Als dieser Kram 1981 in die Bundesverfassung kam, hat des Übel ja gerade seinen Lauf genommen!

Wie willst du Frauen in ein solches System integrieren? Das ist noch nirgends auf der Welt gelungen!

Du müsstest z.B. Frauen klar machen, dass gleiche Rechte nicht nur bedeutet, diese für sich zu beanspruchen, sondern diese auch andern zuzugstehen. Das dies gelingen könnte, kann ich mir nicht vorstellen - das widerspricht jeder Lebenserfahrung!

Grüsse

Urs

roger hat gesagt…

die beratungsstelle gibt es schon eine ganze weile. ist auch immer wieder beim tagi (www.tagi.ch) im gespräch wenn es um männer als opfer geht. toller schritt in eine hoffentliche zukunftsweisende richtung

Anonym hat gesagt…

urs,

man bittet nicht, sondern fordert und zwar wehement! Frauen sind keine Prinzesschen die man bitten muss.

Macht erarbeiten und nutzen. Wenn FrauInnen sich so etwas rausnehmen warum nicht Männer?

/ajk

Anonym hat gesagt…

@ajk

Weil die meisten, die du Männer nennst, armselige und unterwürfige Hosenscheisser mit Angst vor Frauen sind!

Grüsse

Urs

Manifold hat gesagt…

@Urs:

Das liegt vorallem daran, dass es für Männer bei Geschlechterfragen keine alternative Sichtweise ausser der Feministischen gab (oder geduldet wurde).

Doch das hat sich nun geändert. Sobald sie sehen, dass der Maskulismus eine legitime Position in Sachen Geschlechterfragen einnimmt, werden sie massenweise erwachen.

Und sobald das männliche Erwachen eintritt, wird der Feminismus von der Bildfläche verschwinden, denn seine Macht beruht auf die Zustimmung der Männer.

Gruss,
Manifold

Anonym hat gesagt…

"Sobald sie sehen, dass der Maskulismus eine legitime Position in Sachen Geschlechterfragen einnimmt, werden sie massenweise erwachen."

Ich fürchte eher, hier lassen sich nur im Schneckentempo Fortschritte verwirklichen. Hoffentlich aber hast du recht!

Grüsse

Urs