Sonntag, 18. März 2012

Theunert wird erster "Männerbeauftragter" im schweizerischen Staatsfeminismus - ein maskulistischer Kommentar

Vor Kurzem wurde Markus Theunert von Männer.ch zum ersten Männerbeauftragten im schweizerischen Staatsfeminismus ernannt. Dieser Blogeintrag beschäftigt sich zunächst damit, wie Theunert dies in überraschend kurzer Zeit geschafft hat, was die Männerrechtsbewegung von ihm erwarten kann und was "geschlechterpolitisch orientierte" Männervereine von seinem Aufstieg lernen könnten. 

Als ich klein war, hörte ich ein Lied namens "Puppet on a string" von einer gewissen Sandie Shaw aus den 60ern. Das Lied handelt von einer Frau, die wie eine Marionette von einem Liebhaber emotional hin und her geschaukelt wird. Als ich vor knapp zwei Wochen aus den Medien erfuhr, dass Markus Theunert die erste Männerbeauftragte in der Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau des Kantons Zürich, ja der ganzen Schweiz werden sollte, wurde ich sofort an dieses Lied erinnert. Denn für den schweizerischen Staatsfeminismus ist Theunert zunächst einmal genau das - eine erhoffte Marionette als dringend benötigte, männliche Legitimitätsfassade, so dass man im Hintergrund weiterhin die einseitige Privilegierung von Frauen auf Kosten von Männern vorantreiben kann.

Denn wer tatsächlich denkt, nun werde das gynozentrische System zu Gunsten der Männer reformiert und die echten Probleme der Männer angegangen, der wird sich gewaltig täuschen.

Schliesslich war und ist die Gleichstellungspolitik der Schweiz fest in feministischer Hand und folgt deshalb streng einer ideologisch entsprechend konformen Agenda. Erst in letzter Zeit ist die unheimliche Maschinerie dieses abscheulichen Molochs immer mehr unter Druck geraten, so dass auch schweizerische Feministinnen immer offener für eine männliche Legitimitätsfassade werden - wie sie bereits in Deutschland in Form des Bundesforums für Männer aufgebaut wurde:

"Die Diskurshoheit ist von der traditionellen Männerbewegung an die Antifeministen übergegangen. In Deutschland hat die Politik diese Gefahr erkannt und finanziert ein «Bundesforum Männer», in dem die profeministischen Gruppierungen der beiden Kirchen, der Grünen und der SPD antifeministische Positionen bekämpfen, die längerfristig die etablierte Frauen- und Familienpolitik herausfordern könnten. Verdrängung wird aber auf Dauer nicht helfen, sondern nur die Akzeptanz, dass auch Männer Probleme haben und Benachteiligungen ausgesetzt sind." (Walter Hollstein, Quelle)

Im Folgenden werden wir aus den Auftritten Theunerts und seines Vereins, anhand den von ihnen getroffenen Entscheidungen und ausgeführten Handlungen abzuleiten versuchen, was für ein Männerbeauftragter Theunert werden könnte und abschätzen, wie viel Handlungsspielraum Theunert als Männerbeauftragter haben wird. Wir werden einerseits sehen, wie kompatibel Theunert mit den ideologischen Erwartungen des Staatsfeminismus ist, weshalb er dahingehend nicht einmal gross eine Wahl hat und was wir schlussendlich von diesem ungewöhnlichen Ereignis halten sollen.

Aber andererseits werden wir auch einen gewieften Organisten der schweizerischen Geschlechterdebatte kennen lernen, der es geschickt verstand und versteht, den heranziehenden, antifeministischen Sturm für sein eigenes Vorankommen und jenes seines Vereins Männer.ch auszunutzen.

Gerade Anhänger der deutschen, geschlechterpolitisch orientierten Vereine Manndat e.V. und Agens e.V. sollten hier aufhorchen und dringendst weiterlesen. Denn sie werden so einiges von diesem Mann lernen können.

Theunerts verzuckerte Brechstange

Theunert und ich könnten als Personen weltanschaulich nicht verschiedener sein - was bei einem von mir dokumentierten Rededuell zwischen ihm und mir beim Abendessen des zweiten Antifeminismustreffens klar zum Vorschein tritt. Denn während ich als Maskulist jede Art von Geschlechterpolitik (für Frauen UND für Männer) klar ablehne, da in ihr Einseitigkeit und ideologische Empfänglichkeit vorprogrammiert sind, sieht Theunert das Heil aller Männerprobleme in der Etablierung einer Gleichstellungspolitik für Männer analog zum frauenbegünstigenden Staatsfeminismus. Genauso wie die Feministinnen, glaubt Theunert an "Rollenzwänge", welche Männer und Frauen in fest gefahrene Lebensmuster pressen würden, welche nur mit Geschlechterpolitik "überwunden" werden könnten. Bei solch' einer Gesinnung ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass für Theunert und seinem Verein Männer.ch der Einsatz für Männerrechte nicht relevant genug sind, um sie ins Zentrum ihrer Arbeit zu stellen.

Man darf allerdings nicht allzu streng mit ihm sein. Schliesslich hat Theunert, der bereits seit längerem in der von Feministinnen dominierten, eidgenössischen Kommission für Frauenfragen den Alibimann gegeben hat, wirklich hart für diesen Posten gearbeitet - denn es ist für einen Mann nicht einfach, sich bei den notorisch maskuphoben und misandrischen Feminazis des schweizerischen Staatsfeminismus Wohlgefallen zu erarbeiten. Da muss man das richtige Mass an Ideologietreue einerseits und Druckkulisse andererseits aufbauen um den ersehnten Traum eines Zugangs zu den staatlichen Trögen der Geschlechterpolitik für sich und seinen Verein wahr werden zu lassen.

Dabei ging und geht Theunert clever vor, wie wir im Folgenden sehen werden, und nutzte das Auftauchen des organisierten Antifeminismus und die Aktionen von Väterrechtlern geschickt für seine Zwecke.

Zuerst hat Theunerts Verein Männer.ch sich gehorsamst von der IGAF Schweiz distanziert, als das erste, internationale Antifeminismustreffen an stand und sein Verein "um einen Positionsbezug gebeten" wurde. Artig wurde dabei das feministische Binnen-I benutzt und die Lohndiskriminierungslüge aufgesagt. Anschliessend drängte er sich uns als Referent für das zweite, internationale Antifeminismustreffen auf und spielte dort den profeministischen Moralisten - man kann schliesslich immer gut von der Medienaufmerksamkeit anderer profitieren und dabei gleichzeitig den Feministinnen signalisieren, dass man sich alle Türen offen hält - erst recht, wenn man wie Theunert gleich noch vorschlägt, dass Antifeministen und Männer.ch sich regelmässig zweimal pro Jahr treffen sollen.

Sein guter Kumpel (und Bruder im Geiste) Oliver Hunziker durfte in der von Theunert gegründeten "Männerzeitung" eine polemische und verzweifelte Anklageschrift gegen den wachsenden, organisierten Antifeminismus hier in der Schweiz veröffentlichen, in der schon damals die auch von Theunert immer wieder hervorgebrachte Klage nach staatlichen Mitteln für eine "Männerpolitik" laut wurde. Ein weiteres Mal konnten sich die beiden somit bei ihren erhofften, zukünftigen Arbeitsgeberinnen einschmeicheln - gleichzeitig konnte man die düster am Horizont stehenden, antifeministisch geladenen Wolken dazu benutzen, subtil Druck auszuüben und sich selber ganz unbescheiden als "konstruktive Alternative" anzupreisen. Im gleichen Muster agierte Theunert in einem NZZ-Artikel, in dem er zwar einerseits den zunehmend mächtiger werdenden Antifeminismus kritisierte (er weise "totalitäre Züge" auf), aber andererseits Verständnis für unsere Anliegen äusserte und selbstverständlich seinen Verein und sich selbst als eine bessere Alternative anpreiste.

Des Weiteren liessen Hunziker und Theunert sich von der falschen Schlange Sommaruga mit einem gross von ihm gefeierten Kompromiss zum gemeinsamen Sorgerecht abspeisen, der sich bei genauerem Hinsehen als inhaltslos und leer entpuppte. Nachdem man aber über Monate mit Mahnwachen direkt vor der Türe des schweizerischen Staatsfeminismus und mit mehreren hundert Kilogramm an Sommaruga verschickten Pflastersteinen Druck aufgebaut hatte!

Man sollte diesbezüglich die psychologische Wirkung dieser Aktionen nicht unterschätzen - Pflastersteine, die bei Krawallen immer wieder von Radikalen geworfen werden, als Handlungsaufforderung zu verschicken ist ein deutliches Signal und Mahnwachen im tiefsten Winter nahe dem Wiederwahltermin der verantwortlichen Bundesrätin Sommaruga direkt vor der Schwelle ihres Arbeitsplatzes lösen bei der Betroffenen auch sicherlich so einige unangenehme Denkprozesse aus.

Schlussendlich war das eigentliche Ziel - Aufmerksamkeit durch psychologischen Druck auf der einen Seite und die Zuschaustellung des Gehorsams als "konstruktiver, gleichstellungsorientierter Dialogpartner" durch das übereifrig schnelle Akzeptieren eines hohlen Kompromisses auf der anderen Seite - erneut erreicht, so dass das Pochen auf eine echte Lösung der gravierenden Probleme für Theunert wohl nicht weiter nötig war. Man will schliesslich Teil des Staatsfeminismus werden, nicht "Männerrechte in den Zentrum der Arbeit stellen".

Den vorletzten Streich zog er erst vor knapp drei Wochen ab, als er auch den Vätern Elternschaftsurlaub und Teilzeit ermöglichen wollte und dabei Männer doch tatsachlich wie die Frauen als "Opfer der gläsernen Decke" porträtierte (eine rhetorisch klug gewählte Phrase, welche Feministinnen sicher aufhorchen liess) - mit dem kleinen aber hässlichen Haken, dass, im Gegensatz zu den Frauen, die Väter diese Nettigkeiten gefälligst aus eigener Tasche finanzieren sollten.

Sein Vorschlag enthielt genau die richtige Mischung an Degradierung des Mannes zum Bürger zweiter Klasse auf der einen und genügend feministische Ideologietreue auf der anderen Seite, so dass die Feministinnen erneut begeistert waren - nicht nur wollte Theunert die Männer durch seine Vorschläge von der Berufswelt weghalten, was die Feministinnen schon seit Jahren durch Umerziehung und Behinderung erreichen wollen, so dass Frauen schneller "aufholen" können, nein, die haarigen Biester sollen sogar noch selber dafür zahlen müssen!

Ein solch' genialer Einfall hat die notorisch unkreativen Feministinnen natürlich tief beeindruckt und ihm sicherlich so einige Sympathiepunkte eingebracht. Denn was lässt die Bürger zweiter Klasse noch deutlicher merken, dass sie in den Augen des Feminismus keinen Furz wert sind, als wenn sie für jene Privilegien, die Frauen gratis erhalten, erst noch jahrelang schuften und zahlen müssen? Solch' eine subtile, aber wirksame Form der Demütigung des männlichen Geschlechts wäre wohl kaum einer Feministin in den Sinn gekommen!

Das vorläufig letzte Kapitel in der Historie Theunerts wurde nun letzte Woche eröffnet - sein medial lautstark betrommelter Aufstieg als der erste Männerbeauftragte in der Schweiz und somit die heiss herbeiersehnte Einbettung in den Staatsfeminismus. Geschickt hat er also die sogenannte "verzuckerte Brechstange" eingesetzt, indem er sich nicht scheute, den Antifeminismus und den Staatsfeminismus gleichermassen zu hofieren um bei den Feministen einerseits die gefühlte Drohkulisse weiter auszubauen und andererseits seine Konstruktivität hervor zu putzen.

Man muss Theunert zugestehen, dass er seine verzuckerte Brechstange meisterlich eingesetzt hat.

Der erste Männerbeauftragte

Doch jetzt, da Theunert die erste Männerbeauftragte im schweizerischen Staatsfeminismus ist, was wird er denn nun alles für uns Männer tun?

Wird er die einseitigen Zwangsdienste für Männer anprangern, welche die Schweiz als eines der wenigen westlichen Länder noch kennt? Wird er das höhere Renteneintrittsalter für Männer im Vergleich zu Frauen bei erheblich niedriger Lebenserwartung kritisieren? Wird er die leeren Versprechen rund um das gemeinsame Sorgerecht zurückweisen und konkrete und vor allem rasch umsetzbare Lösungen fordern? Wird er sich dem Thema der Falschbeschuldigungen gegen Männer annehmen? Wird er etwa die weit verbreitete Männerabwertung in Werbung und Medien anklagen?

Nö.

Seine Aufgaben beschränken sich fast schon lächerlicher Weise darauf, Jugendlichen den Zugang zu "Mädchenberufen" zu erleichtern, Familien, in denen Frauen die Rolle des Haupternährers übernehmen, zu unterstützen und Vätern so mehr (selbstbezahlte?) Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Denn der schweizerische Staatsfeminismus wolle auch "Männer zum Mitreden einladen" und damit ein "starkes Signal senden". Auch soll er Väter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen. So soll laut seiner Chefin "die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern hergestellt werden". Doch was vom feministischen Verständnis von "Gleichberechtigung" zu halten ist, wissen wir schon längst. Auch das Organisieren von "unbezahltem Urlaub" für Männer zu Gunsten von Elternschaft und Ehrenamt gehöre zu seinen Aufgaben.

Und da hört der feministisch korrekte Tätigkeitskatalog des ersten schweizerischen Männerbeauftragten schon auf. Jungen sollen in jene Berufe getrieben werden, aus denen man Frauen mit allen Mitteln herausholen will, da diese schlecht bezahlt und als geringwertig eingestuft werden. Jeder Junge, der in so einem Beruf Fuss fasst, ist eine Frau weniger, die dort unter "entwürdigen Bedingungen" arbeiten muss. Männer sollen weniger arbeiten und weniger Karriere machen, so dass Frauen aufholen können. Da passt die gerade beschriebene Tätigkeit des ersten Männerbeauftragten natürlich perfekt zur feministischen Agenda, welche auf die Ermächtigung und Privilegierung von Frauen abzielt. Wer da noch davon träumt, dass Theunert mit echten Männerproblemen abrechnen würde, hat sich also gründlich geschnitten. Es wird also erneut klar, dass das grösste Hindernis auf dem Weg zur wahren Gleichberechtigung und zur Behebung der Männerdiskriminierung der Feminismus generell und insbesondere der institutionalisierte Feminismus bilden - es ist deshalb verständlich, dass Maskulisten die Abschaffung des Staatsfeminismus und jeglicher Geschlechterpolitik fordern.

Dies alles erfolgt natürlich getreu der Maxime von Theunerts Verein:

"Wir verweigern uns dabei dem einfacheren Weg, uns als «Emanzipationsverlierer» zu gebärden und die (durchaus bestehenden) Diskriminierungen von Männern ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen." (hier; von Männer.ch)

Sogar Walter Hollstein hat festgestellt, das Theunerts Verein alles andere als Männerrechte im Kopf hat:

"Jedenfalls hat sich die schweizerische Gleichstellungspolitik um keinen Millimeter bewegt; trotz demokratischem Etikett macht sie einseitig Frauenpolitik; sie braucht das Feindbild Mann, um ihre Ressourcen zu legitimieren. Die traditionelle Männerbewegung – wie sie etwa «männer.ch» vertritt – traut sich nicht einmal, auf die Probleme des eigenen Geschlechts aufmerksam zu machen. Beliebter ist, sich für Frauenquoten in Verwaltungsräten einzusetzen, obwohl das beileibe kein Männerthema ist. Auf der Strecke bleiben Diskriminierungen von Männern beim Zwang zum Militärdienst, bei der Alters- und Gesundheitsversorgung, die steigende Arbeitslosigkeit, die inzwischen signifikant höher ist als die der Frauen, die frühere Sterblichkeit, die höhere Suizidrate und Ungerechtigkeiten beim Scheidungs- und Sorgerecht. Das Debakel der Buben ist seit Langem absehbar, ohne dass es von «männer.ch» angesprochen wird: die wachsende Bildungsmisere, die dramatische Abbruchrate in der Ausbildung, die neunmal höhere Suizidanfälligkeit, die zunehmende Orientierungslosigkeit, wie sie sich zum Beispiel in Vandalenakten, Autoraserei oder Gewalt äussert." (Quelle)

Es ist richtig, dass man dieses fehlende Engagement anprangert. Aber je mehr man über Theunert nachdenkt, desto wahrscheinlicher könnte es sein, dass auch dies hier nur ein weiterer Trick ist, um an die Schalthebel der Macht zu kommen. Doch sogar wenn sich in Theunert irgendwo ein Männerrechtler versteckt, der nur auf den richtigen Moment wartet, sollte man sich angesichts des stramm ideologischen Umfelds des Staatsfeminismus nicht allzu viel versprechen.

Warum Hoffmann versagt und Theunert Erfolg hat

Genauso wie Theunert hier in der Schweiz verfolgt Hoffmann in Deutschland das gleiche Ziel - beide wollen Teil der vom jeweiligen Staatsfeminismus dominierten Geschlechterpolitik werden - allerdings läuft dies momentan für Hoffmann alles andere als rosig. Doch während Theunert noch bescheiden nur seinen Verein in den Staatsfeminismus einbinden will, möchte Hoffmann die gesamte Männerrechtsbewegung in die staatliche Obrigkeit reinochestrieren:

"Sobald die Männerrechtsbewegung Teil der Geschlechterpolitik in Deutschland geworden ist, dürfte Gesterkamp feststellen, dass er seinen "cordon sanitaire" lediglich um sich selbst gezogen hat und jetzt darin festsitzt wie in einem verschütteten Bunker."

Es dürfte diese Aufgeblähtheit des eigenen Selbst sein, welche Hoffmann steigendes Misstrauen innerhalb der eigenen Reihen einbringt. Wenn er Agens e.V. in diese Richtung steuern will, dann ist das sein Recht, dass dies jedoch andere Aktivisten der Männerrechtsbewegung anders sehen und nichts damit zu tun haben wollen, kann er dann natürlich nicht einfach akzeptieren.

Denn wenn die Männerrechtsbewegung in den Staatsfeminismus eingegliedert werden soll, dann muss notwendigerweise alles, was nicht passt abgestutzt und weggerupft werden. Unter diesem Licht wird auch deutlich, weshalb sich Hoffmann in letzter Zeit so viel Mühe gibt, sich und seine Jünger als die einzig wahre Männerrechtsbewegung zu porträtieren, während auf alles, was nicht in diese Staatsfeminismus konforme Vorstellung passt, rumgehackt wird - sei es auf Anonyme, auf unerwünschte Andersdenkende oder unliebsame Foren. Manndat ist da auch nicht besser, wie man an einer inoffiziellen Stellungsnahme Eugens zu dem Thema sieht. Generell findet man bei Hoffmann ein stark ausgeprägtes Bedürfnis, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu denken, zu reden und zu meinen haben - als liessen sich Leute, die gerade mühsam die feministischen Denkverbote abgeschüttelt und widerlegt haben, freiwillig wieder in die Fesseln ideologischer Sprach- und Denkverbote legen.

Im Gegensatz zu Hoffmann, der sich einerseits so dermassen penetrant linksideologisch korrekt positioniert, dass ihm Pudel wie Kemper und Feministen des Bundesforums sogar schon wieder misstrauen und andererseits sich in alle Richtungen innerhalb und ausserhalb der Männerrechtsbewegung isoliert, stellt sich Theunert wesentlich und um Längen geschickter und cleverer an.

Zum einen biedert sich Theunert zwar auch ideologisch an den Staatsfeminismus an, doch er hält sich dennoch in alle Richtungen die Türen offen, indem er zum Beispiel sich regelmässig mit den Antifeministen trifft (was von Theunert ausging!) und sogar bei ihnen auftritt, aber auch dem Staatsfeminismus gegenüber ein offenes Ohr zeigt. Seine Devise scheint zu sein, dass er prinzipiell bereit ist, allen Akteuren der Geschlechterpolitik, vom Antifeminist bis hin zur strammen Feministin, zuzuhören und anschliessend ihre Anliegen zu prüfen (wenn auch vor allem für seinen eigenen Nutzen) - so kann sich Theunert in der Öffentlichkeit als konzilianter und dialogbereiter Brückenbauer porträtieren, was beim Volk, das sich nicht für die Feinheiten der antifeministischen oder feministischen Weltbilder interessiert, immer gut ankommt.

Diese Theunert'sche Dialogbereitschaft in allen Richtungen wirkt wesentlich seriöser und vernünftiger als die Hoffmann'sche Strategie der verbrannten Erde, welche nur die Bewegung weiter spaltet und Missgunst und Zwietracht sät. Und offensichtlich hat Theunerts Bereitschaft, mit Antifeministen zu reden, seine Aufnahme im schweizerischen Staatsfeminismus nicht aufgehalten - im Gegenteil!

Über die Erfolgsstory Theunerts sollten Hoffmann und Eugen einmal nachdenken, bevor sie sich das nächste Mal von allen distanzieren und jeden, der nicht in ihr Verständnis der Männerrechtsbewegung passt, schikanieren, in der Hoffnung, vom deutschen Staatsfeminismus erhört zu werden. 

Der fatale Teufelskreis

Es ist naheliegend, warum ein Männerrechtler im Staatsfeminismus so gut wie gar keine echten Männerprobleme lösen können wird, denn sobald man den Graben zwischen „radikalen“ und „konstruktiven“ Männeraktivisten  auftut, um sich beim Staatsfeminismus einzuschleimen, setzt man nämlich einen unaufhaltbaren Mechanismus in Bewegung. 

Denn "Radikale" und "Konstruktive" besitzen aufgrund der gleichen Thematik zwangsläufig ähnliche Forderungen in gewissen Bereichen – und so lange dies so ist, werden die angehimmelten, feministischen Herrinnen immer einen Grund haben, weshalb sie auf die Bitten der „Konstruktiven“ nicht eingehen wollen oder können, denn sie hätten nach wie vor noch „zu viel“ mit den „Radikalen“ gemeinsam. 

In dieser Klemme kann ein „Konstruktiver“ nur zwischen zwei Wegen wählen – entweder er distanziert sich immer weiter von den „Radikalen“ und verwässert damit notgedrungen seine Forderungen und seine Position immer weiter in die feministische Konformität und somit in die männerrechtlerische Bedeutungslosigkeit hinein (diese Entwicklung ist klar bei VAFK und Männer.ch zu beobachten). Oder er steht zu seinen Forderungen und läuft Gefahr, aufgrund nach wie vor bestehender Gemeinsamkeiten mit dem Staatsfeminismus ablehnenden Teil der Bewegung als „Radikaler“ gebrandmarkt und von den potenziellen Arbeitgeberinnen ausgeschlossen zu werden (dieses Damoklesschwert schwebt momentan über Hoffmanns Haupt). 

Diese Gemeinsamkeiten können dabei trivialster Natur sein – denn wenn eine totalitäre Ideologie mit breiter Machtbasis wie der Staatsfeminismus nach Vorwänden sucht, um unbequeme Forderungen und Personen auszuschliessen und abzuwehren, ist sie nicht allzu wählerisch. Das Endresultat dieses fatalen Teufelskreises erblickt man im Bundesforum für Männer, welches so gut wie nichts für uns Männer erreicht, während er das mittlere Stadium derselben in Theunerts genderistischen Ideologietreue und das Anfangsstadium in Hoffmanns und Eugens Tiraden gegen unkonforme Elemente der Bewegung erblickt. 

Gerade Theunert konnte sich diesem Verdacht des Radikalismus effektiv entziehen, weil er einerseits ein notorischer Genderist ist, der Männerrechte ausklammert, dem Feminismus nach den Mund redet und somit in den Augen des Staatsfeminismus wesentlich weniger bedrohlich erscheint, als Hoffmanns aufgesetzt wirkenden und sogar für einen Pudel wie Kemper leicht durchschaubaren Distanzierungsversuche

Doch Hoffmann bewegt sich momentan immer mehr in Richtung Theunert, weil er wohl instinktiv spürt, dass er sonst sein begehrtes Plätzchen in der vom Staatsfeminismus dominierten Geschlechterpolitik Deutschlands vergessen kann. So behauptet er, dass Genderismus positive Effekte für Männer haben könne und seine Agens e.V. lehnt den Kampf für Männerrechte ab. Und mittlerweile assoziiert sich Hoffmann sogar mit einem Aktivisten, der indirekt zugibt, dass er an das feministische Phantasiekonstrukt namens "Patriarchat" glaubt. Hoffmann sind jedoch in dieser Hinsicht enge Grenzen gesetzt, wenn er sich nicht selber widersprechen und somit unglaubwürdig machen will - er kann somit bei weitem nicht ideologisch so beweglich wie Theunert werden.

Denn Fakt ist, dass sein Werk "Sind Frauen bessere Menschen?", in dem Hoffmann haarklein feministische Lügen widerlegt und schonungslos Männerrechte einfordert, wesentlich irritierender für einen über die weibliche Privilegien wachenden Staatsfeminismus sein muss, als irgendwelche bösen, rechten Gespenster im Netz. Da wird ihm noch so viel Distanzieren nichts einbringen - denn jede Feministin kann in diesem Werk nachlesen, wie Hoffmann wirklich tickt, so dass Hoffmann wohl beim Anschmiegen an den Staatsfeminismus schlussendlich über sich beziehungsweise sein eigenes Werk stolpern wird.

Konklusion

Theunert versteht es, die Klaviatur der Macht zu spielen. Indem er einerseits einen wirksamen Kontrast zwischen dem bösen antifeministischen Sturm und dem weniger schlimmeren Übel in Form seiner eigenen Person aufbaute und andererseits dennoch den Kontakt zu allen Gruppierungen aufrecht erhielt, so dass schlussendlich er im Kontrast zu allen anderen dialogverweigernden Fraktionen auf beiden Seiten als das "konstruktive" Bindeglied der gesamten Geschlechterdebatte angesehen wird.

Dabei hat er massiv vom Auftauchen des organisierten Antifeminismus profitiert. Durch seine erstaunlichen Instinkte und mit dem "bösen Antifeminismus" als perfekte und öffentlichkeitswirksame Drohkulisse hat Theunert es geschafft, binnen kürzester Zeit als anfänglich unbekannter Männeraktivist sich bis in die ideologische Warte des Staatsfeminismus vorzuarbeiten - etwas, was Hoffmann von Agens e.V. und Eugen von Manndat e.V. trotz grösster Anstrengungen wohl für Jahre wenn nicht sogar Jahrzehnte hinaus verwehrt bleiben wird.

Aber ob Theunert in dieser neuen Position tatsächlich eine Bereicherung für das männliche Geschlecht wird und auch konkrete Anliegen der Männerrechtsbewegung wird umsetzen können, wage ich aus den bereits beschriebenen Gründen dennoch sehr zu bezweifeln.

Doch wer weiss?

Bis vor Kurzem hat niemand auch nur daran gedacht, Leute, die sich offen mit Antifeministen in der Öffentlichkeit abgeben, auch nur in die Nähe eines staatlichen Ministeriums zu lassen, geschweige denn dort einen separaten Posten für so einen zu kreieren. Es könnte also durchaus sein, dass Theunert seine Instinkte auch in einem Bundesbetrieb einzusetzen weiss, um nicht nur Feminismus konforme Anliegen umzusetzen, sondern vielleicht auch einzelne, echte Fortschritte für das männliche Geschlecht zu erzielen. Das wird jedoch nichts daran ändern, dass die staatliche Vormachtstellung des Feminismus an sich nach wie vor das grösste Hindernis auf dem Weg zur wahren Gleichberechtigung ist und somit komplett abgeschafft werden muss - sogar so ein umtriebiger und geschickter Einfädeler wie Theunert macht daran keinen Unterschied.

Man darf aber dennoch gespannt sein, was Theunert im schweizerischen Staatsfeminismus so alles anstellen wird. Er kann sich sicher sein, dass er von allen Seiten, insbesondere auch von den deutschen "gleichstellungsorientierten" Vereinen wie Agens e.V. und Manndat e.V., aber auch von Maskulisten und Antifeministen genauestens beäugt werden wird - aber so wie man Theunert kennt, wird ihm das nicht viel ausmachen - im Gegenteil.


Theunert: Marionette oder gewiefter Stratege?

Die Macht der Anonymen


"Antifeministische Männerrechtler machen im Internet mobil: Auf eigenen Blogs und in den Foren von Spiegel, FAZ und Co. Sie sind eine Minderheit, doch sie verschaffen sich Gehör.

Als Opfer des Feminismus – so sehen sich manch extreme Männerrechtler. Verstärkt nutzen sie mittlerweile das Internet zur Mobilisierung. In Blogs und Foren greifen sie feministische Plattformen an und attackieren Menschen, die sich mit Geschlechterfragen auseinandersetzen.

Eine sachliche Diskussion findet nicht statt


Die Aktivisten unterscheiden sich zwar in ihrer Sprache und Ideologie, doch anonym im Netz unterwegs gleichen sie sich in ihrer radikalisierten Wortwahl. Manche schrecken selbst vor Morddrohungen nicht zurück. Eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichstellung scheint nicht möglich.

Zum antifeministischen harten Kern in den Foren von Spiegel Online zählen etwa zehn Personen. Auf einige hundert Männer und wenige Frauen schätzt der Sozialwissenschaftler Hinrich Rosenbrock von der Ruhr Universität Bochum die Zahl der Antifeministen im Netz.

Die Realität wird verzerrt


Eine Minderheit zwar, die jedoch alles daran setzt, die Debatten zu dominieren. Die Gruppe versucht, ihre Beiträge weit oben in den Kommentarspalten zu platzieren und ihre eigenen Websites und Blogs zu den ersten Suchmaschinen-Treffern zu machen. Die Folge, so Rosenbrock: "Die Realität wird verzerrt."

Rosenbrock hat verschiedene Foren analysiert, in denen Antifeministen unterwegs sind - neben Spiegel Online auch die Internetauftritte von FAZ und Welt. Seine Ergebnisse sind in der Studie "Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung" nachzulesen, die im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung entstanden ist."

Doch ein anonymer Mitstreiter mit dem Pseudonym "Chris", der offensichtlich profunde Kenntnisse unserer Bewegung besitzt, hat das Bild in den Kommentarspalten richtig gestellt:

1. Armutszeugnis für DRadio-Wissen

Na, das fehlte jetzt ja wirklich noch, dass sich auch DRadio-Wissen noch an diese "Studie" anhängt und mit zur Verunglimpfung von Menschen beiträgt, denen der herrschende feministische Mainstream inzwischen reicht. So, Männerechtler "beleidigen", "beschimpfen", versuchen "einzuschüchtern" ? Meine Erfahrungen sind da ganz andere, ich habe eher den Eindruck, dass jeder, der versucht, auf die zahlreichen gesellschaftlichen Benachteiligungen hinzuweisen, unter denen Männer inzwischen zu leiden haben, seinerseites zum Ziel von Aggressivität und Einschüchterungsversuchen wird. Das beste Beispiel hierfür ist die frühere Gleichstellungsbeauftragte von Goslar, Monika Ebeling, die nur deshalb ihre Stelle verlor, weil sie es wagte, Gewalt gegen Frauen UND gegen Männer anzuprangern (laut Studien geht häusliche Gewalt zu etwa gleichen Teilen von Frauen wie von Männern aus). Ein solches Verständnis, das Benachteiligungen BEIDER Geschlechter bekämpft, war offenbar nicht erwünscht, und ihre Absetzung wurde insbesondere von FeministInnen aus den Reihen der Grünen und der SPD betrieben (hatte man dort womöglich Angst, dass ein sehr einträgliches Monopol ins Wanken kommen könnte ?). Dieser Fall zeigt mMn in drastischer Deutlichkeit, was Menschen zu befürchten haben, die sich in Geschlechterfragen nicht den herrschenden feministischen Dogmen unterordnen wollen - die "Strafaktionen" können bis hin zur Vernichtung ihrer materiellen Existenz gehen. Ich finde, es stünde DRadio-Wissen gut an, derartige Meinungskartelle zu hinterfragen, und nicht, garniert mit aggressiver Wortwahl ("um zu beleidigen, zu beschimpfen und einzuschüchtern"), kritiklos solche "Studien" nachzubeten.

2. Selbst einmal nachschauen !

Wer sich tatsächlich einmal einen Eindruck verschaffen will, wer hier eigentlich in Geschlechterfragen sachlich und rational argumentiert und wo Aggressivität und Polemik zu finden sind, sehe sich z.B. einmal die Seiten des Männerrechtsvereins MANNdat (www.manndat.de), inkl. des dortigen Diskussionsforums oder auch die Seiten des Agens e.V. ("Mann+Frau MIT-einander", URL: www.agensev.de) an und vergleiche sie mit feministischen Seiten, wie z.B. denen der "Emma" oder diversen Blogs von "alpha-Mädchen". Und dann frage man sich einmal, warum die einen auf den Seiten von DRadio-Wissen fast schon verteufelt werden, während die anderen hier sogar noch eine Plattform zur Verbreitung ihres Gedankenguts zur Verfügung gestellt bekommen. Ich halte diese Entwicklungen für gesellschaftlich gefährlich.

3. Kritische Analyse

Gerade gesehen - eine kritische Analyse der Rosenbrock'schen Studie (die offenbar seine Magisterarbeit ist) durch Dr.habil Heike Diefenbach findet sich auf sciencefiles.org unter: http://sciencefiles.org/2012/02/08/und-rosenbrock-zum-allerletzten-hoffentlich/ Ich bin zunehmend betroffen über das niedrige wissenschaftliche Niveau, dass offenbar Rosenbrocks Studie zugrundeliegt, in der anscheinend selbst elementarste wissenschaftliche Standards nicht eingehalten worden sind. Davon kann sich ja jeder selbst dort ein Bild machen. Ich fände es dringend geraten, dass DRadio-Wissen eine Diskussion zu diesem Thema, z.B. mit dem bekannten Professor für Soziologie, Gerhardt Amendt führt, um eine kompetente Gegenstimme zu Wort kommen zu lassen und die Realität nicht durch die einseitige Verbreitung derartiger "Studien" zu verzerren.

Von manchen Exponenten unserer Bewegung, zum Beispiel Arne Hoffmann und Eugen Maus, werden die Leistungen und Aktivitäten von solchen anonymen Mistreitern ja geschmäht und bagatellisiert zu Gunsten ihrer eigenen, unter Klarnamen laufenden Aktionen. Ich hingegen finde solche umfangreichen, sachlichen und faktenbasierten Richtigstellungen feministischer Propaganda unter Pseudonym im Internet direkt vor Ort des Geschehens wesentlich wertvoller als das hundertste Gespräch mit Vertretern des Bundesforums für Männer um sich beim deutschen Staatsfeminismus einzuschmeicheln.

Denn dadurch werden wieder hunderte von Leuten auf die Vielseitigkeit und Komplexität der Männerrechtsbewegung und somit auch auf die Legitimität ihrer Anliegen aufmerksam. So können sie sich eine eigene Meinung bilden - im Gegensatz zum Staatsfeminismus und jenen Akteuren, die sich dort hinzustellen möchten, welche den Menschen ihre Sicht auf das Geschlechterwesen aufoktroyieren wollen.

Wir sollten also die Macht der anonymen Sympathisanten, ihren Beitrag zur Männerrechtsbewegung und zur freien Meinungsbildung nicht unterschätzen.

Samstag, 17. März 2012

Ein kurzes Plädoyer zu Gunsten der kulturellen Loyalität statt der "Rasse" als bestimmende, rechte Denkkategorie

Die heutigen, globalen Bruchlinien verlaufen nicht mehr zwischen "Rassen", sondern zwischen Kulturen - zwischen Menschen, welche sich aus freiem Willen der einen Kultur oder der anderen Kultur anschliessen und durch diese eigene Wahl bestimmen, wie sehr sie bereit sind, sich in einer bestehenden Kultur einzufügen.

Aufgrund des Universalismus der westlichen Kultur und des Christentums, welche ALLE Menschen gleichermassen ansprechen, ist es somit besser, als Rechter die Kategorie "Rasse" ruhen zu lassen, und stattdessen darauf zu achten, welcher Kultur sich die betrachteten Menschen gegenüber loyal verhalten.

Denn wenn sie sich der westlichen Kultur, und somit Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten verpflichtet fühlen, werden sie automatisch eher bereit sein, sich an unsere Gesetze zu halten und sich zu integrieren/kulturell zu assimilieren unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Herkunft.

Aber wenn sie sich der westlichen Kultur kritisch entgegen stellen, so werden sie so lange gegen Europa und den Westen schlagen, beissen und stossen, dass eine Integration nicht möglich ist und die Menschen zu einer Hypothek werden - auch dies gilt unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft, denn ein antiwestlicher, weissfarbiger Linker, welcher bei jeder Gelegenheit den Islamismus gegen den Westen in Schutz nimmt, ist mindestens genauso schlimm wenn nicht noch schlimmer (da er ein Überzeugungstäter ist) als ein schwarzfarbiger Migrant, der sich häufig eher aus jugendlichem Trotz heraus vorläufig nicht integrieren will.

Hautfarbe, Herkunft und Nationalität taugen also in der Gegenwart nicht mehr, um beurteilen zu können, ob jemand eine Gefahr oder eine Bereicherung ist - vielmehr muss man auf die kulturelle Loyalität eines jeden Menschen schauen.

Der Universalismus des Christentums und der westlichen Kultur, welche ALLE Menschen unabhängig ihrer Erscheinung ansprechen, drängt uns diese Erkenntnis regelrecht auf - dass wir nicht auf Äusserlichkeiten, sondern auf die Entscheidung zur kulturellen Loyalität eines jeden einzelnen achten sollen.

Und diesen Weg müssen wir Rechte in Zukunft gehen. 

Donnerstag, 15. März 2012

Kempers Vortrag an der Uni Bern - mit maskulistischer Kommentierung

Vor einigen Wochen habe ich gehört, dass Andreas Kemper, ein berüchtigter Pudel, am 13. März einen Vortrag mit dem Titel "'Maskulismus' - Abwehrmechanismen komplizenhafter Männlichkeit" an der Universität Bern am dortigen "Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung" halten würde. Und da Bern nicht allzu weit weg ist und weil dieser profeministische Ideologe mit notorischer Blockwart-Mentalität uns schon mehrmals über den Weg gelaufen ist, habe ich mich dazu entschieden, diesem Vortrag beizuwohnen (einen ähnlichen Vortrag von Isolde Aigner mit gleicher "Maskulisten-sind-rechtsextrem"-Thematik wurde vor einiger Zeit von Arne Hoffmann und Eugen Maus besucht und ausführlich beschrieben).

Also begab ich mich nach Bern und betrat die dortige Universität. In einem relativ kleinen Hörsaal für etwa 60 Personen sass ich nun, zehn Minuten zu früh, so dass ich Gelegenheit hatte, die anwesenden Leute unauffällig zu beobachten. Abgesehen von den Kampflesben, den gealterten Emanzen mit den feurig roten Haaren und den verfilzten Studentinnen im Alternativlook, gab es noch einige durchaus ansehnliche Frauen und ein paar ältere Herren, die vermutlich von ihrer Art her Professoren waren. Insgesamt waren etwa 35 Personen anwesend - persönlich hätte ich mit mehr Leuten gerechnet.

Kemper war auch schon da. Gross, schmalschultrig, permanent grinsend, schulterlange Haare, eine dicke, schwülstige Nase und mit einen Ausschlag mitten im Gesicht, sah man ihm so kurz vor dem Beginn seines Referats die Nervosität an - welche sich noch weiter steigerte, als er wegen technischen Problemen (vermutlich falscher Stecker dabei) einen Laptop aus dem Publikum ausleihen musste, um seinen eigenen zu ersetzen.

Ankündigung

Nun konnte es also losgehen. Eine schmal gebaute, blonde Frau mit knochigem Gesicht und einem hässlichen Nasenpiercing begann den dauergrinsenden Kemper vorzustellen. Kemper sei heute hier um uns einen vertieften Einblick in die Bewegung der Männerrechtler zu geben, welche sich selber als Opfer stilisieren (denn wie alle ausser mir im Saal wissen, können Männer selbstverständlich keine ernst zu nehmenden Opfer sein). Dies sei deshalb interessant, meinte die Piercing-Dame, weil hier eine Verbindung zur IGAF Schweiz rund um René Kuhn bestehe (ein Raunen ging durch den Saal und ich verkniff mir ein Grinsen und dachte mir, wenn ihr wüsstet, wie *nahe* bei euch diese Verbindung gerade ist), welcher "krude", "frauenfeindliche" Sprüche ablässt. "Krude" ist in den anwesenden Kreisen ein beliebtes Wort, denn damit kann man sich selber einreden, dass die Weltbilder des politischen Gegners unausgereift, undurchdacht, simpel und somit leicht zu durchschauen sind - das wiegt den Bedrängten in eine angenehme, wenn auch falsche Sicherheit gefühlter, intellektueller Überlegenheit.

Doch das Piercing redete weiter und wies darauf hin, dass Kemper in der "profeministischen Männerbewegung" mitgemacht hatte und dass er antifeministische Seiten von Wikipedia "runtergenommen" hat, was im Saal merklich positiv aufgenommen wurde - Zensur ist schliesslich in einer Demokratie genau dann nicht schlimm, wenn es unbequeme Andersdenkende betrifft. Kemper stehe auf der sogenannten "Lila-Pudel-Liste" mit ganz hohem Rang drin, was Gelächter und Verwirrung zugleich hervorrief, so dass das Piercing ausführte, was ein lila Pudel denn sei. Anerkennende Blicke richteten sich auf Kemper.

Er sei der Autor des Buches "Rechte Kerle", welches zumindest einer der Anwesenden im Publikum bekannt war, denn beim Hineingehen sagte eine der Studentinnen zu ihrer Kollegin in enthusiastischen Tönen, dass sie Kempers Buch gelesen habe. Das Piercing meinte dann noch abschliessend, dass ein Aufnahmegerät während der Präsentation laufe, denn ein lokaler Radiosender sei präsent - allerdings werde die Aufnahme während der Diskussion unterbrochen, vermutlich damit ohne Rücksicht auf argwöhnische Ohren auch entlarvendere Fragen gestellt werden können (blöd nur, dass sich ein Maskulist eingeschlichen hatte).

Kempers Biographie

Nun fing Kemper an zu sprechen und er begann über die weiche, profeministische "Männerbewegung" zu reden, welche in den 70ern entstanden war, die sich an der Frauenbewegung orientiert, sich aus linken Wohngemeinschaften entwickelt hätte und durch das Bedrängen der betroffenen Männer durch Feministinnen ihren Anfang nahm. Kemper begründete die Entstehung der Männerbewegung und indirekt auch sein Engagement damit, dass vor der Energiekrise der 70er-Jahre der sogenannte "Fordismus", also eine von Henry Ford inspirierte Massenproduktion Europa dominiert hätte, während danach ein "Post-Fordismus" (man beachte die schwülstigen und kreativen Wortschöpfungen) weg von der Massenproduktion einsetzte. Dadurch hätte sein Vater seinen Fabrikarbeiter-Job verloren, da die Fabriken nach Asien ausgelagert wurden - daran sei die "proletarische Männlichkeit" seines Vaters zerbrochen und "sie stimmte nicht mehr". Robert Connell, die berüchtigte Männerforscher-Transe, sähe dies genauso, denn es meinte, dass die Produktionsverhältnisse Männlichkeiten bestimmen würden. Marx lässt grüssen - dieses Mal mit einem dürftigen, feministischen Anstrich.

Da ihm die "proletarische Fabrikmännlichkeit" seines Vaters nicht zusagte, ging er studieren, stiess zu politisch alternativen Kräften und wurde dort dazu gedrängt, seine "Männlichkeit zu hinterfragen". Dies sei gleichzeitig mit dem Aufstieg der Schwulenbewegung erfolgt, da gäbe es laut Kemper auch Überschneidungen zur Männerbewegung, so hätten sich die Leute beider Bewegungen gegenseitig massiert. Was wir mit dieser Information denn anfangen sollen oder was dies über Kempers Orientierung sagt, war mir persönlich nicht ganz klar, aber lassen wir das.

Nun kamen für Kemper die flotten 80er und während sich die alternativen Bewegungen institutionalisierten, begann er sich als "Profeminist" zu bezeichnen. Unterwürfig meinte er dazu, dass er sich nicht als "Feminist" bezeichnen könne, da er sinngemäss all die schrecklichen Unterdrückungserfahrungen der armen, unterdrückten Frauen nicht erlebt habe und somit nicht wirklich nachvollziehen könne. Welches Geschlecht sich hier nun tatsächlich zu Opfern hoch stilisiert und sich wie selbstverständlich derartig porträtieren lässt, wird bei dieser Versammlung schnell deutlich - während Männerrechtler sich auf handfeste, juristische Benachteiligungen berufen, weisen Feministinnen und besonders ihre Speichellecker auf subjektive und diffus ausformulierte "Unterdrückungserfahrungen" hin, durch die Frauen ohne weitere Diskussion als DIE Opfer der Menschheit anerkannt werden müssten. Kemper gab in dieser Dekade einen "Rundbrief der antisexistischen Männer" heraus, welcher sich jedoch schnell aus dem antisexistischen und antipatriarchalen (sprich: profeministischen) Kontext löste und irgendwann schlichtweg keine Abonnenten mehr hatte, wie Kemper beklagte. Das war dann für ihn der Grund, dass er der ganzen Thematik den Rücken zukehrte.

Nun spulte er ein paar Jahre nach vorne. Mittlerweile wechselte er zu Wikipedia um seiner Meinung nach "Propagandaartikel zu bekämpfen" (und dabei gleich noch seine eigene Propaganda durchzudrücken). Wikipedia sei für ihn ein "Seismograf" für Ideen, die in zwei bis drei Jahren Schlagzeilen machen würden. Der vorläufige Höhepunkt war für ihn, als er es schaffte, den Maskulismus-Artikel löschen zu lassen. Danach brach seiner Meinung nach "die ganze Horde über ihn herein und er fand es völlig unverständlich, dass man dann anschliessend sein Foto mitsamt seiner Adresse im Internet finden konnte" ... Die totalitär angehauchte Zensur und gehässige Diskursunterdrückung war ja für eine gute (feministische) Sache, warum wurde er also auch noch dafür "bestraft"?

Kempers Ansichten zu einzelnen Akteuren der MRB

Nun beginnt sein eigentlicher Vortrag und Kemper beginnt zunächst die Begriffe Männerbewegung, Männerrechtsbewegung, Maskulinismus, Maskulismus, Männerrechtler und Antifeministen abzugrenzen. Die Abgrenzungen sind willkürklich und nicht wirklich aussagekräftig, allerdings kritisiert er uns dahingehend, dass wir es wagen, den Begriff "Männerbewegung" für uns zu proklamieren - das sei ein politischer Trick, mit der Idee, dass man alles, was vorher kam (sprich: die profeministische "Männerbewegung"), nicht ernst nehmen könne. Vermutlich haben wir schlichtweg übersehen, dass die Pudel den Namen "Männerbewegung" für sich patentiert haben. Wie frech wir doch sind!

Anschliessend beginnt er, die verschiedenen Akteure der Männerrechtsbewegung vorzustellen. VAFK zum Beispiel findet er "schwierig", weil sie "biologistisch vorgehen", denn - oh Schreck! - sie proklamieren für sich das Recht ihre eigenen Kinder zu sehen, "da sie sie gezeugt haben". Das sei laut Kemper ein "festgefahrener, biologistischer Ansatz". Man merkt hier das völlig gestörte, ideologisch vernebelte Verhältnis zu Familienstrukturen - denn bei Kemper ist Verwandtschaft offensichtlich egal. Ob er wohl ein Problem damit hätte, wenn man seinen Vater irgendwann in seinem Leben einfach gegen einen anderen Mann ausgetauscht hätte? Agens e.V. versuche sich hingegen einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, indem Tagungen organisiert, Sammelbänder herausgegeben und Wissenschaftler auf ihre Seite gezogen werden würden. Kempers Wortwahl erstaunt - sind es nicht gerade die pseudowissenschaftlichen Gender Studies, welche immer wieder versuchen, sich einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen?

Selbstverständlich regte er sich intensiv über das alte, gelbe Forum auf, welches sich seiner Meinung nach immer mehr radikalisiere und nach rechts rutsche und dessen Betreiber angeblich viel auf Altermedia verlinken würden (das ist lustig, denn auf die linksextremistische Seite "Indymedia" wird wesentlich häufiger im alten, gelben Forum verlinkt, als auf Altermedia - aber das scheint Kemper und auch Hoffmann mit ihrem einseitigen ideologischen Filter nicht zu stören ...). Besonders schlimm fand Kemper, dass es einer der Forumsbetreiber gewagt hat, das Prozessprotokoll des angeklagten Betreibers des Altermedia-Forums mit der Aussage, dass es keine Meinungsfreiheit in Deutschland gäbe, zu veröffentlichen. Denn wer Meinungsfreiheit für aus Kempers Sicht ungewollte Andersdenkende verlangt, der muss zwangsläufig selbst ein Nazi sein.

WikiMANNia fand er sehr interessant und spannend, weil dort die Entwicklung unserer "Ideologie" des Maskulismus studiert werden könne. Dumm nur, dass der Maskulismus im Gegensatz zum Feminismus/Genderismus keine Ideologie ist, weil er die Menschen nicht zu einem neuen Ideal hin umerziehen will. Beim neuen, gelben Forum wies er auf die Verlinkungen zur Jungen Freiheit, Eigentümlich frei und PI News hin um deren Verbindung zum Rechtspopulismus aufzuzeigen. Dies erstaunt, denn diese Medien werden nicht vom deutschen Verfassungsschutz beobachtet, im Gegensatz zum linksextremistischen Unrast-Verlag, bei dem Kemper seine Bücher publiziert. Ich sag' da nur Dorn und Balken ...

Der "Breivik-Konflikt"

Nun begann er auf den "Breivik-Konflikt" in unseren Reihen einzugehen. Zunächst redete er über Breivik selber und meinte, dass seine Taten "ein Anschlag quasi aus den Reihen von PI News" gewesen seien. Wäre denn der marxistisch inspirierte Terror Stalins auch aus den Reihen des materialistisch-links angehauchten Proletarierkindes Kempers entsprungen? Nun ging er dazu über, abschnittsweise Savvakis Kommentar zum Breivik-Massaker zu besprechen. Er setzte dessen Kommentar mit Breiviks Manifest gleich, mit dem Unterschied, dass Savvakis nicht zu Gewalt auffordern würde. Beide hätten es gewagt, die politische Korrektheit zu kritisieren und antifeministisch Position zu beziehen, was natürlich gar nicht geht! Denn niemand darf sich über feministische Denk- und Sprechverbote hinwegsetzen, sonst werden wir auch noch mit so mühsamen Fakten konfrontiert, welche unser schönes, feministisches Weltbild in Frage stellen würden. Savvakis hat Breivik als ein Opfer des Feminismus beschrieben, der wie ein Druckbehälter explodiert sei. Er wies auch darauf hin, dass ich ähnliches geschrieben hätte und als er das betreffende Zitat zeigte, stöhnte das Publikum wehleidig.

Kemper ging nun zu einem Referat von Savvakis mit dem Titel "Feminismus als Ausdruck spätabendländischer Selbstentfremdung" über. Zunächst betonte er, dass dieser Text alles andere als flach, sondern tiefgehend philosophisch wäre und dass es absolut nicht dumm wäre, was Savvakis da nieder geschrieben hat. Dabei drehe sich der Text um die uralte Frage, ob Geist oder Materie wichtiger sei. Er unterscheide dabei zwischen einer aristotelischen Rechten, welche den Geist und die Form als das Wesentliche, das Schöpfende darstellt, welche "von oben" kämen, während die aristotelische Linke die Materie als selbstschöpfend ohne höhere Hilfe und als selbstorganisierend betrachte. Dies erstaunte mich persönlich - denn wie soll sich Materie in eine bestimmte Weise selber schöpfen können, wenn die Vorstellung für diese Weise vorher nicht existierte? Und auch Selbstorganisation der Materie verläuft im Rahmen fester Naturgesetze, die auch von irgendwo her kommen müssen. Kemper meinte, dass von der aristotelischen Linken über die Araber zu Giordano Bruno hin zu Marx eine kontinuierliche Geschichte des Materialismus existiere. Savvakis prangerte diese materialistisch-historische Linie und ihre Konsequenzen in der Gegenwart an.

Kempers intellektuelle Eigenkreationen

Kemper zog nun das Tempo an und kam nun zu einer seiner eigenen Kreationen - die ubiquitäre Natur der Traumatisierung innerhalb der Menschheit, welche er am Beispiel Macciavellis zu erklären versuchte (dies hat er hier schon einmal in schriftlicher Form versucht). Allerdings wurde den Anwesenden nicht so ganz klar, was das mit der Männerrechtsbewegung zu tun hätte, was mir noch einmal deutlich wurde, als nach dem Vortrag zwei der anwesenden Frauen noch einmal über diesen Abschnitt redeten und sich nicht sicher waren, was sie davon halten sollten.

Zunächst einmal stieg er über Alexander Ulfig ein, welcher ein Werk über Macchiavelli herausgegeben habe und der als Antifeminist "gegen die Gleichberechtigung ist, weil er Quoten und Gleichstellung ablehnt". Kemper verwechselte hier wie so viele Feministen schon vor ihm Gleichstellung mit Gleichberechtigung und kennt offenbar den Unterschied zwischen den beiden nicht. Eine Frauenquote ist da gerade das klassische Beispiel für diesen Widerspruch - die Quote bevorzugt bewusst Frauen qua Geschlecht gegenüber Männern, so dass beide Geschlechter gerade KEINEN gleichberechtigten Zugang zu einem Job haben. Ein klassischer Fall von Verwechslung des Prinzips der Chancengleichheit (Gleichberechtigung) und Ergebnisgleichheit (Gleichstellung).

Kempers These in Bezug auf Macciavelli ist nun, dass dessen Foltertrauma ihn erst dazu gebracht hätte, "Il Principe" zu schreiben, welches man im Rahmen seines durch Folter erzeugtes Trauma interpretieren müsse. Macciavellis "virtù" (Kemper hatte in seinem Vortrag die ganze Zeit "virtu" ohne Strich auf dem u stehen ... so viel zur akademischen Bildung) sei dabei die männliche Energie und Macht, welche Macciavelli in Form des Herkules, der gegen "das Weib Fortuna, das man schlagen und stossen müsse" kämpfe, antreten lässt. Theatralisch meinte Kemper, dass "schon hier Sexismus drin stecke". Virtù sei dabei "männliche Ermächtigung, Abwehr von Ohnmacht, Identifikation mit dem Aggressor, Versuch, über den Aggressor wieder an Macht zu kommen" und ein Mittel des Traumatisierten, aus seiner "Ohnmacht" zu fliehen. Macciavelli sei dafür exemplarisch: Er habe sich in seinem Trauma mit seinen Folterern, den Medici "identifiziert" und ihnen sein Werk "Il Principe" gewidmet um seine Ohnmacht zu überwinden und wieder an Macht zu kommen und wieder handlungsfähig zu werden. "Sich mit dem Aggressor zu identifizieren, heisst an die virtù des Aggressors anzudocken". 

Kemper sei nun der Meinung, dass nicht nur einzelne Personen, sondern ganze Gesellschaften über Generationen traumatisiert werden könnten und dass dies weitergegeben werde - so führte er aus, dass seiner Meinung nach die Deutschen seit dem zweiten Weltkrieg ein zutiefst traumatisiertes Volk seien. Allerdings schien ihm nun nicht wirklich klar zu sein, wie sich diese "Einsichten" auf die Männerrechtsbewegung übertragen lassen, denn er beliess es hier mit seinen Ausführungen zu diesem Thema.

Das Trauma der Pudel

Vermutlich war er sich nicht bewusst, dass sich diese Ausführungen exakt auf ihn anwenden lassen.

Denn wenn man die feministische Ideologie als Aggressor ansieht, welcher orientierungslose und verwundbare Männer wie Kemper mit "Gewalt traumatisieren" (sei dies z.B. politischer Druck, seine Männlichkeit zu hinterfragen, wie Kemper über seine eigene Biographie ausführt, oder permanent Männlichkeit als schlecht und pathologisch zu porträtieren), dann versuchen die dadurch in die Ohnmacht gestossenen Männer, aus ihrem Trauma zu flüchten, indem sie sich mit dem Aggressor Feminismus zu identifizieren beginnen und an deren virtù anzudocken - genau dies hat Kemper getan, als er der profeministischen Männerbewegung beitrat und indem er heute verbissen den Feminismus gegen unsere Seite verteidigt. Seine Theorie passt also auf Kemper selber wie die Faust aufs Auge. Dies war mir damals, als ich seine Texte widerlegte, gar nicht aufgefallen und ich hätte nicht gedacht, dass mir ein Pudel einmal so faszinierende psychologische Einsichten bescheren würde.

Ist Kemper oder vielmehr ein Pudel generell nichts weiter als ein vom Feminismus traumatisierter Mann, welcher sich aus der Ohnmacht seiner gefolterten Männlichkeit in den Schoss der eigentlichen Ursache seiner Folter flüchtete? Sich an die Brust dieser Foltermeisterin warf, um an deren Macht teilhaben zu können, in der Hoffnung so seinem Trauma zu entkommen? Schliesslich identifiziert sich Kemper stark über den Feminismus - er bezeichnet sich als Profeminist und ist stolz auf seine Präsenz auf der Lila-Pudel-Liste.

Interessant auch der Hinweis des Kempers, wie aus diesem "Teufelskreis" der ständig weiter gegebenen Traumatisierung auszubrechen sei - man müsse aufhören, sich mit dem Aggressor zu identifizieren! Im Falle Kempers heisst dies wohl, dass er aufhören muss, seine Männlichkeit über feministische Vorstellungen zu definieren und damit wäre der Antifeminismus schlussendlich der einzige, gangbare Weg um sich aus der vom Feminismus erzeugten, gesellschaftlichen Traumatisierung zu befreien. Laut Kempers eigener Theorie befinden wir Antifeministen uns also auf dem richtigen Weg - eine regelrechte Ironie, wenn man darüber nachdenkt, denn Kemper ist einer der verbissensten Gegner des Antifeminismus im deutschsprachigen Raum.

Versimplizifierungen

Kemper wurde nun vom Piercing dazu gedrängt, seinen Vortrag abzuschliessen und meinte noch, dass Männerrechtler aus der "Mittelschicht kommen". Dies bedeute, dass sie "keine hegemoniale, sondern eine komplizenhafte, absichernde Männlichkeit aufweisen" würden. Sie seien also "nicht an der Spitze der Macht, sondern befinden sich als Mitglieder der Mittelklasse in einem permanenten Kampf gegen Deklassierung und kollaborierten deshalb mit der männlichen Spitze der Machtpyramide". Er verwies dabei erneut auf die Transe Connell, welche die Begriffe komplizenhafter und hegemonialer Männlichkeit prägte.

Solche Ausführungen sind belustigend - woher will Kemper wissen, dass wir alle aus der Mittelschicht kommen? Erst recht, wenn nicht wenige Leute gerade im alten, gelben Forum von Hartz 4 leben und viele Männer nach einer Scheidung über gar nichts mehr verfügen - gegen welche "Deklassierung" müssten wir uns da noch wehren, wenn sie schon längst erfolgt ist? Oder wie erklärt er sich hochrangige Sympathisanten der IGAF in Bürokratie, Gerichten und Staatsanwaltschaften, welche uns mit Informationen, vertraulichen Gerichtsakten und Ratschlägen für künftige Aktionen versorgen? Und sind es nicht gerade die Spitzen der Männerpyramide, welche am eifrigsten dran sind, feministische Forderungen umzusetzen, zum Schaden der restlichen Männer, um selber an der Macht zu bleiben? Hier wird deutlich, dass Kemper sein Studienobjekt zu stark versimplizifiert.

Die Fragenrunde

Das Piercing übernahm nun das Wort und dankte Kemper für seinen spannenden Einblick in die "rechte bis rechtsextreme Szene der Männerrechtsbewegung". Nun kam der Fragenteil des Abends und so gleich streckte eine junge, blonde Frau auf, die mir vorher noch nicht aufgefallen war - was mich überraschte, denn normalerweise entgehen mir blonde Frauen nicht, aber ich weiche vom Thema ab. Sie stellte die naheliegende Frage, was denn nun bei der Männerrechtsbewegung "der Aggressor" sei, der uns so schrecklich traumatisiert hätte, dass wir nun so böse drauf wären (sinngemäss). Ausserdem wollte sie wissen, wie gross diese Szene denn sei und wie ernst man sie nehmen müsse? Dies sei für sie wichtig zu wissen, denn wir würden uns immer freuen, wenn Feministinnen auf uns Bezug nähmen. Man merkte, dass sie sich daran erheblich störte.

Kemper meinte dazu halbherzig, dass es nicht immer einen Aggressor gegen müsse (wenn dem so wäre, weshalb hat er dann seine Theorie dann überhaupt in einem Vortrag zur Männerrechtsbewegung besprochen?). Er sei der Meinung, dass Ideen nicht stark genug seien, als dass sie die Taten Breiviks auslösen oder eine Männerrechtsbewegung hervorbringen könnten. Dies macht aus der Sicht eines linken Materialisten Sinn - man stelle sich vor, welche unglaublichen Gewissensbisse und Schuldgefühle ein Kommunist hätte, wenn er anerkennen würde, dass Ideen wie zum Beispiel die marxistische Ideologie direkt zu den millionenfachen Massenmorden des 20. Jahrhunderts führten. Oder der Schock eines Pudels, wenn er einsehen müsste, dass der Männerhass des Feminismus zu konkreten Problemen und Benachteiligungen von Männern führten. Da ist es doch angenehmer und für das Gewissen beruhigender, wenn man die Wirkungsmacht von Ideen generell in Frage stellt und lieber auf die bösen Produktionsverhältnisse oder auf das fiese Patriarchat verweisen kann (die lustigerweise ja auch wiederum "nur" Ideen sind, aber lassen wir das ...).

Es seien wenige Männerrechtler, aber diese sind lautstark und würden durch "Vielschreiberei" die Foren und Onlineausgaben von Zeitungen dominieren. Sie verabredeten sich in ihren eigenen Foren und dadurch sähe es aus, als wären wir die Mehrheit. Ausserdem gäbe es Angriffe wie Telefonterror und eine "konservative Familienministerin", welche uns ideologisch nahe stehen würde ("sie führte Männerreferate ein"). Das ist ein häufig angewandter psychologischer Trick, wenn man mit einem gefährlichen und schwierig einzuschätzenden Feind konfrontiert wird - man versucht ihn zu verharmlosen und dessen Zahlen runterzuspielen, so dass man sich doch noch irgendwie in seiner Machtlosigkeit arrangieren kann. 

Zusätzlich sei der Link zu Neonazis da, denn wir hätten "die gleiche antifeministische Geschlechterpolitik wie Nazis", so dass das "Risiko der Verschmelzung" da sei. Allerdings entkräfte Kemper diesen letzten Punkt, als er anfügte, dass es ihn erstaune, dass wir Antifeministen nicht heiraten und Kinder zeugen wollten (siehe dazu Misogamie und MGTOW-Gedankengut), im Gegensatz zu den Nazis, welche das Überleben des Volkes durch Heiraten und Kinderzeugen sichern wollten. Und selbstverständlich gäbe es natürlich auch echte Opfer, die stinksauer seien (denn, wie Kemper meinte, "Frauen sind keine Engel"), deswegen zu uns kommen würden und so in die rechte Szene abgleiten könnten. Man merkte Kemper auch an, dass er angesichts von Agens Aktivitäten Angst hat, dass wir dadurch "in die Wissenschaft und an die Unis kommen".

Nun streckte eine Kampflesbe auf und wollte fragen, wie man denn uns und unser Trauma therapieren könne. Kemper wirkte hier ratlos und meinte lediglich, dass wir uns als Opfer sehen und keine Hilfe annehmen würden. Er würde empfehlen, dass "man loslassen solle, mehr weinen, sich umarmen und dass man Männertherapien anbieten" sollte. Der übliche feministische Umerziehungskram hin zum neuen, weichen Mann, den die gynozentrischen Medien momentan mit einer typisch weiblichen Gehässigkeit eifrig niedermachen. Und wenn Männer wie wir tatsächlich traumatisiert wären, sind dann nicht die Mütter schuld, weil Frauen in unserer Gesellschaft das Erziehungsmonopol in Händen halten?

Eine weitere Fragerin meinte, wie sich die Misogamie (Ehefeindlichkeit) der Männerrechtsbewegung mit den "bürgerlichen Geschlechterrollen" vereinen liesse, denn dies sei doch ein Widerspruch. Hier wurde es wiederum interessant, denn Kemper verwies auf eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung eines gewissen Robert Claus über Männlichkeiten im Rechtsextremismus (in der natürlich auch wir vom Pudel Gesterkamp besprochen werden ...) , in der ausgeführt wird, dass wir nicht einfach nur reaktionär wären, sondern auch völlig neue, moderne Ansätze aufweisen würden. Dies ist neu - denn normalerweise bezeichnen Feministen uns als ewiggestrige, rückständige Reaktionäre, die einer modernen, progressiven Gesellschaft feindlich gegenüber ständen. Allerdings wären nicht alle Männerrechtler im rechten Spektrum anzusiedeln, so distanziere sich zum Beispiel Arne Hoffmann von der "Breivik-Bewegung". Kemper meinte generell, dass es schlauer für uns wäre, wenn wir uns nicht zu sehr anti-islamistisch geben würden, denn dann könnten wir uns "mit den Grauen Wölfen und anderen rechten Türken verbünden, denn da bestehe eine potenzielle Zusammenarbeit". Ja, wenn das mal nicht eine Idee wäre - ich bin mir sicher, dass das in einer Umfrage in den Foren der Männerrechtsbewegung sofort durchgehen würde ...

Eine weitere Frau (dieses Mal nicht blond) fragte, ob Frauen eine Rolle in der Männerrechtsbewegung spielen würden. Kemper entgegnete darauf, dass Frauen sogar eine grosse Rolle spielen würden, wie zum Beispiel Christine Hamprecht oder auch Monika Ebeling (deren Namen Kemper vergessen hatte, so dass er sie lediglich "die Frau von Goslar" nannte - so viel zu seinem Expertentum rund um die Männerrechtsbewegung), welche am zweiten Antifeminismustreffen auftrat. Es seien also Männer und Frauen in der Bewegung aktiv, was doch einige Leute im Publikum irritierte.

Nun streckte die gleiche Kampflesbe von vorher nochmals auf und bohrte nach, wie man jetzt konkret therapiemässig Gegensteuer geben könne. Kemper meinte, dass man Beratungsstellen für Männer einrichten sollte, doch sich helfen lassen, gälte unter Männer als Schwäche - diese Einstellung sollte man überwinden. Er brachte dabei eine unheimliche Analogie mit der Suchttherapie: "Du musst kapitulieren, denn du schaffst es nicht alleine". Gegensteuer könne man deshalb nur durch das Aufbrechen von stärkeorientierter Männlichkeiten geben. Sprich: Klassische, feministische Umerziehung und Gehirnwäsche. Doch dies sei schwierig, da der harte Männertyp gerade jetzt in der Schuldenkrise, in der man den Gürtel enger schnallen müsse, wieder sehr gefragt sei. Da musste die arme Kampflesbe wohl ohne eine befriedigende Antwort nach Hause gehen.

Nun stellte das Piercing noch eine abschliessende, aber vielsagende Frage. Offenbar hatte der Auftritt Theunerts von Männer.ch auf dem zweiten Antifeminismustreffen gewaltige Emotionen im Staatsfeminismus ausgelöst, denn sie sagte zunächst, dass sein Erscheinen dort grosse Diskussionen intern hervorgebracht hatte und wollte anschliessend wissen, ob dieser Auftritt angebracht gewesen wäre oder nicht (dies passt, denn Theunerts Truppe berichtet davon, dass sie "um einen Positionsbezug gebeten" wurden, als der organisierte Antifeminismus sich in der Schweiz formierte). Kemper meinte dazu, dass es uns Antifeministen "nur darum gehe, andere fertig zu machen" und versuchte dies zu untermauern, in dem er darüber berichtete, wie er am Telefon angeschrien wurde, als er versuchte, sein Bild aus dem Internet zu bekommen. Seiner Meinung nach könne man "nur mit Arne Hoffmann in einen Diskurs gehen, mit den Antifeministen jedoch nicht, da sie Nazis und Ideologen sind" (er sagte dies wortwörtlich so). Später würde er mir gegenüber noch erklären, dass Hoffmanns penetrantes Distanzieren von "Breivik-Jüngern" und Sarrazin ihn zu dieser Schlussfolgerung gebracht hätten. Er würde ihm dies "durchaus abkaufen", sei sich aber dennoch nicht sicher, ob das nicht doch nur ein Trick sei, um seinen Verein in die Geschlechterpolitik einzubringen.

Abschluss

Die Fragerunde war nun vorbei und der Raum leerte sich langsam, während noch einzelne Leute mit Kemper redeten, packte ich meine Sachen, reiste nach Hause und fing mit dem Schreiben dieses Textes an. Und ich muss abschliessend sagen, dass ich ehrlichweise überrascht war, was für Einsichten ich diesen Abend gewonnen habe. Vieles war mir natürlich schon klar, dennoch war es interessant einmal zu sehen, wie so ein Pudel in Fleisch und Blut redet, argumentiert und nach Worten ringt, wenn nachgebohrt wird. Ausserdem erhält man so auch einen faszinierenden Einblick darin, wie Pudel und Feministen über unsere Bewegung denken, wenn sie unter sich sind, sich also nicht verstellen müssen und nicht merken, dass einer der ach so verhassten Antifeministen anwesend ist.

In dieser Hinsicht wird natürlich auch der Vorwurf, dass wir unbarmherzige Nazis und Ideologen wären, hinfällig, denn würde ein Ideologe oder Nazi an so einen Vortrag gehen, sich ohne zu melden oder gar zu widersprechen zuhören, anschliessend noch mit dem Referenten sprechen und danach noch einen siebenseitigen Bericht darüber schreiben? Wohl kaum - denn ich bin kein Ideologe, welcher sein Weltbild vor der Realität verstecken muss, so dass ich mir ruhigen Blutes auch einen Vortrag vom Kemper anhören kann.

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Dieses beeindruckende Werk wurde mir von Templarii empfohlen und es ist jeden Rappen wert, den man dafür ausgibt!

Systematisch und faktenbasiert räumt es mit den antiwestlichen Behauptungen auf, dass die Muslime und der Islam für die wissenschaftliche Revolution verantwortlich gewesen wären oder dass sie Europa ihr antikes Erbe wieder zurückgegeben hätten. Vielmehr waren es Byzanz und eigene Übersetzungstätigkeit und Suche nach antiken Werken, welche Europas geistige Höhenflüge im Früh- und Hochmittelalter (diese Periode wird ja auch gerne fälschlicherweise als ein "Dunkles Zeitalter" dargestellt ...) ergänzten und vervollständigten. Vielfach wurde auch antikes Wissen durch das gesamte Frühmittelalter beibehalten - wie zum Beispiel medizinische Erkenntnisse, die vielfach im Islam unvollständig waren (so kannten die Muslime die Werke von Soranos über die Frauenkrankheiten oder die Schriften des Erasistratos und des Herophilos nicht).

In Tat und Wahrheit war es der westlich-hellenistische Kulturraum (europäischen Ursprungs!) des Vorderen Orients und die darin lebenden Griechen, Christen und Juden, welche den Muslimen nicht nur ihr wissenschaftliches Vokabular (und ihre Schrift ...), sondern auch alle Aspekte höherer Kultur von Medizin über Philosophie oder Ingenieurswesen beibrachten (sämtliches Vokabular im wissenschaftlichen und administrativen Bereich haben syrische Christen für die Muslime entwickelt und eingeführt) - noch im Jahr 1000 waren die Mehrheit der im Mittleren Osten lebenden Menschen Christen! - bis die Muslime durch die Erstarkung antirationalistischer und somit antihellenistischer Elemente in ihrer Theologie (repräsentiert durch die Interpretationsschulen des Korans der Hanbaliten und Aschariten, siehe dazu auch: "The Closing of the Muslim Mind") nahezu sämtliche Ansätze von Wissenschaft im araboislamischen Raum erstickten.

Dazu passt, dass nahezu sämtliche grossen muslimischen Philosophen wegen ihrem Werk verfolgt, verbannt oder umgebracht wurden. Al-Ghazali versetzte dann der griechisch-christlichen Wissenschaft im Mittleren Osten den endgültigen Todesstoss (wiederum hervorragend beschrieben in "The Closing of the Muslim Mind"), was die Rückständigkeit des Islams als Kultur bis in die heutige Zeit begründete. Der grosse Europäer im Geiste, Ibn Warraq, beschreibt die Gründe für den Niedergang des islamischen Intellekts auch vortrefflich in seinem Werk "Defending the West" und stellt ihn im Kontrast zum systematischen Ausbau der Wissenschaften und dem kontinuierlichen Wissensdurst des Christentums der letzten 2000 Jahre - und führt dies auf den stark hellenistisch geprägten, tief rationalistischen Charakter der christlichen Theologie zurück, welche von einem rational denkenden Schöpfer ausgeht, der die Welt nach raitonal verständlichen Prinzipien geschaffen hat, die ein rational denkender Mensch ("das Abbild Gottes") mit seinem Intellekt verstehen kann.

Ibn Warraq hat dieses christlich-westliche Weltbild in seinem Werk "Defending the West" gut beschrieben: 

"Only the West seems to have developed the notion that the natural world is a rational and ordered universe, that man is a rational creature who is able to understand, without the aid of revelation, or spiritual agencies, and able to describe that universe and grasp the laws that govern it. The sources of this European confidence in reason and rationality are to be found in religion, philosophy and law. The notion of laws of nature had Judeo-Christian groundings, but twelfth-century Christian theologians reaquainted themselves with this principle on reading Plato's Timaeus, which had an enormous influence on thinkers such as Peter Abelard, Adelard of Bath, William of Conches, and others. Plato's Timaeus presented an image of nature as an orderly, integrated whole; the natural world was a rational order of causes and effects, while man, as a part of the rational order of things, was elevated by virtue of his reason. Platonism seems to have affected every area of inquiry, not just the study of nature but also of the scriptures. The Pauline notion of conscience (synderesis) also had the consequence of liberating man's reason from external authorities, so that, it was held, man could arrive at moral truth without the aid of scriptures, and the individual conscience became the supreme arbiter of even scriptural truth."

Der Timaeus wurde vom Christen Aristippus, welcher Byzanz bereist hatte, im 12. Jahrhundert im normannischen beherrschten Sizilien übersetzt und gelangte so in den Westen Europas. Der Islam spielte also in der Vermittlung der hellenistischen Tradition nach Westeuropa keine Rolle. Hingegen hat das Christentum neben dem antiken Gedankengut eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der modernen Gesellschaft (von der moderne Wissenschaft ein Teil ist) gespielt, wie dieses Zitat eines chinesischen Gelehrten der Gegenwart bestätigt (das Zitat stammt ursprünglich aus Aikmans "Jesus in Beijing: How Christianity is Transforming China and Changing the Global Balance of Power" wobei ich es in Starks "The Victory of Reason" gefunden habe):

"One of the things we were asked to look into was what accounted for the success, in fact, the pre-eminence of the West all over the world. We studied everything we could from the historical, political, economic, and cultural perspective. At first, we thougth it was because you had more powerful guns than we had. Then we thought it was becasue you had the best political system. Next we focused on your economic system. But in the past twenty years, we have realized that hte heart of your culture is your religion: Christianity. That is why the West is so powerful. The Christian moral foundation of social and cultural life was what made possible the emergence of capitalism and then the successful transition to democratic politics. We don't have any doubt about this."

Während also der typische muslimische Rechtsgelehrte die Kausalität des Universums nicht anerkennt (in Tat und Wahrheit kennt der sunnitische Islam nicht einmal den freien Willen des Menschen an!) und alles darin durch Allahs Willen und somit unvorhersehbar und unbegreifbar geschieht, konnten christliche Theologen und Philosophen nahezu ungestört von ihrer Religion die Grundlagen für die modernen Wissenschaften legen, welche durch die von der Kirche gegründeten Universitäten getragen wurde (eindrucksvoll und tiefgehend beschrieben in "The Foundations of Modern Science in the Middle Ages").

In Tat und Wahrheit führten Wissenschaft und Philosophie in der islamischen Kultur im Gegensatz zum Westen also nie mehr als ein permanent bedrohtes Exotenleben, die ihr Leben aushauchten, sobald die Christen immer mehr zur Minderheit gerieten und ihre Wissen und ihre Fähigkeiten durch einen immer orthodoxer werdenden Islam, welche das kausale Wesen des Universums leugnet, blockiert wurden.

Hier ein vielsagendes Zitat von Seite 82 des Buches "Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel":

"Die aus politischer wie administrativer Notwendigkeit arabisierten christlichen Gelehrten vollbrachten mit der Übertragung wissenschaftlicher und philosophischer Titel griechisch-antiker Autoren tatsächlich ein inhaltlich weit gespanntes übersetzerisches Werk, das sie zum Teil auch noch beträchtlich erweiterten. Obwohl diese Gelehrten zunächst nur für ihre eigenen Zwecke kommentierten, verbreitete sich klassisch-griechisches Gedankengut in alt-syrischen Texten weiter, bevor es sich in einer riesigen Übersetzungslawine in die arabische Sprache auflöste und bei dieser Gelegenheit erst das notwendige wissenschaftliche Vokabular entstand. Mindestens drei Jahrhunderte lang, vom 7. bis zum 10. Jahrhundert war die "arabisch-muslimische Wissenschaft" nichts anderes als - von Inhalt und Inspiration her gesehen - griechische Wissenschaft, die über das Alt-Syrische schliesslich auf Arabisch vorlag. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Der muslimische Osten verdankt fast alles dem christlich besiedelten Vorderen Orient. Und gerade diese Tatsache wird heute in der muslimischen wie in der europäischen Welt häufig und gerne verschwiegen."

Unbedingte Leseempfehlung also für alle, welche die politisch korrekten Lobreden auf "islamische Wissenschaft", der wir Europäer angeblich so viel verdanken würden, einmal kritischer hinterfragen wollen!

Mittwoch, 14. März 2012

Antwort auf Gaywests Kritik am alten, gelben Forum

Adrian von Gaywest schrieb zum Thread "Schwul und rechts" des alten, gelben Forums einen bösen Kommentar über jenes (unter anderem bezeichnete er das alte gelbe Forum als "Müllhalde der Männerrechtsbewegung") und übertrug seine Schlüsse aus diesem Thread auf das gesamte Forum mit all seinen verschiedenen Schreiberlingen. Unter anderem ging er auch auf meine Position zu Homosexuellen ein und zitierte dazu Ausschnitte aus einem Kommentar meinerseits aus jenem Thread.

Ich habe die folgende Entgegnung bei Adrian hinterlassen:

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Hättest du meinen Kommentar komplett und im Kontext zitiert, wäre klar geworden, dass ich einerseits Homosexualität nicht als "Störung" betrachte, sondern im Gegenteil diese Sichtweise (die von "Bero") ablehne und andererseits, dass ich das Adoptionsverbot für Homosexuelle nicht ablehne, weil sie schwul sind, sondern weil das Kindeswohl Mann UND Frau braucht (wissenschaftlicher Konsens). Daraus leite ich für mich auch ab, dass Alleinerziehende auch keine Kinder adoptieren sollten. Du siehst, dass Adoptionsverbot hängt nicht an der Homosexualität, sondern am Kindeswohl.

Auch die Kritik an der Beschränkung der Ehe ist daneben, denn eine eingetragene Partnerschaft mit ähnlicher Rechtsfunktion sollte da genügen - denn die Ehe ist primär zur Kinderzeugung dar, was auch heterosexuellen Menschen wieder klar gemacht werden sollte (auch darauf wies ich hin). Auch hier handelt es sich nicht um eine "gegen Homosexuelle" gerichtete Position, sondern um eine generelle Hebung der Standards im Ehebereich für Homo- und Heterosexuelle.

Du verstehst eine privat ausgelebte Homosexualität auch als zu negativ. Vielmehr meinte ich damit, dass Homosexualität genauso mässigend ausgelebt werden soll, wie Heterosexualität - auch diese wird in der Öffentlichkeit nicht allen penetrant unter die Nase gerieben. Und vor allem sehe ich ein privates Ausleben darin, dass man nicht versucht, mit Hilfe einer Geschlechterpolitik anderen eine sexuelle Orientierung (sei dies homo- oder heterosexuell, aber ferner auch genderistische Konzepte) aufzudrängen - wenn zwei Schwule sich auf einer Bank im Park knutschen, dann geht für mich persönlich nicht die Welt unter. Schreit ja auch niemand, wenn das Frau und Mann machen ...

Dass einige Schreiberlinge im alten gelben Forum was gegen Schwule haben, war ja schon hinlänglich bekannt und ich versuche da auch mässigend einzugreifen. Doch einerseits sind dort bei weitem nicht alle gegen Schwule und andererseits kann man aus einem einzigen Forum nicht auf die gesamte Männerrechtsbewegung schliessen.

Aber es ist natürlich dir überlassen, ob du diese Fakten anerkennen willst oder nicht - ein gegenseitiges sich Annähern braucht schliesslich auch gegenseitige Rücksichtnahme auf die Eigenheiten beider Seiten und Geduld.

Von dem her bleibe ich optimistisch.

Maskulistische Grüsse,
Manifold

Die Söhne von Perseus

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Selbstverständlich stelle ich nicht in Abrede, dass es Leute in dem Forum gibt, die was gegen Schwule haben. Aber einerseits sind nicht alle im gelben Forum so und andererseits muss man auch damit leben, dass einen nie alle Leute gern haben werden - Linke und Hoffmann-Jünger mögen mich auch nicht und wir schreiben dennoch im gleichen Forum und engagieren uns dennoch in der gleichen Bewegung. Vielleicht wäre es an der Zeit über einen allgemeinen Abbau an Überempfindlichkeiten auf beiden Seiten zum Wohle aller nachzudenken.

Dienstag, 13. März 2012

Welt Online: "Frauen schlagen häufiger"

Gerade habe ich auf Welt Online diesen hervorragenden Artikel zu häuslicher Gewalt gefunden, in dem systemtisch mit dem feministischen Klischeebild des allein männlichen Täters und des allein weiblichen Opfers im Bereich der häuslichen Gewalt aufgeräumt wird. Das, worauf Männerrechtler, Maskulisten und Antifeministen schon seit Jahren immer wieder hingewiesen haben, sickert nun also endgültig in den medialen Mainstream hinein.

Zu diesem Artikel passt gut der folgende Bericht, in dem beschrieben wird, dass Jungen häufiger als Mädchen von ihren "Müttern und Vätern" (steht so im Artikel!) geschlagen werden. Beide Artikel habe ich durch den Maskulisten Müller im alten, gelben Forum gefunden und ich hielt sie für so wertvoll, dass ich gleich hier mal darauf hinweise.

Unbedingte Leseempfehlung!

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Frauen schlagen häufiger

Wenn es um Gewalt in der Familie geht, gelten ausschließlich die Männer als Täter. Dabei zeichnen alle Studien ein ganz anderes Bild

Gewalt in Partnerschaften, Ehen und Familien ist ein großes gesellschaftliches Problem. Besonders die Gewalt gegen Kinder, deren Folgen nicht bearbeitet werden, hat nachweislich die unheilvolle Konsequenz, dass sie wie ein psychologisches Erbe an die nächste Generation weitergegeben wird. Ob diese Vererbung stattfinden kann, hängt von der Bereitschaft der Gesellschaft ab, den Tatsachen der Gewalttätigkeit ins Auge zu sehen. Wissen wir, wer wen wie oft und wie heftig und aus welchen Gründen schlägt? Wir könnten es wissen und sinnvolle politische Maßnahmen daraus herleiten, denn der Reichtum an Forschungsergebnissen ist schier unendlich. Aber weil Gewalt in Partnerschaften von den meisten als beschämend und gegenüber Kindern als Versagen erlebt wird, finden Forschungsergebnisse, die uns weiterbringen, nur schwer Eingang in den öffentlichen Diskurs. Wir reden zwar seit mehr als 20 Jahren über Gewalt, aber hauptsächlich unter der entlastenden Perspektive, dass ausschließlich Männer gewalttätig seien, dass Gewalt von Frauen gegen den Partner wie die Kinder davon ausgenommen sei. Vielmehr ist es zum beliebten Ritual geworden, Frauen und Kinder als eine ungeteilte Gemeinschaft von Geschädigten oder in der üblich gewordenen Redeweise als Opfer männlicher Gewalt zu beschreiben.

Allerdings hat diese Sicht vor dem Blick der empirischen Wissenschaft keinen Bestand. Es handelt sich vielmehr um eine Wunschvorstellung, die gänzlich im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Wissenschaft steht. Der gewalttätige Alltag von Partnern sieht ganz anders aus. Eigentlich könnten wir das seit 1975 wissen, als der Senior der empirischen Gewaltforschung, Murray L. Straus, mit Kollegen seine erste Studie dazu vorlegte. Er war ausgezogen, das Übergewicht männlicher Gewalttätigkeit einmal exakt zu erforschen. Und zu seinem Erstaunen fand er etwas ganz anderes heraus: 12 Prozent der Männer und 11,6 Prozent der Frauen sind familiär gewalttätig. Schwer gewalttätig sind 4,6 Prozent der Frauen und 3,8 Prozent der Männer. Inzwischen haben mehr als 200 Studien vor allem aus den USA und Kanada diesen Sachverhalt bestätigt und ausdifferenziert.

Wir müssen deshalb von einer symmetrischen Verteilung von Gewalttätigkeit in Ehen und Partnerschaften ausgehen, wenn wir gesundheitspolitische Lösungen dafür finden wollen. Alles andere ist ein Irrweg und würde niemandem helfen. Woran es gelegen hat, dass diese eindeutigen Studien über mehr als 20 Jahre das Licht der Öffentlichkeit nicht erblicken konnten, ist eine machtpolitisch wie sozialpsychologisch äußerst interessante Frage. Eine erste Antwort ist sicher, dass es gesellschaftspolitisch, aber auch für die Beziehungen von Männern und Frauen, immer bequemer ist, wenn es festgelegte Schuldzuweisungen gibt. Zumal wenn sie in der Beziehung dann nicht mehr geklärt werden müssen, weil die Schuld der Männer bereits Bestandteil der öffentlichen Meinung ist. Das beschreibt mehr oder weniger die augenblicklichen Verhältnisse.

Alle Studien belegen aber, dass Gewalt nichts typisch Männliches ist, sondern dass Frauen wie Männer in Konflikten irgendwann mit Worten nicht mehr weiterkommen und stattdessen die Fäuste sprechen lassen. Dem entsprechen in der Kategorie der leichten Gewalt das Werfen mit Gegenständen, leichte Schläge, heiße Flüssigkeiten, Schubsen, Tritte gegen das Bein. Und in der Kategorie der schweren Gewalt sind es Angriffe mit Messern, Schlagen, Würgen, Boxen mit der Absicht, den anderen körperlich zu verletzen etc. Auch in der Unterscheidung von schweren und leichten Gewaltformen besteht zwischen Männern und Frauen Symmetrie - eben kein Unterschied.

In einer der jüngeren repräsentativen Studien (aus den mehr als 200 erwähnten) des Center for Disease Control and Prevention in Atlanta, veröffentlicht im Mai 2007 im "American Journal of Public Health", wird dokumentiert, dass in fast 24 Prozent aller Partnerschaften und Ehen es zu irgendeiner Form von Gewalt kommt. In 50 Prozent der Fälle geht die Gewalt nur von einem Partner aus. In der anderen Hälfte werden beide gemeinsam gewalttätig. Unter den 50 Prozent mit einem Alleinverursacher sind 70 Prozent Frauen. Auch die 32-Nationen-Studie unter Studenten an 68 Universitäten von Murray A. Straus von der New Hampshire University kommt zu ähnlichen Resultaten. Während der letzten zwölf Monate hatte fast ein Drittel der männlichen wie weiblichen Studenten - immer nach deren eigenen Angaben - den Partner körperlich attackiert. Die größte Häufigkeit entfiel auf gemeinsam begonnene Gewalt. Gefolgt von Gewalt von weiblichen Studenten.

Männer, die mit Gewalt beginnen, stellen demnach - gänzlich gegen die gängige Meinung - die kleinste Gruppe dar. Auch die Motive, die Gewalt auslösen, sind symmetrisch verteilt. Sie sind ausgesprochen vielfältig und immer in die Paardynamik eingebettet. Anlässe wie Ärger, Eifersucht, Kränkung und Untreue (Fremdgehen) können Auslöser für gewalttätige Sprachlosigkeit sein.

Einer der großen Risikofaktoren ist der Wunsch eines Partners, den anderen zu dominieren. Aber auch hier ist der Anteil von Männern und Frauen gleich. Partnerschaften, die egalitär sind und viele Gemeinsamkeiten kennen, sind im Gegensatz zu hierarchisch strukturierten Beziehungen, wo jeder seinen eigenen Machtbereich - Beruf versus Familie - umsichtig verteidigt, weniger vom Wechsel von Sprache zur sprachlosen Gewalt gekennzeichnet. Die Behauptung, dass allein Männer gewalttätig seien, weil sie meinten, dass das Patriarchat ihnen dazu alles Recht der Welt gäbe, lässt sich statistisch ebenso wenig bestätigen. In einer Studie haben nur fünf Prozent der Männer eine solche Selbstverständlichkeit bejaht. Ähnliche Befragungen über Frauen wurden bislang nicht durchgeführt.

Diese Daten legen bereits nahe, dass alle staatlichen Gewaltschutzprogramme für Frauen und Kinder, und nur solche gibt es, auf Annahmen beruhen, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten. Die Finanzierung einschlägiger Einrichtungen lässt sich demnach nicht legitimieren. Zumal Gewalt in Familien von Vater und Mutter an ihren Kindern ebenfalls keine männliche Alleintäterschaft kennt. Vielmehr schlagen Mütter ihre Kinder sogar häufiger als Väter. Sowohl was leichte Schläge wie schwere Züchtigungen angeht. Ob die durchschnittlich größere gemeinsam verbrachte Zeit der Mutter mit ihren Kindern eine tragfähige Erklärung dafür ist, sei dahingestellt. Da vielen Frauen das Schlagen unmütterlich dünkt, sie aber an der Notwendigkeit der körperlichen Züchtigung festhalten, delegieren sie nach einem alten Brauch das Schlagen an den Vater. Der vollstreckt dann gehorsam, was von ihm im Anschluss an den Arbeitstag erwartet wird. Die Schriftsteller Peter Weiss und Lara Cardella haben die unterschiedlichen Varianten dieser Bestrafungen in ihren biografischen Notizen sorgfältig beschrieben. In meiner Forschung über das Verhältnis von Söhnen zu ihren Müttern berichteten 40 Prozent der Männer von dieser traditionellen Arbeitsteilung zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter.

Was aber können jenseits von nüchternen Zahlen partnerschaftliche Situationen sein, aus denen Gewalthandlungen entstehen? Die Vielfältigkeit ist nur schwer zu systematisieren, wie die Beispiele zeigen. So schlägt eine Frau zu, weil ihr Mann ihre Autorität vor den Kindern untergräbt. Eine andere schlägt ihrem Freund ins Gesicht, weil der Sexualakt ihre Erwartungen nicht erfüllte oder weil der Ehemann kein Beziehungsgespräch spät abends führen will. Ein Ehemann gibt seiner Frau am Familientisch eine Ohrfeige, weil die Suppe ihm zu dünn ist oder die Frau seinen Anweisungen nicht folgt oder sie die Kinder nicht im Park spielen ließ oder zu teuer eingekauft hatte. Und ebenso ist die Untreue ein häufiger Anlass trotz libertinärer Sexualmoral. Mit Sicherheit geht es immer um das Gefühl, gekränkt, missachtet und ärgerlich zu sein - letztlich um Beschämung. Und die macht in aller Regel kaum jemanden redselig.

Gewaltepisoden geschehen durchaus auch öfters. Meine Forschung mit Scheidungsvätern zeigte, dass Schläge unter früher bereits gelegentlich sich Schlagenden sich dann häufen. Die geschiedenen Männer nannten zu 60 Prozent ihre ehemalige Partnerin oder Ehefrau als die allein Schlagende. Allerdings fehlen Vergleichszahlen aus der Sicht geschiedener Frauen. Dann wiederum gibt es Beziehungen, in denen Gewaltepisoden regelmäßig auftreten und Teil des Alltags sind und der Versöhnung stiftenden sexuellen Vereinigung regelmäßig vorausgehen. Keiner der beiden beschuldigt den anderen oder sucht Abhilfe beim Psychotherapeuten oder der Polizei.

Solange das Feindbild vom allein gewalttätigen Mann noch Öffentlichkeit und Medien beherrscht, solange werden wir bei der Lösung des gesellschaftlichen Problems gewalttätiger Ehen, Partnerschaften und Familien nicht vorankommen. Feindbilder blockieren zumal die Sensibilisierung der Wahrnehmung. Wir brauchen eine informierte Öffentlichkeit und hoch qualifizierte Professionelle, die vor dem Hintergrund symmetrisch verteilter Gewalt Männern, Frauen und Kindern helfen, sich aus ihrer sprachlosen Destruktivität zu befreien, um sich im Gespräch wieder zu verständigen. Unterlassen wir das, so werden wir der Ausbreitung einer Kultur der sprachlosen Gewalt in Beziehungen und Familien Vorschub leisten.

Der Autor ist Gründer des Instituts für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. 2011 erscheint sein Buch: "Bitte nicht schlagen! Gewalt in Partnerschaften und Familien".

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Samstag, 3. März 2012

Aufruf zum Mitmachen - Dienstaufsichtsbeschwerde wegen inkompetentem Gutachter

Gerade hat mich folgendes Mail erreicht:

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Liebe Interessenten

Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse in einer
Justizangelegenheit, welche uns alle direkt oder indirekt betrifft.

Der 3. Senat für Familiensachen des Brandenburgischen Oberlandesgerichts
hat jahrelang in Familienangelegenheiten, speziell in Kindschaftssachen
einen selbst kinderlosen psychologischen Sachverständigen bestellt,
dessen Sachkunde mehr als zweifelhaft ist. Trotz zahlreicher
Stellungnahmen, geradezu Warnungen anderer Psychologen zur mangelhaften
Qualität dieser Gutachten avancierte der Sachverständige zum
Hausgutachter des 3. Senats für Familiensachen, welcher als über jeden
Zweifel "erhaben" galt. In Zusammenarbeit mit diesem Gutachter hat der
3. Familiensenat unsägliches Leid über viele Familien und Kinder gebracht.

Dass dieser Gutachter vor den selben 3. Senat für Familiensachen bei der
kritischen Befragung zu einem seiner Gutachen in Tränen ausgebrochen
sein soll mutet nicht minder merkwürdig an, wie die bundesweit
einzigartige "Sonderrechtssprechung" des Senats gegen das Gesetz und die
Meinung aller Juristen des Landes: Ein Sachverständiger sei in
Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, also auch
Kindschaftssachen, selbst bei offenkundiger Parteilichkeit, nicht ablehnbar.

Dies passt in das Bild einer merkwürdigen Protektion des
Sachverständigen, ebenso wie das Abwürgen jeglicher Kritik.

Als eines der Opfer dieses Sachverständigen und Mitglied einer Gruppe,
welche in der RTL-Sendung vom 22.02.2012 "Punkt 12" bezüglich des
Gutachters und der Praxis der Familiengerichte zu Wort kam,

siehe YouTube:
http://www.youtube.com/watch?v=YWGFNxcJFQE

habe ich mir erlaubt beim Präsidenten des Brandenburgischen
Oberlandesgerichts Konsequenzen für die Richter des 3. Familiensenats
einzufordern.

Der 3. Familiensenat steht hier beispielhaft für ein marodes System.
Kein anderer so hoher Spruchkörper der Republik hat sich in
beispielloser Arroganz jahrelang so fehlverhalten. Das hat es seit
Görgülü nicht mehr gegeben. Er ist bestens geeignet für ein zu
statuierendes Exempel, dass die (Familien-)Richterschaft landauf-landab
aufhorchen lassen würde. Dann werden es sich die Damen und Herren in der
Robe in Zukunft 3x überlegen wie sie sich benehmen und mit Menschen
umgehen. Denn mein Beispiel könnte Schule machen.

Ich habe eine Dienstaufsichtsbeschwerde angestoßen, die ich als eine
gemeinschaftliche Beschwerde mit Signalwirkung aller Bürger der Republik
(nicht nur Eltern oder direkt vom diesem Sachverständigen oder der
Familiengerichtsbarkeit Betroffenen), welche auf eine vertrauenswürdige,
funktionierende Justiz bauen wollen verstanden haben möchte.

Ich bitte Sie daher um rege und interessierte Unterstützung. Es ist in
in unser aller Interesse. Es kann jeden treffen. Zerstörte Kinderseelen,
die als Erwachsene dann auf Abwegen geraten können auch eingefleischte
Singles und Kinderlose betreffen.

Meine am 29.02.2012 dem Präsidenten des Brandenburgischen
Oberlandesgericht eingereichte Dienstaufsichtsbeschwerde, sowie ein
herunterladbares und ergänzungsfähiges Muster zu deren
gemeinschaftlichen Unterstützung gemäß Artikel 17 Grundgesetz finden Sie
unter unten angeführtem Link:


https://www.disk.dsl.o2online.de/FYjfWQJ/Dokumente/Dienstaufsichtsbeschwerde%203.%20Senat/?a=nzIyxAJSZQA

Die im Text erwähnten Anlagen befinden sich auch dort, für sehr
Detail-Interessierte.

Die Initiative lebt vom Mitmachen. Also, verteilen, verteilen,
verteilen. Wenn das Fax des OLG heiß läuft und der Briefkasten
überquillt, werden vielleicht die Richter des Landes merken, wie sie im
Volk ankommen, wird die Presse und TV vielleicht mal nachfragen, was los
ist.


Die Aktion lebt auch von der Geschwindigkeit und Masse. Fax sticht
Brief. Bei Familienbeteiligung jede einzelne Person, ein Schriftstück.

Viele Grüße

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