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Samstag, 26. Mai 2012

Wissenschaftliche Kritik am Sprachfeminismus der Luise F. Pusch aus dem Jahr 1991

Bei meinen Recherchen bin ich auf diesen Blogartikel gestossen, welcher den rachsüchtigen Charakter des Sprachfeminismus kritisiert. Soweit nicht weiter speziell. Allerdings hat der Autor in seinem Eintrag eine ausführliche, wissenschaftliche Kritik am Werk der Feministin Luise F. Pusch erwähnt, aus der er lediglich noch ein kurzes Zitat zur Verfügung hatte. Den Rest des Textes konnte er im Internet nicht mehr finden. Da die Bekämpfung des Sprachfeminismus auch für uns ein wichtiges Thema ist, habe ich mich nichtsdestotrotz auf die Suche gemacht und konnte über Umwegen den vollständigen Text doch noch finden.

Wir haben nun also einen feminismuskritischen Text vor uns, welcher über 20 Jahre alt ist und mit den sprachfeministischen Thesen von damals, welche heute die Grundlage für die heute weitverbreitenen Floskeln des "Gendersprech", dem Binnen-I, etc. bilden. Ich kann jedem die Lektüre nur empfehlen.

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Die neue Frauensprache
Über die sprachliche Apartheid der Geschlechter
Von Dagmar Lorenz

Erstmals erschienen in: "Muttersprache. Zeitschrift zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache". Heft 3, Sept. 1991. Hg.:Gesellschaft für deutsche Sprache, Wbn.
Zitiert nach Morgenwelt, April 1999

Vorbei scheinen die Zeiten, da die Lehrer ihren Schülern Deutschunterricht erteilten, die Firmenchefs nach geeigneten Stellenbewerbern suchten, der Kunde König war und man im übrigen Gott einen guten Mann sein ließ.

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, das Sprechen und Schreiben ist um mehrere Grade komplizierter geworden. Will man nämlich der jüngsten Entwicklungstendenz in der deutschen Sprache Rechnung tragen, so müßte der Eingangssatz dieses Aufsatzes etwa lauten wie folgt:

"Vorbei scheinen die Zeiten, da die LehrerInnen ihren Schülerinnen und Schülern Deutschunterricht erteilten, die Firmenchefinnen und -chefs nach geeigneten StellenbewerberInnen suchten, die Kundin Königin war und frau/man Göttin eine gute Frau sein ließ."

Der modifizierte Satz mag parodistisch wirken, hypothetisch ist er keineswegs. Seine Bestandteile inclusive der eigenwilligen Wortversionen haben längst Eingang in den öffentlichen Diskurs gefunden. Politiker, die sich ans Wahlvolk wenden, adressieren ihre Reden nicht mehr an die lieben Wähler, sondern an die Wählerinnen und Wähler. Renommierte Großunternehmen und kommunale Verwaltungsinstitutionen gleichermaßen, bedienen sich in ihren Stellenanzeigen wahlweise der geschlechtsanzeigenden Doppelform (Lehrer/innen) oder des großgeschriebenen Buchstabens in der Wortmitte (LehrerInnen). Auch die Zeitungssprache hat sich dem neuen Trend inzwischen verschrieben und selbst in der Netzwelt erkennt man den feministisch korrekten E-Mail-Verfasser am zwischengeschalteten Großbuchstaben "I".
Aber: ist die feministische Mode wirklich so korrekt, wie es uns die Korrekten (fast) aller Medien glauben machen wollen? Wäre es nicht sogar möglich, daß der Furor unserer SprachverbesserInnen schlicht auf einem Irrtum beruht?
Genus oder Sexus?

Kehren wir noch einmal zurück zu unserem anfänglich zitierten Beispielsatz. Er enthält eine Vielzahl sogenannter "generischer Maskulina", die sich auf Personen- bzw. Berufsbezeichnungen beziehen ("Lehrer", "Schüler", "Stellenbewerber", etc.). Den in unserem Zusammenhang interessierenden Lexemen kommt dabei generalisierender, bzw. neutraler Charakter zu. Sie geben lediglich Auskunft über die Berufszugehörigkeit bzw. Status ("Stellenbewerber") einer Personengruppe, sagen jedoch nichts über das "Mischungsverhältnis" der in ihr vertretenen Männer oder Frauen aus: wenn z.B. "Lehrer" ihre "Schüler" unterrichten, so mag die Äußerung sich auf Lehrer, bzw. Schüler ausschließlich männlichen Geschlechtes oder auf Personen weiblichen und männlichen Geschlechtes beziehen - Linguisten bemühen hier die Formel vom "zweifachen Referenzpotential". (1)

Entscheidend dabei ist, daß über das Geschlecht der Lehrer und Schüler nichts ausgesagt wird, ja daß die Geschlechtszugehörigkeit in diesem Zusammenhang keine Rolle spielt. Da zudem in unserem Kulturkreis sowohl Frauen, als auch Männer beruflich als Lehrer tätig sind, da es darüber hinaus auch meist üblich ist, daß Schüler beiderlei Geschlechts gemeinsam unterrichtet werden, so kann man durchaus davon ausgehen, daß das "generische Maskulinum" "Lehrer" eher als generalisierendes Neutrum, denn als "männlichkeitsanzeigendes" Lexem verstanden wird.

An diesem Punkte nun, setzt die Kritik der feministischen Linguisten ein. Ausgehend von der Prämisse, daß das "Genus" (also das "grammatische Geschlecht") mit dem "Sexus" (dem "natürlichen Geschlecht") gleichzusetzen sei, sprechen sie dem "generischen Maskulinum" jede objektivierende Funktion ab.
Folgt man den Thesen der feministischen Sprachwissenschaftlerinnen Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötz, so folgt aus der Tatsache, daß allein die "maskulinen" Formen geschlechtsübergreifend verwendbar sind, der "sexistische" Charakter dieser Formen und mithin der "frauenfeindliche" Charakter der deutschen Sprache überhaupt. In ihrem Buch: Das Deutsche als Männersprache vertritt Luise F. Pusch folgende These:

Das deutsche Sprachsystem z.B. mit seinen im Bereich der Berufs- und sonstigen Personenbezeichnungen ausschließlich maskulinen "Archilexemen" enthält (...) aufgrund seiner semantischen Struktur für Männer mehr Chancen des Gemeintseins und damit des Identifiziertwerdens als für Frauen. (2)

Feministische Grammatik: weibliche Langform contra männliche Schwundform
Die vermeintliche Notwendigkeit einer "Feminisierung" der deutschen Sprache wird mit scheinwissenschaftlicher Rhetorik behauptet. So beispielsweise plädiert Luise F. Pusch für den Ersatz der "Maskulina" durch "Feminina", indem sie ein herbeiphantasiertes "Strukturgesetz" bemüht, wonach "das schöne lange Femininum" eine "Grundform" sei, "das kurze, quasi abgehackte Maskulinum" dagegen eine "Schwundform" darstelle.(3)
Auch biologistische Begründungen müssen für diese These herhalten. Der Mann, so Luise Pusch, sei als das sekundäre Geschlecht, als eine Abweichung des weiblichen Bauplans zu betrachten und verdiene daher eine sprachliche Benachteiligung.(4) Die wahren Beweggründe für die geplante "Feminisierung" der Sprache indes, spiegelt das sogenannte "Gerechtigkeits-Argument" wider. Die Sprache, so die Autorin, solle dazu beitragen, eine Art von "kompensatorischer Gerechtigkeit" zu befördern:

Es besteht kein Zweifel daran, daß die Frau sprachlich (natürlich auch in jeder anderen Hinsicht) extrem benachteiligt ist. Was ihr zusteht und was sie braucht, ist nicht Gleich- sondern Besserbehandlung, kompensatorische Gerechtigkeit, (...). Es wird ihm (erg.: "dem Mann") guttun, es im eigenen Gemüt zu erleben, wie es sich anfühlt, mitgemeint zu sein, sprachlich dem anderen Geschlecht zugezählt zu werden, diesen ständigen Identitätsverlust hinzunehmen.(5)

Dieses Zitat drückt es klar und deutlich aus: die von Pusch anvisierte "Feminisierung" der Sprache beruht allein auf der Absicht, Rache am männlichen Geschlecht zu üben. Aber: sollen wir deshalb fortan das Schreiben und Sprechen als Racheakte betreiben?

Die Sprache der feministischen Ideologie
Es sei hier konzediert: eine sachliche Auseinandersetzung mit den radikalfeministischen Thesen von Luise F. Pusch erweist sich als ein recht schwieriges Unterfangen. Die in den Veröffentlichungen der Linguistin Pusch vertretenen Positionen beanspruchen den Rang von Wissenschaftlichkeit, erweisen sich aber in Wahrheit als polemische Sarkasmen, die jede rationale, argumentative Begründung vermissen lassen.
Es ist mitnichten eine Sprache der Kritik, die Pusch in ihren Ausführungen bemüht. Gegen die von ihr bevorzugte Darstellungsmethode der ironischen Glossierung wäre an und für sich nichts einzuwenden, diente sie lediglich als anschauliche Verdeutlichung des argumentativ begründeten Gemeinten. Bei Pusch indes, wird die Glosse selbst in den Rang eines Argumentes erhoben. Dort, wo ernsthafte Erörterungen am Platze wären - im Sachaufsatz nämlich, - wird mit mehr oder weniger gesuchten Wortspielereien jongliert. Das Spiel ersetzt die rationale Argumentation, die doch eigentlich seine Grundlage bilden sollte.

Die klassische Rhetorik unterscheidet zwei Ebenen der Argumentation: die "argumentatio ad rem" diskutiert die jeweiligen Ansichten eines vorgegebenen Themas. Die "argumentatio ad hominem" dagegen, richtet ihren Angriff auf die Person des gegnerischen Redners selbst. Die letztere Methode läßt jede Fairneß vermissen, hat sich jedoch zu allen Zeiten als ungleich wirkungsvoller und bequemer erwiesen. Es ist just diese Methode, die in den von uns genannten Schriften bedenkliche Triumphe feiert. Der Furor gegen ein schimärenhaftes "Männer"-Kollektivum appelliert an emotionale Prägungen, nicht an das rationale Erkenntnisvermögen des Publikums.

Die Sprache der Sprachwissenschaftlerin Pusch ist diskriminierend statt differenzierend. Eine Wissenschaftlerin, die ihr Publikum mit der Frage konfrontiert: Wie können wir aus Männersprachen humane Sprachen machen? muß sich den Vorwurf der Geschlechterdiskriminierung gefallen lassen!
Aus der zitierten Frage läßt sich entnehmen, daß, nach Pusch, die Sprache, da sie von Männern gesprochen wird, nicht mehr den Rang des Menschlichen beanspruchen kann. Folglich plädiert sie für eine "Totale Feminisierung" jener "männlich geprägten" Sprache.

Das Totalitäre an der "totalen Feminisierung"
Was also bedeutet die Forderung nach totaler Feminisierung?
Um möglichen Mißverständnissen vorzubeugen, sei bemerkt, daß es sich dabei nicht allein darum handelt, das generische Maskulinum durch die geschlechtsbezogene Trennung in weibliche und männliche Personenbezeichnungen zu ersetzen. Die von uns anfangs genannten Anreden ("Wählerinnen und Wähler" statt: "Wähler" oder auch die Schreibweise: "WählerInnen") werden von der radikalfeministischen Sprachkritik lediglich als partielle Feminisierung begriffen.(6)

Luise F. Pusch hingegen, nennt in ihren Büchern weitaus radikalere Möglichkeiten einer Entpatrifizierung der deutschen Sprache.(7) Ihr Vorschlag, das generische Maskulinum durch ein umfassendes Femininum zu ersetzen ("Lehrerinnen", statt "Lehrer" oder: "Lehrerinnen und Lehrer"), umfaßt gleichzeitig die Feminisierung der Pronomina, sowie den Ersatz der Super-Maskulina "man" und "jedermann" durch "frau" und "jedefrau".(8)

Die Folgen solcher "Feminisierungen", seien sie nun "partieller" oder "totaler" Art, erschließen sich bereits aus dem von uns anfangs zitierten Beispielsatz. Während die traditionelle Form des "generischen Maskulinums" in der von uns angedeuteten Weise im Verlaufe der Zeiten eine Entwicklung hin zur abstrahierenden Wortbedeutung durchlaufen hat, fällt die sogenannte "Feminisierung" hinter diese historische Entwicklung weit zurück. Sie nämlich verweist wieder auf jene Bedeutung - das natürliche (nicht das generische) Geschlecht - , von der ja in bestimmten Zusammenhängen gerade abstrahiert werden soll, um dem Gleichheitsprinzip Genüge zu tun. Wenn eine Politikerrede an "die Wähler" adressiert ist, so können sich sämtliche Wahlberechtigte (Männer und Frauen ab 18 Jahre) angesprochen fühlen. Das "generische Maskulinum" dieser Anrede signalisiert, daß das Geschlecht der Betreffenden in dem erwähnten Zusammenhang unwesentlich ist: bedeutsam ist eben nicht die jeweilige biologisch-geschlechtliche Beschaffenheit des Betreffenden, sondern das Recht, durch Wahlentscheid die öffentlichen Angelegenheiten zu beeinflussen.

Anders hingegen verhält es sich mit der Anrede: "Wählerinnen und Wähler". Hier wird, um ein berühmtes Politikerwort zu paraphrasieren, getrennt, was doch spätestens seit 1918 - als das allgemeine Wahlrecht Frauen und Männern zugestanden wurde - zusammengehört.
Eine persönliche Bemerkung sei hier gewagt. Der Verfasserin dieser Zeilen will es nicht recht einleuchten, warum sie sich nun eine gesonderte Anrede gefallen lassen muß. Zu den "Wählern", jenem praktischen Oberbegriff, der einst alle Wahlberechtigten ungeachtet ihres jeweiligen Geschlechtes umfaßte, darf sie sich nun nicht mehr zählen. Sie muß sich den "Wählerinnen" zugesellen, mit denen sie nichts als das in diesem Zusammenhang völlig irrelevante biologische Geschlecht gemein hat. Eine Art von sprachlicher Apartheid wird gleichsam über sie verhängt - wird dies Folgen auch für die soziale Existenz von uns allen haben?
Die unangemessene Hervorhebung des Geschlechtlichen ruft noch eine andere unangenehme Assoziation hervor: wenn gleichermaßen wahlberechtigten Männern und Frauen eine gesonderte Anrede, bzw. Bezeichnung zuteil wird, so liegt der Verdacht nahe, daß sie auch eine nach Geschlechtern getrennte Behandlung zu erwarten haben. Man wird in diesem Zusammenhang darauf zu achten haben, welches der Geschlechter an erster Stelle genannt wird. Wie aber auch immer die Priorität ausfallen möge: von sprachlicher Gleichberechtigung kann dann keine Rede mehr sein. Das "generische Maskulinum" besitzt nun einmal den unschätzbaren Vorteil, Gleichwertigkeit zu evozieren. Die Rede an "die Wähler" kann sich sowohl an "Wähler und Wählerinnen", als auch an "Wählerinnen und Wähler" richten. Verwendet man hingegen die nach Geschlechtern getrennte Formel, so kommt man nicht umhin, eines der Geschlechter an zweiter Stelle nennen zu müssen, eine Einteilung in "zuerst" und "danach" zu treffen.
Diese Tatsache allein, sollte den oben genannten Verfechterinnen einer "sprachlichen Gerechtigkeit" zu denken geben.

Eine unangemessene Hervorhebung des Geschlechtlichen findet überdies auch bei Anwendung des sogenannten feministischen I statt, wobei dieser Form der Nachteil zukommt, in der gesprochenen Sprache unbemerkt zu bleiben, im Schriftbild hingegen den Regeln deutscher Wortbildung zuwiderzulaufen.

Der Vorschlag, das "generische Maskulinum" einfach "umzudrehen" und in ein sexistisches Femininum zu verwandeln, beruht auf der oben bereits erwähnten unzulässigen Verwechslung von Sexus und Genus. Offensichtlich sind etwa männliche Lehrer nicht "mitgemeint", wenn von einer Gruppe "Lehrerinnen" die Rede ist.

Das Pronomen "man" ist nicht männlich
Ein Wort noch zu dem als Super-Maskulinum geschmähten Pronomen "man".
Die Tatsache, daß das Pronomen "man" keineswegs, wie von Pusch behauptet, gleichzusetzen ist mit dem Substantivum "Mann", belegt bereits ein deutsches Wörterbuch aus dem 18. Jahrhundert.

Johann Christoph Adelung, ein aufklärerischer Gelehrter abseits aller Feminismusdebatten, verweist im dritten Band seines "grammatisch-kritischen" Wörterbuches auf die geschlechtsunabhängige Funktion des Pronomens "man", das er definiert als:

unbestimmtes Fürwort, welches nur allein conjunctive mit der dritten einfachen Person eines Zeitwortes gebraucht wird. Es bestimmt von dem Subjecte, welches es ausdrückt, weiter nichts, als daß solches zum menschlichen Geschlechte gehöre, ohne übrigens die Zahl, das Geschlecht, oder sonst einen anderen Umstand auszudrücken.

Und weiter heißt es bei Adelung:

Man ist wirklich ein persönliches Fürwort, aber ein sehr unbestimmtes, welches die Zahl, das Geschlecht und übrigen Verhältnisse der handelnden Personen unentschieden lässet, aber doch immer etwas Persönliches bedeutet. (9)

Das Grimmsche Wörterbuch nennt als Synonyma "Menschen", "Leute" und verweist darüber hinaus auf literarische Belegstellen bei Goethe, Schiller und Lessing, wo das Pronomen "man" ausdrücklich auch auf weibliche Figuren gemünzt wird.(10)

Die literarischen Belege (11) verweisen auf ein anderes Argument, das über den eigentlich linguistischen Anlaß hinausweist. Die Verwendung des generischen Maskulinums, der Gebrauch des Pronomens "man", bzw. "jedermann", die Verwendung überlieferter Sprichwörter oder Sprachfloskeln (der kleine Mann, der Mann auf der Straße, etc.) sind Teil unserer kulturellen Tradition, sind Teil einer Sprache, die von Männern und Frauen gleichermaßen geprägt, überliefert und rezipiert wurde und wird.

Luise F. Pusch hingegen fordert die Eliminierung dieser Tradition. Die Schillersche Maxime: alle Menschen werden Brüder, soll qua administrativer Maßnahme umgewandelt werden in die total-totalitäre Sprachregelung eines ideologisch verstandenen Feminismus und demnach lauten: alle Menschen werden Schwestern.(12)

Derartige Forderungen erinnern in fataler Weise an die Orwellsche Schreckensvision von einer staatlich gelenkten Sprachregelung, die den Rekurs der Sprechenden auf sprachgeschichtlich Gewordenes nicht zuläßt. Die feministische Umwandlung der literarischen Tradition post festum, welche Luise F. Pusch mit dem Furor des Zensors fordert, würde demnach nicht nur die von ihr gehaßten männlichen Autoren betreffen. Auch die Texte sämtlicher weiblicher Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart wären im Sinne ihres feministischen Prinzips von der vorgeblich "männlichen Sprache" zu "reinigen". (13) Solch abstruse Konsequenzen beruhen letztlich auf der von feministischer Seite suggerierten Verschwörungstheorie, wonach ein fiktives Kollektivum, genannt "die Männer", seit alters vorsätzlich darum bemüht sei, den weiblichen Teil der Gesellschaft durch entsprechende Sprachregelungen zu unterdrücken.(14) Derartige Gedanken können nur als wahnhaft gedeutet werden. Kaum mag man daher die Binsenweisheit anführen, daß Sprache nicht etwa durch ein mysteriöses Männergremium ferngesteuert ist, sondern sich organisch entwickelt hat im lebendigen Dialog der Sprecher beiderlei Geschlechts.

Die engagiertesten Vertreterinnen der traditionellen Frauenbewegung wandten sich einst gegen die Benachteiligung der Frau in der Gesellschaft, indem sie die gleichberechtigte Teilhabe der Frauen an sämtlichen Bereichen der überlieferten Kultur und Zivilisation forderten. Gleiche Bildungschancen, die Koedukation von Jungen und Mädchen, die gleichberechtigte Berufsausübung zusammen mit männlichen Kollegen - all dies sind längst selbstverständliche Bestandteile unserer gesellschaftlichen Realität. Die noch bis in unser Jahrhundert übliche Trennung der Geschlechter in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens ging stets einher mit einer formalen und faktischen Benachteiligung der Frau. Der Befürwortung einer sprachlichen Apartheidregelung, einer sprachlichen Trennung der Geschlechter, haftet demnach etwas Anachronistisches an. Sie taugt nicht für unsere Zeit. "Sie ist unser bester Ingenieur" - mit diesen Worten charakterisierte neulich ein mir bekannter Techniker seine Arbeitskollegin. Solche Anerkennung läßt nichts zu wünschen übrig!

Literaturtips zum Thema Feminismus
Katharina Rutschky: Emma und ihre Schwestern. Ausflüge in den real existierenden Feminismus., München, Wien, 1999

Felix Stern: Penthesileas Töchter. Was will der Feminismus?, München, 1996.

Martin Massow: Nach dem Feminismus. Perspektiven für eine neue Partnerschaft, Düsseldorf, 1991.

Anmerkungen
1. Vgl. hierzu den Aufsatz von Josef Klein: Benachteiligung der Frau im generischen Maskulinum - eine feministische Schimäre oder psycholinguistische Realität? In: Vorträge des Germanistentages in Berlin 1987. Bd.1, Tübingen 1988. S. 310ff. Der Verfasser erwähnt zweifellos zu Recht dieses "zweifache Referenzpotential" des "generischen Maskulinums", vergißt aber zu erwähnen, daß in einem bestimmten litera-rischen oder geschichtlich-kulturellen Kontext aus dieser ursprünglichen Zweideutigkeit Eindeutigkeit resultiert. Die Assoziationen, die sich vor zweihundert Jahren mit der Berufsbezeichnung "Lehrer" verknüpft haben mögen, ließen sicherlich eher an einen Lehrer männlichen Geschlechts denken, da die Berufstätigkeit von Frauen damals allgemein unüblich war. In unseren Zeiten hingegen, da der Lehrberuf selbstverständlich von Frauen und Männern gleichermaßen ausgeübt wird, wird die generalisierende, auf beide Geschlechter bezogene Funktion dieses "maskulinen Lexems" im Vordergrund stehen.

2. Luise F. Pusch: Das Deutsche als Männersprache, Frankfurt/M, 1984, S. 26f.

3. Luise F. Pusch: Alle Menschen werden Schwestern, a.a.O., S. 97.

4. A.a.O.

5. A.a.O., S. 99.

6. Die partielle Feminisierung wird indes bereits als Fortschritt gewertet. Befürworter der partiellen Feminisierung und Vertreter der radikalen Feminisierung stimmen darin überein, daß der Gebrauch des generischen Maskulinums abzulehnen sei und ersetzt werden solle durch Formen, die gleichermaßen gerecht und bequem seien. (Pusch, a.a.O., S.94f.)

7. In ihrem Buch: Das Deutsche als Männersprache (1984) befürwortet sie den Ersatz des generischen Maskulinums durch ein "Neutrum" "das Student", statt "der Student". Die seit einiger Zeit ersichtliche Tendenz zum "Splitting" dieser Bezeichnungen ("Studentinnen und Studenten" , bzw. "StudentInnen") mag sie indes bewogen haben, das umfassende Femininum vorzuziehen. (Vgl. Pusch: Alle Menschen werden Schwestern, 1990, S. 101).

8. Pusch, Das Deutsche als Männersprache, S. 86ff.

9. Johann Christoph Adelung: Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der hochdeutschen Mundart, 3. Bd. L-Scha, S. 335, Leipzig, 1777.

10. Jacob und Wilhelm Grimm: Wörterbuch , 6. Bd. (L.M), Ausg.v. 1885, S.1520-24.

11. Vgl. beispielsweise: Friedrich Schiller, Kabale und Liebe, vierter Akt, zweite Szene:
(...) es ist ihre Hand (...). Das also war's, warum man sich so beharrlich der Flucht widersetzte. (...) Darum gab man seinen Anspruch auf meine Liebe mit soviel Heldenmut auf... etc.
Die zitierte Stelle bezieht sich eindeutig auf die weibliche Hauptfigur Luise Millerin.

Vgl. auch die Goethe-Übersetzung von Diderot "Rameaus Neffe", worin es heißt:
Frisch, Mademoiselle, Ihr Notenbuch! - Und indem Mademoiselle sich gar nicht übereilt, das Buch sucht, das sie verlegt hat, man das Kammermädchen ruft, fahre ich fort: (...)
zit. nach: Diderot, Erzählungen und Gespräche, Frankfurt/M., 1981.

12. Vgl. Luise Pusch: Alle Menschen werden Schwestern, a.a.O.

13. Aus diesem Dilemma haben sich feministische Literaturwissenschaftlerinnen zu retten versucht, indem sie die Kategorie der "weiblichen Schreibweise" anwandten. Es ist der Versuch, "weibliches Schreiben" von "männlichem Schreiben" abzugrenzen. Die in diesem Zusammenhang verwendeten Definitionen sind recht fragwürdiger Natur, umfassen sie doch literarische Konstruktionsweisen, die sowohl männlichen, als auch auf weiblichen Autoren eigen sind. Vgl. hierzu die Schlußfolgerung von Jutta Osinski:

Angesichts der Tatsache, daß die Theorien über eine weibliche Schreibweise männlichen wie weiblichen Mustern und Vorstellungen von Weiblichkeit und emanzipativer Sprache entsprechen, (...) ist der Streit um die objektive Existenz einer weiblichen Ästhetik müßig. Das hat Konsequenzen für die feministische Literaturwissenschaft selbst: sie gerät in gut begründete ideologische Bedenken, aber auch in eigene Legitimationsschwierigkeiten, wenn sie vom Weiblichen als einem Verfahren der Textkonstitution oder als einer Schreibweise ausgeht. Beruft sie sich dagegen auf die unaufhebbare Geschlechterdifferenz und beharrt (...) auf einer dadurch begründeten Eigenart der Literatur von Frauen, dann geht sie von Postulaten aus, die weder erkenntnis-, noch wissenschaftstheoretisch abzusichern sind.
(Jutta Osinski, Theorien einer weiblichen Ästhetik - pragmatisch betrachtet. In: Vorträge des Germanistentages, Berlin, 1987. S.289.)

14. Vgl. dazu, Pusch, Alle Menschen werden Schwestern, a.a.O., S.43:

Die geheimnisvolle Fähigkeit männlicher Bezeichnungen, Frauen einzuschließen (und auszuschließen, wenn es um Privilegien geht), ist mithin kein "sprachliches Naturereignis", als was sie uns von der Maskulinguistik verkauft wird, sondern beruht auf männlichen Festlegungen zwecks Kräftigung des Dogmas von der "natürlichen Höherwertigkeit und Überlegenheit" des Mannes. Für Frauen besteht also kein Grund, an die "Unschuld" der Männer und an eine "Schuld der Sprache" in dieser Sache zu glauben, und erst recht kein Grund, diese männlichen Sprachregelungen auch noch zu befolgen und damit das Dogma unserer Minderwertigkeit festzuschreiben.

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Samstag, 26. Februar 2011

Feministische Sprachzerstörung

Aufgrund der totalitären Natur des Feminismus strebt dieser danach alle Aspekte des Denkens und des Handelns des Menschen und der Gesellschaft zu seinen Gunsten umzugestalten. Dabei macht die feministische Ideologie auch vor der Würde der deutschen Sprache nicht halt. Die Korrumpierung und Zersetzung des Deutschen wurde innerhalb der deutschsprachigen Männerrechtsbewegung bisher nur marginal behandelt, da es im Verhältnis zu anderen, schwerwiegenderen Verbrechen des Feminismus nicht als besonders prioritär erschien und aufgrund begrenzter Ressourcen schlichtweg nicht im Fokus von Männerrechtlern, Maskulisten und Antifeministen stehen konnte.

Diese kurze Abhandlung über den sprachenzerstörenden Aspekt des Feminismus soll die wesentlichen grammatikalischen Kritikpunkte erfassen und für jeden Sympathisanten verständlich darstellen, so dass wir auch diesen Bereich vom verderbenden Einfluss des Feminismus befreien können. Nicht behandelt, aber dennoch zum Sprachfeminismus gehörend, werden die ewige Faktenverdreherei und die einseitige Darstellung von Ereignissen durch den ideologischen Missbrauch der Sprache, da dies bereits an anderer Stelle ausführlich dokumentiert wurde.

Motivation

Wie jede andere totalitäre Ideologie, versucht der Feminismus die Art wie Menschen die Realität wahrnehmen und wie sie denken zu beeinflussen. Ein altbekannter Ansatz, der bereits ausführlich im dystopischen Roman "1984" beschrieben wurde, ist dabei die Manipulation der Sprache. Wenn das Wort Freiheit eine völlig andere oder gar gegensätzliche Bedeutung hat, so dass Menschen nicht mehr über das Konzept von Freiheit reden können, dann wird irgendwann auch die Idee der Freiheit aus dem Denken verschwinden.

Genauso denken Feministen in Bezug auf Geschlechter in Sprachen und richten ihren Zorn dabei besonders auf das männliche Geschlecht. Sie empfinden die deutsche Sprache, welche intensiven Gebrauch vom maskulinen Genus macht, als abstossend und bedrohlich. Diese feministische Maskuphobie, eine irrationale, kranke und unangemessene Angst vor Männlichkeit, äussert sich auch in den feministischen Konzepten der "hegemonialen Männlichkeit", der "rape culture" und natürlich im alles umfassenden "Patriarchat".

Dabei verfolgen Feministen mit seiner Sprachzerstörung mehrere Ziele. Zum einen wollen sie mit dieser sprachlichen Vergewaltigung Frauen "sichtbar" machen und somit den "sprachlichen Sexismus" zurückdrängen. Dadurch soll eine "geschlechtergerechte" Sprache entstehen. Dabei behaupten sie, dass durch zahlreiche Studien belegt worden sei, dass das generische Maskulinum Frauen diskriminiere. Dabei wird beklagt, dass das generische Maskulinum nicht "geschlechterneutral" gedacht werden könne.

Feministen sehen (siehe Seite 3) diese ideologische Manipulation nach ihren Vorstellungen sogar als einen wichtigen Beitrag zu einer "reifen Demokratie". Die meinen das tatsächlich so ernst, dass an anderer Stelle dringend empfohlen wird, die sprachliche Gleichstellung nicht "durch Übertreibung lächerlich zu machen, zu trivialisieren oder zu ignorieren"! Dies ist eine weitere Gemeinsamkeit mit totalitären Ideologien - auch bei denen wurde es (häufig auch noch unter Androhung von Gewalt) untersagt, sich über deren Dogmen und Wahnideen satirisch auszulassen oder sie sogar zu ignorieren. Schliesslich steht die Rettung der Welt/des Klimas/der Frauen/der Tiere/der Dritten Welt oder sonst was auf dem Spiel!

Das ist nicht mehr lustig, sondern todernst! Kapiert?

Instrumente linguistischer Verwüstung

Doch mit welchen Folterwerkzeugen malträtieren die Feministen die deutsche Sprache? Hier einige Beispiele:

- Penetrante Erwähnung einer weiblichen Form: 
“Athleten und Athletinnen”/”Arzt/Ärztin”/”Soldat_innen”/”ein(e) Lernende(r)”

Auch wenn diese nicht einmal existiert: “Feuerwehrfrauen”

- Entfernung oder Verkrüpplung maskuliner Formen: 
“AkademikerInnen”/”Sportlerinnen”

- Substitution generisch maskuliner Begriffe mit sexistischen, weiblichen Formen: 
“frau” anstelle von “man”/”jedefrau” anstelle von “jedermann”

- Substitution generischer Maskulina durch Partizipien:
"Studierende" statt "Studenten"

Da viele Journalisten links sind und die Linken auf besonders gründliche Art und Weise mit dem Feminismus sympathisieren, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Auswüchse der feministischen Linguistik zuerst in den Medien, dann an Hochschulen und schliesslich auch im öffentlichen Dienst durchgesetzt haben. Eben genau dort, wo sich Linke während ihrem "Marsch durch die Institutionen" hineingepflanzt haben.  Dort wurde sie lange Zeit aus ideologischen Gründen gefördert, wobei in letzter Zeit auch in den Köpfen der letzten dogmatisch verbohrten Linken eine langsame Abkehr von der feministischen Sprachverwüstung festzustellen ist. Sogar manche Feministinnen schämen sich mittlerweile dafür, so dass sie heute auf das Binnen-I verzichten - man will schliesslich auch als überzeugte Feministin nicht als "altbacken" gelten.

Denkfehler des Sprachfeminismus

Die deutsche Sprache unterscheidet zwischen Genus und Sexus. Während der Genus das grammatikalische Geschlecht ist und das Maskulinum, das Femininum und das Neutrum umfasst, steht der Sexus für das biologische Geschlecht und damit das Männliche und das Weibliche. Die deutsche Sprache trennt also scharf zwischen dem wirklichen, natürlichen Geschlecht (Sexus) und abstrakten, grammatikalischen Kategorien (Genus). Diese Unterscheidung gipfelte in der Entstehung der generischen Formen, welche alle Geschlechter umfasst - jedoch kein spezifisches, separates biologisches Geschlecht (Sexus) meint.

Das generische Maskulinum "die Studenten" umfasst also alle Studenten - egal ob männlich oder weiblich - nicht einfach nur die männlichen Studenten. Das generische Feminina "die Person" meint also eine männliche oder eine weibliche Person (komischerweise schreien die Feministen bei dieser "männerauschliessenden" grammatikalischen Form nicht). Das generische Neutrum "das Mitglied" steht entweder für ein männliches oder ein weibliches Mitglied. Jede generische Form besizt die Eigenheit, dass sie keine Aussage über das biologische Geschlecht (den Sexus) der betroffenen Menschen macht.

Feministen und andere politisch Korrekte kommen nun daher und meinen entweder aus Unwissenheit oder trotz besseren Wissens, dass das generische Maskulinum Frauen (!) ausschliesse - dies ist schon rein linguistisch gar nicht möglich, da das generische Maskulinum ein Genus ist und somit mit dem Sexus "Frauen" absolut nichts zu tun hat. Männer kommen schliesslich auch nicht daher und heulen, dass sie sich von der Form "die Person" diskriminiert fühlen. Frauen sollen sich also auch nicht anstellen, wenn Genus und Sexus ausnahmsweise nicht korrelieren.

Wenn in Spezialfällen Genus und Sexus nicht korrelieren, dann hat dies nichts mit Ausschluss oder Diskriminierung zu tun, da beide völlig verschiedene grammatikalische Kategorien sind, die man nur aus Unwissenheit oder aus ideologischen Gründen gleichzusetzen versucht. Wenn also Feministen auf die weibliche Form beharren, dann muss man ihnen antworten, dass der grammatikalische Genus und das biologische Geschlecht nichts miteinander zu tun haben und somit Männer und Frauen in gleichem Masse mitgemeint sind.

Durch die Forderung nach weiblichen Zusatzformen und somit der "Sichtbarmachung" der Frauen wird Sexismus nicht aus der Sprache entfernt, im Gegenteil, sie wird in diese eingeführt, da dadurch in letzter Konsequenz jedes Wort als biologisch geschlechtlich wahrgenommen wird. Was zur absurden Situation führt, dass Wörter wie "das Kind" als asexuell empfunden werden. Zusätzlich zerschandeln angehängte weibliche Formen die Sprache und reduzieren die Leserlichkeit des befallenen Textes. Ausserdem lässt diese ideologische Paranoia jeden Text, welcher vor 1990 geschrieben wurde, unberechtigerweise als geschlechtlich einseitig gefärbt erscheinen - obwohl generische Formen ja gerade kein spezifisches Geschlecht meinen. Und weil generische Formen alle Geschlechter gleichermassen umfassen, wird mit deplatzierten weiblichen Formen keine zusätzliche Information in den Text gepackt, so dass die Ästhetik des Textes für nichts und wieder nichts leiden muss - und dies nur wegen dem Geschrei der Feministen.

Durch die feministische Sprachzerschandelung verliert das Deutsche auch die Fähigkeit, gewisse Sachverhalte logisch konsistent darzustellen. Wenn wir den Satz "Frauen sind die vernünfigeren Autofahrer" anschauen und jedem Wort immer ein biologisches Geschlecht und somit einem Sexus zuordnen, dann macht der Satz keinen Sinn, schliesslich würde nun jeder das Wort "Autofahrer" als rein männlich verstehen. Aber Frauen können schliesslich nicht die besseren männlichen Autofahrer sein, so wie es dieser Satz durch die Gendersprechbrille suggerieren würde! Es braucht hier also das generische Maskulinum, welches Männer und Frauen gleichermassen mitmeint, um den Sinn des Satzes logisch vermitteln zu können.

Die feministische Sprachzerstörung zerschändelt also nicht nur das Sprachbild, sondern verkrüppelt auch die Fähigkeit der Sprache, Sachverhalte überhaupt noch logisch korrekt mitteilen zu können!

Schlussfolgerung

Wir haben nun gesehen, dass Frauen wider feministischen Behauptungen nicht aus der deutschen Sprache ausgeschlossen werden, da das generische Maskulinum auch Frauen genauso mitmeint wie Männer. Weiterhin haben wir gesehen, dass der Sprachfeminismus zu einer unästhetischen Zerschandelung führt und die deutsche Sprache daran hindert, bestimmte Sachverhalte logisch korrekt wiederzugeben.

Gerade die feministische Forderung, Sexismus aus der Sprache zu verbannen, führt zu einer Durchdringung der Sprache mit sexistischen Floskeln und zwingt dem Leser eine ideologische Brille auf - genauso wie die Frauenquote herangeführt wird, um vermeintlichen Sexismus zu bekämpfen, während diese aber in der Praxis zu massiver struktureller Diskriminierung und Sexismus gegen Männer führt.

Es ist auch kein Argument, irgendwelche Leute zu befragen, ob sie ein generisches Maskulinum eher als männlich oder als neutral empfinden um damit die Forderung nach dessen Abschaffung zu rechtfertigen. Nur weil zwei Drittel der Amerikaner daran glaubt, dass die Mondlandung niemals stattgefunden hätte, muss jetzt schliesslich auch nicht in Astronomiebüchern geschrieben werden, dass die Mondlandung nur erfunden sei. Nur weil eine beliebige Anzahl von Menschen die Grammatik ihrer eigenen Sprache nicht beherrschen, muss diese nicht umgeschrieben oder angepasst werden. 

Auch beim Sprachfeminismus fällt wieder einmal die berühmte feministische Einseitigkeit auf: Schliesslich wird nur beim generischen Maskulinum geklagt, dass dieser Frauen "ausschliesse", während ich noch nie einer Feministin über den Weg gelaufen bin, die sich darüber beschwert hätte, dass das generische Feminina Männer "ausschliesse".

Sprachfeministische Kritik und Forderungen sind also völlig unangebracht, einseitig und schädlich - genauso wie der restliche Unsinn der feministischen Ideologie. Maskulisten müssen somit bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Sprachfeminismus wie oben beschrieben delegitimieren und bewusst die generischen Formen in ihrem alltäglichen Sprachgebrauch berücksichtigen, so dass die Zerschandelung unserer deutschen Sprache endlich Einhalt geboten wird!


Nieder mit dem Sprachfeminismus!